Im Februar 2014 wurde eine vielbeachtete Studie von zwei Neurowissenschaftlern publiziert, die sich schon seit Jahren mit dem Zusammenhang zwischen Chemikalienbelastung und Entwicklungsstörungen beschäftigten. Die beiden Wissenschaftler hatten bereits 2006 einen systematischen Übersichtsartikel zur Neurotoxizität von Chemikalien publiziert. Die neue Publikation präsentiert auch verschiedene neue Erkenntnisse zu bereits bekannten Umweltgiften. Sieben internationale Studien haben gezeigt, dass es keinen sicheren Spiegel für Blei gibt. Außerdem gibt es Hinweise dafür, dass neurotoxische Schäden durch Blei wahrscheinlich lebenslang bestehen bleiben. Hirnaufnahmen junger Erwachsener, die in ihrer Kindheit erhöhte Bleikonzentrationen aufwiesen, zeigten eine Verminderung des Hirnvolumens. Eine Bleibelastung in der frühen Kindheit ist mit schlechteren Schulleistungen und mit delinquenten Verhalten im späteren Leben verbunden.

Im Vergleich zu Erwachsenen stört Methylquecksilber bei Kindern die Hirnentwicklung in wesentlich niedrigeren Konzentrationen.

Hirnleistungsstörungen, die mit sieben Jahren aufgrund einer Quecksilberbelastung vorhanden waren, bestanden auch noch im Alter von 14 Jahren.

Anorganisches Arsen im Trinkwasser, das kurz vor oder nach der Geburt aufgenommen wurde, führte zu kognitven Defiziten, die sich im Schulalter zeigten.

Referenz:
Philippe Grandjean: Philip J Landrigan: Neurobehavioural effects of developmental toxicity; thelancet.com/neurology Vol 13, March 2014

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