Obwohl seit den 70er Jahren in Europa und den USA der Quecksilberverbrauch immer weiter gesenkt wurde und die Kohlekraftwerke mit Rauchgasfiltern ausgestattet wurden, steigen die Quecksilberwerte im Blut arktischer Tiere ständig an. AMAP, das Programm einer Arbeitsgruppe des Arktischen Rates, das sich mit arktischen Umweltfragen beschäftigt, sollte diesem Widerspruch nachgehen: Weltweit ist der Quecksilbergehalt in der Atmosphäre leicht zurückgegangen, bei rund 20 Prozent der arktischen Tierarten werden jedoch steigende Konzentrationen im Blut gemessen.

Neueste Forschungserkenntnisse zeigen, dass die Verunreinigung auf zwei Hauptquellen zurückzuführen ist: Es wird geschätzt, dass 2000 Tonnen Quecksilber jährlich aus Ostasien, vor allem China, mit der Luft- und Meeresströmung in die Arktis gelangen – dies sind 47 Prozent der gesamten Quecksilberemission. Das Quecksilber stammt zum größten Teil aus Kohlekraftwerken, deren Abgase meist ungefiltert in die Atmosphäre gelangen. AMAP gibt bekannt, dass bei gleichbleibendem Verlauf es bis zum Jahr 2020 zu einer 25-prozentigen Steigerung kommen wird.

Außerdem taut durch die globale Erwärmung der Permafrostboden und gibt die dort konservierten Quecksilbermengen frei, die dann die arktische Umwelt belasten. Für die Bevölkerung der dortigen Region stellt Quecksilber bereits eine ernste gesundheitliche Gefahr dar. Der Amtsarzt der Färöern Inseln Pàl Weihe sagte Folgendes: „Quecksilber beschneidet die Intelligenzspitze der Menschen.“ Für Schwangere und Stillende ist der Verzehr von Walfleisch verboten. Die Behörden empfehlen den anderen Bewohnern der Inseln, den Walfleischverzehr einzuschränken – was nicht einfach ist, da Robben- und Walfleisch als Hauptnahrungsquelle dient. Über die Nahrungskette wandert das hochgiftige Schwermetall von Wasserpflanzen zu den Kleintieren, zu Fischen, Eisbären, Vögeln, Walen, Robben und anderen Tieren und gelangt so auch in menschliche Nahrung.


Fazit:
Es empfiehlt sich eine drastische Einschränkung des Verzehrs von Meerestieren und Fisch.
Risikopersonen sollten den Quecksilbergehalt im Blut messen lassen, um rechtzeitig einer Schwermetallvergiftung entgegenwirken zu können.


Referenz:
Andreas Knudsen: Das Quecksilber-Mysterium, neues-deutschland.de, 30.05.2011

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