In einer Übersichtsarbeit wurden experimentelle und klinische Studien über den Nutzen einer Glutaminsupplementierung bei Tumorerkrankungen ausgewertet. Innerhalb der letzten 20 Jahre wurden 36 klinische Studien über die Sicherheit und Effektivität von Glutamin bei verschiedenen Patientengruppen publiziert. In den allermeisten klinischen Studien konnten durch eine Glutaminsupplementierung bei Tumorpatienten der Stoffwechsel und die klinische Situation deutlich verbessert werden, ohne das Tumorwachstum zu beschleunigen.

Die Wirksamkeit von Glutamin beruht auf mehreren Prinzipien: Aufrechterhaltung der Permeabilitätsbarriere, verbesserte Immunkompetenz, Verhinderung der Zellproliferation, erhöhte Apoptoserate, vermehrte Synthese von Glutathion, Hitzeschockproteinen und Glucagon-like Peptiden. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass eine angemessene Glutaminsupplementierung sicher ist und von Vorteil sein kann, um die Risiken einer Hochdosis-Chemotherapie und Strahlentherapie zu vermindern. Außerdem kann durch Glutamin die Regeneration bei Patienten verbessert werden, die sich einer Knochenmarkstransplantation unterziehen mussten.

 

Referenz:
Katharina S Kuhn et al.: Glutamine as indispensable nutrient in oncology: experimental and clinical evidence; European Journal of Nutrition, Volume 49, Number 4/ Juni 2010

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