Bei älteren Menschen ist eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung häufig anzutreffen, was mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche, Gebrechlichkeit und einer ganzen Anzahl chronischer Erkrankungen verbunden ist. In einer Studie des National Institute on Aging in Baltimore wurde nun ein möglicher Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen und Depressionen bei älteren Menschen untersucht. An der Studie nahmen 531 Frauen und 423 Männer im Alter von 65 und älter teil. Diese Personengruppe wurde über einen Zeitraum von 6 Jahren beobachtet. Am Ende der Studie wurde festgestellt, dass 42 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer während der Zeit eine Depression entwickelten. Drei Viertel der Frauen und die Hälfte der Männer hatten eine Vitamin-D-Konzentration unter 20 ng/ ml.

Frauen mit niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen, die zu Beginn der Studie keine Depression aufwiesen, erkrankten während der sechs Jahre doppelt so häufig an Depressionen als Frauen mit einem ausreichenden Vitamin-D-Spiegel. Frauen mit einem Vitamin-D-Mangel zeigten nach drei bzw. nach sechs Jahren eine Verschlechterung der Stimmungslage, was sich auch in den Scores eines entsprechenden Testbogens niederschlug.

Auch bei Männern führte eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung im beobachteten Zeitraum zu einer Stimmungsverschlechterung, allerdings war dieser Zusammenhang nicht signifikant. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Hypovitaminose-D ein Risikofaktor für die Entwicklung depressiver Symptome bei älteren Personen darstellt, wobei bei Frauen die Assoziation stärker ist.

Die Studie beweist aber nicht, dass niedrige Vitamin-D-Konzentrationen Depressionen verursachen, weil die Studienteilnehmer mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel auch andere Prädispositionsfaktoren für Depressionen haben könnten.

 

Referenz:
Milanesch Y et al.: Serum 25-Hydroxyvitamin D an d depressive symptoms in older women and men; J clin Endocrinol Metab. 2010 May 5

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