Es ist schon länger bekannt, dass Glycin im ZNS als inhibitorischer Neurotransmitter an Glycinrezeptoren wirkt. Außerdem ist Glycin ein Agonist an glutamatergen NMDA-Rezeptoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in Frankfurt/ Main konnten jetzt nachweisen, dass es neben den klassischen NMDA-Rezeptoren auch einen NMDA-Rezeptor gibt, der ausschließlich durch Glycin erregt wird. Der klassische NMDA-Rezeptor besteht aus zwei glycinbindenden und zwei glutamatbindenden Untereinheiten. Der neuentdeckte Rezeptortyp enthält stattdessen vier glycinbindende Untereinheiten. Er wird als excitatorischer Glycinrezeptor bezeichnet. Die Ergebnisse am MPI für Hirnforschung belegen, dass Glycin eine zentrale Rolle bei der Regulation neuronaler Aktivität spielt. Vermutlich dürften Zinkionen neben Glycin eine wesentliche Bedeutung für die Aktivierung des neuen Rezeptortyps spielen.

 

Referenz:
Laube, Betz: Die duale Rolle des Neurotransmitters Glycin im zentralen Nervensystem; Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt/ Main, Tätigkeitsbericht 2008

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