Um die Suizidrate zu senken, schlagen japanische Wissenschaftler vor, dem Trinkwasser den Wirkstoff Lithium zuzusetzen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass es weltweit etwa eine Million Selbstmorde pro Jahr gibt – die meisten wegen Depressionen. Nach einer Rangliste der WHO verzeichnet Japan eine besonders hohe Suizidrate. Japan liegt mit 23,7 Suiziden pro 100.000 Einwohner in den vorderen Rängen. Im Vergleich dazu waren es 2004 in Deutschland 13 Personen pro 100.000 Einwohner, die ihr Leben durch Suizid vorzeitig beendeten.
    
Eine japanische Studie, die jetzt in der Zeitschrift „British Journal of Psychiatry“ veröffentlicht wurde, legt nahe, dass dem Trinkwasser zugesetztes Lithium die Zahl der Suizide möglicherweise senken könnte. Lithium ist ein essentielles Spurenelement, das u.a. eine antidepressive Wirkung aufweist.

Forscher der Universitäten Ôita und Hiroshima analysierten den Lithiumgehalt des Wassers von 18 Gemeinden der Präfektur Ôita auf der Insel Kyûshû und verglichen die Daten mit den Selbstmordraten der jeweiligen Gemeinden.
Die Suizidrate war demnach in Gebieten mit hohem Lithiumgehalt im Trinkwasser deutlich niedriger als in Gebieten, wo der Gehalt an Lithium im Wasser sehr niedrig war. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die konstante Aufnahme winziger Mengen an Lithium im Trinkwasser ausschlaggebend ist für die geringe Selbstmordrate. Allerdings müsse man dabei äusserst behutsam umgehen, denn in höherer Dosis könne Lithium auch giftig sein.

 

Referenz:
www.20min.ch, 13.05.2009
www.welt.de, 12.05.2009

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