Es ist bekannt, dass die Glutathionkonzentrationen im Gehirn bei schizophrenen Patienten vermindert sind. Von der Universität von Melburne wurde eine Studie darüber durchgeführt, inwieweit eine Supplementierung mit dem Glutathion-Vorläufermolekül NAC die Symptomatik bei schizophrenen Patienten beeinflusst. Es handelte sich um eine randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 140 Patienten mit chronischer Schizophrenie, die zusätzlich zu einer antipsychotischen Medikation entweder 2 x 1 g NAC oder ein Placebo erhielten. Die Studie erstreckte sich über einen Zeitraum von 24 Wochen.

Zur Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung kamen verschiedene diagnostische Werkzeuge zum Einsatz, wie die Positive and negative symptoms scale (PANSS) und der Clinical global impression score (CGI) u.a.

Bei der Intent-to-treat-Analyse der Studie zeigte sich, dass die Verumgruppe (2 x 1 g NAC) bei verschiedenen Testverfahren deutlich besser abschnitt als die Placebogruppe: z.B. bei CGI, PANSS total, PANSS negativ. Außerdem war die Behandlung mit N-Acetyl-Cystein mit einer signifikanten Besserung der Sitzunruhe assoziiert. Bei der PANSS positive subscale gab es keinen Unterschied zwischen der Verum- und der Placebogruppe. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass mit NAC die Therapiemöglichkeiten bei chronischer Schizophrenie verbessert werden können.

 

Referenz:
Berk M et al.: N-Acetyl-Cysteine as a glutathione precursor for schizophrenia - a double-blind, randomized, placebo-controlled trial; Biol Psychiatry. 2008 Apr 22

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