Von der Universität Innsbruck wurde im April 2007 eine Arbeit publiziert, die sich mit dem Thema Übergewicht und Tryptophankonzentration beschäftigte. Bekanntlich sind bei erheblichem Übergewicht die Plasma-Tryptophankonzentrationen vermindert. Es konnte jetzt nachgewiesen werden, dass bei stark Übergewichtigen ein vermehrter Tryptophanabbau stattfindet, der durch das Enzym IDO (Indoleamin-2,3-dioxygenase) bewerkstelligt wird. IDO wird hauptsächlich durch das Cytokin Interferon gamma aktiviert.

Daraus ergibt sich ein enger Zusammenhang zwischen der erhöhten entzündlichen Aktivität bei Übergewichtigen und einer niedrigen Tryptophankonzentration. Letzteres führt wiederum zu einer verminderten Bildung von Serotonin und kann Stimmungsschwankungen, Depressionen und ein gestörtes Appetitverhalten hervorrufen. Bekanntlich können niedrige Serotoninkonzentrationen zu Heißhungerattacken und zu einer vermehrten Kalorienaufnahme führen.

Kommentar:
Anscheinend besteht hier ein gewisser Teufelskreis, der auch verständlich macht, warum sich viele Menschen beim Abnehmen so schwer tun.

 

Referenz:
Brandacher G et al.: Chronic immune activation unterlies morbid obesity: Is IDO a key player?; Curr Drug Metab. 2007 Apr; 8(3): 289-95

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