Erstmals wurde mit Hilfe immunhistochemischer Verfahren von der University of Auckland eine präzise Kartierung der Glycinrezeptoren im menschlichen Gehirn vorgenommen. Glycinrezeptoren wurden in allen Basalganglien nachgewiesen, am häufigsten in der Substantia nigra. Die Autoren der Studie schließen aus den Ergebnissen ihrer Untersuchung, dass die Glycinrezeptoren eine bedeutende komplementäre Rolle zu anderen inhibitorischen Rezeptoren einnehmen. Sie modulieren cholinerge, dopaminerge und GABAerge Signalwege in den Basalganglien.

Kommentar:
Meist liest man in der Fachliteratur, dass die Glycinrezeptoren vorwiegend im Rückenmark vorkommen und für die Regulierung der Willkürmotorik eine wichtige Rolle spielen. In der Praxis zeigt sich, dass eine Glycinsupplementierung oftmals einen günstigen Effekt auf Nervosität und Übererregbarkeit hat.Glycin ist ja bekanntlich auch Cotransmitter an NMDA-Rezeptoren und hat in mehreren Studien einen positiven Einfluss auf Negativ-Symptome bei schizophrenen Psychosen gezeigt.

 

Referenz:
Waldvogel HJ et al.: Glycine receptors in the striatum, globus pallidus, and substantia nigra of the human brain: An immunohistochemical study; J Comp Neurol. 2007 Apr 19; 502 (6): 1012-1029

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