Bekanntlich ist Stickoxid ein Molekül mit sehr vielfältigen biologischen Wirkungen, und eine Beeinträchtigung des NO-Metabolismus stört auch die anderen bekannten Regulationssysteme, z.B. das Endokrinum. NO spielt eine homöostatische Rolle gegenüber den blutdruckerhöhenden Effekten der Mineralkortikoide, Schilddrüsenhormone und Insulin. Ein NO-Mangel betrifft nicht nur den Blutdruck, sondern auch die Glukose- und Lipidhomöostase im Sinne eines metabolischen Syndroms. Es spricht einiges dafür, dass ein Stickoxidmangel ein Bindeglied zwischen Stoffwechselerkrankungen und kardiovaskulären Erkrankungen ist.

 

Referenz:
Vargas F et al.: The endocrine system in chronic nitrix oxide deficiency; Euro J. Endocrinol. 2007 Jan; 156(1): 1-12

Vor wenigen Tagen erschien ein hochinteressanter Artikel in ´PNAS`, einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Fachzeitungen. US-Wissenschaftler der Tufts University untersuchten den Einfluss der Folsäure- und B12-Konzentration auf funktionelle Indikatoren des B12-Status, nämlich Homocystein und Methylmalonsäure. Dabei wurden aus dem Pool der Untersuchungen NHANES III und NHANES 1999 – 2002 über 10.000 Studienteilnehmer erfasst.

Bei Versuchspersonen mit einer Vitamin-B12-Konzentration von kleiner als 200 ng/ l führte eine Folsäurekonzentration von über 8,8 µg/ l zu einem deutlichen Anstieg von Homocystein und Methylmalonsäure. Aus den Ergebnissen der Studie kann man schließen, dass eine Folsäuresupplementierung die Enzymfunktionen des Vitamin B12 deutlich verschlechtert, wenn die Personen bereits einen Vitamin-B12-Mangel haben.

Kommentar:
Es ist nicht selten, dass Patienten Vitamin-B12-Konzentrationen von unter 200 ng/ l aufweisen. Bei diesen Patienten sollte zunächst die B12-Konzentration verbessert werden, bevor man mit einer eventuell erforderlichen Folsäuretherapie beginnt, ansonsten kann eine Folsäure-Supplementierung sogar schädlich sein.

 

Referenz:
Jacob Selhub et al.: In vitamin B12 deficiency, higher serum folate is associated with increased total homocysteine and methylmalonic acid concentrations; PNAS, Dec. 11, 2007

Von der TUFT University Bosten wurde im November 2007 eine Untersuchung publiziert, in der der Einfluss der Vitamin-K- und Vitamin-D-Konzentrationen auf Entzündungsmarker untersucht wurde. Die Studienteilnehmer kamen aus der Framingham Offspring Study. Interessanterweise zeigte sich, dass die Vitamin-K-Konzentration mit CRP assoziiert war, während beim Vitamin D dieser Zusammenhang nicht nachgewiesen wurde. Allerdings korrelierte die Vitamin-D3-Konzentration invers mit der Urinausscheidung von Isoprostanen; letztere gelten als sehr gute Indikatoren für den oxidativen Stress.

 

Referenz:
Shea MK et al.: Vitamin K and Vitamin D Status: Associations with Inflammatory Markers in the Framingham Offspring Study; Am J Epidemiol. 2007 Nov 15

Von der Universität Liverpool erschien eine Studie, die den Beitrag von Thiolverbindungen für die Entwicklung einer Osteoporose untersuchte. Dabei zeigte sich, dass die Versuchspersonen mit einer niedrigen Knochendichte signifikant niedrigere Cystein-Plasmakonzentrationsspiegel aufwiesen. Unter verschiedenen Parametern erwies sich die Cysteinkonzentration als die signifikanteste Messgröße für die Knochendichte. Die Autoren der Studie vermuteten, dass eine niedrige Cysteinkonzentration zu einer verminderten Kollagensynthese führen könnte und eine erhöhte Aktivität der Osteoklasten zu einem verstärkten Cysteinverbrauch.

 

Referenz:
Baines M et al.: The Association between cysteine, bone turnover, an low bone mass; Calcif Tissu Int. 2007

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