Lithium ist ein Spurenelement, das sich hauptsächlich in pflanzlichen Nahrungsmitteln und in Trinkwasser befindet. Das Vorkommen von Lithium in der Umwelt sowie die Lithiumaufnahme unterscheiden sich oft erheblich von Region zu Region. Das Spurenelement Lithium ist typischerweise in allen menschlichen Organen und Geweben vorhanden, eine Essentialität von Lithium ist aber noch nicht nachgewiesen. Es ist bekannt, dass ein Lithiummangel bei Ratten zu abnormalem Verhalten führt. Es gibt auch verschiedene Hinweise aus Studien, dass eine niedrige Lithiumaufnahme eine Verschlechterung der psychischen Grundstimmung und eine erhöhtes Suizidrisiko bei Menschen bewirkt. In Kooperation mit japanischen Wissenschaftlern haben jetzt Ernährungswissenschaftler aus Jena die Sterberate in 18 japanischen Gemeinden untersucht und diese in Beziehung zum jeweiligen Lithiumgehalt des Leitungswassers gesetzt.

Die Daten wurden in der Oita Präfektur in Japan erhoben. Es hat sich gezeigt, dass die Sterberate in all jenen Gemeinden deutlich geringer ausfällt, in denen mehr Lithium im Leitungswasser vorkommt. Das ist die zentrale Aussage dieser Studie. Auch unter Berücksichtigung der Selbstmordfälle korrelierte die generelle Sterblichkeit invers mit der Lithiumkonzentration des Leitungswassers. Die Lithiumkonzentration im Trinkwasser lag in dem Bereich zwischen 0,7 und 59 µg/ l.

In einem zweiten Experiment haben die Jenaer Forscher genau diesen Konzentrationsbereich am Fadenwurm (C. elegans) untersucht. Aus früheren Untersuchungen war nämlich bekannt, dass hohe Lithiumkonzentrationen bei dieser Lebensform lebensverlängernd wirken. Auch bei den relativ geringen Konzentrationen, wie sie im Leitungswasser gemessen wurden, konnte eine Lebensverlängerung bei den Fadenwürmern nachgewiesen werden.

Zu den Ergebnissen dieser Studie muss bemerkt werden, dass die Erkenntnisse bezüglich Menschen bislang nur Beobachtungen sind, und man sollte nicht voreilig einen Kausalzusammenhang zwischen einer hohen Lithiumzufuhr und einer verminderten Sterblichkeit als gesichert ansehen. Bemerkenswert ist aber schon, dass die Ergebnisse beim Menschen auch im „Tierversuch“ eine Bestätigung gefunden haben.

 

Referenz:
Kim Zarse et al.: Low-dose lithium uptake promotes longevity in humans and metazoans; Eur J Nutr, accepted: 21 January 2011

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