Der Abbau der Kohlenstoffskelette der Aminosäuren ist quantitativ eine wichtige Energiequelle für die Leber, den Dünndarm, die Zellen des Immunsystems und die Retikulozyten. Schätzungen gehen davon aus, dass die Leber mindestens die Hälfte ihres ATP-Bedarfs aus der teilweisen Oxidation von Aminosäuren deckt. Der Dünndarm könnte bis zu 80 Prozent seines Energiebedarfs aus der Verstoffwechslung von Aminosäuren sicherstellen. Die Leber stellt ihren ATP-Bedarf für die Glucose- und Harnstoffsynthese weitestgehend durch die Oxidation von Aminosäuren her, so dass die Leber für diese wichtigen Stoffwechselwege keine anderen Energieträger benötigt. Auf den gesamten Körper bezogen dürfte die Oxidation von Aminosäuren in Muskulatur und Dünndarm ungefähr 35 Prozent der Netto-ATP-Produktion ausmachen. Der Aminosäurenkatabolismus sowie die Glukoneogenese und die Harnstoffbildung in der Leber werden durch Glukagon, Glukokortikoide und Schilddrüsenhormone gefördert.

 

Referenz:
Martha H. Stipank, Marie A. Caudill: Biochemical, Physiological, and Molekular Aspects of Human Nutrition; Elsevier Saunders, 2013

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