Ein latenter Eisenmangel muss nicht sofort zu einer Anämie führen. Als Indikation für eine Eisentherapie wird bei Frauen im gebärfähigen Alter heute ein Abfall des Hämoglobinwertes auf unter 12 g/ dl angesehen. Wissenschaftler der Universität Genf untersuchten bei 198 Teilnehmerinnen mit einem HB größer als 13 g/ dl und grenzwertigem Ferritin den Effekt einer Eisensupplementierung. Alle Studienteilnehmerinnen klagten über Abeschlagenheit, was auch ein Leitsymptom der Anämie ist. Die Hälfte der Frauen erhielt ein orales Eisenpräparat, die andere Hälfte ein Placebopräparat. Dadurch kam es bei der Verumgruppe erwartungsgemäß zu einem Anstieg der Ferritinkonzentration; der Einfluss auf den HB-Wert war allerdings bescheiden. Obwohl die Laborparameter nur wenig beeinflusst wurden, kam es bei den Frauen mit der Eisentherapie zu einer deutlichen Verminderung der Abgeschlagenheit. Auch bei Angst und Depressionen wurden Verbesserungen erzielt.

Ein Eisenmangel kann also eine nicht zu unterschätzende Ursache für eine Abgeschlagenheit bei Frauen im gebärfähigen Alter sein.


Referenz:
Aerzteblatt.de, 10. Juli 2012: Eisenmangel: Substitution auch bei nicht-anämischen Frauen wirksam

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