Blutdruckmessgeraet2 320

Die arterielle Hypertonie ist in der heutigen Zeit eine richtige Volkskrankheit und der häufigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In Europa leiden durchschnittlich 25 Prozent der Erwachsenen an arterieller Hypertonie - im Alter über 50 Jahre sind es bis zu 50 Prozent. Über 90 Prozent der Hypertoniepatienten haben eine essenzielle oder primäre Hypertonie, für deren Entstehung genetische Faktoren sowie verschiedene Lebensstilfaktoren verantwortlich gemacht werden.

Ein wichtiger Lebensstilfaktor hierbei ist die Ernährung. Dabei wirkt der typische Western-Diet-Ernährungsstil mit einem hohen Verzehr von Fleisch, Fleischprodukten, raffinierten Kohlenhydraten und Süßigkeiten eindeutig bluthochdruckfördernd, ebenso wie ein hoher Salzkonsum. Mikronährstoffe sind in mehrfacher Weise an der Blutdruckregulation beteiligt, sodass die Versorgung mit Mikronährstoffen eine wichtige Rolle für die Prävention und Behandlung der Hypertonie spielt.

Hierzu einige Studien, die in den letzten Monaten veröffentlicht wurden:

  • Wissenschaftler aus Polen haben im Mai 2018 publiziert, dass blutdrucksenkende Medikamente den Zinkstatus bei neu diagnostizierten Hypertoniepatienten störten. Durch die Einnahme blutdrucksenkender Mittel kam es zu einer Verminderung der Zinkkonzentration im Serum und in den Erythrozyten sowie zu einer erhöhten Zinkausscheidung über den Urin. Bei der Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten ist also eine zusätzliche Zinksupplementierung empfehlenswert.

  • Auch Magnesium hat eine wichtige Bedeutung für die Prävention der Hypertonie. Magnesium kann die Bildung von gefäßerweiternden Botenstoffen verstärken und auch die Effekte der Katecholamine bei akutem und chronischem Stress mildern. Ein Magnesiummangel stimuliert die Bildung von Aldosteron und verstärkt entzündliche Reaktionen in den Blutgefäßen. Außerdem ist ein Magnesiummangel mit der Entwicklung einer Insulinresistenz und Hyperglykämie sowie mit Veränderungen im Fettstoffwechsel assoziiert.

  • Wissenschaftler aus China konnten nachweisen, dass sehr hohe Selenspiegel bei Frauen das Risiko für eine arterielle Hypertonie erhöhten. Bei Männern wurde dies nicht beobachtet.

  • Eine andere Forschergruppe in China untersuchte den Einfluss einer Metallexposition auf das Risiko für eine arterielle Hypertonie. Sie konnten nachweisen, dass eine Exposition gegenüber Vanadium, Eisen, Zink, Selen und Quecksilber das Risiko für arterielle Hypertonie und bereits bestehende Blutdruckwerte erhöhte.

  • Wissenschaftler aus den Iran haben im Januar 2018 publiziert, dass die Aufnahme von Phenylalanin offensichtlich das Risiko für eine arterielle Hypertonie beeinflusste. Bei einer Phenylalanin-Zufuhr im höchsten Quartil stieg das Risiko für Bluthochdruck um den Faktor 1,63 im Vergleich zum untersten Quartil.

  • Wissenschaftler aus dem Iran konnten auch nachweisen, dass ein Ernährungsmuster mit einem hohen Anteil an verzweigtkettigen Aminosäuren, aromatischen Aminosäuren und alkoholischen Aminosäuren das Risiko für die Entstehung einer arteriellen Hypertonie erhöhte. Alkoholische Aminosäuren sind Serin und Threonin, aromatische Aminosäuren sind Tryptophan, Phenylalanin und Tyrosin. Zu den verzweigtkettigen Aminosäuren gehören Isoleucin, Leucin und Valin. Das erwähnte Aminosäurenmuster hing mit dem Verzehr tierischer Proteine zusammen und war negativ mit dem Verzehr pflanzliche Proteine assoziiert.

  • Wissenschaftler aus Brasilien untersuchten bei 116 Patienten mit arterieller Hypertonie und Typ-2-Diabetes die Vitamin-D-Konzentrationen. Bei den Patienten konnte häufig ein Vitamin-D-Mangel festgestellt werden. Ein Vitamin-D-Mangel war auch mit einem höheren systolischen Blutdruck bei der ambulanten Blutdrucküberwachung assoziiert.

  • Polnische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass ein Vitamin-D-Mangel bei übergewichtigen Heranwachsenden mit einer höheren Prävalenz von arterieller Hypertonie, Fettleber, erhöhten Harnsäurekonzentrationen und niedrigen Phosphorspiegeln assoziiert war.

  • Bei Patienten mit Bluthochdruck ohne größere Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte eine Folsäuretherapie die Sterblichkeit aufgrund schwerer Proteinurie reduzieren.

  • Wissenschaftler aus Polen untersuchten bei Patienten mit primärem Bluthochdruck den Einfluss einer Folsäuresupplementierung auf die Konzentrationen von Homocystein, Gesamtcholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin, Triglyceriden und Apolipoprotein A1 und Apolipoprotein B. Durch die Einnahme von 15 mg Folsäure kam es zu einem beträchtlichen Abfall der Homocysteinkonzentration. Parallel hierzu stieg die HDL-Cholesterinkonzentration an, ebenso wie Apolipoprotein A1. Der Abfall der Homocysteinkonzentration durch die Folsäuresupplementierung hatte also einen günstigen Einfluss auf die verschiedenen Lipidparameter, was mit einer Verminderung des Atheroskleroserisikos verbunden sein dürfte.

  • Wissenschaftler aus China publizierten 2017, dass eine höhere Aufnahme von Vitamin B6 unabhängig mit einem verminderten Hypertonierisiko verbunden war. Bei Frauen mit einer hohen Folsäurezufuhr war der Zusammenhang zwischen Vitamin B6 und Hypertonie am stärksten.

  • Im Juni 2018 wurden die Ergebnisse einer großen chinesischen Studie veröffentlicht, in der der Zusammenhang zwischen Homocystein und dem systolischen und diastolischen Blutdruck untersucht wurde. Die Homocystein-Serumkonzentrationen waren positiv mit dem systolischen und diastolischen Blutdruck assoziiert. Der Zusammenhang war stärker bei Personen mit Alkoholkonsum.

  • 2017 wurde eine Metaanalyse über den Effekt einer Folsäuretherapie als adjuvante Therapie bei Patienten mit Bluthochdruck und Hyperhomocysteinämie publiziert. Die Folsäuretherapie hatte einen günstigen Effekt auf die Homocysteinkonzentration und reduzierte das Risiko für cardiovaskuläre und cerebrovaskuläre Ereignisse. Bei einer Supplementierungsdauer über 12 Wochen war der therapeutische Nutzen ausgeprägter als bei kürzerer Einnahmedauer.

  • Im November 2017 wurde publiziert, dass bei chinesischen Erwachsenen eine größere Senkung von Homocystein auch mit einer größeren Reduktion des Schlaganfallrisikos assoziiert war.

 

Referenzen:

  • DCMS-News: Arterielle Hypertonie und Mikronährstoffe; www.diagnostisches-centrum.de
  • Suliburska J, Skrypnik K et al.: Effect of hypotensive therapy combined with modified diet or zinc supplementation on biochemical parameters and mineral status in hypertensive patients; J Trace Elem Med Biol. 2018 May;47:140-148.
  • Kostov K, Halacheva L: Role of Magnesium Deficiency in Promoting Atherosclerosis, Endothelial Dysfunction, and Arterial Stiffening as Risk Factors for Hypertension; Int J Mol Sci. 2018 Jun 11;19(6). pii: E1724. doi: 10.3390/ijms19061724.
  • Wu G, Li Z et al.: Cross-sectional Study: Relationship Between Serum Selenium and Hypertension in the Shandong Province of China; Biol Trace Elem Res. 2018 Mar 13.
  • Wu W, Jiang S et al.: Environmental exposure to metals and the risk of hypertension: A cross-sectional study in China; Environ Pollut. 2018 Feb;233:670-678. doi: 10.1016/j.envpol.2017.10.111.
  • Teymoori F, Asghari G et al.: High dietary intake of aromatic amino acids increases risk of hypertension; J Am Soc Hypertens. 2018 Jan;12(1):25-33

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