Kind Eisenmangel 320

Ein Eisenmangel vor dem dritten Lebensjahr kann zu lang anhaltenden neurologischen Defiziten führen. Ein Eisenmangel verändert neurophysiologische Funktionen und ist bei Kleinkindern etwa drei Mal häufiger als eine Eisenmangelanämie.

Zur Erfassung des Risikos einer unzureichenden Eisenkonzentration im Gehirn ist es also dringend erforderlich, bessere Nachweismethoden herauszufinden. Die bisher bekannten Methoden sind hierfür aus mehreren nicht geeignet Gründen. Die Anämie ist sozusagen das Endstadium eines Eisenmangels. Das sich entwickelnde Gehirn hat also einen Eisenmangel, wenn die Eisenmangelanämie diagnostiziert wird, da vom Organismus das verfügbare Eisen in erster Linie zur Bildung roter Blutzellen verwendet wird.

Ein Eisenmangel im Gehirn ist, unabhängig von einer Eisenmangelanämie, verantwortlich für langfristige neurologische Defizite. Deshalb ist eine Eisentherapie nach Diagnostik einer Eisenmangelanämie deutlich weniger effektiv als die Prävention. Die üblichen hämatologischen Grenzwerte sind nicht unbedingt geeignete Bioindikatoren zur Beurteilung eines Eisenmangels im Gehirn und einer Gehirndysfunktion bei Kindern. Im voranämischen Stadium eines Eisenmangels ist es also dringend notwendig, geeignete Serumparameter zur Beurteilung einer cerebralen Dysfunktion zu finden.

Referenz:
Georgieff MK: Iron assessment to protect the developing brain; Am J Clin Nutr. 2017 Dec;106(Suppl 6):1588S-1593S.

Back to top

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok