Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass eine Hochdosis-Biotin-Therapie bei der progressiven MS einen günstigen Effekt hat. Dosen bis zu 300 mg täglich können die MS-Symptomatik bessern. Bei der progressiven MS kommt es zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der neurologischen Symptomatik, die durch einen zunehmenden Verlust oder einer Schädigung der Nervenaxone hervorgerufen wird. Hierbei spielt sowohl eine entzündliche Demyelinisierung als auch eine Neurodegeneration durch Hypoxie in den Nervenzellen eine Rolle. Diese beiden pathologischen Prozesse können effektiv durch eine Behandlung mit Biotin beeinflusst werden. Biotin ist ein essenzieller Cofaktor für fünf Carboxylasen, die für die Fettsäuresynthese und die Energiebildung benötigt werden. Biotin könnte also die Remyelinisierung der Axone und auch den Energiestoffwechsel der Nervenzelle verbessern.

Referenz:
Sedel F,Bernard D et al.: Targeting demyelination and virtual hypoxia with high-dose biotin as a treatment for progressive multiple sclerosis; Neuropharmacology. 2015 Sep 5. pii: S0028-3908(15)30073-3.

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