Ein Vitamin-B12-Mangel kann zu irreversiblen neurokognitiven Veränderungen führen, wenn er nicht rechtzeitig erkannt wird. Zur Abklärung des Vitamin-B12-Status gehört auch die Bestimmung der Marker Methylmalonsäure und Homocystein. Methylmalonsäure und Homocystein können aber normale Konzentrationen haben, wenn die Vitamin-B12-Spiegel niedrig sind. Auf der anderen Seite können sie auch erhöht sein bei normalen Vitamin-B12-Konzentrationen. Vitamin B12 kann durch Oxidation inaktiviert werden, deshalb ist ein erhöhter oxidativer Stress ein wichtiger Einflussfaktor des Vitamin-B12-Stoffwechsels. Dies wurde in einer US-amerikanischen Studie an Altenheimbewohnern nachgewiesen. Bei Studienteilnehmern mit einem niedrigen oder suboptimalen Vitamin-B12-Spiegel sind häufig metabolische Veränderungen eines B12-Mangels nachweisbar, wenn drei oder mehr oxidative Risikofaktoren vorhanden sind.

Ein niedriger Vitamin-B12-Spiegel im Serum ist also nur ein Faktor zum Nachweis eines Vitamin-B12-Mangels, weil möglicherweise andere Stoffwechselfaktoren hierbei mitspielen.

Referenz:
Lawrence R. Solomon, M.D.: Low Cobalamin (Vitamin B12) Levels as Predictors of Cobalamin Deficiency: Importance of Comorbidities Associated With Increased Oxidative Stress; Am J Med. 2015 Jul 31. Pii: S0002-9343(15)00694-4

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