Der HbA1c-Wert wird auch Langzeitblutzuckerwert genannt. Er zeigt an, wie viel Zucker sich an das Hämoglobin angelagert hat. Zwei aktuelle Studien haben jetzt gezeigt, dass Störungen des Eisenstoffwechsels auch Auswirkungen auf den HbA1c -Wert haben. Britische Wissenschaftler nahmen eine systematische Analyse von 12 Studien vor. Die Auswertung der Studien ergab, dass der HbA1c-Wert durch einen Eisenmangel sowie durch eine Eisenmangelanämie erhöht wird, weil sich die Lebensdauer der Erythrozyten verlängert. Ein Eisenmangel sowie eine Eisenmangelanämie reichen also aus, um Veränderungen des HbA1c-Wertes zu verursachen. Bei Veränderungen der Erythrozyten-Indizes wie MCV- und MCH-Werte oder bei Vorliegen einer Anämie sollten zunächst diese Störungen korrigiert werden, bevor dann eine HbA1c-Bestimmung in der Diagnostik und Überwachung durchgeführt werden kann.

Auch eine Studie von US-Wissenschaftlern, basierend auf Daten der China Health and Nutrition Survey, ergab, dass es bei einem Eisenmangel oder einer Eisenmangelanämie zu einer Fehleinschätzung des Diabetes kommen kann, wenn HbA1c als diagnostischer Marker verwendet wird. Die Untersuchung der US-Wissenschaftler hat ergeben, dass es bei Frauen mit Eisenmangel zu einer Unterdiagnose von Diabetes kommen kann; bei Männern mit Anämie wird zu häufig Diabetes diagnostiziert.

Referenz:

  • S M Attard1, A H Herring et al.: Implications of iron deficiency/anemia on the classification of diabetes using HbA1c; Citation: Nutrition & Diabetes (2015) 5, e166; doi:10.1038/nutd.2015.16
  • diabets-news.de: Eisenmangel hat Einfluss auf den Hba1c-Wert

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