Trotz großer Anstrengungen in die Entwicklung neuer Antidepressiva sind eine Verbesserung der serotonergen und katecholaminergen Neurotransmission zwei Hauptangriffspunkte in der Therapie bei Depressionen. US-Wissenschaftler untersuchten in einer randominisierten Doppelblindstudie mit Cross-Over-Design die Auswirkungen einer Tryptophandepletion und Katecholamindepletion. Bei der Tryptophandepletion zeigten sich im Vergleich zur Katecholamindepletion signifikant mehr depressive Symptome wie Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. Die Katecholamindepletion führte hingegen zu mehr Inaktivität, Konzentrationsschwierigkeiten, Nachlässigkeit und körperlichen Angstsymptomen. Die PNT-Aufnahme des Gehirns zeigten auch unterschiedliche Aktivierungen bei einem Tryptophan- und Katecholaminmangel. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass Serotonin und die Katecholamine gemeinsame und unterschiedliche Rollen in der Pathophysiologie von Depressionen haben.

Unter Depletion versteht man in diesem Fall die experimentelle Herstellung eines Mangelzustandes durch Verabreichung eines tryptophanfreien oder phenylalanin-/tyrosinfreien Aminosäurengetränks.

Referenz:
Homan P, Neumeister A et al.: Serotonin versus catecholamine deficiency: behavioral and neural effects of experimental depletion in remitted depression; Citation: Translational Psychiatry (2015) 5, e532; doi:10.1038/tp.2015.25

Back to top