Wissenschaftler der Universität Innsbruck veröffentlichten 1999 einen Fachartikel über eisenabhängige Veränderungen des Energiestoffwechsels der Zelle. Eisen ist nicht nur wichtig für den Sauerstofftransport und für die Sauerstoffspeicherung, sondern beeinflusst auch die Aktivität verschiedener Enzyme des Citratzyklus. Der Citratzyklus ist der zentrale Stoffwechselweg im Organismus und liefert die elektronenreichen Verbindungen NADH und FADH, deren Elektronen in der Atmungskette für die Bildung von ATP benötigt werden. ATP ist die Abkürzung für Adenosintriphosphat, der "Energiewährung" des Stoffwechsels. Die österreichischen Forscher konnten nachweisen, dass ein Eisenmangel die Aktivität von vier Enzymen des Citratzyklus vermindert (Aconitase, Citratsynthase, Isocitrat-Dehydrogenase und Succinat-Dehydrogenase).

Die Folge ist eine verminderte Bereitstellung von NADH von Seiten des Citratzyklus, wodurch dann die ATP-Bildung in den Mitochondrien automatisch vermindert ist. Da die Zelle auf ATP als Energieträger angewiesen ist, wird die Glukosevergärung (anaerobe Glykolyse) stark aktiviert. Die Folge ist, dass die Milchsäurekonzentration in der Zelle massiv ansteigt. Die Energieausbeute bei der Glucosevergärung ist nicht annähernd so hoch wie bei der ATP-Bildung in der Atmungskette.

Das Spurenelement Eisen hat neben vielen anderen Funktionen auch eine zentrale Bedeutung im Energiestoffwechsel. Dies erklärt auch, dass es nach einer Eisentherapie häufig zu einer deutlichen Besserung der körperlichen und psychischen Befindlichkeit kommt.

Referenz:
Iron-dependent changes in cellular energy metabolism: influence on citric acid cycle and oxidative phosphorylation; Biochemica et Biophyxica Acta 1413 (1999) 99-107

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