Wissenschaftler aus Catania (Sizilien) gingen in einem Übersichtsartikel der Frage nach, welche Bedeutung dem nitrosativen/ oxidativen Stress bei der Major Depression zukommt. Der nitrosative/ oxidative Stress führt zu verschiedenen Schäden von Proteinen, Fetten, DNA und Zuckermolekülen und beeinträchtigt dadurch die Zellfunktion.

Die Major Depression ist gekennzeichnet durch ein weniger effizientes antioxidatives Schutzsystem, durch nitrosativen/ oxidativen Stress und durch entzündlich-neurodegenerative Bedingungen. Bei der Major Depression besteht eine Verminderung des Gehaltes an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, speziell in kritischen Hirnregionen wie dem präfrontalen Kortex. Es konnten auch erhöhte Spiegel von Antikörpern gegen oxidierte Lipide nachgewiesen werden.

Eine entzündliche Reaktionslage wird heute als Schlüsselpunkt in der Pathogenese der Major Depression angesehen. Nitrosativer/ oxidativer Stress und Entzündung können auch eine Erklärung dafür bieten, dass Depressionen und Neurodegeneration häufig zusammenhängen. Die Major Depression ist mit einem beschleunigten Altern verbunden. Dies wird auch dadurch deutlich, dass bei dieser psychiatrischen Erkrankung eine Verkürzung der Telomeren-Länge nachgewiesen wurde. Den Alterungsprozessen, der Neurodegeneration und der Major Depression liegen ganz ähnliche pathophysiologische Mechanismen zugrunde. Dadurch wird verständlich, dass z.B. Antioxidantien häufig auch einen günstigen Effekt bei Depressionen ausüben. Die antidepressive Wirksamkeit von Folsäure ist teilweise auch durch seine antioxidative Eigenschaften erklärbar.

Referenz:
Maria Luca et al.: Accelerated Aging in Major Depression: The Role of Nitro-Oxidative Stress; Oxid Med Cell Longev. 2013;2013:230797. Epub 2013 Nov 14.

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