Laut WHO ist der Eisenmangel der häufigste Ernährungsmangel weltweit. Rund 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie Frauen in nichtindustriealisierten Ländern leiden unter einer Eisenmangelanämie. Auch in den Industrieländern ist ein Eisenmangel weit verbreitet. Es ist sehr gut nachgewiesen, dass Eisen für die Entwicklung und die Funktionsfähigkeit des Gehirns eine zentrale Rolle spielt, weil die Entwicklung des ZNS in hohem Maße von eisenhaltigen Enzymen und Proteinen abhängt.

Ein Eisenmangel führt deshalb auch zu erheblichen Störungen des Hirnstoffwechsels, z.B. zu einer verminderten Myelisierung. Ein Eisendefizit reduziert auch signifikant die extrazellulären Konzentrationen von Noradrenalin in verschiedenen Kernstrukturen des Gehirns. Die Serotoninkonzentration im Gehirn korreliert ebenfalls signifikant mit dem Nichthäm-Eisenspiegel. Man kann also sagen, dass ein Eisenmangel mit Veränderungen des Neurotransmitterhaushalts assoziiert ist und auch zu einer abnormalen Myelinisierung der weißen Substanz führt.

Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten bei 2.957 Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose Eisenmangelanämie einen Zusammenhang mit dem Auftreten psychiatrischer Störungen. Ein Eisenmangel erhöhte das Risiko für mehrere psychiatrische Störungen, z.B. bipolare Störungen, unipolarer Depression, Authismus, Angsterkrankungen, Ticks, verzögerte Entwicklung etc.

Eine wichtige Folgerung aus dieser Studie ist, dass eine Eisensupplementierung auch zur Prävention psychiatrischer Störungen eingesetzt werden sollte, weil ein Eisenmangel die Hirnentwicklung, die emotionale Regulation und die Kognition stört.

Referenz:
Chen et al.: Association between psychiatric disorders and iron deficiency anemia among children and adolescents: a nationwide population-based study; BMC Psychiatry 2013

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