Erhöhte Glukosekonzentrationen führen bekanntlich zu einer Glycierung von Proteinen, wobei das glycierte Hämoglobin (HbA1c) die größte klinische Bedeutung hat. Erhöhte HbA1c-Konzentrationen wurden aber auch bei Patienten mit Eisenmangelanämie nachgewiesen. Im Januar 2013 wurde eine Studie publiziert, in der die HbA1c-Werte von 50 Anämiepatienten ohne Diabetes mellitus mit den Werten von 50 Kontrollpersonen verglichen wurden. Bei den Anämiepatienten war die mittlere HbA1c-Konzentration höher als in der Kontrollgruppe. Hinsichtlich der Nüchternglucose und der postprandialer Glucose gab es in beiden Gruppen keine Unterschiede.

Die HbA1c-Konzentration wird also nicht nur durch den Blutzuckerspiegel beeinflusst. Es ist also zu empfehlen, vor der Beurteilung eines HbA1c-Spiegels auch eine Eisenmangelanämie zu bestätigen oder auszuschließen.

Referenz:
Shanthi B et al.: Effect of iron deficiency on glycation on haemoglobin in nondiabetics; J Clin Diagn Res. 2013 jan; 7(1): 15-8

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