Die Schilddrüse ist das Organ mit der höchsten Selenkonzentration pro Gramm Gewebe. Obwohl für eine ausreichende Aktivität der Dejodinasen nur geringe Selenkonzentrationen benötigt werden, scheint der Selenstatus einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung von Schilddrüsenerkrankungen zu haben. Bei Patienten mit Hashimoto Tyhreoiditis und bei schwangeren Frauen mit TPO-Antikörpern verringerte eine Selensupplementierung die Spiegel der Antikörper und verbesserte die sonographische Struktur der Schilddrüse. Bei schwangeren Frauen vermindert eine Selensupplementierung signifikant das Risiko für eine Thyreoiditis und Schilddrüsenunterfunktion. Bei Morbus Basedow führte eine Selensupplementierung dazu, dass eine normale Schilddrüsenfunktion schneller erreicht wird, außerdem scheint Selen einen günstigen Effekt auf eine Orbitopathie zu haben. Es wurde berichtet, dass durch eine langfristige Selensupplementierung das Diabetesrisiko zunehmen würde, aber insgesamt gibt es hierzu nur wenig Daten, so dass noch weitere Studien erforderlich sind.

Referenz:
Drutel A et al.: Selenium and the tyroid gland: more good news for clinicians; clin Endocrinol (Oxf). 2012 Oct 9

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