2014 erschien im World Journal of Cardiology ein umfangreicher Fachartikel eines US-Wissenschaftlers, der sich mit der Rolle von Ernährung und Nahrungssupplementen in der Behandlung des Bluthochdrucks beschäftigte. Makro- und Mikronährstoffe wirken über verschiedene Mechanismen auf die Gefäßbiologie ein. Oxidativer Stress, Entzündungsaktivität und Autoimmunprozesse initiieren und fördern Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es gibt zahlreiche epidemiologische Daten, die die ätiologische Rolle von Ernährung und Ernährungsfaktoren bei arterieller Hypertonie belegen. Hierzu einige Fakten aus dem Artikel in Kurzform:

  • Eine hohe Natriumzufuhr ist mit einem höheren Blutdruck sowie mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mit einer Überaktiviät des Sympathikus assoziiert.
  • Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine signifikante Reduzierung des Blutdrucks mit einer erhöhten Kaliumzufuhr erreicht werden kann, sowohl bei Patienten mit hohem; wie auch mit normalem Blutdruck. Kalium erhöht die Natriumausscheidung und moduliert die Vasodilatation und vermindert die Sensitivität gegenüber Katecholamine und Angiotensin II.
  •  Auch eine hohe Zufuhr von Magnesium verminderte in mehreren Studien den Blutdruck, allerdings waren die Ergebnisse weniger konsistent wie bei dem Einfluss von Natrium und Kalium.
  • Niedrige Zinkspiegel im Serum korrelierten in Beobachtungsstudien mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes etc.
  • Bei der Behandlung des Bluthochdrucks ist eine höhere Proteinaufnahme von Vorteil, insbesondere eine höhere Zufuhr pflanzlicher Proteine.
  • Arginin ist die Ausgangssubstanz für die Bildung von NO, eine Supplementierung von Arginin führte zu einer biologisch signifikanten Verminderung des Blutdrucks.
  • Carnitin hat antioxidative und antientzündliche Eigenschaften und könnte auch bei der Behandlung der essenziellen Hypertonie von Nutzen sein.
  • Patienten mit Bluthochdruck hatten eine niedrigere Ausscheidung von Taurin und anderen schwefelhaltigen Aminosäuren.
  • Taurin besitzt zahlreiche Effekte im Herz-Kreislauf-System, z.B. Verminderung von Arrhythmien und Herzinsuffizienz-Symptomen, Verminderung der Sympathikusaktivität, Erhöhung der Natrium- und Wasserausscheidung, Verbesserung der Insulinsensitivität u.v.m.
  • Die Vitamin-C-Aufnahme und die Vitamin-C-Konzentration im Plasma korrelierten bei Menschen invers mit dem systolischen und diastolischen Blutdruck und der Pulsfrequenz.
  • Vitamin D3 dürfte eine wichtige Rolle für die Regulierung des Blutdrucks spielen. Je niedriger die Vitamin-D-Spiegel, umso größer ist das Risiko für Hypertonie.
  • Niedrige Vitamin-B6-Konzentrationen sind mit Bluthochdruck bei Menschen assoziiert.

Neben den genannten Mikronährstoffen werden in dem Fachartikel Coenzym Q10 und Acetylcystein erwähnt sowie zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Lycopin uvm.

Referenz:
Mark Houston: The role of nutrition and nutraceutical supplements in the treatment of hypertension; World J Cardiol. 2014 Feb 26; 6(2): 38–66.

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