vitiligo axel bueckert fotoliaVitiligo, auch Weißfleckenkrankheit genannt, ist eine Hauterkrankung, von der 0,5 bis 2 Prozent der Menschen weltweit betroffen sind. Typisch für dieses Krankheitsbild sind Pigmentstörungen in Form von pigmentfreien Hautflecken, die sich eventuell weiter ausdehnen können. Es gibt bis heute keine Therapieform, mit der man Vitiligo heilen könnte.

 

Vitiligo tritt nicht selten zusammen mit Autoimmunerkrankungen wie z.B. der Hashimoto Thyreoiditis auf. Ein möglicher Auslöser des Krankheitsbildes ist auch Stress. In einer Studie, die 2011 publiziert wurde, konnte nachgewiesen werden, dass Kinder mit Vitiligo eine höhere Inzidenz von Autoimmunthyreoiditis aufwiesen, weshalb bei Vitiligo-Patienten auch eine entsprechende Diagnostik der Schilddrüsenfunktion erfolgen sollte. Neben einem vermehrten Auftreten einer Schilddrüsenunterfunktion lässt sich bei Vitiligo-Patienten auch häufig eine perniziöse Anämie feststellen.

Was die Pathophysiologie dieser Erkrankung anbelangt, so scheint ein erhöhter Wasserstoffperoxidgehalt in der Haut für die Vitiligo-Symptomatik verantwortlich zu sein. Wasserstoffperoxid und ROS können die Aktivität der Tyrosinase beeinträchtigen und dadurch die Bildung von Hautpigmenten verhindern. Es spricht also einiges dafür, dass oxidativer Stress eine Hauptursache von Vitiligo darstellt.


Antioxidantien

Wissenschaftler aus Indien publizierten 2008, dass bei Patienten mit generalisierter Vitilogo erhöhte Spiegel von Malondialdehyd nachgewiesen wurden. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe hatten die Vitiligo-Patienten auch signifikant niedrigere Konzentrationen von Vitamin E, Harnsäure und Ceruloplasmin.

Wissenschaftler der türkischen Inonu Universität berichteten ebenfalls 2008 über erhöhte Spiegel von Malondialdehyd, Hydroxyprolin und Glutathionperoxidase im Plasma von Vitiligo-Patienten. Die Autoren der Studie empfehlen eine Unterstützung des antioxidativen Systems zur Verhinderung einer Melanozytendegeneration.

In einer weiteren Studie aus Indien, die 2009 veröffentlicht wurde, haben Wissenschaftler bei Vitiligo-Patienten ebenfalls erhöhte Spiegel von Malondialdehyd gemessen. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe waren die Spiegel der Vitamine C und E, die antioxidative Aktivität sowie die Konzentrationen von SOD und GPX signifikant niedriger.


Homocystein

Auch ein erhöhter Homocysteinspiegel könnte ein auslösender Faktor für Vitiligo sein. Wissenschaftler der Universität von Kairo konnten bei Vitiligo-Patienten im Vergleich zu Kontrollpersonen signifikant höhere Homocysteinspiegel nachweisen. Die Homocysteinkonzentrationen waren mit der Aktivität der Erkrankung verbunden und bei Patienten mit voranschreitender Erkrankung signifikant höher als bei Kontrollpersonen. Türkische Wissenschaftler publizierten 2012 die Ergebnisse einer Studie mit 69 Vitiligo-Patienten und 52 Kontrollpersonen. Eine Risikoanalyse ergab, dass eine Hyperhomocysteinämie und ein Vitamin-B12-Mangel das Risiko für Vitiligo signifikant erhöhten.


Vitamin D

Vitiligo ist eine Autoimmunerkrankung, die häufig mit anderen Autoimmunerkrankungen assoziiert ist. Autoimmunerkrankungen wiederum gehen meist mit einem Vitamin-D3-Mangel einher. Ägyptische Wissenschaftler berichteten im Februar 2013 über eine Fallkontrollstudie mit 40 Vitiligo-Patienten und 40 Kontrollpersonen, bei denen die Vitamin-D3-Konzentration bestimmt wurden. Vitamin D3 war sowohl bei den Vitilogo-Patienten mit Autoimmunerkrankungen als auch bei solchen ohne systemische Autoimmunerkrankungen vermindert.
Bei Vitiligo-Patienten sollte auf jeden Fall der Vitamin-D3-Spiegel als Grundlage für eine Supplementierung bestimmt werden.


Spurenelemente

In einem Artikel iranischer Wissenschaftler wurde die Hypothese aufgestellt, dass Zink bei der Prävention und Behandlung von Vitiligo eine Rolle spielen könnte. Zink ist wichtiger Cofaktor des antioxidativen Schutzsystems und spielt auch  im Prozess der Melanogenese eine bedeutende Rolle.

Kupfer ist Cofaktor für die Aktivierung der Tyrosinase. Eine unzureichende Aktivität dieses Enzyms verhindert die Umwandlung von Tyrosin in Melanin.

Verschiedene Mikronährstoffe haben also für die Prävention und Behandlung von Vitiligoveine Bedeutung. Wir empfehlen bei diesem Krankheitsbild eine gezielte Supplementierung auf der Basis einer entsprechenden Laboranalyse.

 

Referenzen:

  • wikipedia.org: Vitiligo
  • Glassman SJ: Vitiligo, reactive oxygen species and T-cells; Clin Sci (Lond). 2011 Feb; 120(3): 99-120
  • Jain D et al.: Levels of malondialdehyde and antioxidants in the blood of patients with vitiligo of age group 11-20 years; Indian J Physiol Pharmacol.
  • Ozturk IC et al.: Comparison of plasma malondialdehyde, glutathione, glutathione peroxidise, hydroxyproline and selenium levels in patients with vitiligo and healthy controls; Indian J Dermatol. 2008; 53(3): 106-10
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  • Shaker OG, El-Tahlawi SM: Is there a relationship between homocyteine and vitiligo? A pilot study; Br J Dermatol. 2008 Sep; 159(3): 720-4
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Bild: Axel Bueckert, Fotlia.com

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