Laut öffentlicher Berichterstattung sind derzeit weltweit rund 350 Mio. Menschen an Diabetes mellitus erkrankt. Das sind doppelt so viele wie noch 1980. Die kassenärztliche Vereinigung in Hessen stellte in den Jahren 2000 bis 2009 einen Anstieg des Diabetes um 49 Prozent fest. Etwa 90 Prozent der 6,3 Millionen Diabetiker in Deutschland sind an Typ-2-Diabetes erkrankt. Während beim Typ-1-Diabetes der Insulinmangel das Krankheitsbild bestimmt, ist der Typ-2-Diabetes durch eine Insulinresistenz und eine zunehmende Störung der Insulinsekretion gekennzeichnet.

Als Risikofaktoren für den Typ-2-Diabetes gelten: genetische Faktoren, Übergewicht, Lebensalter, körperliche Inaktivität, Stress etc. Neun von zehn Typ-2-Diabetikern sind adipös. Die Zunahme des Typ-2-Diabetes weltweit hängt also sehr eng mit der Übergewichts-Epidemie zusammen.

Diabetes mellitus ist eine sehr komplexe Stoffwechselstörung. Dauerhaft erhöhte Glucosekonzentrationen sind besonders für die Zellsysteme schädlich, die den Glucoseeinstrom nicht drosseln können, z.B. Netzhautzellen, Nervenzellen, bestimmte Zellen der Nieren. Zu den gefürchteten Komplikationen der Diabeteserkrankung gehören deshalb die diabetische Neuropathie, die Nephropathie und die Retinopathie. Für die Entstehung einer Neuropathie spielt insbesondere die Aktivierung des Polyolstoffwechselwegs eine Rolle. Ein weiterer Hauptmechanismus für die Entstehung diabetischer Folgeerkrankungen ist die Bildung von AGEs (Advanced Glycosylated End Products). AGEs können z.B. an Rezeptoren der Zellmembran binden und dadurch eine lokale Zellproliferation u.a. an den Endothelzellen auslösen.

Zu erwähnen ist noch eine Aktivierung der Proteinkinase C und des Hexosaminstoffwechselweges. Typisch für den Stoffwechsel des Diabetikers ist auch eine vermehrte Produktion von Sauerstoffradikalen sowie eine erhöhte Freisetzung und Oxidation freier Fettsäuren. Zahlreiche Stoffwechselfehlregulationen bei Diabetes mellitus sind durch Mikronährstoffe beeinflussbar. In den letzten zwei Jahren sind zum Thema Diabetes und Mikronährstoffe zahlreiche Studien erschienen, von denen wir hier eine Auswahl vorstellen.

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