Myelin 320Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Sie führt sowohl zu einer Zerstörung der Myelinschicht wie auch zu einer Schädigung der Nervenzellen und ihrer Fortsätze. Weltweit gibt es etwa 2,5 Mio. MS-Kranke. Die Krankheit wird meist zwischen dem zwanzigsten und vierzigsten Lebensjahr manifest. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Multiple Sklerose ist die häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung im jüngeren Erwachsenenalter. Multiple Sklerose tritt hauptsächlich in den gemäßigten Breiten der Nord- und Südhalbkugel auf, in Äquatornähe und in Höhenlagen ist das Vorkommen von Multipler Sklerose deutlich niedriger.

Der Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose ist sehr vielgestaltig, was die Art und Schwere der Symptome anbelangt, es ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Bei ca. 80 Prozent der Erkrankten beginnt die Krankheit schubförmig, d. h. die neurologischen Symptome entwickeln sich innerhalb weniger Tage und bilden sich nach einiger Zeit mehr oder weniger vollständig zurück. Bei 10 bis 15 Prozent der Patienten besteht eine kontinuierlich fortschreitende Beeinträchtigung, eine so genannte primär progrediente Multiple Sklerose. Die pathophysiologischen Mechanismen, die der Erkrankung zugrunde liegen, sind noch nicht ausreichend geklärt. Es darf aber als gesichert gelten, dass insbesonders in der Frühphase der Erkrankung entzündliche Autoimmunprozesse eine zentrale Rolle spielen. Im weiteren Verlauf gewinnen dann neurodegenerative Prozesse zunehmend an Bedeutung.

Traditionell wird die Multiple Sklerose immer als eine entzündliche Erkrankung angesehen, bei der vor allem die Myelinscheiden zerstört werden. Heute gibt es zahlreiche Hinweise aus Studien, dass auch die Axone angegriffen werden. Die Schädigung der Axone ist vor allem der Vorgang, der zu bleibenden Behinderungen führen kann. Bei der Behandlung der Multiplen Sklerose hat nicht nur die Entzündungshemmung einen zentralen Stellenwert, es geht auch darum, durch neuroprotektive Substanzen die Nervenzellen zu stabilisieren und zu erhalten.

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