homocystein

Erhöhte Homocysteinkonzentrationen stehen in Zusammenhang mit verschiedenen körperlichen Erkrankungen, speziell mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Inzwischen gibt es auch eine große Zahl von Beweisen, dass Homocystein an der Pathophysiologie der Schizophrenie und an affektiven Störungen beteiligt ist.

Hohe Homocysteinkonzentrationen sind auch als Risikofaktor für den altersabhängigen kognitiven Abbau anzusehen. Es ist noch nicht vollständig geklärt, auf welchem Weg Homocystein die Funktion der Gehirnzellen beeinträchtigt. Die Interaktion von Homocystein mit der glutamatergen Nervenimpulsübertragung dürfte wohl der bedeutendste Mechanismus sein, der den Zusammenhang zwischen Homocystein und psychiatrischen Erkrankungen erklärt. Interessanterweise hängt die Wirkung von Homocystein an den NMDA-Rezeptoren auch von der Glycinkonzentration ab. Homocystein ist nämlich ein partieller Antagonist an der Glycin-Bindungsstelle der NMDA-Rezeptoren. Im Falle niedriger Glycinspiegel kann Homocystein sogar neuroprotektive Eigenschaften haben, und nur hohe Homocysteinkonzentrationen wirken sich toxisch aus. Wenn aber die Glycinspiegel hoch sind, entfalten bereits niedrige Homocysteinspiegel toxische Effekte.

Verschiedene andere Studien geben auch Hinweise dafür, dass Homocystein die Funktionen anderer Neurotransmitter reguliert, wie z.B. Acetylcholin, Dopamin und Serotonin. Homocystein scheint auch die synaptische Plastizität im Hypocampus zu beeinflussen. Bei Schizophreniepatienten wurden mehrfach erhöhte Homocysteinkonzentrationen nachgewiesen. Das Gleiche gilt auch für Patienten mit Major-Depression. Bei depressiven Patienten korrelierte der Homocysteinspiegel negativ mit der Vitamin-B12- und Folsäure-Konzentration. Wenn man den Schweregrad der Depression betrachtet, ist auffällig, dass Patienten mit niedrigeren Folsäurekonzentrationen meist auch stärker depressiv sind, als Patienten mit normalen Folsäurespiegeln. Eine Supplementierung mit B-Vitaminen führte bei Schizophreniepatienten zu einer Verbesserung der Negativ-Symptome.

Bei gesunden Personen bewirkten hohe Homocysteinspiegel eine Verlangsamung der Informationsverarbeitung sowie eine Störung des episodischen Gedächtnisses. Eine Senkung erhöhter Homocysteinspiegel führte zu einer Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses. Insgesamt war die kognitive Leistungsfähigkeit umso niedriger, je höher die Homocysteinspiegel waren.

Referenz:
Ahmed A. Moustafa et al.: Homocysteine levels in schizophrenia and affective disorders—focus on cognition; Front Behav Neurosci. 2014; 8: 343.

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