Die Multiple Sklerose ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch eine Zerstörung der Myelinscheiden gekennzeichnet ist. Die MS ist die häufigste entzündliche Erkrankung des Nervensystems und die zweithäufigste neurologische Erkrankung überhaupt. Der Erkrankung liegt eine Autoimmunreaktion gegen das Myelinprotein zugrunde. In späteren Krankheitsstadien treten auch neurodegenerative Prozesse auf. Nach wie vor sind die Ursachen für die Entstehung der MS nicht genau bekannt. Auslöser können sein: erblich bedingte Faktoren, Infektionen, Umweltgifte.
Bei der MS sind auch verschiedene Veränderungen im Haushalt der Mikronährstoffe nachweisbar.

 

Vitamin D

Vitamin D hat zahlreiche Stoffwechselfunktionen inne und spielt auch eine wichtige Rolle für die Immunmodulation. Vitamin D wirkt Autoimmunprozessen entgegen - durch Verminderung der Produktion proinflammatorischer Zytokine und Steigerung der Bildung antientzündlicher Zytokine. Prinzipiell gibt es ein Nord- und Süd-Gefälle bei der MS-Prävalenz. Analog dazu ist auch der Vitamin-D-Status in nördlichen Regionen meist schlechter in Folge der ganzjährlichen geringeren UV-B-Strahlung. Es gibt zahlreiche Hinweise aus epidemiologischen Studien, dass ein Vitamin-D-Mangel einen Risikofaktor für MS darstellen könnte. Die Serumwerte von Vitamin-D-Metaboliten sind bei MS-Patienten oft deutlich niedriger als bei Gesunden. Bei niedrigen Vitamin-D-Spiegeln treten MS-Schübe häufiger auf als bei hohen. Ein Vitamin-D-Mangel scheint auch das Risiko für die genetische Veranlagung von MS zu erhöhen. 2010 wurde eine Studie kanadischer Wissenschaftler publiziert, die bei MS-Patienten eine Vitamin-D-Hochdosistherapie erprobten. In die Studie wurden 49 Patienten einbezogen, die Hälfte der Patienten erhielt zusätzlich zur bisherigen MS-Therapie steigende Mengen von Vitamin D3; im Schnitt waren es 14.000 IE pro Tag sowie 1200 mg Calcium. In der Vitamin-D-Gruppe kam es zu einer signifikanten Senkung der jährlichen Schubrate um 40 Prozent, außerdem wurden signifikant weniger autoreaktive Zellen festgestellt. Bemerkenswert an dieser Studie war auch, dass trotz der hohen Dosierung keinerlei nachteilige Effekte der hohen Vitamin-D-Dosen festgestellt wurden.

 

Homocystein, Vitamin B12

Erhöhte Homocysteinkonzentrationen sind mit kognitiven Störungen bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen assoziiert. Eine kognitive Störung tritt bereits in der frühen Phase der Multiplen Sklerose auf. In einer Studie italienischer Wissenschaftler wurde untersucht, inwieweit die Homocysteinkonzentrationen bei MS-Patienten erhöht sind und ob Homocystein mit kognitiven Störungen einher geht. Dazu wurden die Homocysteinkonzentrationen von 94 MS-Patienten mit denen von 53 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Außerdem wurden verschiedene neuropsychologische Testverfahren durchgeführt.

Die Homocysteinkonzentrationen waren bei den MS-Patienten höher als bei den Kontrollpersonen, außerdem war die Homocysteinkonzentration mit dem Schweregrad kognitiver Störungen assoziiert. In einer Metaanalyse chinesischer Wissenschaftler wurde der Zusammenhang zwischen Homocystein, Vitamin B12 und Folsäure bei MS untersucht. Es zeigte sich, dass MS-Patienten erhöhte Homocysteinkonzentrationen und niedrige Vitamin-B12-Konzentrationen aufwiesen. Für Folsäure konnte dieser Zusammenhang nicht nachgewiesen werden. Vitamin B12 spielt für die Bildung von Myelin eine zentrale Rolle; ein klinischer Vitamin-B12-Mangel und die Multiple Sklerose haben häufig auch eine ähnliche Symptomatik.

 

Antioxidantien

MS-Patienten haben häufig sehr niedrige Antioxidantienspiegel, z.B. einen Vitamin-C- oder Q10-Mangel. Der Antioxidantienbedarf bei MS-Patienten ist erhöht, weil der Enzündungsprozess im zentralen Nervensystem mit der Generierung freier Radikale einhergeht. Neben Vitamin C, E und Q10 kann auch die Supplementierung von NAC-Acetyl-Cystein eine sinnvolle Maßnahme sein, da NAC die Stickoxidbildung und die Entzündungsaktivität im Gehirngewebe reduzieren kann. Coenzym Q10 kann ebenfalls bei der Behandlung der MS von Nutzen sein, da Q10 sowohl den mitochondrialen Energiestoffwechsel verbessert als auch beträchtliche antioxidative und neuroprotektive Eigenschaften besitzt.

 

Referenz:
  • LifeExtension: Multiple Sclerosis
  • Ärzte-Zeitung, 06.07.2010: Vitamin-D-Therapie senkt Schubrate bei MS
  • Russo C et al.: Hyperhomocysteinemia is associated with cognitive impairment in multiple sclerosis; J. Neurol. 2008 Jan; 255(1): 64-9
  • Zhu Y et al.: Meta-analysis of the relationship between homocysteine, vitamin B(12), folate, and multiple sclerosis

 

Zur Beurteilung des Mikronährstoffstatus bei MS-Patienten ist eine individuelle Mikronährstoffanalyse anzuraten, weil dadurch vorhandene Mängel objektiviert und zielgerichtet therapiert werden können.

Als Basis für eine gezielte Mikronährstofftherapie eignet sich der DCMS-Neuro-Check, der noch mit weiteren Parametern ergänzt werden kann.
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