polyneuropathieDie Polyneuropathie zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Bei dieser Störung sind die peripheren Nerven beschädigt. Das sind jene Nervenbahnen, die außerhalb des zentralen Nervensystems, also außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks, den gesamten Körper betreffen. Dabei können sensorische Nervenfasern, die Nervenimpulse zu Sinnesorgane weiterleiten, ebenso geschädigt sein wie motorische, die für die Bewegungssteuerung zuständig sind, oder solche des vegetativen Nervensystems, welche die Funktion der Organe steuern.

Deshalb sind auch die Symptome, je nach Schweregrad der Erkrankung, unterschiedlich. Viele klagen über Kribbeln in den Beinen, über Taubheitsgefühl in den Extremitäten, über Schmerzen, Ameisenlaufen oder schlimmstenfalls über Lähmungserscheinungen.

Die Polyneuropathie tritt sehr häufig als Folgeerkrankung von Diabetes auf; man spricht dann von der diabetischen Polyneuropathie. Schätzungsweise jeder fünfte bis sechste Diabetiker leidet darunter. Als Ursache werden erhöhte Blutzuckerspiegel mit toxischer Wirkung auf die Nervenfasern vermutet und/ oder eine Durchblutungsstörung, die den Nerv in der Folge mit Sauerstoff und Nährstoffen unterversorgt.

Auch unter Alkoholikern findet man häufig Polyneuropathie-Patienten. Diese klagen dann meist über Schmerzen und Gefühlsstörungen. Der Polyneuropathie können aber auch andere Ursachen zugrunde liegen, wie Nierenerkrankungen, Infektionen, Tumorerkrankungen oder Belastung mit Schadstoffen, Medikamenten, Giften etc. Ein Mikronährstoffmangel kann ebenfalls die Ursache für die Entstehung einer Polyneuropathie sein. Bei bestimmten Erkrankungen wie Diabetes und Alkoholismus tritt im übrigen der Mangel an bestimmten Mikronährstoffen schon aufgrund der veränderten Stoffwechsellage häufig auf.

In der üblichen Behandlung von Polyneuropathie werden u.a. Schmerzmittel, Neuroleptika und Antidepressiva eingesetzt. Unglücklicherweise können in der Regel keine dieser Medikamente die zugrunde liegende Nervenschäden stoppen, sondern lediglich die Schmerzen reduzieren, die bei Neuropathien auftreten.
 

Mikronährstofftherapie bei Polyneuropathie

Eine sinnvolle alternative Behandlungsform ist die Mikronährstofftherapie. Sie greift auf sanfte Weise in den Stoffwechsel ein und kann die Funktionen des Nervensystems ohne Nebenwirkungen unterstützen. In der Mikronährstoffmedizin gibt es verschiedene sinnvolle Ansatzpunkte, um die Funktionen des Nervensystems zu unterstützen und um die Beschwerden der Erkrankung zu mildern.

Mikronährstoffe spielen eine große Rolle für die Weiterleitung der Nervenimpulse. Aus Aminosäuren wie z.B. Tryptophan, Glutamin, Tyrosin oder Serin werden mit Hilfe anderer Cofaktoren wie B-Vitaminen die so genannten Nervenbotenstoffe gebildet. Die Qualität der Ummantelung der Nervenzellen, die so genannte Myelinscheide, die hauptsächlich aus Cholin und verschiedenen Fetten besteht, ist ein wesentlicher Faktor für eine reibungslose Reizweiterleitung. Sie isoliert die Nervenfaser und schützt vor falscher Übermittlung. Zum Aufbau und zum Schutz des Myelins wird u.a. Vitamin B12 benötigt. Ein Mangel der Vitamine B12 und Folsäure wurde bereits mit verschiedenen Varianten einer Neuropathie in Verbindung gebracht.

Weitere Mikronährstoffe in der Funktion als antioxidative Schutzfaktoren werden ebenfalls diskutiert: Vitamin E und C, Coenzym Q10 und Cystein. Cystein ist ein starkes Antioxidans und ein Vorläufermolekül des Tripeptids Glutathion, eines der stärksten Antioxidantien in der Zelle. Cystein vermag diabetischen Neuropathien oder durch Chemotherapie entstehenden Neuropathien vorzubeugen.

Nervenzellen haben einen sehr hohen Energieverbrauch, deshalb sollten alle für die Mitochondrien benötigten Mikronährstoffe wie z.B. Carnitin, Coenzym Q10 oder Magnesium ausreichend verfügbar sein. Neuropathie-Patienten klagen oftmals über große Schmerzen in den Beinen oder Armen. Die Vitamine B1, B6 und B12 sowie die Aminosäure Tryptophan können hier hilfreich sein.

Je nach Ursache der Polyneuropathie kommen noch weitere Mikronährstoffe in Frage. Bei der diabetischen Neuropathie, bei der von einer Versorgungslücke mit Mikronährstoffen aufgrund einer mangelnden Durchblutung ausgegangen wird, sollten nicht nur die für die Nervenzelle bedeutsamen Mikronährstoffe berücksichtigt werden, sondern auch jene, die die Blutzirkulation verbessern können, z.B. die Aminosäure Arginin. Bei der diabetischen Neuropathie ist auch auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B6 zu achten, da dieses die Glucosierung von Proteinen verhindern kann.

Die Mikronährstofftherapie ist in jedem Fall eine sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Behandlungsformen bei Polyneuropathien. Dabei werden dem Stoffwechsel genau die Mikronährstoffe in genau der Menge zugeführt, wie sie erforderlich sind. Die Basis hierfür ist immer eine Mikronährstoffanalyse des Blutes. Nur so kann die exakte Dosis der gesundheitsfördernden Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren ermittelt werden. Als Basis für eine gezielte Mikronährstofftherapie eignet sich der DCMS-Neuro-Check, der noch mit weiteren Parametern ergänzt werden kann.


Bild: Atkins, Fotolia.com

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