Blutdruck messen 320Das Fachmagazin "The Lancet" berichtete im November 2016, dass 2015 mehr als 1,1 Mrd. Menschen weltweit einen Bluthochdruck hatten. Die Zahl der Menschen mit erhöhtem Blutdruck hat sich seit 1975 fast verdoppelt. Wissenschaftler des Imperial College London hatten zum Thema Blutdruck 1479 Studien ausgewertet. Bluthochdruck ist heute keine Wohlstandserkrankung mehr wie noch 1975, sondern eher ein Problem im Zusammenhang mit Armut. Heute leben demnach mehr als die Hälfte der Hypertoniepatienten in Ost-, Süd- und Südostasien.

Egibt mehrere Ursachen für einen Bluthochdruck, unter anderem auch Übergewicht, wenig Bewegung, ein hoher Salzkonsum, genetische Faktoren etc. Auch Störungen in der Mikronährstoffversorgung können eine wichtige Rolle für die Entstehung von Bluthochdruck spielen, wie verschiedene neuere Studien gezeigt haben:

  • Wissenschaftler aus Mexiko haben im Januar 2016 publiziert, dass Magnesiumspiegel kleiner als 1,8 mg/dl signifikant mit Prähypertonie und Hypertonie bei gesunden Kindern assoziiert waren.
  • Wissenschaftler aus Malaysia konnten nachweisen, dass eine Vitamin-C-Supplementierung (2 x 500 mg täglich) den Entzündungsstatus bei übergewichtigen Patienten mit Hypertonie oder Diabetes bessern konnte.
  • Forscher aus Japan konnten bei Auswertung von Daten einer nationalen Gesundheits- und Ernährungsstudie (NHES) zeigen, dass eine höhere Vitamin-E-Aufnahme mit einem niedrigeren Risiko für arterielle Hypertonie assoziiert war.
  • Zahlreiche Publikationen beschäftigten sich mit dem Zusammenhang zwischen der Vitamin-D3-Versorgung und dem Risiko für arterielle Hypertonie.
  • Forscher aus der Türkei konnten nachweisen, dass bei Patienten mit therapieresistenter Hypertonie signifikant niedrigere 25(OH)D-Spiegel vorlagen als bei Patienten mit kontrolliertem Bluthochdruck.
  • Eine weitere Forschergruppe aus der Türkei konnte zeigen, dass ein Elastizitätsverlust der Blutgefäße bei Patienten mit unbehandelter arterieller Hypertonie signifikant mit den Vitamin-D-Spiegeln verbunden war.
  • In einer koreanischen Studie erwies sich ein Vitamin-D-Mangel, definiert als 25(OH)D kleiner als 15 ng/ml, als signifikanter Risikofaktor für Bluthochdruck bei postmenopausalen Frauen.
  • Wissenschaftler aus den Niederlanden verwendeten Daten der Longitudinal Aging Study Amsterdam (LASA) zur Klärung der Frage, ob die Konzentrationen von Vitamin D und Vitamin K mit dem Auftreten von Bluthochdruck zusammenhängen. Neben der Konzentration von 25(OH)D benutzten die Wissenschaftler die Konzentration den uncarboxylierten Matrix-Gla-Protein als Marker des Vitamin-K-Status. Sie stellten fest, dass 25(OH)D und das uncarboxilierte Matrix-Gla-Protein synergetisch mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Bluthochdrucks assoziiert waren.
  • Forscher aus China haben im November 2016 publiziert, dass erhöhte Homocysteinkonzentrationen die Wirksamkeit von Enalapril beeinträchtigten. Enalapril ist ein ACE-Hemmer, der häufig zur Blutdrucksenkung eingesetzt wird.
  • Eine Kombination aus Arginin mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure erwies sich in der Behandlung bei leichtem bis mittlerem Bluthochdruck als wirksamer im Vergleich zu einem Placebopräparat.
  • Auch eine Supplementierung von Coenzym Q10 kann bei der Behandlung der arteriellen Hypertonie von Nutzen sein. Wissenschaftler aus dem Iran konnten nachweisen, dass eine tägliche Supplementierung von 100 mg Coenzym Q10 verschiedene proinflammatorische Faktoren wie Interleukin-6 und hsCRP verminderte.


Referenz:

  • spiegel.de, 16.11.2016: Mehr als 1,1 Milliarden Menschen haben Bluthochdruck
  • Guerrero-Romero F, Rodríguez-Morán M et al.: Low Serum Magnesium Levels and Its Association with High Blood Pressure in Children; J Pediatr. 2016 Jan;168:93-98.e1. doi: 10.1016/j.jpeds.2015.09.050.
  • Ellulu MS, Rahmat A et al.: Effect of vitamin C on inflammation and metabolic markers in hypertensive and/or diabetic obese adults: a randomized controlled trial; Drug Des Devel Ther. 2015 Jul 1;9:3405-12.
  • Kuwabara A, Nakade M et al.: The association between Vitamin E Intake and hypertension: results from the re-analysis of the National Health and Nutrition Survey; Journal of Nutritional Science and Vitaminology 60(4):239-45 • October 2014
  • Belen E, Şahin İ et al.: Assessment of 25-Hydroxyvitamin D Levels in Patients with Resistant Hypertension; Med Princ Pract. 2016;25(1):25-30. doi: 10.1159/000437227.
  • Van Ballegooijen A, Van Schoor N et al.: OS 06-09 The Synergetic association between vitamin D and vitamin K with incident hypertension; J Hypertens. 2016 Sep;34 Suppl 1 - ISH 2016 Abstract Book:e64.
  • Xianhui Qin, Youbao Li, Ningling Sun et al.: Elevated Homocysteine Concentrations Decrease the Antihypertensive Effect of Angiotensin-Converting Enzyme Inhibitors in Hypertensive Patients; Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology. 2016; ATVBAHA.116.308515, Originally published November 10, 2016
  • Bagheri Nesami N, Mozaffari-Khosravi H: The Effect of Coenzyme Q10 Supplementation on Pro-Inflammatory Factors and Adiponectin in Mildly Hypertensive Patients: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial; Int J Vitam Nutr Res. 2015;85(3-4):156-64.

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