Taurin bildet keine Proteine wie die meisten anderen Aminosäuren. Dennoch ist dieses Biomolekül an einer Reihe von lebensnotwendigen Prozessen beteiligt, wie z.B. an der Bildung von Gallensäuren, an Zellfunktionen, Entgiftung u.v.m. Es ist eine antioxidative Substanz, die Lunge, Nieren und Augen vor radikalischen Veränderungen schützt.

Taurin ist eine bedingt essentielle Aminosäure und wird aus der Aminosäure Cystein synthetisiert; dazu wird das Vitamin B6 benötigt. Taurin ist in den Geweben in freier Form vorhanden, hauptsächlich in den Muskelzellen; hohe Konzentrationen findet man außerdem in den weißen Blutkörperchen, in den Nervenzellen, in der Netzhaut des Auges und im Herzmuskel.

Aufgrund ihrer zahlreichen Stoffwechselfunktionen ist diese Substanz in der Orthomolekularen Medizin bei vielen Erkrankungen nicht mehr wegzudenken: Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhten Cholesterinspiegeln, Epilepsie, Augenerkrankungen, Diabetes mellitus, M. Alzheimer, Leberfunktionsstörungen, Mukovizzidose; aber auch bei Alkoholismus kann Taurin therapeutisch eingesetzt werden.
 

 

Entgiftung

Taurin ist an Entgiftungsreaktionen beteiligt: Bestimmte Chemikalien und Medikamente kann diese schwefelhaltige Aminosäure in der Leber neutralisieren. Taurin kann auch Gewebeschäden, z.B. in der Leber, die durch bestimmte Umweltchemikalien ausgelöst werden, entgegenwirken.
 

 

Fett- und Cholesterinstoffwechsel

Taurin wird für die Bildung von Gallensäuren benötigt und ist damit in den Fettstoffwechsel involviert. Generell kann Taurin die Aufnahme von Fett und fettlöslichen Vitaminen aus der Nahrung erleichtern.

Außerdem kann diese Aminosäure die Cholesterinwerte senken und das Risiko für Gallensteine verringern.
 

 

Zellfunktionen, Antioxidans

Taurin stabilisiert die Zellmembranen: Es reguliert den osmotischen Druck in der Zelle, den Ionenaustausch von Calcium und Magnesium u.a. Das ist besonders wichtig für den Herzmuskel und für die Nervenzellen.

Des Weiteren ist Taurin in der Zelle ein Antioxidans: Es verhindert die Lipidperoxidation, also die Oxidation der in der Zellwand befindlichen Fettmoleküle.

Taurin reguliert die intra- und extrazellulären Calciumspiegel; dies dürfte mit ein Grund sein, warum Taurin bei Migräne, Epilepsie oder Herzrhythmusstörungen Linderung verschaffen kann; denn bei diesen Beschwerden wurde ein verstärkter Calciumeinstrom in die Zelle beobachtet.
 

 

Taurin ist eine vielversprechende Substanz bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Taurin ist eine wichtige Substanz für den Herzmuskel: Aufgrund des antiarrhythmischen Effektes kann Taurin bei Herzrhythmustörungen eingesetzt werden; dieses Biomolekül wirkt positiv inotrop, d.h. es verstärkt die Kontraktionskraft des Herzmuskels; in einer japanischen Studie wurde Taurin erfolgreich bei Herzmuskelschwäche eingesetzt; die antioxidativen Eigenschaften dieser Aminosäure schützen das Herzgewebe; durch seine Regulierung des Calciumeinstroms verhindert Taurin das Absterben von Herzmuskelzellen.

Da Taurin den Cholesterinspiegel senkt und antientzündliche und antioxidative Eigenschaften besitzt, schützt es auch die Blutgefäße, indem es der Arteriosklerose entgegenwirkt.

Ebenso kann Taurin die Verklebung der Blutplättchen, also die Thrombozytenaggregation, verhindern und vermag den Blutdruck zu senken.

 

 

Taurin ist eine wichtige Substanz für die Augen

Taurin ist in hoher Konzentration in der Netzhaut des Auges vorhanden und schützt die Augen vor freien Radikalen. Dadurch wirkt diese wichtige Aminosäure vorbeugend gegen Katarakt und Makuladegeneration.

 

 

Taurin hilft bei Diabetes mellitus

Es gibt Hinweise, dass Taurin den Blutzuckerspiegel und den Insulinspiegel günstig beeinflusst und die Synthese von Glykogen, einem weiteren Hormon zur Regulierung des Blutzuckerspiegels, steigert. Aufgrund seines blutverdünnenden und antioxidativen Effekts ist Taurin eine wertvolle Substanz für den Diabetiker.

 

 

Alzheimer-Krankheit

Bei Alzheimer-Patienten wurden erniedrigte Spiegel des Neurotransmitters Acetylcholin und Störungen des Taurinstoffwechsels beobachtet – Veränderungen, die vermutlich zu dem charakeristischen Gedächtnisverlust beitragen.

 

 

Weiteres

Untersuchungen deuten darauf hin, dass Taurin als Wachstumsmodulator wirkt; d.h. ein Mangel bei Kindern und Säuglingen führt zu Wachstumsstörungen, zu Störungen der Motorik und Hirntätigkeit und zu Netzhautdegeneration.

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