Aminosuren

Zum Thema Aminosäuren werden regelmäßig zahlreiche Studien publiziert. Bei den meisten geht es um biochemische oder zellbiologische Fragestellungen. Welche Erkenntnisse sind wichtig für die ärztliche Praxis?

  • Wissenschaftler aus Finnland und Italien untersuchten die Konzentrationen verschiedener Aminosäuren und die Telomerlänge von Leukozyten. Dabei wurde nachgewiesen, dass bei Männern ein inverser Zusammenhang bestand zwischen der Phenylalaninkonzentration und der Telomerlänge. Offensichtlich können erhöhte Phenylalaninkonzentrationen den zellulären Alterungsprozess beschleunigen.

  • Forscher aus Polen fanden bei Migränepatienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe erhöhte Histidinkonzentrationen.

  • Wissenschaftler der Universität Prag konnten nachweisen, dass eine erhöhte Zufuhr von verzweigtkettigen Aminosäuren die Insulinsensivität bei Veganern nachteilig beeinflusste. In dem Versuch wurden über einen Zeitraum von drei Monaten in einer Versuchsgruppe Aminosäuren verabreicht: bei Frauen 15 Gramm verzweigtkettige Aminosäuren und bei Männern 20 Gramm. Die Aminosäurengabe führte bei Mischköstlern zu einer vermehrten Expression lipogener Gene. Das heißt, die Fettbildung im Organismus wurde gefördert. Bei Veganern verschlechterte sich, wie bereits erwähnt, die Insulinsensitivität. Man sollte also vorsichtig sein mit einer unkontrollierten hoch dosierten Einnahme von verzweigtkettigen Aminosäuren.

  • Wissenschaftler aus Canada und der Schweiz publizierten im Februar 2017 einen Fachartikel über die Bedeutung von Serin für das Immunsystem. Sie konnten nachweisen, dass Serin für eine optimale T-Zell-Expansion benötigt wird und somit eine wichtige Bedeutung für die Funktionsfähigkeit des Immunsystems hat.

  • Bei der Untersuchung über ernährungsmedizinische Aspekte der mediterranen Kost wurde auch nachgewiesen, dass ein Anstieg der Plasma-Tryptophankonzentration signifikant mit einem verminderten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert war.

  • Wissenschaftler aus dem Iran konnten nachweisen, dass eine Supplementierung von zwei Gramm Arginin pro Tag die körperliche Leistungsfähigkeit bei Fußballspielern im Alter zwischen 16 und 35 Jahren verbessert.

  • Eine Metaanalyse chinesischer Wissenschaftler hat ergeben, dass Glutamin effektiv die Entzündungsantwort und die Permeabilität der Darmmukosa bei Patienten nach bauchchirurgischen Eingriffen beeinflusste. Durch die Glutaminsupplementierung wurden z.B. die Spiegel von CRP, TNF-Alpha und Interleucin-6 vermindert.

  • Eine Wissenschaftlergruppe aus China konnte nachweisen, dass es bei einem akuten Schlaganfall zu deutlichen Veränderungen der Aminosäurenkonzentrationen kam. Als besonders aussagekräftiger Biomarker erwiesen sich die Konzentrationen aus Tyrosin, Tryptophan und Laktat.

  • Forscher aus den Niederlanden konnten nachweisen, dass die Glutaminkonzentrationen im Blutplasma nach herzchirurgischen Eingriffen signifikant niedriger waren als vor der Operation. Sie fanden eine Korrelation zwischen den präoperativen Glutaminspiegeln und einer positiven Kultur nach den herzchirurgischen Eingriffen.

  • Bei Patienten mit Herzinsuffizienz konnte durch eine Taurinsupplementierung  (2 mal 500 mg) über zwei Wochen eine deutliche Besserung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei Herzinsuffizienzpatienten nachgewiesen werden.

  • Australische Wissenschaftler fanden heraus, dass bei übergewichtigen Patienten mit Bluthochdruck die NO-Produktion gestört war. Die Konzentrationen von Nitrat und Nitrit nach Arginingabe waren bei übergewichtigen Hypertonikern deutlich niedriger als bei übergewichtigen Personen mit normalem Blutdruck.

  • Wissenschaftler aus Irland und Australien untersuchten den Effekt einer adjuvanten Tauringabe bei Erstauftreten einer Psychose. Die Tauringabe verbesserte nicht die Hirnleistungsfähigkeit, schien aber die Psychopathologie bei Patienten mit neu auftretender Psychose zu verbessern.

  • N-Acetylcystein wird aufgrund seiner schleimlösenden und antioxidativen Eigenschaften häufig bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen verwendet. In einer Zellkulturstudie konnte nachgewiesen werden, dass die Zugabe von N-Acetylcystein zu mit Tuberkulose infizierten Makrophagen nicht nur den oxidativen Stress verminderte, sondern auch einen deutlichen antibiotischen Effekt hatte.


Referenzen:

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