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Hirnforscher beweisen: Essen sorgt für gute Laune
von Lena Berger

«Wer depressiv ist, isst das Falsche», sagt Dr. Hans-Günter Kugler.
Im 20-Minuten-Gespräch erklärt er, wie man das ändern kann.

Die antike Philosophie postuliert die Unabhängigkeit von Körper und Geist. Was sagt die moderne Hirnforschung dazu?
Dr. Hans-Günter Kugler: Neuere Bildgebungsverfahren wie das Elektroenze­phalogramm (EEG) zeigen, dass Gefühle und Gedanken immer mit einer Aktivität des Gehirns verbunden sind. Wird diese gestört – zum Beispiel durch eine mangelnde Versorgung der Hirnzellen mit Nährstoffen –, hat dies grossen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden.

Sorgen Diäten deshalb für schlechte Laune?
Ja, vor allem wenn man dabei auf Kohlenhydrate verzichtet. Die Aminosäure Tryptophan, die aus zerlegten Kohlenhydraten besteht, ist nämlich einer der Bausteine für den Neurotransmitter Serotonin. Ein Serotoninmangel wiederum gilt als Ursache von Depressionen.

Stimmt es also, dass Schoggi glücklich macht?
Heisshunger auf Schokolade ist eine typische Reak­tion auf einen zu tiefen Serotoninspiegel. Das hilft aber nur kurzfristig: Wenn man zu viel isst, sind die Körper­zellen mit der Aufnahme überfordert. Dieser sogenannte oxidative Stress führt dann oft auch zu emotionalen Stresszuständen.

Was raten Sie stattdessen?
Ideal ist eine ausgewogene Ernährung. Wenn man nicht gut drauf ist, sollte man als Erstes überprüfen, ob man genügend Vitamine zu sich nimmt. Auch Nüsse sollten regelmässig auf dem Speiseplan stehen.

24.März 2009