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Aminosäuren und Nervensystem
Aus Erfahrungsheilkunde, Ausgabe 8
- 2001
Autoren:
Dr.Hans-Günter Kugler,
Dr. Arno Schneider,
Dr. Annette Pieper
Zusammenfassung
Aminosäurenanalysen
erweitern die diagnostischen Möglichkeiten in der orthomolekularen
Medizin. Aminosäuren spielen eine wichtige Rolle als Neurotransmitter oder
als Vorstufen der Neurotransmittersynthese. Die Glutamatkonzentration steigt
im Blutserum an, wenn die Aufnahme in die Muskelzelle gestört ist. Dies ist
der Fall bei erhöhter Glykolyseaktivität und Lactatbildung. Erhöhte
Glutamatkonzentrationen wurden von uns auch bei Patienten festgestellt, die
über Stresssymptome klagten. Eine einwöchige Entspannungstherapie („Ruhe
heilt' der HG Naturklinik Michelrieth) führte zu einem Rückgang der
Serumkonzentration von Asparaginsäure, Glutaminsäure und Arginin. Die
Entspannung des Nervensystems hat messbare biochemische Effekte, die auf
eine verbesserte 02-Versorgung und aerobe Energiegewinnung des
Muskelgewebes schließen lassen. Vermutlich ist eine Entspannung des
Nervensystems ein wesentlicher Faktor für den Heilungsprozess generell.
Schlüsselwörter
Aminosäuren,
Neurotransmitter, Glutamat, Glutaminsäure, Entspannung,
Sauerstoffversorgung.
Abstract
Analysis
of amino acids enlarge the diagnostic possibilities in orthomolecular
medicine. Amino acids play an important role as neurotransmitter or
precursors of neurotransmiter synthesis. The glutamate level rises in blood
serum, if the uptake into the muscle cell is disturbed. This is the case at
increased glycolytic activity and lactate production. We found elevated
glutamate levels with patients complaining about stress symptoms. A one week
relaxing therapy decreased the serum levels of aspartate, glutamate and
arginine. The relaxation of the nerveous system has measurable biochemical
effects indicating a better oxigen supply and a better aerobic energy
production. Presumably the relaxation of the nerveous system is one
essential factor for the healing process in general.
Keywords
Amino acids, neurotransmitters, glutamate, relaxation, oxygen
supply.
Einleitung
Aminosäuren sind wichtige
Mikronährstoffe und somit auch Gegenstand der orthomolekularen Medizin, die
sich bekanntlich mit der präventiven und therapeutischen Bedeutung
körpereigener Stoffe beschäftigt [3]. Aminosäuren sind die Bausteine
sämtlicher Proteine und Ausgangssubstanzen für die Synthese zahlreicher
Metabolite wie Kreatin, Coenzym A, Glutathion, Katecholamine, Histamin,
Serotonin, Schilddrüsenhormone, Purine, Pyrimidine etc.
Stoffwechselfunktionen
können dann störungsfrei ablaufen, wenn alle erforderlichen Komponenten in
ausreichender Menge und Qualität zur rechten Zeit am rechten Ort sind. Im
Gegensatz zu den Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen fanden die
Aminosäuren bisher wenig Beachtung in der orthomolekularen Medizin,
vielleicht auch deshalb, weil angesichts des hohen Proteinkonsums in
Deutschland Probleme mit der Aminosäurenversorgung eher unwahrscheinlich
erschienen. Bei jeder Form` der Maldigestion oder unausgewogenen Ernährung
können Versorgungsengpässe bei einzelnen Aminosäuren auftreten.
Risikogruppen sind vor allem ältere Menschen und Jugendliche. Außerdem kann
ein Mehrbedarf bei einzelnen Aminosäuren bestehen z.B. beim oxidativen
Stress, bei Schadstoffbelastungen und Infekten [8].
Die Bestimmung der
Konzentrationen der freien Aminosäuren im Blutplasma oder Serum ist eine
interessante und vielversprechende Erweiterung der diagnostischen
Möglichkeiten in der orthomolekularen Medizin. Der Großteil der freien
Aminosäuren des Körpers befindet sich zwar in der Muskulatur, im Blut ist
nur ein geringer Teil. Dennoch kann man den Aminosäuren-Pool im Blutplasma
als die Summe der metabolischen Aktivitäten aller Organsysteme sehen [5].
Der Aminosäurenstoffwechsel wird von Hormonen reguliert, deshalb zeigt ein Aminogramm auch recht gut die neuroendokrine Reaktionslage des Patienten.
Zwischen dem Stoffwechsel der Aminosäuren, Vitamine und Spurenelemente
bestehen sehr enge Beziehungen. Als Beispiel mag das Glutathion-System
dienen, dessen biochemische
Aktivität nicht nur von Selen (Glutathionperoxidase) und Vitamin B2 (Glutathionreduktase),
sondern auch von einer ausreichenden Cystein-Verfügbarkeit abhängt. Cystein
ist der limitierende Faktor der endogenen Glutathion-Synthese. Bei der
Kollagenbildung sind Vitamin C, die kupferhaltige Lysyloxidase sowie die
Aminosäuren Glycin, Prolin und Lysin entscheidende Faktoren.
Jedes Organsystem hat
seine Stoffwechselbesonderheiten und einen spezifischen
Mikronährstoffbedarf. Deshalb haben sich in der Praxis diagnostische
Profile bewährt, in denen die wichtigsten organspezifischen Aminosäuren,
Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente bestimmt werden.
Zur Bedeutung der
Aminosäuren als Neurotransmitter
Im Metabolismus des
Nervensystems haben die Aminosäuren eine besondere Funktion als
Neurotransmitter oder als Ausgangssubstanzen für die
Neurotransmittersynthese. Bei vielen psychiatrischen und neurodegenerativen
Erkrankungen sind Veränderungen des Neurotransmitterhaushalts nachgewiesen.
Die meisten Psychopharmaka wirken letztlich über eine Modulierung der
Neurotransmitter-Konzentration im synaptischen Spalt oder über eine
Interaktion mit entsprechenden Neurotransmitterrezeptoren [10].
Die folgende
Zusammenstellung soll aufzeigen, welche große Bedeutung Aminosäuren nach
bisherigem Wissensstand für den Neurotransmitter-Metabolismus haben.
Tryptophan ist die Ausgangssubstanz für die Serotonin-/ Melatonin-Synthese.
Tryptophandefizite sind
häufig messbar im Blutserum und lassen auf einen Serotoninmangel schließen,
da die Serotoninbildung unmittelbar vom Tryptophanangebot abhängt.
Tryptophan ist die Aminosäure, die am wenigsten in Nahrungsmitteln vorkommt.
Glutaminsäure ist der
wichtigste excitatorische Neurotransmitter, beteiligt an Lernvorgängen und
an der Gedächtnisbildung. Glutaminsäure hat aber auch ein neurotoxisches
Potenzial. Veränderungen der Glutamatkonzentration[1]
im synaptischen Spalt sind wichtige pathogenetische Faktoren bei
ischämischen Hirnerkrankungen.
Asparaginsäure ist mit
hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls ein excitatorischer Neurotransmitter.
GABA ist der wichtigste
inhibitorische Neurotransmitter und wird aus Glutaminsäure oder Glutamin
gebildet.
Glycin ist ebenfalls ein
inhibitorischer Neurotransmitter und an der Koordination der Willkürmotorik
beteiligt. An NMDA-Rezeptoren wirkt Glycin zusammen mit Glutamin
excitatorisch [3].
Taurin ist ein Metabolit
des Cystein, es ist wichtig für die Hirnentwicklung beim Kleinkind und
stabilisiert Zellmembranen über eine Interaktion mit Calcium- und
Magnesium-Ionen.
Die Katecholamine werden
aus Phenylalanin / Tyrosin synthetisiert. Dopamin-Mangel ist ein typisches
Merkmal des M. Parkinson und mancher Depressionsformen. Arginin ist die
Ausgangssubstanz für die Bildung von Stickoxid (NO), das im peripheren
Nervensystem als Überträgerstoff fungiert. Im ZNS wirkt NO als Modulator der
Signalübertragung.
Methionin und seine aktive
Form S-Adenosyl-Methionin (SAM) ist eine Schlüsselsubstanz des Stoffwechsels
als wichtigster Methylgruppenüberträger. SAM ist an der Synthese der
Membran-Phospholipide beteiligt, außerdem an der Bildung und am Abbau der
Katecholamine.
Histamin entsteht aus
Histidin und ist an der Regulierung des Schlaf- / Wach-Rhythmus beteiligt.
Die hepatische
Encephalopathie ist ein typisches Beispiel für eine Aminosäuren-Imbalance
mit entsprechenden Auswirkungen auf den Stoffwechsel des ZNS. Im Blut kommt
es zu einem Anstieg aromatischer Aminosäuren (Phenylalanin, Tyrosin,
Tryptophan), der im Gehirn zu erheblichen Störungen des
Neurotransmittergleichgewichts führen kann. Eine Therapie mit
verzweigtkettigen Aminosäuren (Leucin, Isoleucin, Valin) kann eine vermehrte
Aufnahme aromatischer Aminosäuren über die Blut-Hirnschranke verhindern.
Aminosäurenderivate haben
eine große Bedeutung für den Hirnstoffwechsel. Reduziertes Glutathion
schützt z.B. die Zellen des Hypothalamus [9], Melatonin hat eine protektive
Wirkung gegen neurodegenerative Veränderungen, Coenzym Q und Carnitin
verbessern die Energieversorgung der Nervenzellen.
Aminosäuren und ihre
Metabolite sollten also in ein orthomolekulares Therapiekonzept
miteinbezogen werden. Eine positive Beeinflussung der Biochemie des
Nervensystems ist eine sinnvolle Basistherapie, die bei allen neurologischen
und psychiatrischen Erkrankungen in Betracht kommt. Besonders wichtig ist
die Prävention neurodegenerativer Schäden.
Auffälliges
Verhalten der Glutamatkonzentrationen
Bei vielen Aminogrammen,
die in unserem Labor durchgeführt wurden, konnten wir hochnormale oder
leicht erhöhte Glutamat-Konzentration feststellen, besonders bei Pattienten
mit psychovegetativen Spannungs- und Erschöpfungszuständen.
Erhöhte
Glutamat-Konzentrationen wurden bisher bei verschiedenen Krankheiten
beobachtet, die mit einem Verlust an Körperzellmasse einhergehen, z.B.
Krebs, HIV-Infektion, amyotrophe Lateralsklerose. Das gleiche Phänomen wurde
beim nicht-insulinabhängigen Diabetes und bei älteren Menschen festgestellt,
also in metabolischen Situationen mit verminderter Glukosetoleranz [4].
Zu den wichtigsten
biochemischen Aufgaben der Muskelzelle gehört die Glutamin-Synthese aus
Glutamat. Glutamat wird über einen Na+-abhängigen
elektrochemischen Transportmechanismus in die Zelle aufgenommen (XAG-System).
Eine Veränderung der pH-Konzentration in den sauren Bereich durch erhöhte
glykolytische Aktivität und Laktatbildung stört die Aufnahme von Glutamat in
die Muskelzelle.
Erhöhte
Glutamatkonzentrationen im Plasma wurden nicht nur bei schwerkranken
Patienten festgestellt, sondern auch bei gesunden Probanden, die sich einem
vierwöchigen anaeroben Trainingsprogramm unterzogen [2].
In Zellen mit adäquater
mitochondrialer O2-Verwertung besteht im Allgemeinen keine
glykolytische Aktivität. Das gleiche gilt bei einer ausreichenden
ATP-Verfügbarkeit [2]. Eine erhöhte Glutamat-Konzentration im Plasma/Serum
kann demzufolge auch als ein Indikator für einen gestörten intrazellulären O2-Metabolismus
angesehen werden.
Wie schon erwähnt, konnten
wir bei zahlreichen Patienten, die über Stresssymptome klagten, leicht
erhöhte Glutamatkonzentrationen feststellen. Erfahrungsgemäß führt eine
Entspannung des vegetativen Nervensystems meist zu einer muskulären
Entspannung, besseren Durchblutung und Atemmechanik. Aus diesem Grunde
wollten wir in einer Untersuchung überprüfen, inwieweit durch Stressabbau
und psychovegetative Stabilisierung eine Änderung der
Aminosäurenkonzentrationen eintritt. Unserer Ansicht nach war eine
Verbesserung der Glutamatkonzentration zu erwarten.
Untersuchung über den Einfluß von Entspannung auf
Aminosäuren-Konzentrationen
21 Patienten der
HG-Naturklinik Michelrieth (15
Frauen und 6 Männer) nahmen an dem Therapiekonzept „Ruhe heilt" teil.
Dieses einwöchige Programm umfasst folgende therapeutische Elemente:
·
Organbezogene Entspannungsübungen, Körperübungen am Morgen, Gruppengymnastik
für Wirbelsäule und Atmung, heilgymnastische Übungen am Abend, Bäder und
Kräuterwickel, vegetarische Ernährung mit Produkten aus biologischem Anbau.
Außerdem bestand die Möglichkeit der Teilnahme an Vorträgen zu Themen der
Lebensgestaltung und aktiven Gesundheit.
Andere Therapiemaßnahmen
wurden nicht durchgeführt. Bei jedem Patienten wurden zu Beginn und am Ende
der Therapiewoche eine Blutabnahme vor dem Frühstück durchgeführt.
Bestimmt wurden folgende
Aminosäuren:
· Alanin,
Arginin, Asparaginsäure, Asparagin, Citrullin, Glutaminsäure, Glutamin,
Glycin, Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Ornithin,
Phenylalanin, Prolin, Serin, Taurin, Threonin, Tryptophan, Tyrosin, Valin.
Außerdem wurden die
Hormone Adrenalin und Cortisol sowie Dopamin bestimmt.
Die Bestimmung der
Aminosäuren erfolgte im Blutserum mittels reversed-phase-HPLC mit
Vorsäulenderivatisierung (OPA).
Ergebnisse
Bei 4 der gemessenen
Aminosäuren, Glutaminsäure, Arginin, Asparaginsäure und Lysin waren
deutliche Veränderungen der Serumkonzentration nach der Therapiewoche „Ruhe
heilt" festzustellen (siehe Graphik 1).
Bei 18 von 21 Patienten
verringerte sich die Serumkonzentration von Asparaginsäure und
Glutaminsäure, bei Arginin kam es zu einer Verringerung bei 16 Patienten,
ein Anstieg von Lysin erfolgte bei 15 Patienten (siehe Graphik 2). Die
Graphiken 3 u. 4 zeigen die Veränderungen der Serumkonzentration von
Glutaminsäure und Arginin bei den 21 Patienten.
Der Durchschnitt der
Glutaminsäurekonzentration lag zu Beginn der Therapiewoche bei 105,2 µMol/I
und reduzierte sich auf 87,4 µMol/I (Normbereich: 28,0-92,0 µMol/I).
Bewertung der Ergebnisse
Asparaginsäure entsteht
aus Glutaminsäure durch die reversible Transaminierungsreaktion mittels GOT.
Dies ist wahrscheinlich der Grund für das analoge Verhalten der
Asparaginsäure.
Da eine erhöhte
Glutamat-Konzentration eng mit metabolischen Veränderungen der Muskelzelle
assoziiert ist, spricht viel dafür, dass eine Normalisierungstendenz auch
ein Signal für eine Verbesserung der zellulären Stoffwechselsituation ist.
Interessant ist die Veränderung der Argininkonzentration. Dafür sind mehrere
Gründe denkbar. N-Acetylglutamat ist die Ausgangssubstanz für die endogene
Argininsynthese, wenn weniger Glutamat zur Verfügung steht, kann auch
weniger N-Acetylglutamat gebildet werden. Ein weiterer Grund könnte sein,
dass während der Entspannungstherapie aus Arginin vermehrt Stickoxid (NO)
gebildet wird, das bekanntlich für die Dilatation der Gefäßmuskulatur
zuständig ist. Zu vermuten ist auch eine gesteigerte Kreatinsynthese zum
Aufbau der muskulären Energiereserven, auch dafür ist Arginin notwendig.
Lysin und Arginin benutzen
die gleichen Transportsysteme im Stoffwechsel, möglicherweise führt deswegen
eine höhere Metabolisierungsrate von Arginin dazu, dass Lysin in geringerem
Umfang in die Zellen aufgenommen werden kann. Eine „metabolische Rivalität"
zwischen Arginin und Lysin zeigt sich in mehrfacher Hinsicht, z.B. bei der
Lysintherapie der Herpes simplex-Infektion oder durch die Affinität beider
Aminosäuren zu dem Enzym Arginase [1, 7].
Diskussion und Fazit
Erstaunlich ist, dass sich
die Glutamatkonzentration bei 18 von 21 Patienten verringert hat. Die
Ergebnisse der Untersuchung lassen auf eine verbesserte O2-Versorgung
und Regenerierung von Energiereserven schließen durch das Therapiekonzept
„Ruhe heilt" der HG Naturklinik Michelrieth. Daraus kann gefolgert werden,
dass die Entspannung des Nervensystems erhebliche metabolische Effekte hat.
Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist auch, bei einer
vollständigen Oxidation eines Glukosemoleküls 19 mal mehr ATP gewonnen wird
als bei der anaeroben Giykolyse [6]. Unter Sauerstoffmangel ist also der
Glukoseverbrauch und die Laktatbildung wesentlich größer als unter Aerobiose.
Ein verkrampftes
Nervensystem beeinträchtigt nicht nur die Durchblutung, sondern führt auch
zu einer ineffektiven Energiegewinnung und zu einer Übersäuerung der Zellen.
In diesem Zusammenhang ist sicherlich die Frage erlaubt, ob das Problem der
Übersäuerung nicht primär als Folge einer Verkrampfung des Nervensystems und
damit aller Körperstrukturen anzusehen ist. Bei einem intakten Stoffwechsel
entstehen zumindest beim Abbau der Fette und Kohlenhydrate keine Säuren, das
metabolische Endprodukt ist C02 und H20.
Die Untersuchung zeigt
auch, dass ein Abbau von Stress am leichtesten in einem Abstand vom
familiären und beruflichen Umfeld erfolgt. Dadurch sind erfahrungsgemäß die
Einsichtsfähigkeit in unterschwellige Konfliktsituationen, entsprechende
Konfliktlösungen und richtungweisende Entscheidungen leichter möglich.
Diese Einschätzung beruht auf den Patientenaussagen nach der Therapiewoche.
Aufgrund der bisherigen
Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie ist ein Zusammenhang zwischen
psychischem Befinden und körperlich messbaren Veränderungen unumstritten.
Die durchgeführten
Aminosäuren-Bestimmungen zeigen, dass das psychische Befinden des Patienten
offensichtlich erheblichen Einfluss auf biochemische Prozesse hat und die
Entspannung des Nervensystems möglicherweise eine Grundvoraussetzung
jeglicher Heilung ist. In der klinischen Medizin wird die Bestimmung der
freien Aminosäuren im Blutplasma meist zum Nachweis oder Ausschluss einer
Aminoacidopathie durchgeführt und bei anderen schweren
Stoffwechselstörungen. Ein vielversprechendes Neuland sind diese Messungen
zur Beurteilung der Mikronährstoffversorgung. Wie wir festgestellt haben,
sind aber auch Aussagen über die Zusammenhänge zwischen Stoffwechsel und
Psyche möglich. Dieser Aspekt ist hoch interessant und sollte weiter
untersucht werden.
Literatur
1. Bravermann,
E: The healing nutrients within. Keats 1997.
2. Dröge
et al.: Rote of cysteine and glutathione in HIV Infection and Cancer
Cachexia: Therapeutic Intervention with N-Acetylcysteine Advances in
Pharmacology 1997; 38.
3. Gröber,
U.: Orthomolekulare Medizin. WVG 2000.
4. Hack,
V. et al.: Elevated venous glutamate levels in (pre)catabolic conditions
result at least partly from a decreased glutamate transport activity.
Jounal of Molecular
Medicin 1996; 74.
5. Hackl,
J.M.: Leitfaden Künstliche Ernährung. Zuckschwerdt, Germering 1999.
6. Hofmann,
E: Medizinische Biochemie systematisch. Uni-Med, Bremen 1999.
7. Rea,
J. W.: Chemical Sensitivity.
Lewis 1992; 1.
8. Reglin,
F.: Bausteine des Lebens. Ralf Reglin, Köln 1999. Remke, H.:
Krankheitsprävention durch Ernährung. WVG 1998.
9. Silbernagel,
S.: Taschenatlas der Pathophysiologie. Thieme, Stuttgart 1998.
Glutaminsäure
liegt bei physiologischem ph-Wert fast vollständig in ionisierter Form
vor, deshalb die Bezeichnung Glutamat.
www.diagnostisches-centrum.de
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