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Bleibelastung verstärkt Stresseffekte
Eine Bleibelastung und chronischer Stress können unabhängig voneinander die
Hirnleistungsfähigkeit beeinflussen. Bisher war aber nicht bekannt,
inwieweit psychosozialer Stress die Neurotoxizität von Blei beeinflusst und
wie sich beide Faktoren auf eine altersbedingte Abnahme der
Hirnleistungsfähigkeit auswirken. Bei 811 Teilnehmern der Normativ Aging
Study wurden diese Zusammenhänge unter Verwendung des MMSE und anderer
Testverfahren untersucht. Die Ergebnisse der Studien zeigten, dass
psychosozialer Stress die Hirnleistungsfähigkeit nachteilig beeinflusst und
auch die neurotoxischen Effekte von Blei auf die Hirnleistungsfähigkeit
verstärkt. Kommen beide Faktoren zusammen, also Stress und Bleibelastung,
können Hirnleistungsstörungen schon wesentlich früher auftreten, als wenn
nur ein Risikofaktor vorliegt.
Referenz:
Junenette L et al.: Intraction of Stress, lead burden, and age on cognition
in older men: The VA Normative Aging Study; Environmental Health
Perspectives; volume 118, Number 4, April 2010
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Quecksilber führt zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren
Quecksilber gilt als neurotoxisch, aber seine Effekte auf das Immunsystem
sind noch unzureichend untersucht. Mastzellen sind an allergischen
Reaktionen beteiligt, ebenso wie am angeborenen und erworbenen Immunsystem
sowie bei Entzündungsreaktionen. Wissenschaftler der Tufts University
untersuchten den Effekt von Quecksilberchlorid auf biochemische Parameter
von menschlichen Mastzellen. Quecksilberchlorid stimulierte die Freisetzung
von vascular endothelial growth factor (VEGF) und Interleukin 6. Durch
dieses Phänomen könnten die Blut-Hirn-Schranke geschädigt und
Entzündungsreaktionen im Gehirn ausgelöst werden. Die Ergebnisse der Studie
zeigen auch einen biologischen Mechanismus: wie bereits niedrige
Quecksilberkonzentrationen zu autistischen Erkrankungen beitragen können,
bei denen bekanntlich auch eine deutlich erhöhte Allergiebereitschaft
vorliegt.
Referenz:
Duraisamy Kempuraj et al.: Mercury induces inflammatory mediator release from
human mast cells; Journal of Neuroinflammation 2010
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Bleibelastung schädigt Nieren
Es ist schon länger bekannt, dass hohe Bleikonzentrationen ein Risikofaktor
für Nierenerkrankungen darstellen. Auf der Basis der Daten von NHANES 3
wurden bei 769 jungen Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren die
Bleivollblutkonzentration und die Cystatin-C-Konzentration im Blutserum
bestimmt. Cystatin-C ist ein empfindlicher Marker für die Nierenfunktion.
Höhere Bleispiegel in einem Bereich unterhalb 100 µg/ l waren mit einer
niedrigeren Filtrationsrate der Nieren assoziiert. 100 µg/ l gilt in den USA
als die noch höchstzulässige Bleikonzentration bei Kindern und Jugendlichen.
Referenz:
Jeffery J Fadrowski, MD, MHS et al.: Blood lead level and kidney function in
US adolescents; Arch Intern Med. 2010; 170(1): 75-82
Blei
beeinträchtigt Intelligenz
Forscher aus Südkorea untersuchten den
Effekt der Bleikonzentration im Blut auf die Intelligenz und
Persönlichkeitsfaktoren bei Schulkindern. Dabei wurden zwei Jahrgänge
untersucht. Keines der Kinder überstieg die Konzentration von 100 µg/ l, die
in den USA als höchst zulässige Konzentration gilt. Die Schulkinder wurden
aufgrund der gemessenen Bleiwerte in eine Gruppe mit hoher und eine mit
niedriger Bleibelastung eingeteilt. Die IQ-Scores der Gruppe mit höheren
Bleibelastungen waren etwa vier Punkte niedriger als die der Gruppe mit
niedrigeren Bleispiegeln. Auch die Scores für Hyperaktivität und Autismus
waren in der ersten Gruppe höher als in der anderen. Die Ergebnisse der
Studie stimmen mit den Resultaten anderer Studien überein, dass eine
chronische Bleibelastung die Intelligenz von Kindern vermindert.
Referenz:
Dae-Seon Kim et al.: Effects of blood lead concentration on intelligence and
personality in school children; Molecular & Celluar Toxicology, published
online 2 May 2010
Blei
und Verhaltensprobleme
Wissenschaftler der University of southern mississippi untersuchten in einer
Metaanalyse den Zusammenhang zwischen Verhaltensproblemen und der
Bleibelastung. In die Untersuchung wurden 19 Studien mit insgesamt 8561
Kindern und Jugendlichen einbezogen. Es gab einen signifikanten Zusammenhang
zwischen der Bleibelastung und Verhaltensproblemen, wobei das Alter der
Studienteilnehmer keinen signifikanten Einfluss zeigte. Der Zusammenhang
zwischen Blei und Verhaltensproblemen korrespondierte mit dem Zusammenhang
zwischen Bleibelastung und Verminderung des IQs.
Referenz:
David K Marcus et al.: Lead and conduct problems: A meta-analysis; Journal of
Clinical child & Adolescent Psychology, Volume 39, Issue 2 March 2010
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ADS
schon bei niedriger Bleibelastung
Amerikanische Wissenschaftler untersuchten bei 236 Kindern und Jugendlichen
im alter von 6 bis 17 Jahren den Zusammenhang zwischen der Bleikonzentration
im Blut und einer ADS-Symptomatik. Unter den Studienteilnehmern waren 61
Personen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und vom
Mischtypus sowie 47 Personen vorwiegend vom unaufmerksamen Typus.
Die Bleikonzentration wurde im Vollblut bestimmt. Die durchschnittlichen
Konzentrationen lagen bei 7,3 µg/ l, die Maximalwerte bei 22 µg/ l. Es
handelte sich also um außerordentlich niedrige Bleikonzentrationen, die
geringer waren als die in den USA und Europa üblichen Durchschnittswerte.
Die Bleiblutkonzentrationen waren mit der ADHS-Symptomatik vom „Mischtypus“
assoziiert, nicht aber mit dem „vorwiegend unaufmerksamen Typ“. Eltern- und
Lehrerreports bestätigten den Zusammenhang zwischen der Bleikonzentration und
den ADHS-Symptomen.
Die Studie hat gezeigt, dass sogar sehr niedrige Bleikonzentrationen mit der
ADS-Symptomatik assoziiert sind. In dieser Studie wurden die bisher
niedrigsten Bleikonzentrationen in Relation zur ADS-Symptomatik gemessen.
Das Ergebnis könnte natürlich eine erhebliche Relevanz haben, da eine
niedrige Bleibelastung weit verbreitet ist. Eine Bleibelastung ist auch ein
plausibler neurobiologischer Erklärungsfaktor für die Entstehung von ADHS,
weil Blei den Kreislauf von Dopamin und anderen Neurotransmittern im Gehirn
stört.
Referenz:
Joel T. Nigg, Ph. D., et al.: Confirmation and extension of association of
blood lead with attention-deficit/ hyperactivity disorder (ADHD) and ADHD
symptom domains at population-typical exposure levels; J Cild Psychol
Psychiatry. 2010 January; 51(1): 58-65
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Ist Blei eine Ursache für ADHS?
Der Psychologe Joel Nigg von der Oregon Health und Science University geht
in einer Studie, die in der Februarausgabe der „Current Directions in
Psychological Science“ erschienen ist, davon aus, dass das ADHS-Syndrom -
zumindest teilweise - auf das Neurotoxinblei zurückzuführen ist. Nigg weist
für diese Hypothese auf zwei Studien hin, die erst vor kurzem erschienen
sind. In einer Studie wurden bei ADHS-Kindern in den USA im Vergleich zu
Kindern in einer Kontrollgruppe leicht höhere Bleiwerte im Blut gemessen. Es
gab in dieser Untersuchung aber nur eine Verbindung zwischen der
Bleikonzentration und der Hyperaktivität und Impulsität, nicht aber der
Unaufmerksamkeit. In einer zweiten Studie ergab sich ein starker
Zusammenhang zwischen der Bleikonzentration und den ADHS-Symptomen, die von
Eltern und Lehrern beschrieben und bewertet wurden. Nigg bietet ein
Erklärungsmodell für die Symptome, die mit ADHS assoziiert sind. Blei dockt
am Striatum und am präfrontalen Kortex an und wirkt dort auf Gene ein. Durch
diesen Einfluss auf die Gene, die die Gehirnaktivität steuern, verändert das
Blei auch die psychologischen Prozesse, die von diesen Nervenzellen
ausgehen, besonders die kognitive Kontrolle. Eine Verminderung der
kognitiven Kontrolle begünstigt dann die Entstehung von Überaktivität und
Unaufmerksamkeit.
Referenz:
www.sciencedaily.com, Jan. 29; 2010: Lead may be the culprit in ADHD
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Bereits
niedrige Bleispiegel beeinträchtigen Nierenfunktion bei Kindern
Eine Studie des Johns Hopkins Children`s Center hat ergeben, dass bereits
niedrige Konzentrationen von Blei in den Körpern gesunder Kinder und
Teenagern die Nierenfunktion beeinträchtigen können.
An der Studie nahmen 769 gesunde junge Personen im Alter von 12 und 20
Jahren teil; mehr als 99 Prozent hatten Bleikonzentrationen unter 100 µg/ l.
Die Studienteilnehmer im oberen Viertel des Normbereichs schienen
schlechtere Nierenfunktionen zu haben als die Kinder mit niedrigeren
Bleispiegeln. In der Untersuchung wurde die Nierenfunktion durch die
glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bestimmt, zum einen unter Verwendung des
Kreatinintests, zum anderen durch die Bestimmung von Cystatin C. Bei dieser
Untersuchung erwies sich das Cystatin C als der empfindlichere Parameter zur
Beurteilung der Nierenfunktion.
Es gab einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Bleikonzentration und der
globulären Filtrationsrate.
Referenz:
www.Sciencedaily.com; Jan. 12; 2010: Small amounts of lead may damage
children´s kidneys
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Quecksilber im Fisch vermindert kognitive Entwicklung
Spanische Wissenschaftler untersuchten den Einfluss von Methylquecksilber
auf die kognitive Entwicklung bei Kindern. In die Studie wurden 72 Kinder im
Alter von vier Jahren einbezogen. Durchgeführt wurde ein international
üblicher Test zur Beurteilung der motorischen und kognitiven Fähigkeiten der
Kinder. Außerdem wurden die Quecksilberkonzentrationen in den Haaren
bestimmt. Die Quecksilberkonzentrationen waren mit der Häufigkeit des
Fischkonsums assoziiert, zudem ließ sich eine Verzögerung der kognitiven
Entwicklung nachweisen.
Referenz:
Carmen Freire et al.: Hair mercury levels, fish consumption, and cognitive
development in preschool children from Granada Spain; Science Direct,
Environmental Research, volume 110, issue 1, January 2010, pages 96-104
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Bleibelastung bei jungen Erwachsenen führt zu Depressionen, Panikstörungen
Junge Erwachsene mit höheren Bleispiegeln scheinen ein erhöhtes Risiko für
Mayor-Depression und Panikstörungen zu haben. In die Studie wurden die Daten
von knapp 2000 jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 Jahren einbezogen.
Die Daten stammen aus einer NHANES-Untersuchung zwischen 1999 und 2004. 6,7
Prozent der jungen Erwachsenen erfüllten die Kriterien für eine
Mayor-Depression, 2,2 Prozent hatten Panikstörungen und 2,4 Prozent eine
generalisierte Angststörung. Die Studienteilnehmer mit den höchsten
Bleikonzentrationen im Vollblut (21,1 µg/ l) oder mehr hatten ein 2,3-fach
höheres Risiko für eine Mayor-Depression und ein nahezu fünffaches Risiko
für Panikattacken im Vergleich zu den Studienteilnehmern mit den niedrigsten
Blei-Blutspiegeln (7 µg/ l oder weniger). Selbst niedrige Bleispiegel
könnten Gehirnprozesse stören, besonders die, bei denen die Neurotransmitter
Serotonin und die Katecholamine involviert sind. Die Autoren der Studie, die
im Dezember 2009 in „Archives of General Psychiatry“ erschien, kamen zu dem
Schluss, dass die Neurotoxizität des Bleis zu diesen psychischen Störungen
beiträgt – selbst in Konzentrationen, die man im allgemeinen als niedrig
oder nicht riskant ansieht.
Referenz:
www.Sciencedaily.com, Dec. 8, 2009: Young adults´blood lead levels linked to
depression, panic disorder
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Bleibelastung in der Kindheit führt zu permanenten Gehirnschäden
Auf der Jahrestagung der radiologischen Gesellschaft von Nordamerika 2009
wurde eine Studie der University of Cincinnati vorgestellt. In die
Untersuchung waren 33 Erwachsene einbezogen, bei denen bereits in der
Kindheit eine Bleibelastung festgestellt worden war. Es handelte sich um 14
Frauen und 19 Männer im Durchschnittsalter von 21 Jahren. Die
Bleikonzentrationen der Studienteilnehmer lagen zwischen 50 und 370 µg/ l.
Bei jedem der Studienteilnehmer wurde eine Kernspintomographie durchgeführt
sowie zwei Testverfahren zur Beurteilung verschiedener Hirnleistung wie
Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Entscheidungsfreudigkeit etc.
Das bildgebende Verfahren zeigte, dass die Studienteilnehmer mit erhöhten
Blei-Blutspiegeln eine veränderte Hirnaktivität aufwiesen. Das Hirnareal für
Hemmung wurde offensichtlich durch die Bleibelastung geschädigt. Außerdem
konnte man einen Zusammenhang zwischen höheren Bleikonzentrationen und einer
verminderten Aktivität der Parietalregion und anderer Hirnregionen
beobachten. Die Autoren der Studie kommen zu der Feststellung, dass
Bleischäden im Gehirn offensichtlich langanhaltend sind und auch durch eine
Senkung der Bleispiegel nicht reversibel sind.
Referenz:
www.sciencedaily.com, Dec. 2, 2009: Childhood lead exposure causes permanent
brain damage
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Hoher Bleispiegel im Vollblut
verschlechtert Hirnleistung
Wissenschaftler der Duke University und der
North Carolina Central University konnten nachweisen, dass die Bleibelastung
einkommensschwacher Familien, insbesondere bei Kindern, ein Problem
darstellt. Bei den Kindern mit schlechten Testergebnissen in verschiedenen
Hirnleistungstests war häufig eine hohe Bleibelastung nachweisbar, wobei
festzustellen war, dass die Beeinflussung der Testergebnisse mit der Höhe
der Bleibelastung korrelierte. Da die Studie in den USA durchgeführt wurde,
sei angemerkt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien erfahrungsgemäß
auch vermehrt in Altbauwohnungen leben, die z.B. noch mit bleihaltigen
Farben gestrichen waren.
Referenz:
www.sciencedaily.com, Oct. 20, 2009: Children´s blood leas levels linked to
lower test
scores
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Mechanismen der Bleivergiftung
In einem Fachartikel von Wissenschaftlern aus
Georgien wurde der Frage nachgegangen, welche Enzymsysteme durch eine
Bleibelastung beeinträchtigt werden. Die Hauptangriffspunkte von Blei sind
die Enzyme der Hämsynthese, thiolhaltige Antioxidantien und Enzyme wie SODs,
Katalasen, Glutathionperoxidasen etc. Bereits niedrige Bleikonzentrationen
reichen aus, um die Aktivität dieser Enzyme zu blockieren. Das zentrale
Nervensystem ist primär von der Toxizität des Bleis betroffen. Die
Neurotoxizität zeigt sich in einer Induktion von oxidativem Stress, in einer
Verstärkung der Apoptose sowie in einer Beeinträchtigung der Funktion
calciumabhängiger Enzyme. Zu diesen Enzymen gehört die Stickoxid-Synthase,
so dass eine Bleibelastung vor allem auch die Verfügbarkeit von Stickoxid
vermindert. Dies wiederum ist auch eine Grund für das Auftreten von
arterieller Hypertonie und von kardiovaskulären Erkrankungen bei einer
Bleibelastung.
Referenz:
Nemsadze K et al.: Mechanisms of lead-induced poisoning; Georgian Med News.
2009 Jul-Aug; (172-173): 92-6
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Hyperaktivität und Lernstörungen steigen mit Bleibelastung
Die heutige Bleibelastung der Umwelt dürfte für Kinder immer noch gefährlich
sein, obwohl es bereits viele Maßnahmen zur Verminderung dieser Belastung
gibt. Zu diesem Ergebnis kamen Experten der Universität von Bristol. Sie
konnten nachweisen, dass Störungen der intellektuellen und emotionalen
Entwicklung von Kindern häufig mit erhöhten Bleiwerten im Blut einhergehen.
Es wurden die Blutproben von knapp 600 zweieinhalbjährigen Kindern
untersucht. Bei 27 Prozent fand man mehr als 50 µg Blei pro Liter Blut. Bei
einer Untersuchung der Kinder im Alter von 7 bis 8 Jahren stellten sich enge
Zusammenhänge zur früher erhobenen Bleibelastung heraus. Die Kinder mit 50 –
100 µg Blei im Blut erreichten bei Lese- und Schreibtests nur halb so viele
Punkte wie Kinder mit geringeren Bleiwerten. Ab 100 µg pro Liter waren zudem
asoziales Verhalten und z.B. Hyperaktivität dreimal so häufig. Blei hat im
Körper keine physiologische Bedeutung. Es gibt deshalb auch keinen
unschädlichen minimalen Grenzwert. Seit der Abschaffung des bleihaltigen
Benzins ist die Bleibelastung zwar insgesamt gesunken, es gibt aber immer
noch zahlreiche alte Wasserrohre aus Blei, besonders in Altbauwohnungen,
sowie Armaturen, die Bleispuren enthalten können.
Referenz:
Pressetext.at; 22. September 2009: Blei schadet Kindern auch in geringen
Mengen/ Gesundheitliche Aufklärung
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Blei in
den Knochen erhöht Sterblichkeit
Amerikanische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass eingelagertes Blei in
den Knochen das Sterberisiko erhöht, vor allem als Folge einer
Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die Wissenschaftler hatten für ihr
Forschungsprojekt die Daten von 868 Teilnehmern einer großangelegten Studie
ausgewertet, die seit 1963 den Alterungsprozess bei Männern untersuchte. Mit
Hilfe der Röntgenfluoreszenzanalyse wurde die Bleikonzentration im Blut und
im Skelett der Probanden bestimmt. Das Resultat war sehr beeindruckend:
Männer mit den höchsten Bleiwerten in den Knochen starben fast sechsmal
häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Teilnehmer mit den niedrigsten
Werten. Die allgemeine Sterblichkeit, unabhängig von der Ursache, war
immerhin noch zweieinhalbmal erhöht.
Referenz:
NetDoktor.de, 10.09.2009: Umweltgift: Blei in den Knochen erhöht
Sterberisiko
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Blei
verändert Stressantwort
Selbst kleine Bleispiegel während der frühen Kindheit können sich negativ
auf die Stressregulation des Herz-Kreislauf-Systems auswirken und
möglicherweise zu arterieller Hypertonie im späteren Leben führen. Dies hat
eine Studie der State University of New York nachgewiesen. Die Bleibelastung
war mit einer Erhöhung des Gefäßwiderstandes assoziiert, wenn die Kinder
eine anstrengende Computerarbeit erledigen mussten.
Ein erhöhter Gefäßwiderstand ist bekanntlich ein Risikofaktor für arterielle
Hypertonie, wenn er über längere Zeit besteht. In der Studie wurde auch
nachgewiesen, dass die Bleibelastung mit einer Verminderung der
Aldesteronspiegel einherging. Von besondere Bedeutung ist, dass die
Teilnehmer der Studie sehr niedrige Bleispiegel hatten: weit unter dem Wert,
den die amerikanische Gesundheitsbehörde als zulässige Untergrenze einstuft.
Referenz:
Sciencedaily.com, Apr. 21, 2009: Low lead levels in children can affect
cardiovascular responses to stress
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Bleibelastung erhöht Sterblichkeit bei Frauen
Die Bleibelastung im Vollblut ist mit einem erhöhten Risiko, Risiko an der
koronaren Herzerkrankung (KHK) zu sterben, assoziiert. Eine Studie in den
USA mit 533 Teilnehmerinnen hat gezeigt, dass bei Frauen mit einer
Bleikonzentration über 80 µg/ l eine dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit
vorliegt, an KHK zu sterben. Die untersuchten Frauen waren zwischen 65 und
87 Jahre alt; sie wuchsen also in einer Zeit auf, in der Blei im täglichen
Leben häufig verwendet wurde, z.B. in Farben, als Antiklopfmittel im Benzin
und als Baumaterial von Wasserrohren.
Referenz:
Sciencedaily.com, Apr. 4, 2009: Lead in the blood increases women´s
mortality
Blei
und Hormonfunktion
Die Bleibelastung hat einen Einfluss auf zahlreiche endokrine Funktionen.
Zum Beispiels reagiert die Hypophyse auf eine Bleibelastung mit einer
Störung der Freisetzung von TSH, STH und FSH/ LHA. Außerdem wurde ein
Anstieg des Prolaktinspiegels beobachtet. Bei einer längeren Bleiexposition
kommt es auch zu einer Schädigung der Hoden und Ovarien. Auch in den
Nebennieren werdern histologische und zytologische Veränderungen beobachtet,
was auch zu einer Störung der Cortisolfreisetzung führt. Die
Schilddrüsenhormone werden ebenfalls von einer Bleibelastung betroffen, und
nicht zuletzt auch die Homeostase der Hormone, die an der Regulierung des
Calciumstoffwechsels beteiligt sind.
Referenz:
Doumouchtsis KK et al.: The effect of lead intoxication on endocrine
functions; J Endocrinol invest 2009 Feb; 32(2): 175-83
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Lebenslange Bleibelastung
Blei wirkt sich schädlich auf das Gehirn aus, sowohl in seiner
Entwicklungsphase als auch während des Alterns. Für Senioren ist dabei
entscheidend, dass Blei sich im Laufe des Lebens im Körper anreichert: Es
wird in die Knochen eingelagert und nur sehr langsam wieder abgebaut.
Wissenschaftler der Universität Pittsburgh untersuchten in einer Studie
männliche Arbeiter über 55 Jahre. Die Männer, bei denen sich die größte
Menge Blei in den Knochen eingelagert hatte, zeigten bei verschiedenen
Testreihen zur Hirnfunktion die schlechtesten Ergebnisse - unabhängig davon,
wie hoch die Bleikonzentration zum Zeitpunkt der Untersuchung war. Der
Zusammenhang zwischen eingelagertem Blei und schlechter Hirnfunktion war
umso deutlicher, je älter die Testteilnehmer waren. Selbst wenn jemand
längere Zeit nicht mehr mit Blei in Kontakt gekommen war, genügte die
frühere Schadstoffbelastung, um die Hirnleistungsfähigkeit in späteren
Jahren zu beeinträchtigen.
Referenz:
Focus online, 12.01.2009: Bleischwere Gedanken
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Bleibelastung im Babyalter fördert Gewaltneigung
Forscher der University of Cincinnati untersuchten zwischen 1979 und 1984
die Blutwerte von Schwangeren aus besonders bleibelasteten Stadtvierteln,
deren Häuser mit alten Wasserrohren und häufig auch mit bleihaltiger
Wandfarbe ausgestattet waren. Das Blut der 376 Neugeborenen wurde
anschließend regelmäßig kontrolliert, bis die Kinder sechseinhalb Jahre alt
waren. Eine Langzeitbeobachtung ergab, dass erhöhte Bleiwerte vor der Geburt
und in den ersten Lebensjahren tatsächlich mit höheren Kriminalitätsraten
und häufigeren Gefängnisaufenthalten korrelierten.
Referenz:
Welt online, 27. Mai 2008: Bleibelastung im Babyalter fördert Hang zu Gewalt
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