Studien + Facts


 

Der Effekt von Arginin auf den Blutdruck

Aufgrund verschiedener Studienergebnisse bestehen konkrete Hinweise, dass Arginin einen blutdrucksenkenden Effekt hat. Einige Studien wurden mit nur einer geringen Zahl von Patienten durchgeführt - mit dadurch begrenzter statistischer Aussagekraft. Aus diesem Grund führten chinesische Wissenschaftler eine Metaanalyse von randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudien durch. In die Metaanalyse konnten 11 dieser Studien einbezogen werden. Es zeigte sich eindeutig, dass eine Argininsupplementierung signifikant sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck senkt. Durchschnittlich wurde der systolische Blutdruck um 5,39 mm Hg und der diastolische Blutdruck um 2,66 mm Hg gesenkt.

Referenz:
Dong JY et al.: Effect of oral l-arginine supplementation on blood pressure: A meta-analysis of randomized, double-blind, placebo-controlled trials; Am Heart J. 2011 Dec; 162(6): 95965

Dezember, Nr. 89

Stickoxid und Endothelfunktion

Bekanntlich ist Stickoxid ein lösliches Gas, das kontinuierlich aus der Aminosäure Arginin in den Endothelzellen der Gefäße gebildet wird. Dieses Gas hat ein breites Spektrum an Eigenschaften: Aufrechterhaltung der vaskulären Homöostase einschließlich Gefäßtonus, Zellwachstum, Schutz der Blutgefäße vor Verletzungen etc. Eine ganze Reihe von Erkrankungen sind ein Risikofaktor für die Arteriosklerose, z.B. arterielle Hypertonie, Hypercholestrinämie, Rauchen, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz. Diese Erkrankungen sind mit einer verminderten Freisetzung von Stickoxid aus der Gefäßwand verbunden. Entweder wird Stickoxid in vermindertem Umfang gebildet oder beschleunigt abgebaut. Ein wichtiger therapeutischer Ansatz bei der endothelialen Dysfunktion ist also eine Verbesserung der Freisetzung von Stickoxid durch das Gefäßendothel.

Referenz:
Tousoulis D et al.: The role of nitric oxide on endothelial function; Curr Vasc Pharmacol. 2011 Nov 21

Dezember, Nr. 88

Glutamin und Molkeprotein verbessern intestinale Permeabilität

In einer Studie indischer Wissenschaftler wurde der Effekt einer Glutaminsupplementierung auf die intestinale Permeabilität (Durchlässigkeit der Darmwand) bei Patienten mit Morbus Crohn untersucht. Die Teilnehmer der Studie erhielten entweder 0,5 g Glutamin pro Kilogramm Körpergewicht oder ein Molkeproteinpräparat. Sowohl Glutamin wie auch Molkeprotein verbesserten bei den Patienten signifikant die intestinale Permeabilität.

Referenz:
Benjamin J et al.: Glutamine and whey proteine improve intestinal permeability and morphology in patients with Crohn´s disease: A randomized controlled trial; Dig Dis Sci, 2011 Oct 26

Dezember, Nr. 87

Medizinische Anwendung von Lysin

In einer Übersichtsarbeit indischer Wissenschaftler wurden die medizinischen Anwendungen von Lysin dargestellt. Lysin ist eine essentielle Aminosäure und muss deshalb in ausreichender Menge über die Nahrung zugeführt werden. Bezüglich der klinischen Bedeutung von Lysin gibt es mehrere Anwendungsgebiete.

Bereits Ende der achtziger Jahre wurde publiziert, dass Lysin einen präventiven und therapeutischen Effekt auf Herpes-Simplex-Virus-Infektionen hat. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Vermehrung der Viren durch Arginin gefördert und durch Lysin gehemmt werden kann. Eine erhöhte Zufuhr von Lysin kann deshalb das Schädlichkeitspotential von Herpes Simplex Viren verhindern. Lysin scheint als „Antimetabolit“ zu wirken, der die Aufnahme von Arginin in Zellen und Gewebe vermindert. Die Wirksamkeit einer Lysinsupplementierung bei Herpes-Simplex- Infektionen wurde auch in Studien untersucht. 52 Studienteilnehmer, bei denen wiederholt Herpesbläschen auftraten, erhielten drei Gramm Lysin über einen Zeitraum von sechs Monaten, wodurch sich das Auftreten der Lippenbläschen im Vergleich zur Kontrollgruppe um das 2,4-fache verminderte. Lysin hat auch eine mögliche Bedeutung zur Prävention der Osteoporose. Lysin verbessert die Calciumabsorption und vermindert die Calciumausscheidung über den Urin. Eine Kombination aus Lysin und Arginin verbesserte in einer Studie die Aktivität der Osteoblasten und erhöhte die Kollagenproduktion.

Eine weitere interessante therapeutische Option hat Lysin bei der Behandlung von Angststörungen. Eine unzureichende Lysinzufuhr über die Nahrung führt zu einer erhöhten psychovegetativen Labilität und Stresstoleranz. Mehrfach konnte durch die Supplementierung von Lysin eine Verbesserung der Ängstlichkeit-Scores nachgewiesen werden. Man vermutet, dass Lysin als ein 5-HT4-Rezeptor-Antagonist und als Benzodiazepin-Agonist wirkt. Der 5-HT4-Rezeptor gehört zu der Gruppe der Serotoninrezeptoren. Durch die Lysinwirkung an den genannten Rezeptoren kommt es zu einer psychovegetativen Stabilisierung.

Ein weiteres Anwendungsgebiet von Lysin ist Haarverlust. Lysin spielt auch eine wichtige Rolle für die Kollagensynthese, so dass durch eine vermehrte Lysinzufuhr Reparaturvorgänge gefördert werden, z.B. bei Athleten. Möglicherweise hat Lysin auch für die Vorbeugung der Alzheimererkrankung eine Bedeutung, da der Herpes-Simplex-Typ1-Virus an der Entwicklung der Alzheimererkrankung eventuell beteiligt ist. Allerdings ist diese Wirkung noch nicht in prospektiven Langzeitstudien nachgewiesen worden.

Referenz:
Meenu Singh et al.: Medicinal uses of L-Lysine: Past and future; Int. J. Res. Pharm. Sci., 2(4), 2011, 637-642

Dezember, Nr. 86

Vitamin-C-Spiegel und Herzerkrankungen

Niedrige Vitamin-C-Spiegel waren in einer Studie mit erhöhten hs-CRP-Konzentrationen bei Herzpatienten assoziiert. Patienten mit Herzinsuffizienz, die am wenigsten Vitamin C zu sich nahmen, hatten 2,4 mal häufiger erhöhte hs-CRP-Konzentrationen. Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C war in der koreanischen Studie mit einer längeren Überlebenszeit bei Herzinsuffizienz-Patienten assoziiert. Die erhöhte hs-CRP-Konzentration ist ein Faktor, der die Symptomatik einer Herzinsuffizienz verschlechtert. Eine ausreichende Vitamin-C-Zufuhr vermindert das Risiko für kardiale Ereignisse.

Referenz:
ScienceDaily, 13. Nov. 2011: Low vitamin C levels may raise heart failure patients´risk

Dezember, Nr. 85

Mikronährstofftherapien bei PMS

Das Krankheitsbild eines prämenstruellen Syndroms kann sich sehr unterschiedlich darstellen: Die Frauen leiden z.B. an Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Reizbarkeit, depressiver Verstimmung, Bauchschmerzen, Brustspannen, Wassereinlagerungen etc. Die Beschwerden treten in der Luteal-Phase auf, der Zyklusphase zwischen Eisprung und Menstruation.

Es gibt einige Mikronährstoffe, die bei der Behandlung des PMS helfen können:
Calcium zum Beispiel ist ein altbewährter Mineralstoff, der schon in den `30er- Jahren routinemäßig zur Behandlung von Menstruationszyklusbeschwerden eingesetzt wurde. Seine positive Wirkung in Bezug auf PMS wurde in klinischen Studien nachgewiesen.
Die Columbia Universität in New York führte dazu eine Untersuchung durch. Frauen bekamen über 3 Monatszyklen ein Calciumpräparat.
Die PMS-bezogenen Symptome reduzierten sich daraufhin um 48 Prozent.
Eine weitere Studie zeigte, dass Calcium in Verbindung mit Vitamin D zu einer enormen Besserung der psychischen und körperlichen Symptome von PMS führt.

Bei Magnesium verhält es sich ähnlich. In verschiedenen Studien wurde ein positiver Effekt auf des prämenstruelle Syndrom beschrieben. Magnesium hat zahlreiche Funktionen und spielt z.B. bei der Hormonproduktion und Nebenschilddrüsenfunktion eine Rolle.

Texanische Forscher vom Baylor College in Houston fanden heraus, dass bei PMS-Patienten während der Lutealphase die Zinkkonzentration niedriger und die Kupferkonzentration höher lag als bei Gesunden. Wegen des hohen Kupferspiegels kann es zu einer reduzierten Zinkverfügbarkeit kommen, so die Schlussfolgerung der Forscher.

Im May 1999 wurde eine Placebo-Kontroll-Studie durchgeführt, um die Wirksamkeit von Vitamin B6 beim PMS zu untersuchen. 940 Patienten mit prämenstruellem Syndrom nahmen daran teil. Die Studie zeigte auf, dass eine Supplementierung mit Vitamin B6 positive Effekte erzielen kann.
Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Vitamin B6 vegetative Beschwerden des PMS bessern kann.

Es gibt noch weitere Mikronährstoffe, die sich günstig auf das PMS auswirken können, z.B. Vitamin E, Vitamin B1, B2, essentielle Fettsäuren, Aminosäuren wie Tryptophan etc.

Einer Mikronährstoffsupplementierung sollte jedoch immer eine Mirkonährstoffanalyse vorangehen. Durch eine Blutuntersuchung kann genau festgestellt werden, wo die Defizite liegen, so dass eine gezielte Therapie erfolgen kann.

Referenz:
Life Extension: Premenstrual Syndrome, lef.org/protocols/female_reproductive/premenstrual_syndrome_01.htm

Dezember, Nr. 84

Vitamin-D-Mangel verschlechtert Stimmung

Bild: Gerd Altmann, pixelio.de
In Litauen wurde bei jungen gesunden Männern der Vitamin-D-Spiegel während der Wintermonate bestimmt; parallel dazu führten die Wissenschaftler auch verschiedene Tests zur Stimmungslage und zur kognitiven Leistungsfähigkeit durch. Von den 130 Testpersonen erreichten nur zwei Personen die empfohlene Vitamin-D-Aufnahme, nahezu die Hälfte wies einen Vitamin-D-Mangel auf. Außerdem zeigte sich, dass niedrige Vitamin-D-Konzentrationen mit einem schlechteren emotionalen Status assoziiert sind.

Referenz:
Lina Lasaite et al.: Vitamin D deficiency is related to worse emotional state; Central European Journal of Medicine; Volume 6, Number 5, 558-566

November, Nr. 83

Vitamin D und Neuropathie

Wissenschaftler aus Kuwait untersuchten bei Typ-2-Diabetes-Patienten mit und ohne Polyneuropathie den Vitamin-D-Status. Die mittlere Vitamin-D-Konzentration war bei den Patienten mit Polyneuropathie signifikant niedriger als bei den Patienten ohne Polyneuropathie. Bei 81,5 Prozent der Patienten mit Polyneuropathie wurde ein Vitamin-D-Mangel festgestellt, 60,4 Prozent der Diabetiker ohne Polyneuropathie hatten ebenfalls ein Vitamin-D-Defizit. Statistisch gab es eine signifikante Assoziation zwischen Vitamin-D-Mangel und der diabetischen Polyneuropathie. Daraus kann geschlossen werden, dass ein Vitamin-D-Mangel einen unabhängigen Risikofaktor für die diabetische Polyneuropathie darstellt. In weiteren Studien sollte geklärt werden, inwieweit eine Supplementierung von Vitamin D eine Polyneuropathie verhindern oder aufhalten kann.

Referenz:
D. Shehab et al.: Does Vitamin D deficiency play a role in peripheral neuropathy in type 2 diabetes? Journal compilation, 2011 Diabetes UK, DOI: 10.1111/j.1464-5491.03510
 

Bild: Yuri Arcurs, fotolia.de
 

November, Nr. 82

Vitamin D und Depressionen

Bild: Gerd Altmann, pixelio.de
US-Wissenschaftler des Southwestern Medical Center in Dallas untersuchten bei 12.954 Patienten die Serumkonzentration von Vitamin D (25-OH-D3). Außerdem wurden bei den Patienten Symptome einer Depressione mittels eines Fragebogens abgefragt. Insgesamt waren höhere Vitamin-D-Konentrationen mit einem signifikant verminderten Depressionsrisiko assoziiert. Dieser Zusammenhang war bei den Patienten mit einer Vorgeschichte von Depressionen stärker als bei jenen, die noch nie an Depressionen erkrankt waren. Daraus schlossen die Autoren, dass insbesonders Patienten mit Depressionen in der Vorgeschichte auf den Vitamin-D-Status untersucht werden sollten.

Referenz:
MinhTu T et al.: Association between low serum 25-Hydroxyvitamin D and depression in a large sample of healthy adults: The cooper center longitudinal study; Mayo Clinic Proceedings, Nov 2011 vol. 86 no. 11, 1050-1055

November, Nr. 81

Neuropathie bei Morbus Parkinson und Vitamin B12

Bild Uwe Duwald, pixelio.de
Forscher der University of Leicester konnten nachweisen, dass bei Patienten mit Morbus Parkinson häufiger eine Polyneuropathie vorliegt als bei Kontrollpersonen. Im Vergleich zu anderen Patienten mit Polyneuropathie hatten die Parkinsonpatienten signifikant niedrigere Vitamin-B12-Spiegel. Man kann also davon ausgehen, dass der Vitamin-B12-Mangel bei Parkinson-Patienten wesentlich zur Entstehung der Polyneuropathie beiträgt.
Es ist schon länger bekannt, dass bei Parkinsonpatienten unter der Medikation von L-Dopa Störungen des B12-Matabolismus auftreten.

Referenz:
Yusuf A et al.: Neuropathy in parkinson disease; neurology.org; Nov 2, 2011

November, Nr. 80

Vitamin D und Persönlichkeitsmerkmale

Bild: Benjamin Thorn, pixelio.de
In verschiedenen Studien wurden Zusammenhänge zwischen der Vitamin-D-Konzentration und verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen bzw. der Hirnleistungsfähigkeit festgestellt. Wissenschaftler der Universität von Tübingen und der Charité in Berlin untersuchten bei 206 gesunden Versuchspersonen die 1,25-Vitamin-D3-Konzentration. Parallel dazu füllten die Patienten einen Persönlichkeitsfragebogen (NEO-FFI) aus. Es zeigte sich, dass die Konzentration von 1,25-OH-D3 mit den Persönlichkeitsmerkmalen Offenheiten und Extraversion korrelierte. Die Vitamin-D3-Konzentration scheint also ein extravertiertes und offenes Verhalten zu fördern.

Referenz:
Andrea Ubbenhorst et al.: Exploring the relationship between vitamin D and basic personality traits; Psychopharmacology (2011) 215: 733-737

November, Nr. 79

Vitamin-B1-Behandlung bei Angsterkrankungen

Forscher der Vietnamese American Medical research Foundation der USA untersuchten bei neun Patienten mit generalisierter Angsterkrankung auch die Vitamin-B1-Spiegel. Bei den Patienten war kein Alkoholabusus bekannt, allerdings bestanden niedrige Vitamin-B1-Konzentrationen. Es wurde nun eine parenterale Vitamin-B1-Therapie durchgeführt: Sie erhielten 100 mg Vitamin B1 intramuskulär über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen. Durch diese Therapie kam es zu einer deutlichen Besserung der Angstsymptomatik, zu einer verminderten Müdigkeit und einem besseren Allgemeinbefinden. Interessanterweise konnten die Patienten auch Anxiolytika und Betablocker absetzen. Eine wichtige Erkenntnis dieser Studie ist, dass eine parenterale Verabreichung von Vitamin B1 ganz offensichtlich deutlich besser wirkt als eine orale Gabe. Mehrfach wurde schon darüber berichtet, dass nur durch eine parenterale Therapie Thiamin-Defizite ausgeglichen werden konnten.

Bild: Rainer Sturm, pixelio.de

Referenz:
Khanh vinh quoc Lurong et al.: The impact of thiamine treatment on generalized anxiety disorder; International Journal of Clinical Medicine, 2011, 2, 439-443

November, Nr. 78

Vitamin C bei Herzpatienten

Bild: Meier-Sander, pixelio.de
Auf einer Tagung der American Heart Association wurde eine Studie vorgestellt, in der die Vitamin-C-Konzentrationen bei Herzpatienten bestimmt wurden. Eine niedrige Vitamin-C-Konzentration war mit einem höheren hs-CRP-Spiegel assoziiert. Die Herzpatienten mit der niedrigsten Vitamin-C-Aufnahme über Nahrungsmittel hatten ein 2,4-fach erhöhtes Risiko für höhere hs-CRP-Konzentrationen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei 39 Prozent der Herzpatienten eine unzureichende Vitamin C Zufuhr vorlag - nach US-amerikanischen

Zufuhrempfehlungen. Tenor der Studie war, dass erhöhte hs-CRP-Spiegel eine Verschlechterung der Herzerkrankung mit sich brachten. Ein adäquater Spiegel von Vitamin C ist mit niedrigeren hs-CRP-Konzentrationen assoziiert.

Referenz:
Medicalnewstoday.com: Low Vitamin C levels may raise heart failure patients`risk; 14.11.2011

November, Nr. 77


Vitamin-C-Konzentration und körperliche Fitness bei Senioren

Bild: Rainer Sturm, pixelio.de
Der Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit spielt eine wichtige Rolle für die Lebensqualität im Alter. Japanische Wissenschafter untersuchten in einer Studie den Zusammenhang zwischen der Vitamin-C-Konzentration im Plasma und der körperlichen Leistungsfähigkeit älterer Frauen in Japan, die in Seniorenheimen lebten. An der Studie nahmen 655 Personen teil.

Es zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen der Vitamin-C-Konzentration und verschiedenen körperlichen Fitnesskriterien wie Gehgeschwindigkeit, Stärke des

Händedrucks und Stehen auf einem Bein. Die Vitamin-C-Konzentration war invers mit dem BMI assoziiert. Vitamin C spielt also eine wichtige Rolle für die Muskelstärke und die körperliche Leistungsfähigkeit bei älteren Frauen.


Referenz:
Saito K et al: A significant relationship between plasma vitamin c concentration and physical performance among japanese elderly women; J. Gerontol A Biol Sci Med Sci.,20.09.2011

November, Nr. 76

Vitamin B2 und hs-CRP

Bild: Bengelsdorf, pixelio.de
Iranische Wissenschaftler untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen der Aufnahme und dem Blutspiegel von Vitamin B2 und der Prävalenz einer systemischen Entzündung bei depressiven und nicht depressiven Krankenschwestern. Bei den depressiven Studienteilnehmerinnen wurde häufiger ein grenzwertiger Vitamin-B2-Mangel nachgewiesen. Es zeigte sich aber kein Zusammenhang zur hs-CRP-Konzentration.

Referenz:
Naghashpour M et al: Riboflavin status an ist association with serum hs-CRP levels among clinical nurses with depression; Jondi-Shapour University, 30.10.2011

November, Nr. 75

Vitamin B1 bei chronischen Herzpatienten

 

Bild: Gerd Altmann, pixelio.de
Die Einnahme von Diuretika bei Herzerkrankungen kann zu einer vermehrten Ausscheidung von Vitamin B1 führen, mit möglichen nachteiligen Effekten auf die Herzfunktion. Wissenschaftler der Universität Bern untersuchten die Wirksamkeit einer hochdosierten Vitamin-B1-Supplementierung bei Herzpatienten. Unter der Vitamin-B1-Therapie kam es zu einer signifikanten Verbesserung der Auswurffraktion des linken Ventrikels. Die Studie gibt konkrete Hinweise, dass eine Supplementierung von Vitamin B1 bei Herzpatienten unter Diuretika-Therapie von Vorteil ist. Ein subklinischer Vitamin-B1-Mangel ist wahrscheinlich ein unterschätzter Faktor bei diesen Patienten.

Referenz:
Schoenenberger AW et al: Thiamine supplementation in symptomatic chronic heart failure: a randomized, double-blind, placebo-controlled, cross-over pilot study; Universität Bern, 5.11.2011

November, Nr. 74

Mikronährstoffe bei Stress

Bild: Gerd Altmann, pixelio.de
Von der Universität Mainz wurde die Wirksamkeit eines Mikronährstoff-Kombinations-Präparates unter Stressbedingungen getestet. An der Methode nahmen 40 Studenten teil, die Examensstress ausgesetzt waren. Die hälfte der Studenten erhielt ein Mikronährstoffpräparat über einen Zeitraum von 3 Monaten, die andere Hälfte diente als Kontrollgruppe. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, unter anderem auch die Bestimmung 10 peridontaler Pathogene sowie die Bestimmung von Speichel- und Blutparametern.

Die Blutanalyse zeigte in der Verumgruppe einen Anstieg der Vitamine C und E und von Zink sowie einen niedrigen Anstieg von CRP im Vergleich zu der Placebo-Gruppe. In der Verumgruppe zeigten sich auch weniger Anzeichen einer Zahnfleischentzündung im Vergleich zur Kontrollgruppe. Bei den männlichen Versuchspersonen kam es zu einer Verminderung der Serumkonzentrationen von LDL und Triglyceriden. Diese Pilotstudie zeigte also, dass Mikronährstoffe in Stresszuständen einen günstigen Effekt auf Entzündungsprozesse und Plasmalipide haben.

Referenz:
Willershausen B et al: The influence of micronutrients on oral and general health; Johannes-Gutenberg Universität Mainz, 10.11.2011

November, Nr. 73

Glutamin und Neurotransmission

Glutamin findet sich in größeren Mengen im zentralen Nervensystem, wo es an einer ganzen Reihe von Stoffwechselreaktionen teilnimmt. Die Hauptrolle von Glutamin im Gehirn ist die Funktion als Vorstufe für die Bildung von Neurotransmittern, z.B. der exzitatorischen Aminosäuren Glutamat und Aspartat und der inhibitorischen Aminosäure GABA. Die Neurotransmitterpools von Glutamat, Aspartat und GABA stammen zu einem erheblichen Anteil aus Glutamin. Die Glutaminaufnahme in das zentrale Nervensystem wird durch die hohe Glutaminkonzentration außerhalb erleichtert. Es gibt inzwischen auch Hinweise, dass Glutamin die Neurotransmission direkt über die NMDA-Rezeptoren beeinflusst und über die Veränderungen der Membranpolarität. Glutamin scheint auch die Bildung von Stickstoffmonoxid zu modulieren, indem es die Versorgung der Nervenzellen mit Arginin kontrolliert.


Referenz:
Albrecht J. et al.: Roles of glutamine in neurotransmission; Neuron Glia Biol. 2011 Oct 21: 1 – 14

November, Nr. 72

Glutaminstoffwechsel und Viren

Das menschliche Cytomegalievirus (HCMV) kann in erheblichem Umfang den Zellstoffwechsel verändern. Das Virus tut dies, um seinen Energiebedarf für die Vermehrung zu decken. Man kann davon ausgehen, dass das HCMV Zellsignalprozesse verändert. Der Zellstoffwechsel wird dahingehend beeinflusst, dass die Glucose zur Bildung von Fettsäuren und Fetten verwendet wird. Glucose wird dadurch vom Citratzyklus abgezogen, weshalb der Stoffwechel vermehrt auf Glutamin als Energieträger zurückgreifen muss. Eine Infektion mit dem HCMV erhöht also sehr stark den Glutaminbedarf und –verbrauch.

Referenz:
Yu Y. et al.: Viruses and metabolism alterations of glucose and glutamine metabolism mediated by human cytomegalovirus; Adv Virus Rs. 2011; 80-49-67

November, Nr. 71

Zusammenhang zwischen B-Vitaminen und prämenstruellem Syndrom

Bild: Siegfried Fries, pixelio.de
Bei der Entstehung des prämenstruellen Syndroms werden verschiedene Faktoren diskutiert, wie z.B. hormonelle Schwankungen, Stress, Ernährung etc. Eine Dysregulation im Hirnstoffwechsel kann ebenfalls eine mögliche Ursache für die Entstehung des prämenstruellen Syndroms sein.

Die Gruppe der B-Vitamine, also B1, B2, B3, B6, B12 und Folsäure, ist ja bekanntlich bei der Bildung von Nervenbotenstoffen erforderlich. In einer amerikanischen Studie wurde nun geprüft, ob es einen Zusammenhang zwischen den B-Vitaminen - über die Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel - und der

Entstehung des prämenstruellen Syndroms gibt. Die Fall-Kontroll-Studie lief über 10 Jahre lang.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Aufnahme von Vitamin B1 und Vitamin B2 der Entstehung eines prämenstruellen Syndroms entgegenwirken kann. Zum Beispiel war bei den Frauen mit der höchsten Vitamin-B2-Aufnahme das Risiko für die Entstehung des prämenstruellen Syndroms um 35 Prozent vermindert; die Einnahme von Niacin, B6, Folsäure und B12 zeigte jedoch keine signifikanten Effekte. Weitere Forschungen sind notwendig, um die Wirkung der B-Vitamine eingehender zu untersuchen.

Referenzen:
Patricia O Chocano-Bedoya et al.: Dietary B vitamin intake and incident premenstrual syndrome. American Society for Nutrition, 04.02.2011
Dr. med Alexander Arlit: Prämenstruelles Syndrom (PMS); netdoktor.de, 06.04.2011

Oktober, Nr. 70

Biotin und DNA-Schäden

Bekanntlich ist Biotin ein Coenzym bei fünf Carboxylasen. Biotin wird aber auch an bestimmte Histone gebunden und spielt damit auch eine Rolle für die Regulierung der Genaktivität. Der genaue Biotinbedarf des Menschen ist nicht bekannt, die Empfehlung für eine adäquate Biotinzufuhr basiert auf der typischen Biotinaufnahme von anscheinend gesunden Personen. Wichtig ist, dass die Zufuhrempfehlungen nicht beachten, dass ein Biotinmangel die Stabilität des Genoms beeinträchtigen kann. Verschiedene Studien neueren Datums lassen die Vermutung zu, dass ein Biotinmangel eine Instabilität des Genoms hervorruft. Zunächst wurde davon ausgegangen, dass diese durch einen Verlust von biotinulierten Histonen hervorgerufen wird. Neuere Daten jedoch geben einen Hinweis darauf, dass die Holocarboxylase-Synthetase mit Methylierungsreaktionen interagiert. Diese Wirkung von Biotin auf die epigenetische Regulierung könnte eine Erklärung für verschiedene Geburtsdefekte sein, die man bei Tieren mit Biotinmangel festgestellt hat.

Referenz:
Zemplini J et al.: Biotin requirements for DANN damage prevention; Mutat Res. 2011 Aur 17.

Oktober, Nr. 69


Verlust des Geschmacks wurde durch Biotinbehandlung gebessert

Wissenschaftler der Louisiana State University berichteten von zwei Patienten, bei denen durch eine hochdosierte Biotintherapie ein Verlust des Geschmacksinns rückgängig gemacht werden konnte. Ein Patient nahm u.a. ein Präparat mit dem Wirkstoff Alpha-Liponsäure ein. Es ist bekannt, dass Alpha-Liponsäure an den Biotintransporter gebunden wird. Durch 10 mg Biotin pro Tag kam es zu einem Rückgang des Geschmackverlustes.

Bei dem zweiten Patienten war eine Operation zur Magenverkleinerung durchgeführt worden, nachdem es zu einem Verlust des Geschmacksinns gekommen war. 20 mg Biotin pro Tag führten zu einer Rückkehr des Geschmacksinns, bei fünf mg Biotin pro Tag konnte kein Effekt festgestellt werden. Biotindosen bis zu 40 mg gelten als sicher, so dass diese Form der Hochdosis-Biotin-Therapie bei Geschmacksverlust erprobt werden sollte.

Referenz:
Greenway FL et al.: Loss of taste responds to high-dose biotin treatment; J Am Coll Nutr. 2011 Jun; 30(3): 178-81

Oktober, Nr. 68

Zink und Depressionen

Die Depression wird sich nach Angaben der WHO bis zum Jahr 2020 zur zweithäufigsten Erkrankung weltweit entwickeln.
Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten jetzt einen möglichen Zusammenhang zwischen der Zinkaufnahme und Depressionen bei postgraduierten Studenten. Letztere stellen eine Risikopopulation für depressive Erkrankungen dar, z.B. durch häufigen Prüfungsstress. Bei 402 Studienteilnehmern im Durchschnittsalter von 32 Jahren wurde untersucht, inwieweit die Aufnahme von Zink mit Depressionen zusammenhängt.

Bild: Luise, pixelio.de
Dabei zeigte sich, dass ein inverser Zusammenhang zwischen der Zinkaufnahme und Depressionen bestand. Aufgrund dieser Studie kann man davon ausgehen, dass durch eine längerfristige Einnahme von Zink die Symptome einer Depression verbessert werden können.

Referenz:
Yary T, Aazami S et al.: Dietary intake of zinc was inversely associated with depression; Biol trace Elem Res. 2011 Sept 20

Oktober, Nr. 67

Ferritin und ADHS

Chinesische Wissenschaftler führten eine Metaanalyse zur Beurteilung eines möglichen Zusammenhangs zwischen den Ferritinspiegeln und der Empfänglichkeit für das ADHS-Syndrom durch. In die Metaanalyse wurden fünf kontrollierte Studien mit 258 ADHS-Patienten und 138 Kontrollpersonen einbezogen.
Es zeigte sich eine deutliche Assoziation zwischen den Ferritinspiegeln und der Anfälligkeit für eine ADHS-Symptomatik.

Referenz:
Zhengzhou Li-Na et al.: Relationship between serum ferritin levels and susceptibility to attention deficit hyperactivity disorder in children: a meta analysis; Clinical research 2011, Vol 13, Issue (9): 722-724

Oktober, Nr. 66

Vitamin-B12-Mangel erhöht Demenzrisiko

Es ist schon länger bekannt, dass ein Vitamin-B12-Mangel zu Konzentrationsstörungen und zu demenzähnlichen Symptomen führen kann. In einer Studie an 121 älteren Menschen konnten US-Wissenschaftler vom Rush University Medical Center in Chicago nachweisen, dass ein Vitamin-B12-Mangel tatsächlich Demenzen fördert. In ihrer Studie hatten die Wissenschaftler die Senioren im Laufe von viereinhalb Jahren mehrfach untersucht. Dabei wurden sowohl Vitamin B12 wie auch verschiedene Parameter des B12-Metabolismus gemessen. Studienteilnehmer, bei denen vier von fünf Markern eines B12-Mangels erhöht waren, wiesen bei entsprechenden Hirnleistungstests deutlich schlechtere Testergebnisse auf.
Bild: Gerd Altmann, pixelio.de
Eine Zunahme der Homocysteinkonzentration führte konzentrationsabhängig zu einer entsprechenden Verschlechterung der Testleistung. Zudem zeigten sich bei den Patienten mit längerfristigem B12-Mangel ein im Durchschnitt kleineres Gehirnvolumen und Anzeichen für Abbauprozesse.

Referenz:
scinexx.de, 27.09.2011: Vitamin B12-Mangel erhöht Demenzrisiko

Oktober, Nr. 65

Antioxidantien und kognitiver Abbau

Im Rahmen der französischen SU.VI.MAX-Studie wurde bei 4447 französischen Studienteilnehmern im Alter zwischen 45 und 60 Jahren untersucht, inwieweit sich die Supplementierung von Antioxidantien (Vitamin C, Beta-Carotin, Vitamin E, Selen und Zink) auf die kognitiven Funktionen auswirkte. Die Studienteilnehmer, die Antioxidantien erhielten, hatten ein besseres episodisches Gedächtnis. Vor allen Dingen erwies sich ein ausreichender Antioxidantienstatus als wichtig für den Erhalt des verbalen Gedächtnisses.

Referenz:
Kesse-Guyot E et al.: French adults`cognitive performance after daily supplementation with antioxidant vitamins and minerals at nutritional doses: a post hoc analysis of the supplementation in vitamins and mineral antioxidants (SU.VI.MAX) trial. Am J Clin Nutr. August 2011.

Oktober, Nr. 64

Serotoninmangel verschlechtert emotionale Kontrolle bei Ärger

Bild: Elke Handke, pixelio.de
In einer aktuell veröffentlichten Studie der Cambridge University England wurde nachgewiesen, dass Serotonin an der Regulierung von Emotionen in Folge von Ärger beteiligt ist. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass es bei niedrigen Serotoninspiegeln schwieriger ist, die emotionalen Reaktionen auf Ärger zu kontrollieren. Die Studie wurde in der Fachzeitung Biological Psychiatry publiziert.

Gesunde Versuchspersonen erhielten ein tryptophanfreies Aminosäuren-Getränk, wodurch sich die Serotoninbildung im Gehirn verminderte. Den Probanden wurden verschiedene Gesichter mit Ärger und neutraler Mimik gezeigt.
Parallel dazu scannten die Wissenschaftler die Gehirne der Versuchspersonen.mittels funktioneller Kernspintomographie. Bei einem experimentell erzeugten Serotoninmangel war, bei diesen Probanden, im Vergleich zu Kontrollpersonen, die Kommunikation zwischen dem Mandelkern und dem Frontallappen schwächer. Bei den Personen, die zu Aggressivität neigten, war die Kommunikation zwischen dem Mandelkern und dem Präfontalkortex ebenfalls schwächer.

Referenz:
Thomas Reuters: Biological Psychiatry, online September 13, 2011

Kommentar:
Wieder einmal zeigt sich, dass der Tryptophanstoffwechsel auch in erheblichem Umfang die psychische Befindlichkeit des Menschen beeinflusst. Die Serotoninbildung im Gehirn ist aber nicht nur vom Tryptophanangebot abhängig, sondern vor allen Dingen auch vom Verhältnis der Aminosäure Tryptophan zu den neutralen Aminosäuren im Blutserum. Außerdem sind am Tryptophan-/ Serotoninstoffwechsel auch verschiedene andere Mikronährstoffe beteiligt, z.B. Vitamin B6, Vitamin B2, Kupfer und Eisen. Zur Beurteilung des Tryptophanstoffwechsels sollten auch die Cofaktoren mitbestimmt werden.

September, Nr. 63

Eisen- und Vitamin-D-Mangel bei Heranwachsenden mit chronischer Müdigkeit und Kreislaufproblemen

Bild: Andreas Reuter, pixelio.de
Mehr als 10 Prozent der Heranwachsenden klagen über schwere Müdigkeit und/ oder Kreislaufprobleme. Studien bei Erwachsenen zeigten Zusammenhänge zwischen einem Eisenmangel und Müdigkeit und eine Korrelation zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und Schmerzzuständen.
US-Wissenschaftler untersuchten jetzt in einer Studie mit 188 Heranwachsenden den Zusammenhang zwischen Eisenstoffwechsel, Vitamin-D-Spiegel und Kreislaufproblemen/ Müdigkeit. Dabei wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegel und Kreislaufproblemen festgestellt. Außerdem wurden relativ häufig niedrige Ferritinspiegeln gemessen.

Referenz:
Antiel RM et al.: Iron insufficiency and hypovitaminosis d in adolescents with chronic fatique and orthostatic intolerance; South Med. J 2011 Aug; 104(8): 609-11

September, Nr. 62

Wirkung essentieller Fettsäuren beim prämenstruellen Syndrom

Bild: Inessa Podushko, pixelio.de
In einer Doppelblind-Studie wurde der Einfluss von ungesättigten Fettsäuren bei PMS geprüft. Dazu wurden 120 Frauen, die an einem prämenstruellen Syndrom litten, in drei Gruppen unterteilt. Je nach Gruppe bekamen die Studienteilnehmer entweder ein Placebopräparat oder 1 g oder 2 g des Medikaments täglich zum Einnehmen. Über 6 Monate wurden die Symptome dokumentiert.

Das Ergebnis verdeutlicht Folgendes:
Bei der Placebogruppe verminderten sich zwar anfangs die Symptome, stagnierten dann aber. In den beiden Gruppen mit 1 g und 2 g des Medikaments gab

es eine signifikante Verbesserung der Symptomatik, wobei die Wirksamkeit des Medikaments bei der 2-g-Gruppe höher lag.

Die Studie zeigt, dass sich ungesättigte Fettsäuren positiv auf eine prämenstruelle Symptomatik auswirken.

Referenz:
Edilberto A Rocha Filho et al.: Essential Fatty acids for premenstrual syndrome and their effect on prolactin and total cholesterol levels: a randomized, double blind, placebo-controlled study. Reproductive Health Journal, 17.01.2011

September, Nr. 61

Vitamin D und prämenstruelles Syndrom

Vitamin D ist ein Mikronährstoff mit sehr vielseitigen Eigenschaften und hat zahlreiche Funktionen im Stoffwechsel inne. Wegen seiner Wirkung auf den Calciumspiegel und auf die zyklusabhängigen Hormonschwankungen und wegen seines Einflusses auf den Neurotransmitterstoffwechsel geht man davon aus, dass eine hohe Vitamin-D-Zufuhr sich positiv auf das Risiko eines prämenstruellen Syndroms auswirken kann.

In einer US-amerikanischen Studie mit 186 jungen Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren wurde nun ein möglicher Zusammenhang untersucht. Anhand von Fragebögen wurden verschiedene Daten erfasst wie Ernährung, Gesundheitsfaktoren, Menstruationsbeschwerden und andere Lifestyle-Faktoren.

Die Auswertung der Studie zeigt, dass es einen inversen Zusammenhang zwischen der täglichen Vitamin-D-Aufnahme und dem prämenstruellen Syndrom gibt. Je schwerer die Symptome des PMS auftaten (eingeteilt in: schwer/ mäßig, mild oder minimal/ keine), desto niedriger war die tägliche Vitamin-D-Zufuhr.

Fazit:
Patienten mit prämenstruellen Beschwerden ist die Bestimmung von Vitamin D3 im Blutserum zu empfehlen. Anhand des Analyseergebnisses kann der Vitamin-D-Status beurteilt und eine Therapie individuell angepasst werden.


Referenz:
Elizabeth R. Bertone-Johnson et al.: Dietary vitamin D intake, 25-hydroxyvitamin D3 levels and premenstrual syndrome in a college-aged population. The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, July 2010, Volume 121, Issues 1-2, 434-437

September, Nr. 60

Vitamin C ist nützlich für Kinder mit Asthma

Bild: Frühlingsduft, VK, pixelio.de
Wissenschaftler der Universität von Helsinki analysierten den Effekt von 200 mg Vitamin C pro Tag auf die Asthmasymptomatik bei 60 Kindern im Alter zwischen sieben und zehn Jahren. Die höchste Wirksamkeit zeigte Vitamin C bei jüngeren Kindern (7 – 8,2 Jahre) mit leichten Asthmasymptomen. Bei älteren Kindern mit schweren Asthmasymptomen war der Nutzen der Vitamin-C-Supplementierung geringer.

Referenz:
Medical News Doday, 31.08.2011: Vitamin C may be beneficial for asthmatic children
 
September, Nr. 59

Mikronährstoffe reduzieren Stress und Ängstlichkeit

Bild: Marshi, the grudge, aboutpixel.de
In Neuseeland wurde eine Studie durchgeführt, in der ein Mikronährstoffpräparat für die Behandlung von ADHS bei Erwachsenen getestet wurde. Während der Studie ereignete sich ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1, so dass sich plötzlich die Möglichkeit ergab, den Einfluss der Mikronährstoffe auf die Stresstoleranz und psychische Belastbarkeit zu untersuchen. 16 Studienteilnehmer nahmen während des Erdbebens Mikronährstoffe ein, 17 Studienteilnehmer nicht. Die Teilnehmer der Mikronährstoffgruppe berichteten über signifikant weniger Ängstlichkeits- und Stresssymptome als die Kontrollpersonen. Die Ergebnisse der Studie legen
nahe, dass Mikronährstoffe die Stresstoleranz bei Katastrophen signifikant zu steigern vermögen.

Referenz:
Rucklidge J et al: Micronutrients reduce stress and anxiety in adults with attention-deficit/ hyperactivity disorder following a 7.1 earthqake; psychiatry Res 2011 Jul 29

September, Nr. 58

Weniger Schmerzmittel durch B-Vitamine

Bild: Klicker, pixelio.de
Es ist schon länger bekannt, dass Vitamine der B-Gruppe die Schmerzmitteltoleranz vermindern können, z.B. können B-Vitamine die Dauer einer erforderlichen Diclofenac-Therapie herabsetzen und die erforderliche Dosis reduzieren.
Russische Wissenschaftler untersuchten nun, wie dieser Effekt zu erklären ist. U.a. wurde auch der Einfluss der B-Vitamine auf die Aktivität von Cytochrom P450 3A4 untersucht, einem Enzymkomplex, der für den Diclofenac-Abbau zuständig ist. Dabei erwies sich Vitamin B2 als der effektivste Inhibitor des Diclofenac-Abbaus. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen auf, wie der Abbau von Medikamenten durch Vitamine der B-gruppe moduliert werden kann.

Referenz:
Biomed Khim. 2011 May – Jun; 57(3): 343-54: The influence of vitamin B group on monooxygenase activity of cytochrome P450 3A4: pharmacokinetics and electro analysis of catalytik properties

September, Nr. 57

Schlechte Zinkversorgung fördert Insulinresistenz

Zink spielt eine zentrale Rolle für die Bildung und Wirkung von Insulin. Bei 357 spanischen Schulkindern wurde untersucht, ob eine schlechte Zinkversorgung mit Insulinresistenz assoziiert ist. Die Kinder mit niedrigen Zinkkonzentrationen hatten höher HOMA-Werte im Vergleich zu den Kindern mit zufriedenstellendem Zinkstatus. HOMA ist ein bewährter Parameter zur Beurteilung der Insulinresistenz. Bemerkenswert bei dieser Studie war auch die Feststellung, dass die Zinkaufnahme bei 89,4 Prozent der Kinder unter den Zufuhrempfehlungen lag.

Bild: Gerd Altmann/ Anja Wichmann, pixelio.de

Referenz:
R.M. Ortega et al.: Poor zinc status is associated with increased risk of insulin resistance in Spanish children; British Journal of Nutrition, First View Article, published online: 20 July 2011

September, Nr. 56

Magnesium und anabole Hormone

Bild: Rainer Sturm, pixelio.de
Wichtige Determinanten des Alterungsprozesses sind Hormonstatus und die Ernährungssituation. Mit zunehmendem Lebensalter kommt es zu einem Abfall anaboler Hormone wie Testosteron und IGF-1. Von der Konzentration dieser Hormone ist auch das Risiko für das metabolische Syndrom, für Diabetes sowie die Sterblichkeit bei älteren Männern abhängig. In einer Studie an 399 älteren Männern über 65 Jahre wurden verschiedene Hormone sowie die Magnesiumspiegel untersucht. Es zeigte sich, dass die Magnesiumspiegel sehr stark mit der Konzentration der anabolen Hormone Testosteron und IGF-1 assoziiert waren.

Referenz:
Maggio M et al.: Magnesium and anabolic hormones in older men; Int J Androl. 2011 Jun 15

September, Nr. 55  

Selen und Schilddrüsenerkrankung

Italienische Wissenschaftler untersuchten in einer Studie den Effekt einer Selentherapie auf Symptome des Morbus Basedow. 159 Patienten mit milden Symptomen des Morbus Basedow erhielten entweder 2 x 100 µg Selen oder 2 x 800 mg Pentoxifyllin oder ein Placebopräparat über einen Zeitraum von acht Monaten. Die Selentherapie führte zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität, reduzierte die Augensymptome und verlangsamte die Entwicklung dieser Erkrankung. Pentoxifyllin zeigte hingegen keine signifikante Wirksamkeit.
Bild: Rainer Sturm, pixelio.de

Referenz:
Claudio Marcocci et al.: Selenium and the course of mild graves`orbitopathy; N Engl J Med 2011; 364: 1920-1931, May 19, 2011-08-31

September, Nr. 54  

Arginin und Bauchspeicheldrüse

Irische Forscher untersuchten in einem Zellversuch den Effekt von Arginin auf Stoffwechselparameter von pankreatischen Beta-Zellen. Ziel der Untersuchung war die Klärung der Frage, inwieweit Arginin, das einen bekannten insulinotropen Effekt besitzt, auf den Antioxidantienstatus und die Funktionsfähigkeit der Beta-Zellen Einfluss nimmt. Die Zugabe von Arginin hatte zahlreiche Effekte. Die Insulinsekretion wurde durch Arginin stimuliert; Arginin erhöhte die zellulären Glutathion- und Glutamatspiegel und verminderte das GSSG/ GSH-Verhältnis. Durch Arginin konnten auch die Effekte von proinflammatorischen Zytokinen auf die Pankreaszellen abgemildert werden. Der Glucoseverbrauch und der Intermediärstoffwechsel wurden durch Arginin gesteigert.

Bild: Michael Buehrke, pixelio.de

Referenz:
Krause M et al.: L-arginine is essential for pancreatic beta-cell functional integrity, metabolism and defence from inflammatory challenge; J Endocrinol. 2011 Jul 22

September, Nr. 53  

Selenkonzentration und Granulozytenfunktion

In einer japanischen Studie wurde bei 800 Versuchspersonen untersucht, wie sich die Selenkonzentration im Serum auf die Aktivität neutrophiler Granulozyten auswirkt. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass Versuchspersonen mit niedrigen Selenkonzentrationen einem größeren oxidativen Stress durch neutrophile Granulozyten ausgesetzt sind. Darüber hinaus fanden die Wissenschaftler, dass hauptsächlich Frauen von einer Selentherapie gegen oxidativen Stress profitieren dürften.

Bild: www.foto-fine-art.de, pixelio.de

Referenz:
Lee S et al.: The relationship between serum selenium concentration and neutrophil function in peripheral blood; Biol Trace Elem Res. 2011 Jun 21

September, Nr. 52  

Zink und Depressionen

Bild: Gerd Altmann, pixelio.de
Wissenschaftler der Universität New Castle, Australien, untersuchten die Effektivität einer Zinksupplementierung bei Depressionen. In die Untersuchung wurden vier randomisierte kontrollierte Studien einbezogen. Es zeigte sich, dass Zink als Begleittherapie zu Antidepressiva die Depressionsymptome bei depressiven Patienten signifikant verbesserte. Weniger klar war die Effektivität einer Zinksupplementierung bei gesunden Probanden bezüglich depressiver Symptome. Es ist hinlänglich evident, dass die Einnahme von Zink als Monotherapie oder als adjuvante Therapie bei depressiven Patienten von Vorteil ist.

Referenz:
Lai J et al.: The efficacy of zinc supplementation in depression: Systematic review of randomised controlled trials; J Affect Disord. 2011 Jul 26

August, Nr. 51

Fast-Food und Depressionen

Im Rahmen des SUN-Projektes wurde der Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf das Risiko von Depressionen untersucht. An der Kohortenstudie nahmen 8964 Personen teil. Der Verzehr von Fast-Food war mit einem höheren Risiko für Depressionen assoziiert. Zwischen dem Verzehr von Backwaren und Depressionen zeigte sich kein linearer Zusammenhang, allerdings hatten die Personen mit der niedrigsten Verzehrmenge (unteres Fünftel) ein geringeres Despressionsrisiko.

Bild: Thomas Siepmann, pixelio.de

Referenz:
Sánchez-Villegas A et al.: Fast-food and commercial baked goods consumption and the risk of depression; Public Health Nutr. 2011 Aug 11: 1 – 9

August, Nr. 50

Antioxidativer Status bei stationären Alzheimerpatienten

Bild: Helmut Stierle, abpoutpixel.de
Italienische Wissenschaftler untersuchten den antioxidativen Status von stationären Alzheimerpatienten und verglichen diesen mit dem antioxidativen Stress gesunder Kontrollpersonen. Die Plasmakonzentrationen von Lutein, Zeaxanthin, Lykopen, Vitamin E und Vitamin C waren bei den Alzheimerpatienten signifikant niedriger, genauso wie die Konzentrationen der Superoxiddismutase und der Glutathionperoxidase. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass der Antioxidantienspiegel und die Antioxidantienaktivitäten bei M. Alzheimer vermindert sind und als ein Marker für einen frühen kognitiven Abbau angesehen werden können.

Referenz:
Giovanna Turconi et al.: Nutritional and plasma antioxidant status assessment in an group of old Alzheimer`s inpatients; Turconi et al. J Nutr Food Sci 2011, 1:1

August, Nr. 49

Folsäure und Hirnleistungsfähigkeit

Bild: Gerd Altmann, pixelio.de
Schwedische Wissenschaftler der Universität Örebro untersuchten die Folsäurekonzentrationen bei 386 Jugendlichen im Alter von 15 Jahren und verglichen die Werte mit den Schulleistungen. Die Forscher fanden heraus, dass die Jugendlichen, die die höchsten Folsäurespiegel aufwiesen, auch die besten Noten hatten. Der sozioökonomische Status war hier nicht wesentlich. Es ist schon länger bekannt, dass Folsäure eine kritische Rolle bei der Hirnentwicklung und Hirnfunktion spielt. Bei jungen Kindern können Folsäuredefizite zu einer schlechteren neurokognitiven Entwicklung und Funktion führen. Wie das Ergebnis der Studie zeigt, sollte bei Jugendlichen stärker als
bisher auf eine gute Folsäureversorgung geachtet werden.

Referenz:
Medline Plus, July 11,2011: Higher folic acid levels in teens tied to academic success

August, Nr. 48  


Homocystein und Demenz

Bild: Markus Vogelbacher, pixelio.de
Wissenschaftler der Queens Mary University of London untersuchten mittels Daten von acht Kohortenstudien, inwieweit die Homocysteinkonzentration im Serum die Inzidenz von Demenzerkrankungen beeinflusst. Es zeigte sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Serum-Homocysteinkonzentration und der Inzidenz von Demenzerkrankungen. Pro fünf Mikromol pro Liter Anstieg der Homocysteinkonzentration erhöhte sich das Demenzrisiko um 35 bis 50 Prozent. Obwohl die Resultate dieser Studie keinen Beweis für Ursache und Wirkung liefern, so zeigen sie doch, dass durch eine Behandlung mit Vitamin B12 und Folsäure das Demenzrisiko ungefähr um 20 Prozent reduziert werden könnte.

Referenz:
Wald DS et al.: Serum homocysteine and dementia: Meta-analysis of eight cohort studies including 8669 participants; Alzheimer Dement. 2011 Jul; 7(4): 412-7

August, Nr. 47

Vitamin C und Blutdruck

Bild: Rainer Sturm, Pixelio.de
Im Rahmen der EPIC-Studie wurde untersucht, wie sich die Vitamin-C-Aufnahme auf den Blutdruck auswirkt. An der Studie nahmen 20.926 Personen teil. Dabei zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit für arterielle Hypertonie bei den Personen mit den höchsten Vitamin-C-Spiegeln um 22 Prozent niedriger lag.

Referenz:
Myint PK et al.: Association between plasma vitamin C concentrations and blood pressure in the European Prospective Investigation Into Cancer-Norfolk Population-Based Study; Hypertension. 2011 Jul 18
Juli 2011, Nr. 46

Vitamin C ist für Netzhautfunktion wichtig

Bild: Alexandra H., Pixelio.de
 
Wissenschaftler aus Südamerika konnten nachweisen, dass Vitamin C für die Funktionsfähigkeit der Netzhautzellen eine wichtige Rolle spielt. Vitamin C wird für die GABA-Rezeptoren der Netzhaut benötigt. Da die Retina ein zentraler Teil des Nervensystems ist, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass Vitamin C wahrscheinlich auch im übrigen ZNS für die Funktion der GABA-Rezeptoren gebraucht wird.

Referenz:
Medical News Today, 18 Jul 2011: In a surprising finding, vitamin C is found to prolong proper functioning of retinal cells
Juli 2011, Nr. 46

Vitamin E schützt gegen Cholesterin-Schäden

Die Hypercholesterinämie ist ein Hauptrisikofaktor für altersabhängige Erkrankungen wie Atherosklerose und M. Alzheimer. Eine Anhäufung von Cholesterin in den Blutgefäßen führt zu Atherosklerose. Ein Cholesterinüberschuss im Gehirn ist mit einer vermehrten Bildung von Amyloid-Beta-Peptiden assoziiert, die als Vorstufe der Alzheimer-Plaques gelten. Epidemiologische Studien konnten eine Assoziation zwischen einer hohen Aufnahme bzw. einer hohen Serumkonzentration von Vitamin E und einem niedrigen Risiko für ischämische Herzerkrankungen nachweisen. Es ist auch bekannt, dass Vitamin E die Muskelzellproliferation in den Blutgefäßen hemmt. Auf der Basis dieser Erkenntnisse ist Vitamin E als ein wichtiger Schutzfaktor gegen altersassoziierte Erkrankungen anzusehen, die mit einer Hypercholesterinämie einhergehen.

Referenz:
Catalgol B, Ozer NK et al.: Protective effects of vitamin E against hypercholesterolemia-induced age-related diseases; Genes Nutr. 2011 May 18

 

Juli 2011, Nr. 45

Vitamin E bei Fettleber

Die Fettleber ist die häufigste chronische Lebererkrankung bei Kindern in den Vereinigten Staaten. US-Wissenschaftler untersuchten deshalb den Einfluss von Ernährungsfaktoren auf die Entstehung dieser Erkrankung. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Vitamin-E-Aufnahme bei den Kindern nicht den Zufuhrempfehlungen entsprach. Die Vitamin-E-Aufnahme war umso niedriger, je stärker das Ausmaß der Fettleberbildung war. Es konnte auch nachgewiesen werden, dass bei Fettleberpatienten häufig eine Erhöhung der Harnsäure vorlag, die als Maß für die Fruktoseaufnahme zu werten ist.

Referenz:
Vos MB et al.: Correlation of Vitamin E, Uric acid and diet composition with histologic features of pediatric nonalcoholic fatty liver disease; J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2011 Jun 21

Juli 2011, Nr. 44  

Eisenmangel als Risikofaktor für Fieberkrämpfe

Bild: BeKo, pixelio.de

Wissenschaftler in Indien untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen Eisenmangel und dem Auftreten von Fieberkrämpfen in einer Kinderklinik. Ein Eisenmangel wurde definiert als ein Hämoglobinwert kleiner als 11 g% und einer Serumferritinkonzentration kleiner als 12 ng/ ml. Bei Kindern zwischen 6 Monaten und drei Jahren wurde eine hochsignifikante Assoziation zwischen Eisenmangel und Fieberkrämpfen gefunden.

Referenz:
Kumari PL et al.: Iron deficiency as a risk factor for simple febrile seizures; case control study; Indian Pediatr. 2011 May 30

Juli 2011, Nr. 43

Eisenmangel bei Herzinsuffizienz

Bild: Gerd Altmann/PhotoshopGraphics/pixelio.de
Wissenschaftler aus New York untersuchten anhand von Daten von NHANES III bei 574 Erwachsenen mit Herzinsuffizienz den Zusammenhang zwischen Eisenmangel, Hämoglobinkonzentration, CRP und der Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Eisenmangel wurde definiert als eine Ferritinkonzentration kleiner als 100 µg/ l oder zwischen 100 und 299 µg/ l, wenn die Transferrinsättigung niedriger als 20 Prozent war. 61,3 Prozent der Studienteilnehmer wiesen einen Eisenmangel auf.

Die Patienten wurden über einen Zeitraum von 6,7 Jahren beobachtet. 193 von Ihnen starben an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die Auswertung der Daten zeigt, dass bei der Herzinsuffizienz ein Eisenmangel sehr häufig vorkommt - in Verbindung mit einer verminderten Hämoglobinkonzentration und einem erhöhten CRP. Das Hämoglobin war mit der Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert, CRP ging sowohl mit der Gesamtsterblichkeit wie auch mit der kardiovaskulären Mortalität einher.

Referenz:
Parikh A et al.: Iron deficiency in community-dwelling U.S. adults with self-reported heart failure in NHANES III: Prevalence and associations with anemia and inflammation; Circ Heart Fail 2011 Jun 24

Juli 2011, Nr. 42

Eisenmangel und Bleibelastung

In Brasilien wurde die Bleibelastung bei 384 Kindern untersucht, die in der Nähe von bleiverarbeitenden Industriebetrieben wohnten. Erwartungsgemäß nahm die Vollblutkonzentration mit wachsender Distanz von den Industriebetrieben ab. Höhere Ferritinkonzentrationen waren mit niedrigeren Bleikonzentrationen assoziiert.

Referenz:
Rondó PH et al.: Iron deficiency anaemia and blood lead concentrations in brazilian children; Trans RSoc Trop Med Hyg 2011 Jul 8

Juli 2011, Nr. 41

Intravenöse Eisengabe zur Behandlung von Müdigkeit

In einer Studie der Universität Zürich wurde die Wirksamkeit einer intravenösen Eisengabe bei der Behandlung von Müdigkeit bei nicht-anämischen Patienten mit niedrigem Serum-Ferritin untersucht. An der Studie nahmen 90 prämenopausale Frauen teil, die weniger als 50 µg/ l Ferritin aufwiesen, bei einem Hämoglobinwert größer als 12 g/ dl. Die intravenöse Gabe von Eisen zeigte eine gute Wirksamkeit gegen das Müdigkeitssyndrom bei Frauen mit einer Ferritinkonzentration kleiner als 15 ng/ ml. Die intravenöse Verabreichung erwies sich als gut verträglich.

Referenz:
Krayenbuehl PA et al.: Intravenous iron for the treatment of fatigue in non-anemic, premenopausal women with low serum ferritin concentration; Blood, 2011 Jun 24

Juli 2011, Nr. 40

Spezielle Aminosäure und Vitamine
vermindern Schwangerschaftsbeschwerden


In etwa fünf bis sieben Prozent der Schwangerschaften gibt es Komplikationen bis hin zu Früh- oder Fehlgeburten. Forscher aus Mexiko und den USA haben jetzt herausgefunden, dass die Einnahme einer speziellen Aminosäure in Kombination mit antioxidativen Vitaminen bei durch Präeklampsie verursachten Schwangerschaftsbeschwerden helfen soll.

An einer Studie nahmen 672 Schwangere teil, bei denen bereits Frühsymptome einer Präeklampsie festgestellt worden waren bzw. das Risiko für die Erkrankung aus der Krankheitsgeschichte hervorging. Die Schwangeren wurden in drei Vergleichsgruppen eingeteilt. Ab der 20. Schwangerschaftswoche bekamen die Frauen einen Energie-Riegel. Je ca. 220 Schwangere bekamen entweder einen Riegel ohne Zusätze, einen mit Vitaminen bzw. einen Riegel mit der Aminosäure L-Arginin und Vitaminen.
In der ersten Gruppe – ohne jeglichen Zusatz – erkrankten 30 Prozent der Frauen, bei der zweiten Gruppe – mit dem Vitaminriegel - lag die Erkrankungsrate bei 23 Prozent. Die dritte Gruppe, die sowohl Vitamine als auch die Aminosäure L-Arginin supplementierte, erzielte das beste Ergebnis: Nur bei 13 Prozent zeigten sich Präeklampsiesymptome.

Die Studie weist nach, dass durch eine spezielle Ernährung das Präeklampsie-Risiko vermindert werden kann. Außerdem konnten die Forscher nachweisen, dass die Aminosäure L-Arginin einen positiven Effekt auf den Blutfluss hat. Die Forscher berichteten im „British Medical Journal“, dass die Einnahme dieser Aminosäure gemeinsam mit Vitaminen sich nicht nur positiv auf die Präeklampsie-Erkrankung auswirkte, sondern auch die Anzahl der Frühgeburten senkte.


Referenz:
Schwangerschaft: Aminosäure und Vitamine lindern Beschwerden, 1a-krankenversicherung.de, 24.05.2011-06-20

 

Juli 2011, Nr. 39

Vitamin B1 und Hirnleistung

Bild: S. Hofschlaeger, pixelio.de
Israelische Wissenschaftler untersuchten die kognitive Leistungsfähigkeit bei Kindern im Alter von 5 bis 7 Jahren, die während ihres ersten Lebensjahrs eine Vitamin-B1-arme Milchersatzernährung erhielten. Die Ergebnisse der Studienteilnehmer verglichen die Wissenschaftler mit denen entsprechender Kontrollpersonen, die als Säugling entweder mit Muttermilch oder mit anderen Milcharten ernährt worden waren. Die Forscher führten bei den Kindern mehrere Testverfahren durch. Es zeigte sich, dass die Kinder mit einer Vitamin-B1-Mangelernährung eine hohe Rate an verschiedenen kognitiven Defiziten
aufwiesen, z.B. litten sie häufiger an Sprachstörungen als die anderen Studienteilnehmer. Außerdem wurde ein Stillstand in der Sprachentwicklung festgestellt. Die Erkenntnisse dieser Studie zeigen, dass ein B1-Mangel in der frühesten Kindheit schwere und langanhaltende Sprachstörungen verursacht und dass die Ernährung einer der Hauptverursacher dieser Sprachprobleme sein kann.

Referenz:
Iris Fattal et al.: The crucial role of thiamine in the development of syntax and lexical retrieval: a study of infantile thiamine deficiency; Brain (2011) 134(6): 1577-1579 doi:10.1093/brain/awr116

Juni 2011, Nr. 38

Erhöhte Homocysteinkonzentrationen begünstigen Hirnatrophie

Bild: Kurt Michel, pixelio.de
Britische Wissenschaftler untersuchten mittels Kernspintomographie die Zusammenhänge zwischen Hirnläsionen und Homocysteinspiegeln bei älteren Patienten mit arterieller Hypertonie. Die Hirnatrophieraten waren signifikant mit der Homocysteinkonzentration assoziiert. Es zeigte sich aber kein Zusammenhang zwischen der Homocysteinkonzentration und Läsionen der weißen Hirnsubstanz.

Referenz:
Sunil K et al.: Elevated plasma homocysteine is associated with incrased brain atrophy rates in older subjects with mild hypertension; Dementia and Geriatric Cognitive Disorders; Vol. 31, No. 5, 2011

Juni 2011, Nr. 37

Vitamin D und Schuppenflechte

Schuppenflechte ist eine chronische und entzündliche Hauterkrankung in deren Verlauf es zu einer Immunreaktion gegen die Zellen der Oberhaut kommt. Ein Schlüsselmolekül für die Entzündungsreaktion bei der Schuppenflechte ist das Signalmolekül Interleukin 1 Beta, das allerdings erst durch so genannte Inflammasome aus einem Vorläuferprotein gebildet werden muss. Inflammasome sind Proteinkomplexe die bei Gefahr in der Zelle erzeugt werden. Bei Psoriasispatienten konnte jetzt nachgewiesen werden, dass ein Inflammasom in besonderem Maße aktiviert wird, worauf sich die Produktion von IL 1 Beta erhöht. Interessanterweise konnte jetzt nachgewiesen werden, dass bestimmte antimikrobielle Eiweiße, nämlich Cathelicidine, die Aktivierung des Inflammasoms verhindern können. Vitamin D steigert die Produktion der Cathelicidine in der Haut. Dieser neu entdeckte Entzündungsmechanismus dürfte auch die Erklärung dafür sein, dass Vitamin D bei Schuppenflechte hilft.

Referenz:
Der Standard.at: Neuer Entzündungs-Mechanismus bei Schuppenflechte entdeckt, 14.05.2011

Juni 2011, Nr. 36

Vitamin-D-Mangel sehr häufig bei Rheumapatienten

Wissenschaftler der Universität Lausanne untersuchten die Vitamin-D-Konzentrationen bei ambulanten Patienten mit Osteoporose und rheumatischen Erkrankungen. Insgesamt zeigte sich, dass bei 86 Prozent der 272 Patienten die Vitamin-D-Konzentrationen unter 30 µg/ l lagen, also in einem Bereich der als defizitär oder insuffizient eingestuft werden kann. Besonders niedrig lag der durchschnittliche Vitamin-D-Spiegel bei den Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie war, dass trotz oraler Supplementierung nur ein Viertel der Patienten normale Vitamin-D-Konzentrationen erreichten.

Referenz:
Stoll D. et al.: High prevalence of hypovitaminosis D in a Swiss rheumatology outpatient population, Swiss Med Wkly. 27.05.2011

Juni 2011, Nr. 35

Vitamin-D-Konzentration beeinflusst kardio-metabolische Risikofaktoren

Wissenschaftler der University of California untersuchten bei 292 postmenopausalen Frauen die Zusammenhänge der Vitamin-D-Konzentration mit verschiedenen Parametern wie BMI, Taillenumfang, Triglyceride, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, HOMA-IR etc. Es zeigte sich, dass höhere Vitamin-D-Konzentrationen invers mit Übergewicht, Triglyceriden und dem metabolischen Syndorm assoziiert waren. Die Vitamin-D-Konzentration hatte aber keinen Einfluss auf LDL- und HDL-Cholesterin, HOMA-IR, Glucose etc.

Referenz:
Chacko SA et al.: Serum 25-hydroxyvitamin D concentrations in relation to cardiometabolic risk factors and metabolic syndrome in postmenopausal women. Am J Clin Nutr. 25.05.2011

Juni 2011, Nr. 34

Vitamin D bei Schmerzsyndromen

Im Vorwort des israelischen Ärzteblattes wird die Frage gestellt, ob Vitamin D eine neue therapeutische Substanz bei Schmerzsyndromen sein könnte. Es ist bekannt, dass Vitamin D die Konzentration des proinflammatorischen Zytokins IL-17 senkt. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis konnte nachgewiesen werden, dass unzureichende Vitamin-D-Spiegel mit höherer Wahrscheinlichkeit erhöhte Titer von Antikörpern gegen citrullinierte Peptide verursachen. Es konnte eine starke Assoziation zwischen Vitamin-D-Mangel und chronischen Schmerzen nachgewiesen werden. Bei Patienten mit unspezifischen Schmerzen im Skelettbereich lagen signifikant häufiger Vitamin-D-Defizite vor als bei entsprechenden Kontrollpersonen. An norwegischen Patienten, die an chronischen Schmerzsyndromen, Arthrosen oder rheumatoider Arthritis litten, konnte gezeigt werden, dass höhere Vitamin-D-Spiegel die Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates und den Schweregrad der Erkrankung verminderten. Die israelischen Autoren erwähnen in ihrem Artikel, dass auch in einem sonnenverwöhnten Land wie Israel ein Vitamin-D-Mangel weit verbreitet ist. Aufgrund der derzeitigen Datenlage sollten unbedingt weitere Studien durchgeführt werden, inwieweit eine Vitamin-D-Therapie bei entzündlichen-rheumatischen Erkrankungen von Vorteil ist.

Referenz:
Yoav Arnson MD and Howard Amital MD MHA: Is Vitamin D a new therapeutic agent in autoinflammatory and pain syndromes?, IMAJ – Vol 13, April 2011

Juni 2011, Nr. 33

Lithium senkt Selbstmordrate

Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien bestätigten, dass Lithium einen positiven Effekt auf die Psyche ausübt und sogar die Selbstmordrate senken kann.

Das geht aus einer Studie hervor, die im Mai 2011 im „British Journal of Psychiatry“ veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass bereits geringe Konzentrationen dieses Spurenelements messbare Effekte auf die Gesundheit haben könnte.

Die Wissenschafter um Nestor Kapusta nahmen 6460 Trinkwasserproben aus 99 österreichischen Bezirken und verglichen die Lithiumwerte mit den dortigen Suizidraten. Sie kamen zu folgendem Ergebnis: „Je höher der Lithiumwert im Trinkwasser ist, desto niedriger ist die Suizidrate.“


Kommentar:
Nach unserer Laborerfahrungen sind bei den meisten Patienten zu niedrige Lithiumkonzentrationen im Blut nachweisbar. Wir empfehlen insbesondere allen, die unter psychischen Befindlichkeitsstörungen leiden, den Lithiumgehalt im Blut einmal testen zu lassen, um dann eine gezielte Therapie mit diesem Spurenelement durchführen zu können.

Referenz:
Wienerzeitung.at, 01.06.2011: Lithium senkt Selbstmordrate

Juni 2011, Nr. 32

Vitamin B2-Mangel und hämatologischer Status

Bild: S. Hofschläger, pixelio.de
  In bestimmten Bevölkerungsgruppen kann ein moderater Vitamin-B2-Mangel auftreten, wobei die funktionelle Signifikanz dieses Mangels noch unklar ist. Britische Wissenschaftler untersuchten bei einer Gruppe von Frauen im Alter von 19 bis 25 Jahren mit einem leichten Vitamin-B2-Mangel den Effekt einer Riboflavin-Supplementierung auf den hämatologischen Status. An der Studie nahmen 123 Frauen teil. Die Studienteilnehmerinnen erhielten über einen Zeitraum von acht Wochen entweder zwei oder vier Milligramm Riboflavin oder ein Placebopräparat. Vor und nach der Supplementierung wurde der hämatologische
Status überprüft. Erwartungsgemäß bewirkte die Vitamin-B2-Supplementierung eine deutliche Verbesserung des Riboflavinstatus. Bei den Frauen mit dem niedrigsten Riboflavinstatus zu Beginn der Studie kam es zu einem signifikant höheren Anstieg des Hämoglobinstatus im Vergleich zu den Frauen mit ausreichender Vitamin-B2-Versorgung.

Die Eisenaufnahme und die Eisenabsorption änderte sich nicht im Verlauf der Studie. Es bleibt also festzuhalten, dass eine schlechte Versorgung mit Vitamin B2 auch den Eisenstatus negativ beeinflusst. Je niedriger der Riboflavinstatus, desto deutlicher zeigten sich die hämatologischen Vorteile durch eine Supplementierung.

Referenz:
Powers HJ et al.: Correcting a marginal riboflavin deficiency improves hematologic status in young women in the United Kingdom (RIBOFEM); Am J Clin Nutr. 2011 Apr 27

Mai 2011, Nr. 31

Geringere Antioxidantienspiegel bei NASH

Bild: Peter Röhl, pixelio.de
Bei der Pathogenese der Nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH) dürfte der oxidative Stress eine bedeutende Rolle spielen. Wissenschaftler der Universität Düsseldorf untersuchten bei Patienten mit NASH die Plasmaspiegel verschiedener Carotinoide und Tocopherole. An der Studie nahmen 47 Patienten mit NASH und 40 gesunde Kontrollpersonen teil. Die Spiegel von Alpha-Tocopherol, Lutein, Zeaxanthin, Alpha-Carotin und Beta-Carotin waren bei den NASH-Patienten signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen. Die Leberwerte korrelierten nicht mit den Plasmakonzentrationen der gemessenen Substanzen. Die Supplementierung lipophiler Antioxidantien könnte eine sinnvolle Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit NASH sein.

Referenz:
Erhardt A et al.: Plasma levels of vitamin E and carotenoids are decreased in patients with Nonalcoholic Steatohepathitis (NASH); Eur J Med Rs. 2011 Feb 24; 16(2): 76-8

Mai 2011, Nr. 30

Vitamin C und Endothelfunktion

Bild: vwi12, pixelio.de
Bei normalgewichtigen und übergewichtigen Männern im Collegealter wurde untersucht, wie sich der Vitamin-C-Status auf die Endothelfunktion und auf Entzündungsmarker auswirkt. Bei den Versuchsteilnehmern wurden Vitamin C, Vitamin E und Thiole, CRP, MPO und verschiedene Zytokine bestimmt. Die Endothelfunktion wurde mittels FMD bestimmt. Übergewichtige Männer hatten im Vergleich zu normalgewichtigen Personen eine deutlich niedrigere FMD, außerdem lagen ihre Vitamin C-Aufnahme um 51 Prozent und die Plasmakonzentrationen um 28 Prozent niedriger.

Es wurden auch deutlich höhere Konzentrationen von Entzündungsmarkern nachgewiesen.
Die Konzentrationen von CRP und MPO korrelierten invers mit dem Vitamin-C-Spiegeln. Ein niedriger Vitamin-C-Status ist also mit einer höheren Entzündungsbereitschaft und einer gestörten Endothelfunktion assoziiert – sowohl bei normalgewichtigen als auch bei übergewichtigen Männern.

Referenz:
Mah E et a.: Vitamin C status is related to proinflammatory responses and impaired vascular endothelial function in healthy, college-aged lean and obese men; J Am Diet Assoc. 2011 May; 111(5): 737-43

Mai 2011, Nr. 29

Vitamin-E-Konzentration und Regeneration nach Hüftfraktur

Ein schlechter Ernährungszustand nach einer Hüftfraktur kann zu einem körperlichen Abbau beitragen. Es wurde nachgewiesen, dass die Vitamin-E-Konzentration mit der körperlichen Fitness bei älteren Menschen zusammenhängt. US-Wissenschaftler untersuchten, wie sich die Konzentrationen von Alpha- und Gamma-Tocopherol auf die Regeneration nach Hüftfrakturen bei Frauen über 65 Jahren auswirkte. Dazu wurden verschiedene Tests durchgeführt. Insgesamt zeigte sich, dass höhere Konzentrationen von Alpha- und Gamma-Tocopherol mit einem besseren körperlichen Zustand und schnellerer Regeneration nach Hüftfraktur verbunden waren.

Referenz:
D´Adamo CR et al.: Serum vitamin E concentrations and recovery of physical function during the year after hip fracture; J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2011 Apr.

Mai 2011, Nr. 28

Q10-Mangel bei Kindern mit Nahrungsmittelallergien

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1997-2007 Hemera Technologies Inc
In einer kleinen Studie der University of Cincinnaty wurde untersucht, inwieweit bei Kindern Nahrungsmittelintoleranzen und Nahrungsmittelallergien mit einer mitochondrialen Dysfunktion verbunden sind. Zur Bestimmung der Q10-Spiegel wurden Muskelbiopsien durchgeführt. Die Q10-Konzentrationen in der Muskulatur waren signifikant mit der Dauer der Nahrungsmittelintoleranzen und Allergien assoziiert. Man kann also davon ausgehen, dass Kinder mit diesen Krankheitsbildern im Laufe der Zeit einen Q10-Mangel entwickeln.

Referenz:
Miles MV et al.: Acquired coenzyme Q10 deficiency in children with recurrent food intolerance and allergies; Mitochondrion. 2011 Jan; 11(1): 127-35

April 2011, Nr. 27  

Homocystein und diabetische Polyneuropathie

Chinesische Wissenschaftler untersuchten bei Typ-2-Diabetikern den Einfluss der Homocysteinkonzentration auf die Entwicklung einer diabetischen Neuropathie. Bei den Diabetikern mit Neuropathien waren die Homocysteinspiegel höher als bei Diabetikern ohne Neuropathie. Dabei bestand die Assoziation der Homocysteinkonzentration mit der diabetischen Neuropathie unabhängig von anderen Risikofaktoren für die Neuropathie, z.B. der Dauer des Diabetes oder des HbA1c-Wertes.
Der Zusammenhang zwischen der Homocysteinkonzentration und Neuropathien sollte in weiteren Untersuchungen noch weiter abgeklärt werden.

Referenz:
Jianbo L et al.: Association of homocysteine with peripheral neuropathy in chinese patients with type 2 diabetes; Diabetes Res Clin Pract. 2011 Apr 8

April 2011, Nr. 26  

Chronischer Alkoholkonsum stört Wiederaufnahme von Biotin

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In einem Zellkulturversuch konnte nachgewiesen werden, dass Alkohol zu einer deutlichen Verminderung der Biotinaufnahme in Zellen führte. Dieser Alkohol scheint diesen Effekt durch Veränderungen der Genregulierung des Biotintransporters auszulösen.

Referenz:
Veedamali S et al.: Chronic alcohol exposure negatively impacts the physiological and molecular parameters of the renal biotin reabsorption process; ajprenal.physiology.ort; 8 Dec. 2010

April 2011, Nr. 25  

Vitamin K schützt Neuronen

Vitamin K hat einen protektiven Effekt auf Nervenzellen. Methylquecksilber ist ein Neurotoxin, das direkt den neuronalen Tod induziert. Wissenschaftler aus Japan untersuchten jetzt in einer Zellkultur, inwieweit Vitamin K die Toxizität von Methylquecksilber beeinflusst. Erwartungsgemäß verhinderte Vitamin K den Tod der Neuronen. Bemerkenswert war, dass Vitamin K auch dann einen protektiven Effekt entfaltete, wenn eine Glutathiondepletion herbeigeführt wurde. Bekanntlich ist die Glutathiondepletion ein typischer Effekt des Methylquecksilbers. Vitamin K besitzt also einen Schutzeffekt gegen die Zytotoxizität von Methylquecksilber, ohne dabei aber die GSH-Spiegel anzuheben.

Referenz:
Sakaue M et al.: Vitamin K has the potential to protect neurons from methylmercury-induced cell death in vitro; J Neurosci Res. 2011 Apr 12

April 2011, Nr. 24  

Vitamin-D-Status bei Kindern

Bild: Albrecht B. Arnold, pixelio.de
 
In einer Studie dänischer Wissenschaftler wurde bei neun Monate alten Kleinkindern die Vitamin-D-Konzentration bestimmt und mit dem Lipidstatus, dem Bodymass-Index und dem Taillenumfang in Relation gesetzt. Zwischen der Vitamin-D-Konzentration und den Glucose- und Insulinspiegeln zeigte sich keine Assoziation. Eine negative Assoziation wurde aber zwischen dem Vitamin-D-Status und Cholesterin, Triglycerin, Body-Mass-Index und Taillenumfang nachgewiesen.

Referenz:

Arnberg K et al.: Associations between vitamin D status in infants and blood lipids, body mass index and waist circumference; Acta Paediatr. 2011 Mar 18
März 2011, Nr. 23  

Carnitin schützt gegen die Neurotoxizität von Nickel

Nickel wirkt dadurch neurotoxisch, dass es die Mitochondrienfunktion stört. In einer chinesischen Studie wurde untersucht, inwieweit Carnitin Nervenzellen vor der Nickeltoxizität schützen kann. Nickel führte sowohl zur Bildung von ROS sowie erhöhten Malondialdehydspiegeln wie auch zu einer deutlichen Funktionsstörung und Schädigung der Mitochondrien. Alle diese zytotoxischen Effekte, die durch Nickel ausgelöst wurden, konnten durch Zugabe von Carnitin in die Zellkultur wirksam vermindert werden.

Referenz:
He MD et al.: L-carnitine protects against nickel-induced neurotoxicity by maintaining mitochondrial function in neuro-2a cells; Toxicol Appl Pharmacol. 2011 Mar 23

März 2011, Nr. 22

Fünf Aminosäuren können Diabetes voraussagen

Schon seit einiger Zeit sind Bestrebungen im Gange, Stoffwechselprodukte zu finden, die für eine Erkrankung charakteristisch sind. Wissenschaftler aus Boston untersuchten bei 2.422 Teilnehmern der Framingham Offspring Study solche Metabolite. Ein großer Teil der Studienteilnehmer war 12 Jahre später an Typ-2-Diabetes erkrankt. Als die Wissenschaftler die Aminosäurenkonzentratrionen in den ursprünglichen Blutproben der Diabetespatienten mit jenen der Teilnehmer verglichen, die nicht an Diabetes erkrankten, machten sie eine bemerkenswerte Entdeckung. Die Werte von Isoleucin, Leucin, Valin, Tyrosin und Phenylalanin zeigten ein deutliches Risiko für einen späteren Diabetes mellitus Typ 2. Von besonderer Aussagekraft ist die gleichzeitige Veränderung mehrerer Aminosäuren. Der Leiter der Studie Robert Gerszten hält es für möglich, dass die Bedeutung eines gestörten Aminosäurenstoffwechsels in der Frühphase des Typ-2-Diabetes bislang unterschätzt wurde.

Referenz:
Aerzteblatt.de, 21.03.2011

März 2011, Nr. 21    

Taurin vermindert oxidativen Stress nach starker Muskelbelastung

Eine Überanstrengung der Muskulatur kann einen oxidativen Stress hervorrufen und das Muskelgewebe schädigen. Die Taurinkonzentration der Muskulatur ist relativ hoch und könnte gegen Zellschäden durch freie Radikale schützen. In einer Studie brasilianischer Forscher wurde untersucht, welchen Einfluss eine Taurinsupplementierung auf Muskelstoffwechselparameter nach starker Belastung hatte. Eine Taurinsupplementierung verminderte die Bildung von Superoxidanionen der Kreatinkinase und der Lipidperoxidation und erhöhte den Thiolgehalt in der Skelettmuskulatur. Das Ergebnis der Studie lässt den Schluss zu, dass Taurin die Muskelaktivität dadurch beeinflusst, dass es den oxidativen Stress vermindert und die Bildung von Superoxidanionen reduziert.

Referenz:
Silva LA et al.: Taurine supplementation decreases oxidative stress in skeletal muscle after eccentric exercise; Cell Biochem Funct. 2010 Dec 27

März 2011, Nr. 20    

Taurin verbessert Leistungsfähigkeit bei Herzinsuffizienz

Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten die Wirkung einer Taurinsupplementierung auf die Belastungskapazität bei Patienten mit Herzinsuffizienz. 29 Patienten nahmen an der Studie teil, wovon 15 Patienten 3 mal 500 mg Taurin zu ihrer Standardmedikation erhielten. 14 Patienten erhielten ein entsprechendes Placebopräparat über einen Zeitraum von vier Wochen. Alle Patienten führten einen Leistungstest vor und nach der Studienphase durch. Es zeigte sich, dass bei den Patienten, die Taurin erhalten hatten, die Belastungszeit und die Belastungsdistanz deutlich größer wurden. Eine Taurinsupplementierung zusätzlich zur kardiologischen Standardmedikation kann also die Leistungsfähigkeit deutlich verbessern.

Referenz:
Beyranvand MR et al.: Effect of taurine supplementation on exercise capacity of patients with heart failure; J cardiol. 2011 Feb.

März 2011, Nr. 19    

Blei fördert Arthrose-Risiko

Wer einer zu starken Belastung mit Blei ausgesetzt ist, trägt ein erhöhtes Risiko für eine Kniegelenkarthrose. Das haben jetzt Wissenschaftler nach der Auswertung von Daten aus dem „Johnston County Osteoarthritis Project“ festgestellt.

In dieser Studie wurden die Bleiwerte im Blut von 1669 Teilnehmern ausgewertet und die Kniegelenke der Probanden radiologisch untersucht. Dabei stellten die Forscher bei den Studienteilnehmern, die einen erhöhten Bleigehalt im Blut aufwiesen, ein signifikant erhöhtes Risiko für eine Kniegelenkarthrose fest. Je höher der Bleigehalt im Blut war, desto höher lag das Risiko für diese Erkrankung, und nicht nur das: Es bestand auch eine Korrelation zwischen dem Bleigehalt und einer schweren symptomatischen Arthrose sowie einer bilateralen Arthrose.

Referenz:
Ärzte Zeitung, 21.03.2011: Blei-Exposition erhöht das Arthrose-Risiko

März 2011, Nr. 18    

Vitamin D und Persönlichkeit

Bild: Hangu, pixelio.de
Wissenschaftler der Universität Tübingen untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und Persönlichkeitsmerkmalen. Dazu führten 206 gesunde Versuchsteilnehmer einen Persönlichkeitstest durch. Bei den Studienteilnehmern wurde auch die Konzentration von 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D bestimmt. Es zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen der Vitamin-D-Konzentration und den Persönlichkeitsfaktoren „Offenheit“ und „Extrovertiertheit“. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Vitamin D über verschiedene Mechanismen Stimmung und Verhalten beeinflussen kann, z.B. durch Calciumsignalwege, die antioxidative Kapazität, die Bildung von Neurotrophinen und anderem.
 

Referenz:
Ubbenhorst A. et al.: Exploring the relationship between vitamin D and basic personality traits, Psychopharmacology, 29.01.2011

März 2011, Nr. 17  

Vitamin D und Gelenkschmerzen

Niedrige Konzentrationen von 25-Hydroxy-Vitamin-D wurden in einigen Untersuchungen mit einer radiologischen Verschlechterung von Arthrosen in Verbindung gebracht. US-Forscher aus Los Angeles untersuchten, inwieweit die Vitamin-D-Konzentration Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen beeinflusst. An der Studie nahmen 1993 post-menopausale Frauen teil. 53 Prozent der Studienteilnehmerinnen hatten Vitamin-D-Konzentrationen unter 20 ng/ ml, nur 17 Prozent wiesen ausreichende Vitamin-D-Konzentrationen auf (größer als 28 ng/ ml). 74 Prozent der Frauen klagten über Gelenkschmerzen. 34 Prozent über Schwellungen an den Gelenken. Es zeigte sich, dass niedrige Vitamin-D-Konzentrationen mit höheren Schmerz-Scores assoziiert waren, wobei die Schmerzen bei den Frauen mit den niedrigsten Vitamin-D-Spiegeln am ausgeprägtesten waren.

Referenz:
Chlebowski RT et al.: 25-Hydroxyvitamin D concentration, vitamin D intake and joint symptoms in postmenopausal women, Maturitas, 17.11.2010

März 2011, Nr. 16  

Vitamin D und Schilddrüsenerkrankungen

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass Vitamin D auch eine Funktion als Immunmodulator hat. Niedrige Vitamin-D-Spiegel wurden bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen beobachtet, einschließlich Multipler Sklerose und Lupus erythematosus. Wissenschaftler aus Israel gingen der Frage nach, ob die Vitamin-D-Spiegel auch bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse verändert sind. Dazu verglichen sie Patienten mit Schilddrüsen-Autoimmunerkrankungen mit Patienten, die andere Schilddrüsenerkrankungen aufwiesen und mit gesunden Versuchspersonen. Als Vitamin-D-Mangel wurde eine Konzentration unter 10 ng/ ml festgelegt. Bei allen Studienteilnehmern wurden Schilddrüsenantikörper, die Schilddrüsenfunktion sowie demographische Parameter erhoben. Bei den Patienten mit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse bestand signifikant häufiger ein Vitamin-D-Mangel. Patienten mit der Hashimoto-Thyreoiditis wiesen im Vergleich zu den Patienten mit anderen Schilddrüsenerkrankungen ebenfalls signifikant häufiger einen Vitamin-D-Mangel auf. Der Vitamin-D-Mangel korrelierte auch mit den Schilddrüsenantikörpern und abnormalen Schilddrüsenfunktionsparametern. Das Ergebnis der Studie legt also den Schluss nahe, dass Vitamin D an der Pathogenese von Schilddrüsenautoimmunerkrankungen beteiligt ist.

Referenz:
Kivity S. et al.: Vitamin D and autoimmune thyroid diseases, Cell Mol Immunol, 31.01.2011

März 2011, Nr. 15  

Niedrige Vitamin-D-Spiegel begünstigen Diabetes und Bluthochdruck

Unter Verwendung von Daten von NHANES (2001-2006) wurde untersucht, welchen Effekt niedrige Vitamin-D-Spiegel auf das Risiko für Prädiabetes und Grenzwerthypertonie bei symptomfreien Erwachsenen hatten. Als Grenzwerthypertonie wurde ein systolischer Blutdruck von 120-139 und ein diastolischer Blutdruck von 80-89 mmhg festgelegt. Blutzuckerkonzentrationen von 100 –125 mg/ dl wurden als prädiabetische Stoffwechsellage eingestuft. Es zeigte sich eindeutig, dass niedrige Vitamin-D-Konzentrationen das Risiko für Diabetes und arterielle Hypertonie im Frühstadium erhöhen.

Referenz:
Gupta AK et al.: Prediabetes and prehypertension in healthy adults are associated with low vitmain D levels, Diabetes Care, 31.01.2011

März 2011, Nr. 14  

Vitamin D und endotheliale Dysfunktion

US-Wissenschaftler testeten die Hypothese, dass die Endothelfunktion mit der Vitamin-D-Konzentration im Serum zusammenhängt, und prüften, ob diese mit der Entzündungsaktivität verbunden ist. Die flussvermittelte Vasodilatation der Arteria brachialis war bei den Versuchspersonen mit niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen signifikant niedriger. Die flussvermittelte Vasodilatation ist ein Maß für die Endothelfunktion. Es zeigte sich, dass die Expression des Transkriptionsfaktors NF-KAPPA-B bei den Vitamin-D-Mangel-Personen deutlich größer war als bei den Versuchspersonen mit einem ausreichenden Vitamin-D-Spiegel. Auch die Expression von Interleukin 6 als Entzündungsmarker war bei den Vitamin-D-Mangel-Probanden größer als bei den Versuchsteilnehmern mit einem ausreichenden Vitamin-D-Spiegel. Eine unzureichende Versorgung mit 25(OH)D ist also mit einer endothelialen Dysfunktion bei gesunden Erwachsenen assoziiert. Die endotheliale Dysfunktion kann zumindest teilweise durch eine erhöhte Entzündungsaktivität erklärt werden.

Referenz:
Jablonski KL et al.: 25-Hydroxyvitamin D deficiency is associated with inflammation-linked vascular endothelial dysfunction in middle-aged and older adults. Hypertension, 2011 Jan, 57(1):63-9. Epub 2010 Nov. 29

März 2011, Nr. 13  

Allergien bei Kindern und Vitaminmangel

Eine Studie vom Einstein College of Medicine in New York untersuchte an über 3100 Kindern den Zusammenhang eines niedrigen Vitamin-D-Spiegels mit der Anfälligkeit für Allergien bei Kindern. Die Studie wurde im Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht.

Die Forscher kamen zu folgendem Ergebnis:
Die Wahrscheinlichkeit, an einer Allergie zu leiden, war bei Kindern mit niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen im Blut zwei- bis dreifach erhöht. Die Forscher vermuten, dass Vitamin D entzündungshemmend wirkt und deswegen einen positiven Einfluss auf die Allergieanfälligkeit haben kann.

Referenz:
Online-presseportal.com, 01.03.2011

März 2011, Nr. 12

Taurin verbessert Herzleistung

Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten in einer placebokontrollierten Studie bei 29 Patienten mit Herzinsuffizienz den möglichen Nutzen einer Taurinsupplementierung. 15 Patienten erhielten 3 x 500 mg Taurin täglich, 14 Patienten ein Placebopräparat über einen Zeitraum von zwei Wochen. Die Patienten mussten vor und nach der Studie körperliche Belastungstests durchführen. Bei den Taurinpatienten kam es zu einer deutlichen Verbesserung verschiedener Leistungsparameter, so dass die Autoren der Studie zu dem Schluss kamen, dass durch die Einnahme dieser Aminosäure die körperliche Belastbarkeit deutlich verbessert wird.
Bild: Rainer Sturm, pixelio.de
 

Referenz:
Beyranvan MR et al.: Effect of taurine supplementation on exercise capacity of patients with heart failure; J Cardiol. 2011 Feb 18

März 2011, Nr. 11

Citrullinspiegel bei Zöliakie

Zu den Stoffwechselfunktionen des Dünndarms gehört die Bildung von Citrullin. Im European Journal of Gastroenterology & Hepatology wurde eine Studie publiziert, in der bei 20 Kindern mit Zöliakie die Citrullinkonzentrationen beobachtet wurden. Die Plasmacitrullinkonzentration war bei Zöliakie vermindert, ein Hinweis also auf eine Beteiligung des Dünndarms.

Eine glutenfreie Ernährung führte schnell zu einem Anstieg der Citrullinkonzentrationen. Nach drei Monaten glutenfreier Ernährung waren keine Unterschiede mehr zu gesunden Kontrollpersonen nachweisbar. Die Citrullinkonzentration ist somit ein sensitiver Marker für Reparaturprozesse im Darm.Referenz:
Ioannou Harikleia P et al.: Plasma citrulline levels in paediatric patients with celiac disease and the effect of a gluten-free diet; European Journal of Gastroenterology & Hepatology; March 2011, Volume 23, Issue 3, p 245-249

März 2011, Nr. 10

Glykämischer Index und Tryptophanverfügbarkeit

Ernährung mit hohem glykämischen Index und hoher glykämischer Last erhöht die Tryptophanverfügbarkeit bei gesunden Versuchspersonen.
Wissenschaftler aus Australien untersuchten, wie sich der glykämische Index und die glykämische Last auf das Verhältnis von Tryptophan (TRP) zu anderen neutralen Aminosäuren (LNAA) auswirkte.

Eine Ernährung mit hohem glykämischen Index führte zu einem stärkeren Anstieg von TRP im Verhältnis zu LNAA als eine Ernährung mit niedrigem glykämischen Index.

Kommentar:
Das dürfte auch der Grund sein, warum man bei schlechter Laune gerne Süßigkeiten zu Stimmungsverbesserungen isst.


Referenz:
Herrera CP et al.: High-glycaemic index and -glycaemic load meals increase the availability of tryptophan in healthy volunteers; Br J Nutr. 2011 Feb 24: 1-7

März 2011, Nr. 9

Lithium als Jungbrunnen

Lithium ist ein Spurenelement, das sich hauptsächlich in pflanzlichen Nahrungsmitteln und in Trinkwasser befindet. Das Vorkommen von Lithium in der Umwelt sowie die Lithiumaufnahme unterscheiden sich oft erheblich von Region zu Region. Das Spurenelement Lithium ist typischerweise in allen menschlichen Organen und Geweben vorhanden, eine Essentialität von Lithium ist aber noch nicht nachgewiesen. Es ist bekannt, dass ein Lithiummangel bei Ratten zu abnormalem Verhalten führt. Es gibt auch verschiedene Hinweise aus Studien, dass eine niedrige Lithiumaufnahme eine Verschlechterung der psychischen Grundstimmung und eine erhöhtes Suizidrisiko bei Menschen bewirkt. In Kooperation mit japanischen Wissenschaftlern haben jetzt Ernährungswissenschaftler aus Jena die Sterberate in 18 japanischen Gemeinden untersucht und diese in Beziehung zum jeweiligen Lithiumgehalt des Leitungswassers gesetzt.
Bild: Markus Hein, pixelio.de

Die Daten wurden in der Oita Präfektur in Japan erhoben. Es hat sich gezeigt, dass die Sterberate in all jenen Gemeinden deutlich geringer ausfällt, in denen mehr Lithium im Leitungswasser vorkommt. Das ist die zentrale Aussage dieser Studie. Auch unter Berücksichtigung der Selbstmordfälle korrelierte die generelle Sterblichkeit invers mit der Lithiumkonzentration des Leitungswassers. Die Lithiumkonzentration im Trinkwasser lag in dem Bereich zwischen 0,7 und 59 µg/ l.

In einem zweiten Experiment haben die Jenaer Forscher genau diesen Konzentrationsbereich am Fadenwurm (C. elegans) untersucht. Aus früheren Untersuchungen war nämlich bekannt, dass hohe Lithiumkonzentrationen bei dieser Lebensform lebensverlängernd wirken. Auch bei den relativ geringen Konzentrationen, wie sie im Leitungswasser gemessen wurden, konnte eine Lebensverlängerung bei den Fadenwürmern nachgewiesen werden.

Zu den Ergebnissen dieser Studie muss bemerkt werden, dass die Erkenntnisse bezüglich Menschen bislang nur Beobachtungen sind, und man sollte nicht voreilig einen Kausalzusammenhang zwischen einer hohen Lithiumzufuhr und einer verminderten Sterblichkeit als gesichert ansehen. Bemerkenswert ist aber schon, dass die Ergebnisse beim Menschen auch im „Tierversuch“ eine Bestätigung gefunden haben.

Referenz:
Kim Zarse et al.: Low-dose lithium uptake promotes longevity in humans and metazoans; Eur J Nutr, accepted: 21 January 2011

 

Februar 2011, Nr. 8

Homocysteinspiegel ist mit Hippocampusvolumen assoziiert

Japanische Wissenschaftler untersuchten die Hypothese, dass erhöhte Homocysteinkonzentrationen mit dem Hypocampusvolumen und der Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetikern korrelieren. An der Studie nahmen 43 nichtdemente Patienten mit Typ-2-Diabetes teil. Bei den Patienten mit hohen Homocysteinkonzentrationen fanden sich auch höhere Glucose- und Insulinspiegel sowie ein erhöhter Homa-Index. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass hohe Homocysteinspiegel bei Diabetespatienten mit einer Hippocampus-Atrophie und einer Insulinresistenz assoziiert sind.

Referenz:
Shimomura T et al.: Homocysteine levels are associated with hippocampus volume in type 2 diabetic patients; Eur J Clin Invest. 2011 Jan 20

Februar 2011, Nr. 7

Vitamin D3 verbessert Endothelfunktion

Wissenschaftler der University of Colorado untersuchten, inwieweit die Endothelfunktion bei Erwachsenen mittleren Alters von der Vitamin-D3-Konzentration abhängt. Dazu bestimmten sie die flussvermittelte Dilatation als Maßstab für die Endothelfunktion. Außerdem wurde der Entzündungsmarker NF-Kappa-B bestimmt. Die flussbedingte Dilatation war umso schlechter, je niedriger der Vitamin-D-Spiegel lag. Außerdem wiesen die Versuchsteilnehmer mit einem Vitamin-D-Mangel eine erhöhte Expression von NF-Kappa-B auf. Die Blockade von NF-Kappa-B bei den Personen mit hohen Vitamin-D-Spiegeln führte zu einer deutlich besseren flussbedingten Dilatation. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung mit einer endothelialen Dysfunktion verbunden ist und dass diese zumindest teilweise durch eine NF-Kappa-B bedingte Entzündungsreaktion zustande kommt.

Referenz:
Jablonski KL et al.: 25-Hydroxyvitamin D deficiency is associated with inflammation-linked vascular endothelial dysfunction in middle-aged and older adults; Hypertension. 2010 Nov 29

Januar 2011, Nr. 6

Erniedrigte Vitamin-D-Spiegel bei Kindern mit Mandeloperation

Bild: Digital image content ©
 1997-2007 Hemera Technologies Inc.

 

Neuseeländische Forscher untersuchten bei 33 Kindern, die einer Mandeloperation unterzogen worden waren, die Vitamin-D3-Spiegel.

78 Prozent der Kinder hatten eine 25-OH-Vitamin-D3-Konzentration kleiner als 30 ng/ ml - ein Konzentrationsbereich, in dem vermehrt Atemwegsinfekte auftreten. Niedrige Vitamin-D-Konzentrationen waren auch mit der Hautfarbe, mit einem erhöhten BMI und mit größeren Gaumenmandeln assoziiert.

Referenz:
Reid D et al.: Vitamin D and tonsil disease – preliminary observations; Int J Pediatr Otorhinolaryngol 2010 Dec 3
 

Januar 2011, Nr. 5  

Metabolisches Syndrom stört Vasodilatation

Bekanntlich kommt es im Rahmen des metabolischen Syndroms auch zu Störungen der Gefäßregulation, da offensichtlich die dilatatorische Insulinwirkung beeinträchtigt ist. Wissenschaftler der Universität Rom untersuchten jetzt die genauen Mechanismen dieses Phänomens. Erwartungsgemäß zeigten Patienten mit einem metabolischen Syndrom bei Gabe von Acetylcholin, Verapamil und ähnlichen Wirkstoffen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe deutliche Störungen der Gefäßdilatation
Interessanterweise führte die Zugabe von Vitamin C zu einer signifikanten Verbesserung der Vasodilatation. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass Insulin generell die Reaktivität der Blutgefäße erhöht, dass dieser Effekt aber beim metabolischen Syndrom gestört ist, weil hier ein oxidativer Stress vorliegt.
Bild: Colros on Flickr, eberystockphoto

Referenz:
Schinzari F et al.: Generalized impairment of vasodilator reactivity during hyperinsulinemia in patients with obesity-related metabolic syndrome; Am J Physiol Endocrinol Metab. 2010 Dec; 299 (6): E947-52

Januar 2011, Nr. 4

Verzweigtkettige Aminosäuren und Körpergewicht

Im Rahmen der Intermap-Studie wurde untersucht, inwieweit die Aufnahme der verzweigtkettigen Aminosäuren Isoleucin, Leucin und Valin mit dem BMI korreliert. An der Studie nahmen 4.429 Männer und Frauen aus China, Japan, Großbritannien und den USA im Alter von 40 bis 59 Jahren teil. Es zeigte sich, dass eine hohe Aufnahme von verzweigtkettigen Aminosäuren mit einem niedrigeren BMI und einem geringeren Auftreten von Übergewicht/ Adipositas assoziiert war.
Bild: Dieter Schütz, pixelio.de

Referenz:
Qin LQ et al.: Higher branched-chain amino acid intake is associated with a lower prevalence of being overweigth or obese in middle-aded east asian and western adults; J Nutr. 2010 Dec 15

Januar 2011, Nr. 3  

Tryptophan bei Tumorpatienten

Ein Grund für die Entwicklung einer Depression bei Tumorerkrankungen dürfte der verstärkte Tryptophanabbau bei diesen Patienten sein. Im Rahmen einer TH1-Immunantwort wird das Enzym IDO induziert, das die essentielle Aminosäure Tryptophan zu Kynurenin-Derivaten abbaut. Die Aktivierung von IDO führt zu einer Anreicherung neurotoxischer Metabolite, die vermutlich depressives Verhalten auslösen. Außerdem wird durch den verstärkten Tryptophanabbau die Serotoninsynthese beeinträchtigt, was ebenfalls die Entstehung einer Depression fördert.

Referenz:
Kurz K et al.: Association between increased tryptophan degradation and depression in cancer patients; Curr Opin Clin Nutr. Metab Care, 2010 Oct 30

Januar 2011, Nr. 2  

Tryptophan und Melatonin helfen bei Steatohepatitis

Die nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH)ist eine häufige Lebererkrankung. Oxidativer Stress sowie der Untergang von Hepatozyten sind an der Pathogenese von NASH beteiligt. Polnische Wissenschaftler verabreichten das Präparat „Essentiale forte“ dreimal täglich an 45 Patienten mit NASH. Die Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt. Gruppe eins erhielt neben „Essentiale forte“ noch zweimal fünf Milligramm Melatonin, Gruppe zwei „Essentiale forte“ plus 2 x 500 Milligramm Tryptophan, Gruppe drei „Essentiale forte“ Placebo.
Die Studie erstreckte sich über einen Zeitraum von vier Wochen. Die Plasmaspiegel von Melatonin stiegen bei Tryptophan- und Melatoninsupplementierung signifikant an. In der Tryptophan- und Melatoningruppe kam es zu einer signifikanten Verbesserung der Spiegel von Triglyceriden, vom GTP und von proinflammatorischen Zytokinen.

Die Ergebnisse der Studie lassen den Schluss zu, dass Melatonin und Tryptophan offensichtlich die Plasmaspiegel proinflammatorischer Zytokine senken können und deshalb bei der Behandlung von NASH-Patienten von Nutzen sind.

Referenz:
Cichoz-Lach H. et al.: The effects of l-tryptophan and melatonin on selected biochemical parameters in patients with steatohepatits; J Physol Pharmacol 2010 Oct; 61(5): 577-580

Januar 2011, Nr. 1