Studien + Facts

 

Verhaltensprobleme und Folsäure

Wenn Frauen zu Beginn der Schwangerschaft ausreichend Folsäure nehmen, wirkt sich dies positiv auf das Verhalten des Nachwuchses aus. Ein Folsäuremangel während der Schwangerschaft ist bekanntlich ein Risikofaktor für Neuralrohrdefekte beim Fetus. Grundsätzlich ist eine ausreichende Versorgung mit diesem B-Vitamin für ein normales Wachstum und für die Gehirnentwickung des Kindes erforderlich. In einer niederländischen Studie wurden die Daten von 4214 Müttern und deren Kindern ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass die Kinder von Frauen, die in der frühen Schwangerschaft Folsäure einnahmen, weniger Verhaltensauffälligkeiten zeigten im Vergleich zu den Kindern, deren Mütter keine Folsäure zuführten.
Bild: S. Hofschläger, Pixelio.de

Die Folsäurezufuhr der Mütter wurde mittels eines Fragebogens erfasst, das Verhalten der 18 Monate alten Kinder wurde mit einer Checkliste bewertet. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass eine unzureichende Folatzufuhr in den ersten Wochen einer Schwangerschaft mit emotionalen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten beim Kind zusammenhängt.

Referenz:
www.ad-hoc-news.de, 08.10.2009

November 2009, Nr. 53

Folsäure und ADHS

In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „The Journal of Child Psychology and Psychiatry“ ist eine Studie erschienen, in der nachgewiesen wird, dass niedrige Folsäure-Konzentrationen der Mütter mit der Entwicklung von ADHS-Problemen bei Kindern zwischen 7 und 9 Jahren zusammenhängen.

Referenz:
Medical News Today, 29.10.2009

November 2009, Nr. 52

Metformin und diabetische Polyneuropathie

Es ist schon länger bekannt, dass es durch die Behandlung mit Metformin zu einem Mangel an Vitamin B12 und Folsäure kommen kann. Metformin ist ein orales Diabetesmedikament, das zunehmend häufig bei Typ-2-Diabetikern eingesetzt wird. Eine Studie der University of Calgary ergab, dass Metformin-behandelte Patienten erniedrigte Vitamin-B12-Spiegel und erhöhte Spiegel von Homocystein und Methylmalonsäure aufwiesen. Darüber hinaus zeigten klinische Parameter und elektrophysiologische Messungen, dass die Polyneuropathie bei diesen Patienten stärker ausgeprägt war als bei den Kontrollpersonen. Die Nebenwirkungen des Metformin sollten in der Praxis mehr beachtet werden.

Referenz:
Wile DJ, Toth C: Association of metformin, elevated homocysteine and methylmalonic acid levels, and clinically worsened diabetic peripheral neuropathy; Diabetes Care 2009 Oct. 21

November 2009, Nr. 51

Vitamin-D-Mangel begünstigt Bluthochdruck

Zu wenig Vitamin D im Körper junger Frauen erhöht deren Risiko, später eine arterielle Hypertonie zu entwickeln. In einer US-amerikanischen Studie an 559 weißen Amerikanerinnen konnte gezeigt werden, dass Frauen, bei denen 1992 ein Vitamin-D-Mangel festgestellt wurde, 15 Jahre später, also 2007, ein dreifach erhöhtes Hypertonierisiko aufwiesen im Vergleich zu den Frauen, bei denen zum damaligen Zeitpunkt ein normaler Vitamin-D-Spiegel gemessen wurde.  

Ein Vitamin-D-Mangel in frühen Jahren scheint also das Langzeitrisiko für Bluthochdruck zu erhöhen.

 

Bild: Harry Hautumm, Pixelio.de

Referenz:
www.focus.de, 25.09.2009: Heute Vitamin-D-Mangel, morgen Bluthochdruck

Oktober 2009, Nr. 50


Vitamin-D vermindert das Sturzrisiko bei älteren Menschen

 

Nach einer Studie, die Anfang Oktober im British medical Journal publiziert wurde, führt die tägliche Einnahme von 700 bis 1000 IU Vitamin D zu einer Verminderung des Sturzrisikos um 19 Prozent. Bekanntlich sind Menschen über 65 Jahre einem erhöhten Sturzrisiko ausgesetzt. Man kann davon ausgehen, dass jede dritte Person in diesem Alter zumindest einmal pro Jahr einen Sturz erleidet. Bei immerhin 6 Prozent der Betroffenen kommt es dadurch zu einer Fraktur. Ein internationales Forscherteam analysierte die Daten von acht Präventionsstudien, um die Effektivität einer Vitamin-D-Einnahme zur Sturzprophylaxe zu überprüfen.
Bild: Dieter Schütz, Pixelio.de

Eine tägliche Vitamin-D-Dosis unter 700 IU hatte keinen Effekt; mit 700 – 1000 IU Vitamin D (Vitamin D2 und Vitamin D3) reduzierte sich das Fallrisiko, wie bereits erwähnt, um 19 Prozent (mit Vitamin D3 sogar um 26 Prozent). Dieser Effekt zeigte sich unabhängig vom Lebensalter und von einer zusätzlichen Calcium-Supplementierung.

Referenz:
www.sciencedaily.com, Oct. 2009: Over 65s should take high dose vitamin D to prevent falls, say researches

Oktober 2009, Nr. 49

Vitamin-A-Mangel bei Kindern mit Asthma

In einer Studie aus Saudi-Arabien wurden 433 Schulkinder mit Asthma mit 527 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Bei allen Testteilnehmern wurden Beta-Carotin, Vitamin A, Cholesterin und Triglyceride bestimmt. Die Serum-Vitamin-A-Konzentration war bei den jungen Asthmapatienten signifikant niedriger als bei den gesunden Kontrollpersonen. Ein Vitamin-A-Mangel bei asthmatischen Kindern könnte an der Entstehung dieser Erkrankung beteiligt sein.

Referenz:
Al Senaidy AM: Serum vitamin A and beta-carotene levels in children with asthma; J Athma. 2009 Sept; 46(7): 699-702

Bild: Rainer Sturm, Pixelio.de

 

 
Oktober 2009, Nr. 48  

Gute Folsäureaufnahme vermindert altersbedingte Hörverluste

Das Risiko für altersbedingte Hörverluste kann durch eine höhere Folsäureaufnahme um 20 Prozent vermindert werden. Dies wurde nach Auswertung der Daten der Health Professionals Follow-up Study festgestellt und auf der Jahrestagung der amerikanischen HNO-Ärzte präsentiert.

Referenz:
Medical News Today, 06 Oct. 2009: Hearing loss ring in men can be reduced by higher folates, not antioxidants

Bild: Rainer Sturm, Pixelio.de

Oktober 2009, Nr. 47

Vitamin-D-Mangel führt zu kognitiven Störungen bei älteren Frauen

Französische und Schweizer Wissenschaftler haben bei 752 Frauen, die 75 Jahre und älter waren, den Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und der kognitiven Leistungsfähigkeit untersucht. Letztere wurde durch einen standardisierten Fragebogen erfasst. Ein Vitamin-D-Mangel wurde durch eine Serumkonzentration kleiner als 10 ng/ ml definiert. Es gab bei den älteren Frauen eine eindeutige Korrelation zwischen der Vitamin-D-Konzentration und der kognitiven Leistungsfähigkeit.

Referenz:

Annweiler C et al.: Association of vitamin D deficiency with cognitive impairment in older women. Cross-sectional study; Neurology. 2009 Sep. 30
Bild: S.G.S, Pixelio.de
   
Oktober 2009, Nr. 46  

Vitamin D und Blutdruck

Bei 237 älteren Personen im Alter zwischen 64 und 69 Jahren, davon 53 Prozent Frauen, wurde die Vitamin-D-Konzentration im Blutserum mit dem Blutdruck verglichen. Dabei zeigte sich, dass niedrige Vitamin-D-Konzentrationen mit einem höheren systolischen und diastolischen Blutdruck assoziiert waren. Bei älteren Menschen sollte deshalb eine Supplementierung zur Vermeidung einer Hypovitaminose D durchgeführt werden, um nicht nur das Skelettsystem zu schützen, sondern auch um die positiven Effekte von Vitamin D auf das kardiovaskuläre System und die Blutdruckregulation zu nützen.

Referenz:
Almirall J et al.: Association of low serum 25-hydroxyvitamin D levels and high arterial blood pressure in the elderly; Nephrol Dial Transplant, 2009 Sept 11.

September 2009, Nr. 45

Glycin und Zellstoffwechsel

Glycin ist ein inhibitorischer Neurotransmitter, der hauptsächlich im Hirnstamm und im Rückenmark wirkt. Neben seiner Neurotransmitterfunktion hat Glycin auch zytoprotektive und modulierende Effekte auf verschiedene nicht neuronale Zelltypen. Es konnte nachgewiesen werden, dass Glycin Nierenzellen, Leberzellen und Endothelzellen gegen Ischämie schützen kann. Bei Immunzellen, Makrogliazellen und Endothelzellen besteht ein modulierender Effekt bezüglich Proliferation, Differenzierung, Migration und Zytokinproduktion.

Referenz:
Jimmy Van den Eynden et al.: Glycine and glycine receptor signalling in non-neuronal cells; frontiers in molecular neuroscience, 2009 Aug 20.

September 2009, Nr. 44

Diclofenac und B-Vitamine wirksamer als Diclofenac-Monotherapie

372 Lumbago-Patienten erhielten entweder 50 mg Diclofenac als Monotherapie oder 50 mg Diclofenac plus 50 mg Thiamin, 50 mg Vitamin B6 und 1 mg Vitamin B12. Nach drei Tagen erwies sich die Kombination Diclofenac/ B-Vitamine als deutlich wirksamer als die Diclofenac-Monotherapie.

Referenz:
Mibielli MA et al.: Diclofenac plus B vitamins versus diclofenac monotherapy in lumbago: the DOLOR study; Curr Med Res Opin. 2009 Sep 4
Bild: Rainer Sturm, pixelio.de
September 2009, Nr. 43

Vitamin C fördert Hautheilung
 

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1997-2007 Hemera Technologies Inc.
Bekanntlich hat Vitamin C sehr viele Eigenschaften und ist ein wichtiger Radikalfänger. Jetzt haben britische Wissenschaftler eine weitere Vitamin-C-Wirkung entdeckt: Die Wissenschaftler untersuchten in Zellkulturen, welche Gene durch die Präsenz von Vitamin C in den für die Hautregeneration zuständigen Zellen aktiviert wurden. Vitamin C fördert die Aktivität der Fibroblasten und damit die Regeneration der Haut. Dabei wirkt das Vitamin offenbar nicht nur als Radikalfänger, sondern unterstützt auch aktiv die Reparatur von bereits aufgetretenen Schäden am Erbgut der Hautzellen. Vitamin C regt die ruhenden Fibroblasten zur Teilung an.

Referenz:

www.scinexx.de; Vitamin C fördert Hautheilung; 09.09.2009

 

September 2009, Nr. 42

Schutzfaktor Taurin

Lipopolysaccharide (LPS) können die Schleimhautzellen der Atemwege schädigen.
Koreanischer Wissenschaftler untersuchten in einer Pneumozyten-Zellkultur die pathobiochemischen Mechanismen der Zellschädigung. Dabei konnten sie nachweisen, dass die Lipopolysaccharide den Zelltod der Pneumozyten dadurch hervorrufen, dass sie in diesen einen erhöhten Spiegel freier Radikale und eine Anhebung des Calcium-Spiegels bewirken.
Taurin kann die LPS-induzierte Bildung von ROS sowie die Aktivierung von Signalwegen vermindern, die den Zelltod bewirken.

Referenz:
Jeon SH et al.: The antioxidant, taurine reduced lipopolysaccharide (LPS)-induced generation of ROS, and activation of MAPKs and BAX in cultured pneumocytes; Pulm Pharmacol Ther. 2009 Aug 6

September 2009, Nr. 41

HDL-Cholesterin ist der Hauptschutzfaktor gegen Arteriosklerose im Blutplasma

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Myeloperoxidase (MPO) sich an HDL-Partikel bindet und zu einem Funktionsverlust oder zu einer Dysfunktion dieser Partikel führt. Die Cholesterin-Transportfähigkeit der HDL-Partikel wird dadurch eingeschränkt, außerdem kommt es zu einer Verminderung der Bindungsfähigkeit an die HDL-Rezeptoren. Darüber hinaus führt die HDL-Modifikation durch MPO zu einer Zunahme proinflammatorischer Aktivitäten, die man z.B. an einer NF-Kappa-Aktivierung nachweisen kann.
Interessant in diesem Zusammenhang dürfte hier die Aminosäure Taurin sein, die sehr effizient die Bildung von Hypochlorsäure durch die Myelooxidase neutralisieren kann. Es ist schon länger bekannt, dass Taurin eine zentrale Rolle in der Begrenzung von Entzündungsprozessen spielt, die durch die MPO ausgelöst werden.

Referenz:
Undurti A et al.: Modification of high density lipoprotein by myeloperoxidase generates a pro-inflammatory particle; J Biol Chem. 2009 Sep. 2
Roberta Masella, Giuseppe Mazza: Glutathione and sulfur amino acids in human health and disease; Wiley 2009

September 2009, Nr. 40

Blutzuckerregulation und oxidativer Stress

Wissenschaftler der Universität von Uppsala untersuchten an 56 Typ-2-Diabetespatienten verschiedene Marker des oxidativen Stresses, z.B. Malondialdehyd und Marker der Entzündungsaktivität, z.B. Interleukin-6. Es zeigte sich, dass die langfristige Blutzuckerregulation mit oxidativem Stress assoziiert ist - selbst bei Patienten mit gut eingestelltem Typ-2-Diabetes. Die Entzündungsaktivität korrelierte mehr mit dem abdominellen Übergewicht als mit der Blutzuckerregulation.

Referenz:
Rytter E et al.: Glycaemic status in relation to oxidative stress and inflammation in well-controlled type 2 diabetes subjects; Br J Nutr. 2009 May; 101 (10): 1423-6

September 2009, Nr. 39

Lysin gut fürs Herz?

Laut einer Publikation der Martin-Luther-Universität Halle gibt es erste Hinweise, dass Lysin einen positiv inotropen Effekt haben könnte. Jedenfalls haben dies Zellkulturstudien ergeben. Die Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Lysin 5-HT(4)-Rezeptoren im Herzmuskel blockieren kann.

Dieses Untersuchungsergebnis lässt die Vermutung zu, dass eine Lysinbehandlung unter gewissen Umständen die Leistungsfähigkeit des Herzens zu erhalten vermag.

Referenz:
Boldt A et al.: Inotropic effects of lysine in the mammalian heart; Naunyn Schmiedebergs Arch Pharacol. 2009 Aug 7

 

Bild: M. Lanzmaster, Pixelio.de

 
August 2009, Nr. 38

Vitamin B2 wirksam bei Migräne

Es ist schon länger bekannt, dass Vitamin B2 bei Migräne im Erwachsenenalter hilfreich eingesetzt werden kann.
Wissenschaftler der Universität von Bologna konnten jetzt nachweisen, dass auch Kinder und Jugendlicher mit Migräne von einer Vitamin-B2-Therapie profitieren. Bei einer Dosis von 200 oder 400 mg pro Tag über einen Zeitraum von 3, 4 oder 6 Monaten kam es zu einer deutlichen Verminderung der Anfallhäufigkeit und -intensität.

Referenz:
Condó M et al.: Riboflavin prophylaxis in pediatric and adolescent migraine; J Headache Pain. 2009 Aug

 

Bild: U. Herbert, Pixelio.de

 

August 2009, Nr. 37

Vitamin B6 und Herzinfarkt bei Frauen

Bei 32.800 Frauen wurden die Vitamin-B6-Konzentrationen und die Zahl der Herzinfarkte registriert. Das Herzinfarktrisiko war umso höher, je niedriger die Vitamin-B6-Spiegel lagen. Dieser Effekt konnte aber nur teilweise durch die Nahrungsaufnahme von Vitamin B6 erklärt werden. Möglicherweise gibt es noch weitere Determinanten der Plasma-Vitamin-B6-Konzentration, die aufgeklärt werden müssten.

Referenz:
Page JH et al.: Plasma vitamin B6 and risk of myocardial infarction in women; Circulation 2009 Aug 10

 

August 2009, Nr. 36

Neue Erkenntnisse über Glycin als Neurotransmitter:

Glycin und NMDA-Rezeptor

Es ist schon länger bekannt, dass Glycin im ZNS als inhibitorischer Neurotransmitter an Glycinrezeptoren wirkt. Außerdem ist Glycin ein Agonist an glutamatergen NMDA-Rezeptoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in Frankfurt/ Main konnten jetzt nachweisen, dass es neben den klassischen NMDA-Rezeptoren auch einen NMDA-Rezeptor gibt, der ausschließlich durch Glycin erregt wird. Der klassische NMDA-Rezeptor besteht aus zwei glycinbindenden und zwei glutamatbindenden Untereinheiten. Der neuentdeckte Rezeptortyp enthält stattdessen vier glycinbindende Untereinheiten. Er wird als excitatorischer Glycinrezeptor bezeichnet. Die Ergebnisse am MPI für Hirnforschung belegen, dass Glycin eine zentrale Rolle bei der Regulation neuronaler Aktivität spielt. Vermutlich dürften Zinkionen neben Glycin eine wesentliche Bedeutung für die Aktivierung des neuen Rezeptortyps spielen.

Referenz:
Laube, Betz: Die duale Rolle des Neurotransmitters Glycin im zentralen Nervensystem; Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt/ Main, Tätigkeitsbericht 2008



Glycineinnahme gut im Gehirn nachweisbar

Eine hochdosierte Glycinsupplementierung wurde schon mehrfach als adjuvante Therapie bei der Schizophrenie zur Verbesserung der glutamatergen Neurotransmission erprobt. Meist wurden nach ca. zwei Wochen klinische Verbesserungen beobachtet. In einer Studie der Harvard Medical School konnte jetzt durch ein nicht invasives bildhaftes Verfahren bei 11 gesunden männlichen Versuchspersonen gezeigt werden, dass 17 Stunden nach der letzten Glycingabe das Glycin-/ Kreatin-Verhältnis im Gehirn signifikant erhöht war. Die Studie dokumentiert, dass es möglich ist, mit Hilfe der Protonenspektroskopie Veränderungen der Glycinkonzentration im Gehirn nachzuweisen, woraus dann gezielte Therapiestrategien mit Glycin entwickelt werden können.

Referenz:
Kaufmann MJ et al.: Oral glycine administration increases brain glycine/ creatine ratios in men: A proton magnetic resonance spectroscopy study; Psychiatry Res. 2009 Jun 24


Glycin bei Zwangsstörungen

Wissenschaftler der New-York University fanden erste Hinweise, dass die Einnahme von Glycin in hoher Dosierung die Symptome von Zwangsstörungen vermindern kann. Diese Beobachtung sollte in weiteren Studien überprüft werden, könnte aber eine neue Strategie bei der Behandlung von Zwangserkrankungen darstellen.

Referenz:
Greenberg WM et al.: Adjunctive glycine in the treatment of obsesessive-compulsive disorder in adults; J. Psychiatr. Res. 2009 Mar; 43(6): 664-70

August 2009, Nr. 33, 34, 35

Depressive Symptome bei KHK-Patienten

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Bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung wurde eine vermehrte Synthese des Metaboliten Kynurein aus Tryptophan mit Hilfe des Enzyms Indolamin-2,3-Dioxygenase (IDO) beobachtet. In einer Studie der Universität von Toronto wurde nun untersucht, inwieweit die IDO-Aktivierung mit depressiven Symptomen bei KHK-Patienten assoziiert war. Als Maß der IDO-Aktivierung diente das Verhältnis von Kynurein zu Tryptophan. Von den 95 KHK-Patienten, die an der Studie teilnahmen, erfüllten 24 Patienten die Kriterien für eine depressive Erkrankung.
Im Vergleich zu den nichtdepressiven Patienten zeigte sich bei den depressiven Patienten
ein Trend zu einem höheren K/T-Verhältnis. Eine Aktivierung der IDO ist mit dem Schweregrad depressiver Symptome bei KHK-Patienten assoziiert.

Referenz:
Swardfager W et al.: Indoleamine 2,3-dioxygenase aktivation and depressive symptoms in patients with coronary artery disease; Psychoneuroendocrinology; 2009 Jun 18
 
Juli 2009, Nr. 32

Vitamin K und Atherosklerose

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Die Verkalkung der Koronararterien ist ein wichtiger Hinweis auf kardiovaskuläre Erkrankungen. Schon länger wurde vermutet, dass Vitamin K gegen das Voranschreiten der Arterienverkalkung schützt, weil es für die Bildung des Matrix-Gla-Proteins (MGP) benötigt wird. Letzteres gilt als Inhibitor der Arterienverkalkung. In einer dreijährigen Studie der Tufts University wurde untersucht, inwieweit sich die Einnahme eines Multivitaminkomplexes mit 500 µg Vitamin K1 auf die Arterienverkalkung auswirkte. Es zeigte sich, dass die Supplementierung von Vitamin K1 das Voranschreiten der Arterienverkalkung bei gesunden älteren Erwachsenen mit bereits bestehender Verkalkung verlangsamt, unabhängig von seinen Effekten auf die MGP-Konzentrationen.


Referenz:
Shea MK et al.: Vitamin K supplementation and progression of coronary artery calcium in men and women; Am J clin Nutr. 2009 Jun; 89(6): 1799-807

 

Juli 2009, Nr. 31

Zinkaufnahme und DNA-Integrität

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Zink spielt eine bedeutende Rolle im antioxidativen System und für die Aufrechterhaltung der Integrität der zellulären DNA. In einer Studie, in der Juniausgabe des Am. J. Clin. Nutr. publiziert, wurde die Bedeutung des Zinkstatus bei DNA-Schäden untersucht. Dazu erhielten neun gesunde männliche Probanden Diäten mit unterschiedlichen Zinkkonzentrationen. Eine sechswöchige Zinkdepletion war mit vermehrten Brüchen der DNA-Fäden assoziiert. Zink scheint also eine kritischer Faktor zur Aufrechterhaltung der DNA-Integrität des Menschen zu sein.

Referenz:
Song Y et al.: Dietary zinc restriction and repletion affects DNA integrity in healthy men; Am J Clin Nutr. 2009 Jun 10

 

Juli 2009, Nr. 30

Homocystein und instabile Angina pectoris

Bild: verinize, fotolia.de
Es ist schon länger bekannt, dass erhöhte Homocysteinkonzentrationen im Blutplasma mit der koronaren Herzerkrankung assoziiert sind. Von chinesischen Wissenschaftlern wurde jetzt eine Studie publiziert, in der an 52 Patienten mit instabiler Angina Pectoris und an 30 Kontrollpersonen untersucht wurde, inwieweit eine Folsäuretherapie Verbesserungen der Homocysteinspiegel und der arteriellen Endothelfunktion bewirkte. Die Endothelfunktion wurde mittels Dopplersonographie ermittelt. Der Homocysteinspiegel im Blutplasma war bei
Patienten mit instabiler Angina Pectoris signifikant höher als bei den Kontrollpersonen. Die Konzentrationen der Folsäure und des Vitamins B12 waren signifikant niedriger.

Die Patienten mit Hyperhomocysteinämie erhielten täglich 5 mg Folsäure über einen Zeitraum von acht Wochen. Nach vier und acht Wochen wurden die Spiegel von Homocystein, Folsäure und Vitamin B12 kontrolliert. Die erhöhte Homocysteinkonzentration hatte sich bei den Anginapatienten mit Hyperhomocysteinämie um 20,3 Prozent nach vier Wochen und um 55,3 Prozent nach acht Wochen Folsäuretherapie reduziert. Außerdem kam es zu einer deutlichen Verbesserung der Endothelfunktion. Diese Studie zeigt also die Effektivität einer Folsäuretherapie bei Angina-Pectoris-Patienten mit Hyperhomocysteinämie.

Referenz:
Guo H et al.: Influence of folic acid on plasma homocysteine levels & arterial endothelial function in patients with unstable angina; Indian J Med. Res. 2009 Mar; 129(3): 279-84

Juni 2009, Nr. 29

Homocystein und Migräne

Migräne kann teilweise auch auf eine endotheliale Dysfunktion in Folge erhöhter Homocysteinwerte zurückgeführt werden.
In einer australischen Studie wurde der Effekt einer homocysteinsenkenden Therapie auf die Migränehäufigkeit und den Schweregrad von Migräneanfällen untersucht. Es handelte sich um eine randomisierte Doppelblindstudie über 6 Monate, an der 52 Migräne-Patienten teilnahmen. Die homocysteinsenkende Therapie bestand aus 2 mg Folsäure, 25 mg Vitamin B6 und 400 µg Vitamin B12 täglich. Erwartungsgemäß verminderte die Supplementierung der B-Vitamine die Homocysteinkonzentration um 39 Prozent im Vergleich zur Baseline. Die Vitamin-Supplementierung verminderte deutlich die Prävalenz der Migräneanfälle, wogegen bei der Placebogruppe keine Veränderungen beobachtet wurden. Die Häufigkeit und der Schweregrad von Kopfschmerzen wurden ebenso reduziert. Das sind erste Hinweise, dass eine Homocysteinsenkung durch B-Vitamine auch die Migränehäufigkeit vermindert, zumindest in einer Subgruppe von Patienten. Interessant dürfte sein, inwieweit diese Therapie vom MTHFRC677T-Genotyp abhängt.

Referenz:
Lea R et al.: The effects of vitamin supplementation and MTHFR (C677T) genotype on homocysteine-lowering and migraine disability; Pharmacogenet Genomics 2009 Apr 20

Juni 2009, Nr. 28

Depressionen und Darm

Es ist hinreichend belegt, dass proinflammatorische Zytokine in der Pathophysiologie der Depression eine wichtige Rolle spielen. Bei depressiven Patienten sind häufig eine erhöhte Bildung proinflammatorischer Zytokine wie Interleukin-6 und TNF-Alpha  sowie eine erhöhte Expression von T-Lymphozyten-Aktivierungsmarkern und eine Akutphasenreaktion nachweisbar.
Desweiteren treten auf: eine verminderte Zinkkonzentration, eine reduzierte Zytotoxizität der NK-Zellen sowie ein vermehrter Tryptophanabbau, hervorgerufen durch eine Aktivierung der Indolamin-Oxidase (IDO).
Bild: S. Hofschläger, Pixelio.de

Einen interessanten neuen Aspekt hat eine Studie ergeben, die von belgischen und polnischen Wissenschaftlern durchgeführt wurde. Bei depressiven Patienten wurden die IgM- und IgA-Antikörper gegen Lipopolysaccharide (LPS) gram- negativer Enterobakterien untersucht. Es zeigte sich, dass die IgM- und IgA-Konzentrationen gegen LPS von Enterobakterien bei Patienten mit einer depressiven Episode signifikant höher waren als bei gesunden Freiwilligen. Zu den Symptomen, die bei erhöhten IgM- und IgA-Werten nachweisbar sind, gehören Müdigkeit, gastrointestinale Symptome und das subjektive Gefühl einer Infektion. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die erhöhte Entzündungsbereitschaft bei depressiven Patienten möglicherweise auch durch eine erhöhte Translokation von LPS erklärt werden kann.

Psychologische Stressfaktoren könnten zum Beispiel durch die vermehrte Produktion von Interleukin-6 und Interferon-Gamma die Barrierefunktin des Darms beeinträchtigen. Diese Zytokine schädigen nachweislich die Schleimhautbarriere des Darms. Die Ergebnisse der Studie sprechen dafür, dass bei depressiven Patienten ein Leaky-gut-Syndrom vorliegen kann.

Referenz:
Michael Maes et al.: The gut-brain barrier in major depression: Intestinal mucosal dysfunction with an increased translocation of LPS from gram negative enterobacteria (leaky gut) plays a role in the inflammatory pathophysiology of depression; Neuroendocrinology Letters, Volume 29, No. 1, 2008

Mai 2009, Nr. 26

Biomarker „unter die Lupe genommen"

In der Juni-Ausgabe des American Journal of Clinical Nutrition sind verschiedene Artikel über Biomarker des Mikronährstoffstatus publiziert. Diese Forschungsergebnisse wurden im Juni 2008 auf dem EURRECA- Workshop „Biomarkers of micronutrient status“ in Montenegro vorgestellt. Das Kompetenznetzwerk EURRECA (EURopean micronutrient RECommendations Aligned) oder „Europäischer Ausschuss für Empfehlungen bezüglich Mikronährstoffen“ wurde gegründet, um eine europaweite wissenschaftliche Übereinstimmung bezüglich der Nachweise zu schaffen, anhand derer Empfehlungen zu Mikronährstoffen erstellt werden können. Das Netzwerk, das von der Europäischen Kommission finanziert wird, besteht aus 34 Partnerorganisationen in 17 Ländern.

Die einzelnen europäischen Staaten überprüfen ihre nationalen Richtlinien bezüglich der Empfehlungen zu Mikronährstoffen in unterschiedlichen Zeiträumen, was zur Folge hat, dass sie nicht immer mit denselben oder den neuesten wissenschaftlichen Informationen arbeiten.


Biomarker des Zinkstatus

Von Wissenschaftlern aus Großbritannien und Ungarn wurde untersucht, welche Laborparameter sich am besten zur Beurteilung des Zinkstatus eignen. Dabei wurden Daten aus 46 Publikationen analysiert. Es zeigte sich, dass bei gesunden Personen die Plasma-, Urin- und Haar-Zinkkonzentration verlässliche Biomarker des Zinkstatus sind.

Die Erytrozyten-Zinkkonzentration, die häufig als der beste Parameter für den Zinkstatus angesehen wird, erwies sich als nicht effektiver Biomarker des Zinkstatus.


Biomarker des Kupferstatus

In diese Untersuchung wurden 16 Studien einbezogen, unter Berücksichtigung von 16 möglichen Kupfer-Biomarkern. Trotz limitierter Daten erwies sich die Serum-Kupferkonzentration als ein nützlicher Biomarker des Kupferstatus. Zur Beurteilung der Zweckmäßigkeit anderer Laborparameter sind erst noch größere Studien erforderlich.


Biomarker des Selenstatus

Die Daten von 18 Selensupplementationsstudien, 9 davon randomisierte Doppelblindstudien, zeigten, dass die Plasma-, Eryterozyten- und Vollblut-Selenkonzentration auf Veränderungen der Seleneinnahme reagieren; auch die Konzentration von Selenoprotein-P sowie die Glutathionperoxidaseaktivität des Plasmas, des Vollbluts und der Thrombozyten reflektieren die Selenaufnahme.


Biomarker des Vitamin-D-Status

Dabei wurden 36 Vitamin-D-Supplementationsstudien ausgewertet. Die Einnahme von Vitamin D erhöhte in allen Studien signifikant die Spiegel von 25(OH)D, 25-Hydroxy-Cholecalciferol, mit einer Ausnahme. Diese Übersichtsarbeit kam zu dem Schluss, dass der Spiegel von 25(OH)D, 25-Hydroxy-Cholecalciferol, ein robuster und verlässlicher Marker des Vitamin-D-Status ist.


Biomarker des Vitamin-B12-Status

Ein leichter Vitamin-B12-Mangel kommt bei älteren Erwachsenen sehr häufig vor. Deshalb ist es von großer Bedeutung, über einen verlässlichen Biomarker der Vitamin-B12-Versorgung zu verfügen.
Wissenschaftler der University of Ulster, Nordirland, werteten acht randomisierte Doppelblindstudien aus, wobei in allen Studien die Vitamin-B12-Konzentration im Serum oder Plasma gemessen wurde. In drei Studien wurde auch Methylmalonsäure bestimmt und in sechs Studien erfolgte auch eine Homocysteinbestimmung. Alle drei Biomarker erwiesen sich als effektive Laborparameter zur Erfassung einer veränderten Vitamin-B12-Aufnahme bei Populationen mit niedrigem Vitamin-B12-Status.


Referenz:
Juni-Ausgabe 2009 des American Journal of Clinical Nutrition

Mai 2009, Nr. 25

Lithium im Trinkwasser soll Selbstmordrate senken

Um die Suizidrate zu senken, schlagen japanische Wissenschaftler vor, dem Trinkwasser den Wirkstoff Lithium zuzusetzen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass es weltweit etwa eine Million Selbstmorde pro Jahr gibt – die meisten wegen Depressionen. Nach einer Rangliste der WHO verzeichnet Japan eine besonders hohe Suizidrate. Japan liegt mit 23,7 Suiziden pro 100.000 Einwohner in den vorderen Rängen. Im Vergleich dazu waren es 2004 in Deutschland 13 Personen pro 100.000 Einwohner, die ihr Leben durch Suizid vorzeitig beendeten.
Bild: Pixelio.de, Pinki 84  
Eine japanische Studie, die jetzt in der Zeitschrift „British Journal of Psychiatry“ veröffentlicht wurde, legt nahe, dass dem Trinkwasser zugesetztes Lithium die Zahl der Suizide möglicherweise senken könnte. Lithium ist ein essentielles Spurenelement, das u.a. eine antidepressive Wirkung aufweist.
Forscher der Universitäten Ôita und Hiroshima analysierten den Lithiumgehalt des Wassers von 18 Gemeinden der Präfektur Ôita auf der Insel Kyûshû und verglichen die Daten mit den Selbstmordraten der jeweiligen Gemeinden.
Die Suizidrate war demnach in Gebieten mit hohem Lithiumgehalt im Trinkwasser deutlich niedriger als in Gebieten, wo der Gehalt an Lithium im Wasser sehr niedrig war. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die konstante Aufnahme winziger Mengen an Lithium im Trinkwasser ausschlaggebend ist für die geringe Selbstmordrate. Allerdings müsse man dabei äusserst behutsam umgehen, denn in höherer Dosis könne Lithium auch giftig sein.

Quelle:
www.20min.ch, 13.05.2009
www.welt.de, 12.05.2009

 

Mai 2009, Nr. 24

Junk-Food und Verhaltensprobleme bei Kindern

Wissenschaftler der University of Bristol verwendeten Daten der ALSPAC Cohortenstudie zur Beurteilung, ob und inwieweit der Verzehr von Junk-Food im Alter von viereinhalb Jahren einen Einfluss auf Hyperaktivität im Alter von sieben Jahren hatte. Es zeigte sich, dass die Kinder mit einem hohen Konsum von Junk-Food in der frühen Kindheit mit größerer Wahrscheinlichkeit zum oberen Drittel der „SDQ hyperactivity sub-scale“ gehörten.

Referenz:

NJ Wiles at al: Junk food diet and childhood behavioural problems: results from the ALSPAC cohort; European Journal of Clinical Nutrition (2009)
Bild: M. John, Pixelio.de  
Mai 2009, Nr. 23

Nickel beeinträchtigt Immunsystem

Forscher des Medical College of Georgia untersuchten in einer Kultur humaner Monozyten den Einfluss von Nickel auf die Sekretion verschiedener Zytokine. Die Resulate zeigten, dass sowohl Ni2+-Ionen allein als auch in Kombination mit bakteriellen Lipopolysacchariden einen erheblichen Einfluss auf die Zytokinsekretion der Monozyten ausübten. Die Nickel-Ionen erhöhten insbesondere die Spiegel des Transkriptionsfaktors Nrf2, der bekanntlich für die Aktivierung des antioxidativen Systems eine zentrale Rolle spielt.

Referenz:
Lewis JB et al.: Ni2-Ions dysregulate cytokine scretion from human monocytes; J Biomed Mater Res B Appl Biomater. 2009 Feb; 88(2): 358-65

Bild: E. Rose, Pixelio.de

Mai 2009, Nr. 22
 
Mikronährstoffanalyse für das Immunsystem
Mikronährstoffanalyse für das Immunsystem
DCMS-Profil "Immunsystem - Allergien"
Allergien
 

Vitamin D ist mit kognitiver Leistungsfähigkeit bei Senioren assoziiert

Bei 377 Senioren schwarzer und 703 anderer Hautfarbe wurden neurophysiologische Tests durchgeführt und die Vitamin-D3-Konzentration bestimmt. Mehr als 65 Prozent der Senioren hatten suboptimale Vitamin-D3-Konzentrationen von < 20 ng/ ml, 18 Prozent wiesen Konzentrationen von < 10 ng/ ml auf. Es ergab sich kein Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und den Gedächtnistests; dafür waren höhere Vitamin-D-Spiegel mit deutlich besseren Exekutivfunktionen mit einer höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit von Informationen assoziiert.
Bild: Schemmi, Pixelio.de

Referenz:
Buell JS et al.: Vitamin D is associated with cognitive function in elders receiving home health services.; J Gerontol A Biol Sci Med. Sci. 2009 Apr 17

Mai 2009, Nr. 21

Cystein vermindert Entzündungsaktivität

Wissenschaftler der Emory University School haben einen direkten Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und Entzündungssignalen im Blut entdeckt. Dabei wurden beide Formen der Aminosäure Cystein untersucht: Cystin (oxidiert) und Cystein (reduziet).

Es ist schon länger bekannt, dass die Spiegel von Cystin im Blut mit zunehmendem Alter ansteigen. Rauchen, Alkoholkonsum, Fehlernährung und verschiedene Erkrankungen sind mit oxidativem Stress assoziiert und erhöhen die Cystinkonzentration im Blut. Die Wissenschaftler fanden jetzt heraus, dass ein hoher Cystinspiegel eine vermehrte Bildung von Interleukin-1-Beta in weißen Blutzellen veranlasst. In einer Studie mit gesunden Probanden mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren wurde ein enger Zusammenhang zwischen der Konzentration von Interleukin-1-Beta und der Cysteinaufnahme festgestellt. Das Cystein-Redoxpotential, also das Verhältnis von Cystin zu Cystein, scheint einen erheblichen Einfluss auf die Entzündungsaktiviät im Stoffwechsel zu haben. Die Forscher beabsichtigen, den Zusammenhang zwischen Cystein und Entzündungsmarkern bei übergewichtigen und normalgewichtigen sowie bei schwerkranken Patienten in verschiedenen Lebensaltern mit parentaler Ernährung zu überprüfen.

Referenz:
ScienceDaily: Targeting oxidized cysteine through diet could reduce inflammation and lower disease risk; Mar. 31, 2009

April 2009, Nr. 20

Vitamin-D-Mangel erhöht Entzündungsaktivität bei gesunden Frauen

Nach einer kürzlich in den Archives of Internal Medicine veröffentlichten Studie nehmen 75 Prozent der Amerikaner nicht genügend Vitamin D auf.

Ernährungswissenschaftler der University of Missouri fanden heraus, dass ein Vitamin-D-Mangel mit Entzündung assoziiert ist. Bei Frauen mit einem ungenügenden Vitamin-D-Spiegel wurden im Serum erhöhte Konzentrationen von TNF-Alpha gefunden. Es ist die erste Studie, die diesen Zusammenhang bei gesunden Versuchspersonen nachgewiesen hat. Erhöhte Entzündungsmarker findet man normalerweise bei Personen mit Übergewicht oder chronischen Erkrankungen. Ein kleiner Abfall der Vitamin-D-Spiegel könnte also bei den Menschen, die krank sind, Symptome verstärken.

Referenz:
Medical News: Relationship between vitamin D deficiency and increases inflammation in healthy women; 09 Apr 2009

April 2009, Nr. 19

Chrompicolinat vermindert Resistinsekretion

Chrompicolinat wird häufig als Wirkstoff für Typ-2-Diabetiker empfohlen. Bisher waren die molekularen Mechanismen der Wirkung von Chrompicolinat noch wenig bekannt. In einer Zellkulturstudie des Shanghai Medical College konnte jetzt nachgewiesen werden, dass Chrompicolinat in einer Kultur von Fettzellen die Freisetzung von Resistin signifikant verminderte. Resistin ist ein Peptidhormon, das vom Fettgewebe abgesondert wird und das mit großer Wahrscheinlichkeit wesentlich zur Insulinresistenz beiträgt.

Referenz:
Wang Yo et al.: Chromium picolinate inhibits resistin secretion in insulin-resistant 3T3-L1 adipocytes through the activation of AMP activated protein kinase; Clin. Exp. Phamacol Physiol 2009 Mar 2

April 2009, Nr. 18

Mikronährstoffmängel bei Kindern häufiger als vermutet

Eine Untersuchung in 10 EU-Städten über den Ernährungsstatus und die Lebensweise von 3.500 Jugendlichen hat gezeigt, dass Jugendliche annähernd ungenügend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind. Die Empfehlung, 600 g Obst oder Gemüse pro Tag zu essen, wird in der Realität kaum befolgt. Ein 13-jähriges Mädchen nimmt am Tag etwa nur 94 g Obst oder Gemüse zu sich, ein 15-jähriger Junge nur 84 g pro Tag. Von den empfohlenen täglichen 5 Portionen sind die europäischen Jugendlichen weit entfernt. 22,2 Prozent der Jugendlichen hatten eine Eisenunterversorgung, 4,8 Prozent sogar einen Mangel; mehr als die Hälfte der Jugendlichen in der Studie wiesen einen nicht optimalen Vitamin-D-Spiegel auf.

Referenz:
Wiener Zeitung, 04.04.09: Kinder bekommen zu wenig Vitamine

April 2009, Nr. 17

Vitamin C gegen Gicht

Bild: Archiv
Männer mit einer höheren Aufnahme von Vitamin C aus Lebensmitteln oder Supplementen haben ein geringeres Risiko, Gicht zu entwickeln berichteten Wissenschaftler der University of British Columbia.

Bei 47.000 US-Amerikanern, die von 1986 bis 2006 aus unterschiedlichen Gründen in ärztlicher Behandlung waren, wurde untersucht, inwieweit Vitamin C einen Einfluss auf die Konzentration der Harnsäure im Blut hat. Es zeigte sich, dass das Risiko für Gicht mit zunehmender Vitamin-C-Zufuhr deutlich abnahm, und zwar um 70 Prozent für je 500 mg der täglichen Vitamin-C-Aufnahme. Die Männer, die täglich 1,5 g Vitamin C

zu sich nahmen, hatten ein um 45 Prozent niedrigeres Gicht-Risiko als diejenigen, die weniger als 250 mg pro Tag einnahmen.

Referenz:
MSNBC.com: Vitamin C may ward off gout in men, study says; Reuters, March 9, 2009-03-31

März 2009, Nr. 16


Folsäuremangel erhöht das Sturzrisiko

Bei älteren Menschen sind Stürze ein erhebliches gesundheitliches Problem. Wissenschaftler der Ben-Gurion University of the Negev untersuchten den Einfluss von Ernährungsfaktoren auf die Häufigkeit von Stürzen. Außerdem wurden Vitamin D, Folsäure und B12 im Blut bestimmt. 100 ältere Versuchsteilnehmer (65 bis 91 Jahre) nahmen an der Studie teil. Bei den Senioren, die innerhalb eines Jahres gestürzt waren, waren die Serum-Folsäure-Konzentrationen signifikant niedriger als bei den Studienteilnehmern, die nicht gestürzt waren. Eine

hohe Serum-Folsäure-Konzentration erwies sich als einziger Schutzfaktor zur Verminderung des Sturzrisikos. Für je ein Nanogramm pro Milliliter Anstieg der Folsäurekonzentration verminderte sich das Sturzrisiko um 19 Prozent.


Referenz:
Hahar D et al.: Nutrional Status in Relation to Balance and Falls in the Elderly. A Preliminary Look at Serum Folate; Ann Nutr Metab. 2009 Mar 6; 54(1): 59(1)-66

März 2009, Nr. 15

Folsäure und Homocystein mit Herzinfarktrisiko assoziiert

In einer großen schwedischen Studie der Northern Sweden Health and Disease Study mit fast 74.000 Teilnehmern wurde nachgwiesen, dass die Plasmakonzentrationen von Folsäure invers mit dem Risiko für Herzinfarkt assoziiert waren. Die totale Homocysteinkonzentration war positiv mit dem Infarktrisiko verbunden. Beide Faktoren erhöhten das Infarktrisiko unabhängig voneinander und unabhängig von der Nierenfunktion. Die Studie unterstreicht die Bedeutung der Folsäure für die Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen.

Referenz:
Van Guelpen B et al.: Plasma folate and total homocysteine levels are associated with the risk of myocardial infaction, independently of each other and of renal function; J Intern Med. 2009 Feb 27

März 2009, Nr. 14


Niedrige Vitamin-D-Spiegel erhöhen verschiedene Krankheitsrisiken bei Teenagern

Auf der American Heart Association`s 49th Annual Conference wurden Daten von NHANES 2001 – 2004 über Zusammenhänge der Vitamin-D-Konzentration mit Krankheitsrisiken bei Heranwachsenden präsentiert. Die Jugendlichen, mit den niedrigsten Vitamin-D-Spiegeln hatten ein 2,36fach erhöhtes Risiko für hohen Blutdruck, ein 2,54fach erhöhtes Risiko für hohe Blutzuckerspiegel und entwickelten 4 mal häufiger ein metabolisches Syndrom. Niedrige Vitamin-D-Spiegel waren stark mit Übergewicht und abdomineller Adipositas verbunden.
Bild: Digital image content ©
 1997-2007 Hemera Technologies Inc.
Referenz:
American Heart Association: Low vitamin D levels associated with several risk factors in teenagers; ScienceDaily, Mar. 18, 2009

 
März 2009, Nr. 13

Zusammenhang zwischen Taurinaufnahme und Stress

Wissenschaftler der koreanischen Inha University untersuchten den Zusammenhang zwischen der Taurinaufnahme aus der Nahrung und den Stressbelastungen. An der Studie nahmen 164 männliche und 156 weibliche College-Studenten teil. Die Stressbelastungen wurden in Form eines Life-Stress-Fragebogens erfasst. Bei den weiblichen Studienteilnehmern bestand eine signifikant negative Korrelation zwischen der Taurinaufnahme und der Häufigkeit, Bedeutung und Gesamtzahl der Stressbelastungen. Bei den männlichen Studienteilnehmern konnte kein diesbezüglicher Zusammenhang festgestellt werden.
Bild: G. Altmann, Pixelio.de

Referenz:
Sung MJ et al.: Correlations between dietary taurine intake and life stress in Korean college students; Adv Exp Med Biol. 2009; 643: 423-8

März 2009, Nr. 12

Taurin senkt Homocystein

Forscher des koreanischen Ansan College untersuchten den Einfluss einer Taurin-Supplementierung auf die Plasma-Homocystein-Konzentration. 22 gesunde Frauen im Alter von 33 – 54 Jahren erhielten über einen Zeitraum von vier Wochen drei Gramm Taurin täglich. Vor und nach der Testphase wurden die Serumlipide und die Taurin- und Homocystein-Konzentration bestimmt. Nach den vier Wochen war die Taurin-Konzentration erwartungsgemäß deutlich höher als zu Beginn der Studie. Es wurde aber auch eine signifikante Verminderung der Plasma-Homocystein-Konzentration festgestellt. Aus dieser Studie geht hervor, dass Taurin offensichtlich eine wirksame Substanz zur Senkung des Homocysteinspiegels ist.

Referenz:
Ahn CS: Effect of taurine supplementation on plasma homocysteine levels of the middle-aged Korean women; Adv Exp Med Biol. 2009; 643: 415-22

März 2009, Nr. 11

Taurin und Diabetes

Bild: Bild: pixelio.de, Knipseline Wissenschaftler der University of South Alabama gingen der Frage nach, über welche Mechanismen Taurin bei Diabetes mellitus antioxidativ wirkt. Es ist schon länger bekannt und gut belegt, dass Taurin Hyporchlorsäure entgiftet und dadurch eine antioxidative Aktivität entfaltet. Allerdings kann eine Antiradikalwirkung von Taurin auch in Zellsystemen nachgewiesen werden, die keine neutrophilen Granulozyten enthalten. Die Wissenschaftler aus Alabama stellten nun eine neue Hypothese zur antioxidativen Wirkung von Taurin auf, die auf der Beobachtung beruht, dass in den Mitochondrien Taurin-konjugierte tRNA (transfer-Ribonukleinsäure) nachgewiesen werden kann. Bei einem Taurinmangel kommt es zu einer Dysfunktion der Atmungskette, weil erforderliche Proteine nicht hergestellt werden können.

Durch Zugabe von Taurin ist eine Erholung der Aktivität der Atmungskette nachweisbar, und die ATP-Synthese steigt an – bei gleichzeitig verminderter Bildung von Superoxidanionen.

Referenz:
Schaffer SW et al.: Role of antioxidant activity of taurine in diabetes; Can J Physiol Pharmacol. 2009 Feb; 87(2): 91-9

März 2009, Nr. 10

Taurin und Blutgefäße

Von der japanischen Nara Medical University wurden die Effekte von Taurin auf die hämodynamische Funktion und auf die arterielle Pulswelle bei 102 gesunden Medizinstudenten untersucht. Generell waren die untersuchten vaskulären Parameter vom Alter abhängig. Der Pulsdruck und andere Messwerte des Viskoelastizitätsverlusts sind sozusagen Indikatoren für die Alterung der Blutgefäße. Die Verabreichung von Taurin (1000 – 2000 mg) senkte den Blutdruck und die Herzfrequenz und verbesserte die Parameter der arteriellen Gefäßwandsteifheit. Daraus kann man schließen, dass Taurin signifikante Veränderungen im kardiovaskulären System hervorrufen kann, wobei ungefähr fünf Prozent der Studenten Non-Responder waren. Allerdings gehen die japanischen Wissenschaftler davon aus, dass Taurin bei kranken Personen größere Effekte auf die Gefäßfunktionen haben dürfte als bei gesunden.

Referenz:
Satoh H, Kang J: Modulation by taurine of human arterial stiffness and wave reflection; Adv Exp Med Biol. 2009; 643: 47-55

März 2009, Nr. 9

Glutamin und Arginin bei Morbus Crohn

Bild fotolia, 2067434

In einer Untersuchung der Universität Rouen wurden Biopsieproben von Morbus-Crohn-Patienten über einen Zeitraum von 18 Stunden mit zwei verschiedenen Dosen von Arginin und Glutamin inkubiert.

Die Kombination pharmakologischer Dosen von Arginin und Glutamin verminderte die Freisetzung von TNF-Alpha und zahlreicher weiterer proinflammatorischer Cytokine über den NF-KappaB- und p38-MAPK-Signalweg. Die Resultate dieser Zellkulturuntersuchung könnten die Basis für prospektive Studien sein, um die Wirksamkeit einer Supplementierung von Arginin und Glutamin während einer Akutkrankheitsphase bei Morbus Crohn zu erproben.

Referenz:
Lecleire S et al.: Combined glutamine and arginine decrease proinflammatory cytokine production by biopsies from Crohn´s patients in association with changes in nuclear factor kappaB and p38 mitogen-activated protein kinase pathways; J. Nutr. 2008 Dec; 138(12): 2481-6

Januar 2009, Nr. 8

Vitamin B12 nützlich bei Aphten

Wissenschaftler aus der Türkei konnten nachweisen, dass eine Supplementierung von Vitamin B12 bei Patienten mit rezidivierenden Aphten von großem Nutzen ist, und zwar auch dann, wenn die Vitamin-B12-Konzentrationen im Normalbereich lagen. In dieser Studie wurden Serumkonzentrationen von kleiner als 140 pg/ ml als defizitär und Konzentrationen von 140 pg/ ml und größer als Normalbereich definiert.

Die Studie zeigte, dass höhere Vitamin-B12-Konzentrationen offensichtlich einen Schleimhautschutz darstellen.

Kommentar:
Ein wünschenswerter Vitamin-B12-Spiegel sollte über 400 pg/ ml liegen. Konzentrationen von 140 oder knapp darüber sind schwerlich als Normalwert einzustufen. Sie reichen vielleicht gerade aus, um neurologische Schäden zu vermeiden.

Referenz:
Gulcan E et al.: Cyanocobalamin may be beneficial in the treatment of recurrent aphtous ulcers even when vitamin B12 levels are normal; Am J. Med. Sci. 2008 Nov; 336(5): 379-82

Januar 2009, Nr. 7

Arginin in einer Metaanalyse

Verschiedene Studien hatten gezeigt, dass die Einnahme von Arginin die Endothelfunktion beeinflusst. Da die meisten dieser Studien eher klein und ihre Schlussfolgerungen inkonsistent waren, haben Wissenschaftler der Universität Peking eine Metaanalyse über den Effekt einer oralen Argininsupplementierung auf die Endothelfunktion durchgeführt. Als Messgröße für die Endothelfunktion diente die flussabhängige Dilatation (FMD). Dabei wurden 12 randomisierte placebokontrollierte Studien über den Kurzzeiteffekt von Arginin in die Metaanalyse miteinbezogen. Es zeigte sich, dass die kurzzeitige Verabreichung von Arginin eine effektive Maßnahme zur Verbesserung der Endothelfunktion ist, wenn die flussabhängige Dilatation niedrig ist.

Referenz:
Yongyi Bai et al.: Increase in fasting vascular endothelial function after short-term oral L-arginine is effective when baseline flow-mediated dilation is low: a meta-analysis of randomised controlled trials; Am J Clin Nutr. 89: 77-84; 2009

Januar 2009, Nr. 6

Vitamin-D-Mangel begünstigt kognitive Störungen

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Bei 1766 Erwachsenen, die 65 Jahre und älter waren, wurden die Vitamin-D3-Konzentration bestimmt. Außerdem wurde eine verkürzte Form des Mental Test Score durchgeführt. Die Daten zeigten eindeutig, dass niedrige Konzentrationen von Vitamin D3 mit einem erhöhten Risiko für kognitive Störungen assoziiert waren.

Referenz:
Llewellyn DJ et al.: Serum 25-Hydroxyvitamin D concentration and cognitive impairment; J Geriatr Psychiatry Neurol. 2008 Dec 10

Januar 2009, Nr. 4

Carnitin und Diabetes

Bekanntlich leiden Patienten mit Typ-2-Diabetes unter hohem oxidativem Stress, und die Hyperglykämie korreliert eng mit dem Level der LDL-Oxidation. In einer Studie der Universität von Catania wurde der Effekt einer Carnitinsupplementierung bei 81 Patienten mit Typ-2-Diabetes untersucht. Die Patienten erhielten entweder 2 g L-Carnitin ein mal täglich oder ein Placebo. Nach ein, zwei und drei Monaten der Behandlung wurden verschiedene Laborwerte überprüft. Bei Abschluß der Studienperiode zeigten die mit Carnitin behandelten Patienten mehr signifikante Verbesserungen im Vergleich zur Placebogruppe: Verminderung des oxidierten LDL und der Triglyceride, Reduktion des LDL-Cholesterins und des Apolipoproteins A1. Die Parameter des Oxidativen Stresses waren bei der Verumgruppe im Vergleich zur Placebogruppe ebenfalls deutlich verbessert.

Referenz:
Malaguarnera M et al.: L-Carnitine supplementation reduces oxidized LDL cholesterol in patients with diabetes; Am J Clin Nutr. 2008 Dec 3.

Januar 2009, Nr. 3

Calcium, Vitamin D und Knochendichte

Eine neue Studie, die Ende Dezember 2008 publiziert wurde, zeigt deutlich auf, dass der Vitamin-D-Status eine wesentlich größere Rolle für die Knochendichte spielt als die Calciumaufnahme. Bei knapp 10.000 Teilnehmern der US NHANES III Studie wurden 20 Jahren später Knochendichte, Calciumaufnahme und der Vitamin-D-Status untersucht. Dabei erwies sich, dass nur bei Frauen mit einer Vitamin-D-Konzentration unter 20 ng/ ml eine höhere Calciumaufnahme auch mit einer höheren Knochendichte verbunden war. Bei einer Vitamin-D-Konzentration über 20 ng/ ml hatte die Höhe der Calciumzufuhr keinen wesentlichen Einfluss auf die Knochendichte.

Kommentar:
Diese Studie widerspricht einmal mehr dem Dogma, dass die Knochendichte ganz überwiegend von der Calciumzufuhr abhängt, weshalb ja die empfohlene Zufuhrmenge für Calcium in der Vergangenheit ständig erhöht wurde. Es ist bereits viele Jahre bekannt, dass ausgerechnet in den Ländern mit einem hohen Milchkonsum die Osteoporoserate besonders hoch ist.
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Referenz:
Bischoff-Ferrari HA et al.: Dietary calcium and Serum 25-hydroxyvitamin D status in relation to bone mineral density among U.S. adults; J Bone Mineral Res. 2008 Dec 29

Januar 2009, Nr. 2

Vitamin E und Migräne

Viele Migränepatientinnen machen die Erfahrung, dass die Migränehäufigkeit mit dem Menstruationszyklus zusammenhängt. In einer Studie der Universität Teheran erhielten 72 Migränepatientinnen zwei Tage vor und zwei Tage nach der Menstruation über zwei Zyklen zunächst ein Placebopräparat. Der gleiche Versuch wurde anschließend mit Vitamin E in einer Dosierung von 400 IU durchgeführt. Es zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede der Intensität des Kopfschmerzes und des Ausmaßes der Unpässlichkeit. Vitamin E erwies sich auch gegenüber dem Placebopräparat bezüglich Photophobie, Phonophobie und Nausea überlegen. Also ist Vitamin E bei der Behandlung von Symptomen der menstruellen Migräne hilfreich.

Referenz:
Ziaei S et al.: The effect of vitamin E on the treatment of menstrual migraine; Med Sci Monik, 2009 Jan; 15(1):CR16-19

Januar 2009, Nr. 1