Studien + Facts

 

Bessere Gesundheit durch Lysin

Es ist schon länger bekannt, dass Lysin durch Effekte auf Serotoninrezeptoren Diarrhoen und Ängstlichkeit vermindert. Außerdem verbessert Lysin die Regenerationsfähigkeit des Darms. In einer randomisierten Doppelblindstudie wurde der Effekt einer Lysinsupplementierung von einem Gramm täglich bei zwei Gruppen von Männern, Frauen und Kindern in unmittelbarer Umgebung von Accra (Ghana) untersucht. Dazu wurden verschiedene Laborwerte bestimmt, u.a. C3-Komplement, CRP, Cortisol, Transferrin und Ferritin; außerdem wurde die Morbidität (Krankheitshäufigkeit) für Diarrhoen, Atemwegserkrankungen und Ängstlichkeit beurteilt.
Bild: Rolf von Melis, pixelio.de

Die Lysinsupplementierung verminderte signifikant die Morbidität für Diarrhoeen bei Kindern und für Atemwegswerkrankungen bei Männern. Die Konzentrationen von Ferritin und CRP reduzierte sich bei den lysinsupplementierten Frauen, während sie bei der Placebogruppe anstieg.

Referenz:
Shibani Ghosh et al: Effect of lysin supplementation on health and morbility in subjects belonging to poor peri-urban households in Accra, Ghana; Am J Clin Nutr., Aug. 18, 2010

August 2010, Nr. 65

Zinkpartikel gehen durch die Haut

Bisher wurde ausgeschlossen, dass Nanopartikel aus Metalloxiden durch die Haut penetrieren können. Zinkoxidpartikel werden in größerem Umfang in Sonnenschutzmitteln verwendet. In einer Studie der australischen Macquarie University wurde nun an Versuchspersonen untersucht, ob Zink aus Sonnenschutzmitteln die gesunde Haut penetrieren kann. Dazu wurden zwei verschiedene Arten von Sonnencremes mit einem radioaktiven Zinkisotop versehen. Es konnte nachgewiesen werden, das der ganz überwiegende Teil von Zink nicht durch die Haut geht.
Bild: Oliver Haja, pixelio.de  

Ungeachtet dessen konnte das radioakive Zink aber im Blut nachgewiesen werden und stieg mit Dauer der Anwendung der Sonnencreme an. Bei der Sonnencreme mit den kleineren Zinkpartikeln wurde eine größere Aufnahmerate festgestellt, besonders bei den weiblichen Versuchspersonen.

Referenz:
Gulson B et al: Small amounts of zinc from zinc oxide particles in sunscreens applied outdoors are absorbed through human skin; Toxicol Sci. 2010 Aug 12

Kommentar:
Die wichtigste Aussage dieser Studie ist, dass Nanopartikel unzweifelhaft durch die Haut gehen können. Dies mag im Fall von Zink harmlos und medizinisch unbedeutend sein, allerdings wirft das die Frage auf, welche anderen Nanopartikeln noch über die Haut aufgenommen werden und ob dies dann wirklich gesundheitlich unbedenklich ist.

August 2010, Nr. 64

Vitamin C verbessert Stimmung

Bei Krankenhauspatienten ist häufig eine Hypovitaminose als Folge eines Mangels an Vitamin C und E nachweisbar. Kanadische Wissenschaftler untersuchten in einer Doppelblindstudie den Effekt von 2 x 500 mg Vitamin C oder 2 x 1000 I.E. Vitamin D täglich auf die Stimmung von Patienten mit einem akuten Krankenhausaufenthalt. Die Stimmungslage der Patienten wurde mit einem validierten Fragebogen erfasst. Die Vitamin-D-Therapie erhöhte zwar die Konzentration von 25-OH-D3, hatte aber keinen signifikanten Effekt auf die Stimmungslage. Vitamin C hingegen führte zu einer Verminderung von Stimmungsschwankungen um 34 Prozent.

Referenz:
Zhang M et al.: Vitamin C provision improves mood in acutely hospitalized patients; Nutrition, 2010 Aug

August 2010, Nr. 63

Erhöhte Homocysteinkonzentrationen bei Panikstörungen

Wissenschaftler der Universität Bonn verglichen 23 Patienten mit Panikstörungen mit einer Kontrollgruppe von 23 gesunden Personen in Bezug auf ihre Homocysteinkonzentrationen. Die Patienten mit Panikstörungen hatten höhere Homocysteinkonzentrationen im Blutplasma als die Kontrollgruppe. Außerdem korrelierte die Homocysteinkonzentration mit dem Schweregrad der Symptomatik. Die Wissenschaftler vermuten, dass das vermehrte Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bei ängstlichen Patienten auch über erhöhte Homocysteinkonzentrationen erklärt werden kann.

Referenz:
Christian Meier et al.: Relative Hyperhomocysteinemia in patients with panic disorder: a case-control study; Neuropsychobiology; Vol. 62. No. 3, 2010

August 2010, Nr. 62

Vitamin-B-Bedarf höher

Wissenschaftler der Universität Bonn verglichen 23 Patienten mit Panikstörungen mit einer Kontrollgruppe von 23 gesunden Personen in Bezug auf ihre Homocysteinkonzentrationen. Die Patienten mit Panikstörungen hatten höhere Homocysteinkonzentrationen im Blutplasma als die Kontrollgruppe. Außerdem korrelierte die Homocysteinkonzentration mit dem Schweregrad der Symptomatik. Die Wissenschaftler vermuten, dass das vermehrte Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bei ängstlichen Patienten auch über erhöhte Homocysteinkonzentrationen erklärt werden kann.
als gedacht

Der RDA-Wert für die Vitamin B12-Aufnahme beträgt 2,4 µg täglich, wobei es zunehmend Zweifel an der Richtigkeit dieser Empfehlung gibt. Dänische und US-amerikanische Forscher untersuchten jetzt den Zusammenhang zwischen der B12-Aufnahme und Biomarkern des B12-Status. Bei Personen mit normaler Aufnahme zeigten die Daten, dass erst bei einer Aufnahme von 4 bis 7 µg Vitamin B12 täglich ein adäquater Vitamin-B12-Status erreicht wird. Die empfohlene Aufnahme von 2,4 µg B12 ist selbst bei gesunden Personen zwischen 18 und 50 Jahren zu niedrig.
Bild: Rainer Sturm, pixelio.de

Referenz:
Mustafa Vakur Bor et al.: Daily intake of 4 to 7 µg dietary vitamin B12 is associated with steady concentrations of vitamin B12-related biomarkers in a healthy young popultaion; Am J Clin Nutr. 91: 571-577, 2010, First published January 13, 2010.

August 2010, Nr. 61

Der Einfluss körperlicher Aktivität auf den Glutaminstoffwechsel

Es ist bekannt, dass körperliche Aktivität einen Einfluss auf die Glutaminbildung hat und auch die Glutaminaufnahme modulieren kann. Starke körperliche Anstrengungen sowie entsprechend intensive Trainingsprogramme führen zu einer Glutaminverarmung, weil im Stoffwechsel dann weniger Glutamin gebildet wird und Glutamin vermehrt von den Leber- und Immunzellen aufgenommen wird. Die Glutaminverarmung nach körperlicher Anstrengung ist mit einer Immunschwäche assoziiert.

Andererseits führt moderates Training zu einer verbesserten Glutaminverfügbarkeit, weil die Glutaminsynthese in der Muskulatur verbessert wird. Ebenso vermindert eine physische Inaktivität, z.B. durch Bettruhe, die Glutaminbildung und Glutaminverfügbarkeit.

Bei intensivem Training kann eine Glutaminsupplementierung die Immunkompetenz verbessern und die entzündliche Aktivität herabsetzen.

Referenz:
Aostini, Francesco; Biolo, Gianni: Effect of physical activity on glutamine metabolism; Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care; January 2010 – Volume 12 – Issue 1

 

Juli 2010, Nr. 60

Glutamin in der Onkologie

In einer Übersichtsarbeit wurden experimentelle und klinische Studien über den Nutzen einer Glutaminsupplementierung bei Tumorerkrankungen ausgewertet. Innerhalb der letzten 20 Jahre wurden 36 klinische Studien über die Sicherheit und Effektivität von Glutamin bei verschiedenen Patientengruppen publiziert. In den allermeisten klinischen Studien konnten durch eine Glutaminsupplementierung bei Tumorpatienten der Stoffwechsel und die klinische Situation deutlich
verbessert werden, ohne das Tumorwachstum zu beschleunigen.

Die Wirksamkeit von Glutamin beruht auf mehreren Prinzipien: Aufrechterhaltung der Permeabilitätsbarriere, verbesserte Immunkompetenz, Verhinderung der Zellproliferation, erhöhte Apoptoserate, vermehrte Synthese von Glutathion, Hitzeschockproteinen und Glucagon-like Peptiden. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass eine angemessene Glutaminsupplementierung sicher ist und von Vorteil sein kann, um die Risiken einer Hochdosis-Chemotherapie und Strahlentherapie zu vermindern. Außerdem kann durch Glutamin die Regeneration bei Patienten verbessert werden, die sich einer Knochenmarkstransplantation unterziehen mussten.

Referenz:
Katharina S Kuhn et al: Glutamine as indispensable nutrient in oncology: experimental and clinical evidence; European Journal of Nutrition, Volume 49, Number 4/ Juni 2010

Juli 2010, Nr. 59

Glutamin ist für die intestinale Permeabilität von Bedeutung

Glutamin ist derzeit die meist bekannte Substanz für die Verminderung der intestinalen Permeabilität. Es ist hinreichend bekannt, dass ein Glutaminmangel die Durchlässigkeit des Darms erhöht. Eine Glutaminsupplementierung konnte z.B. die Barrierefunktion des Darms bei fehlernährten Kindern verbessern. Glutamin hat aber keinen Effekt auf die Barrierefunktion, wenn es parenteral verabreicht wird. Glutamin ist ein wichtiges Substrat für die Enterozyten; es wirkt zusammen mit anderen Aminosäuren, wie z.B. Leucin und Arginin, für die Aufrechterhaltung der Integrität und Funktion des Darms. Bei verschiedenen Störungen wurde Glutamin mit Erfolg zur Verbesserung der intestinalen Permeabilität eingesetzt. Es verminderte auch die Häufigkeit von Infektionen nach bauchchirurgischen Eingriffen. Bei Säuglingen mit zu geringem Geburtsgewicht verbesserte Glutamin die Allergiebereitschaft während der ersten Lebensjahre.

Referenz:
Jean Robert Rapin, Nicolas Wiernsperger: Possible links between intestinal permeability and food processing: A potential therapeutic niche for glutamine; Clinics 2010; 65(6): 635-43

Juli 2010, Nr. 58

Spurenelemente bei ADHS-Kindern

Wissenschafter der University of British Columbia, Canada, untersuchten die Konzentration von Spurenelementen bei 44 Kindern mit der Diagnose ADHS. Die Untersuchung konnte die Ergebnisse früherer Studien bestätigen, dass bei ADHS-Kindern niedrige Zinkkonzentrationen vorliegen.

Neu an diesem Untersuchungsergebnis ist, dass auch die Kupferkonzentrationen bei den ADHS-Kindern vermindert waren. Die Bedeutung dieser Feststellung liegt darin, dass Zink und Kupfer genauso wie Eisen essentielle Cofaktoren für die Bildung von Dopamin und Noradrenalin sind, zwei Neurotransmittern, die für die Entstehung dieser Erkrankung eine wichtige Rolle spielen.

Bild: S. Hofschläger, Pixelio.de

Referenz:
Joy Y Kiddie: Nutritional status of children with attention deficit hyperactivity disorder: A pilot study; International Journal of Pediatrics, Volume 2010, Article ID 767318, 7 pages

Juli 2010, Nr. 57

Quecksilber im Meer ist gefährlich

Häufig werden in Seen und anderen Binnengewässern höhere Quecksilberkonzentrationen als im Meerwasser gemessen. Trotzdem stellt der Verzehr von Salzwasserfischen wie Thunfisch, Makreele und Hai ein gesundheitliches Risiko dar.
Wissenschaftler der Duke University haben jetzt herausgefunden, warum Quecksilber im Meerwasser offensichtlich gefährlicher ist als in Binnengewässern. In Binnengewässern wird das Methylquecksilber an organische Partikel gebunden und relativ schnell durch das Sonnenlicht abgebaut.
 

Bild: CHEck, Pixelio.de

Das Methylquecksilber im Meerwasser bindet sich stark an Chlorid, was einen Abbau durch Sonnenlicht deutlich erschwert. Deshalb kann sich Methylquecksilber in Fischen anreichern.

Referenz:
Medical News Today, 29 Jun 2010: The Danger to humans of mercury in oceans

Juli 2010, Nr. 56

Kupfer vermindert oxidativen Stress

Wissenschaftler der Ohio State University untersuchten bei jungen Frauen, welchen Effekt eine Kupfersupplementierung auf verschiedene Laborparameter hat. Bisher war zwar bekannt, dass ein Kupfermangel gar nicht so selten ist, aber der Nutzen einer Therapie mit Kupfer war weitgehend ungeklärt. Acht Studentinnen erhielten täglich zwei Milligramm Kupfer über einen Zeitraum von acht Wochen. Erwartungsgemäß verbesserte die Kupfersupplementierung sowohl die Kupferkonzentration wie auch die Aktivität zweier Enzyme. Die Supplementierung führte u.a. auch zu einer 39-prozentigen Verminderung der Plasmakonzentrationen der F2-Alpha-Isoprostane, die wichtige Marker des oxidativen Stresses sind.

Referenz:
Rovert A DiSilvestro et al: A pilot study of copper supplementation effects on plasma F2 alpha isoprostanes and urinary collagen crosslinks in young adult women; Journal of Trace Elements in Medicine and Biology, Volume 24, Issue 3 July 2010, Pages 165 - 168

Juli 2010, Nr. 55

Homocystein und Ernährungsgewohnheiten

Wissenschaftler aus Pakistan untersuchten bei 872 gesunden Erwachsenen den Einfluss verschiedener Ernährungsmuster auf die Homocysteinkonzentration. Bei den Studienteilnehmern wurden die Ernährungsgewohnheiten per Ernährungsfragebogen erfasst sowie die Konzentrationen von Homocystein, Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 gemessen. Es wurden drei wesentliche Ernährungsmuster identifiziert: eine so genannte vernünftige Ernährungsform (prudent diet), eine tiereiweißreiche Ernährung und eine Ernährung mit einem hohen Anteil
pflanzlicher Proteine. Eine hohe Zufuhr pflanzlicher Eiweiße erwies sich als Schutzfaktor gegen die Bildung einer Hyperhomocysteinämie, während ein hoher Verzehr tierischer Eiweiße die Entstehung einer Hyperhomocysteinämie förderte. Darüber hinaus konnte nachgewiesen werden, dass die Plasmahomocysteinkonzentrationen mehr mit den Folsäurekonzentrationen korrelierten als mit den Konzentrationen von Vitamin B6 oder Vitamin B12.

Referenz:
Mohsin Yakub et al: Dietary patterns are associated with hyperhomocysteinemia in an urban pakistani population; J. Nutr. First published May 12

Juli 2010, Nr. 54

Die Bedeutung von Homocystein und Folsäure bei altersbedingtem Gehörverlust

Im Rahmen der Blue Mountains Hearing Study untersuchten Wissenschaftler, welche Bedeutung die Serumkonzentrationen von Folsäure, Vitamin B12 und Homocystein auf die Entwicklung einer Presbycusis (Altersschwerhörigkeit) hat. Studienteilnehmer mit erhöhten Homocysteinkonzentrationen (> 20 µmol/ l) hatten ein um 64 Prozent erhöhtes Risiko für einen Gehörverlust größer als 25 Dezibel. Niedrige Folsäurekonzentrationen erhöhten das Risiko leicht, einen Hörverlust zu erleiden. Die Serum-Vitamin-B12-Konzentration schien auf das Gehör keinen Einfluss zu haben.

Referenz:
Gopinath B et al: Serum homocysteine and folate concentrations are associated with prevalent age-related haring loss; J.Nutr. 2010 Jun 23

Juli 2010, Nr. 53

Homocystein und Knochendichte

Italienische Forscher untersuchten bei 448 postmenopausalen Frauen einen möglichen Zusammenhang zwischen der Knochendichte und den Konzentrationen von Homocystein, Folsäure und Vitamin B12. Die Homocysteinkonzentration war negativ mit der Knochendichte des Oberschenkels assoziiert, nicht aber mit der Knochendichte des Schenkelhalses und der Lendenwirbelsäule. Es bestand keine signifikante Assoziation zwischen der Knochendichte und den Serumkonzentrationen von Folsäure und Vitamin B12. Insgesamt ist der Einfluss des Homocysteins auf die Knochendichte eher gering, aber trotzdem klinisch relevant, da die Osteoporose bei postmenopausalen Frauen ja sehr häufig auftritt und erhöhte Homocysteinkonzentrationen auch relativ leicht behandelt werden können.

Referenz:
Paolo Bucciarelli et al: The relationship between plasma homocysteine levels and bone mineral density in post-menopausal women; European Journal of Internal Medicine

Juli 2010, Nr. 52

Homocysteinkonzentration korreliert mit Entzündungsmarkern bei KHK-Patienten

Eine Hyperhomocysteinämie gilt als unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen und Schlaganfall. Im Rahmen der Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health (LURIC) Study wurden bei 1325 Patienten mit nachgewiesener KHK verschiedene Laborparameter untersucht und im Zusammenhang mit der Homocysteinkonzentration bewertet. Die Homocysteinkonzentrationen korrelierten mit den Neopterinspiegeln, und Patienten mit einer Hyperhomocysteinämie wiesen auch signifikant höhere CRP-Konzentrationen auf. Insgesamt bestand ein enger Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit der B-Vitamine, dem Ausmaß der Immunaktivierung und der Homocysteinkonzentration. Ein Mangel an B-Vitaminen fördert eine Homocysteinämie, was wiederum mit einer chronischen Immunaktivierung verbunden ist.

Referenz:
Schroecksnadel K et al: Total homocysteine in patients with angiographic coronary artery disease correlates with inflammation markers; Thromb Baemost. 2010 May 3; 103(5): 926-35

Juli 2010, Nr. 51

Homocysteinstoffwechsel bei alkoholischer Lebererkrankung gestört

Bei 40 Patienten mit einer alkoholischen Lebererkrankung wurde der Homocysteinmetabolismus untersucht. Dazu wurden neben den Vitaminen B6, B12 und Folsäure auch verschiedene andere Metabolite bestimmt wie Methionin, SAM, Cystathion, Cystein, Glycin etc. Die Homocysteinkonzentrationen waren bei allen Alkoholpatienten erhöht; bei den Patienten mit alkoholischer Lebererkrankung fanden sich niedrige Vitamin B6-Konzentrationen, wodurch die Vitamin-B6-abhängigen Stoffwechselwege wie die Bildung von Cystathion gestört waren. Die Homocystein-Transsulfurierung erwies sich bei Patienten mit alkoholischer Lebererkrankung als beeinträchtigt und korrelierte mit dem Schweregrad der Leberfibrosierung.

Referenz:
Valentina Medici et al: Impaired homocysteine transsulfuration is an indicator of alcoholic liver disease; Journal of Hepatology, 2010

Juli 2010, Nr. 50

Vitamin D zur größten Mahlzeit des Tages einnehmen!

Wissenschaftler der Cleveland Clinic untersuchten an 17 Patienten, unter welchen Bedingungen die Einnahme von Vitamin D am effektivsten ist. Dabei zeigte sich, dass die Einnahme von Vitamin D zur größten Mahlzeit des Tages den höchsten Vitamin-D-Anstieg bewirkte.

Referenz:
Cleveland Clinic, news release, May 5, 2010

Juni 2010, Nr. 49

Häufiger Folsäuremangel bei Patienten mit Depressionen

Spanische Forscher bestimmten bei Patienten mit der Diagnose unipolaren Depression die Konzentrationen von Folsäure und Vitamin B12 während ihres ersten Besuches in einer psychiatrischen Einrichtung.

An der Studie nahmen 82 Patienten teil, die zwischen 20 und 86 Jahre alt waren. 69 Patienten hatten niedrige Folsäurespiegel, das sind 84 Prozent aller Studienteilnehmer. Nur 4,8 Prozent der Probanden wiesen niedrige Vitamin-B12-Konzentrationen auf. Die Folsäurekonzentrationen lagen bei einem Mittelwert von 2,2 ng/ ml teilweise sehr niedrig. Besonders häufig war der Folsäuremangel bei therapieresistenten Patienten, so dass anzunehmen ist, dass der Folsäuremangel ein wichtiger Faktor für das schlechte Ansprechen der antidepressiven Therapie ist.

Referenz:
A. Doll et al: P01-30 – Folate deficiency in outpatients with a diagnosis of unipolar depression in mental health center; 18th European Congress of Psychiatry. February 27, March 2, 2010

Juni 2010, Nr. 48

Manganspiegel beeinflusst kindliche Entwicklung

Bei 484 mexikanischen Kindern wurde die Entwicklung von der Geburt bis zum dritten Lebensjahr regelmäßig untersucht und beobachtet. Bestimmt wurden auch die Vollblutkonzentrationen von Mangan. Es zeigte sich, dass Babys mit relativ hohen oder niedrigen Manganspiegeln eine verzögerte Entwicklung aufwiesen, die durch entsprechende Testscores ermittelt wurden. Allerdings besagt das Ergebnis der Untersuchung nicht unbedingt, dass die Mangankonzentration der Grund der langsameren Entwicklung ist. Jedenfalls könnte diese Untersuchung aber ein Anlass sein, den Einfluss von Mangan auf die Entwicklung des Nervensystems genauer zu untersuchen. Daten über die gesundheitlichen Effekte erhöhter Mangankonzentrationen kamen bisher ausschließlich von Studien mit Arbeitern, die beruflich mit diesem Element vermehrt in Berührung kamen.
Bild: Alexandra H., Pixelio.de

Referenz:
Army Norton: Low, high mananese levels may affect the infant brain; Reuters, June 12, 2010

Juni 2010, Nr. 47

Hochdosierter Vitamin-B-/ Mineralstoffkomplex verbessert Stimmung bei gesunden Männern

Bei 215 berufstätigen Männern im Alter von 30 bis 55 Jahren wurde in einer Doppelblindstudie der Effekt einer erhöhten Mikronährstoffzufuhr untersucht. Dabei zeigte sich, dass durch die Einnahme der B-Vitamine und Mineralstoffe bei verschiedenen Testverfahren eine deutliche Verbesserung erreicht wurde. Unter anderem kam es auch zu einer höheren Stresstoleranz, zu einer verbesserten Hirnleistungsfähigkeit und Vitalität etc.

Bild: Wotan, Pixelio.de

Referenz:
Kennedy DO et al: Effects of high-dose B vitamin complex with vitamin C and minerals on subjective mood and performance in healthy males; Psychopharmacology (Berl.) 2010 Jul; 211(1): 55-68

Juni 2010, Nr. 46

B-Vitamine und Depressionen

In einer Studie des Rush University Medical Center wurde untersucht, inwieweit die Aufnahme der Vitamine B6, B12 und Folsäure über einen längeren Zeitraum das Depressionsrisiko beeinflusst. An der Studie nahmen 3.500 Erwachsene älter als 65 Jahre teil. Die Studie lief über einen Zeitraum von etwa sieben Jahren. Die Auswertung der Daten zeigte, dass eine höhere Aufnahme der Vitamine B6 und B12 auch aus Nahrungsergänzungsmitteln das Risiko für das Auftreten von Depressionen verminderte. Bei zusätzlichen 10 Milligramm Vitamin B6 und 10 Mikrogramm Vitamin B12 war das Risiko für depressive Symptome jährlich um zwei Prozent vermindert.

Referenz:
Skarupski KA et al: Longitudinal association of vitamin B6, folate, and vitamin B12 with depressive symptoms among older adults over time; Am J Clin Nutr. 2010

Juni 2010, Nr. 45

Melatonin und Tryptophan schützen gegen aspirininduzierte Magenschäden

Wissenschaftler der Thüringischen Klinik Georgius Agricola in Saalfeld untersuchten, inwieweit Melatonin und Tryptophan ASS (Acetylsalicylsäure-) -induzierte Schleimhautläsionen vermindern können. Dies wurde an 30 Freiwilligen untersucht, die 11 Tage lang entweder nur ASS erhielten oder ASS in Kombination mit Melatonin oder Tryptophan. Die Magenschäden wurden am dritten, siebten und elften Tag der ASS-Verabreichung gastroskopisch untersucht. Erwartungsgemäß führte die Gabe von ASS zu einem deutlichen Anstieg von Magenschäden und zu vermehrten Blutverlusten. Die Zugabe von Melatonin oder Tryptophan reduzierte deutlich die ASS-Schäden.

Die Wissenschaftler schlossen aus dieser Untersuchung, dass Melatonin und seine Vorstufe Tryptophan in oraler Form Magenläsionen durch ASS signifikant mit zwei möglichen Mechanismen reduzieren können: Zum einen können Melatonin und Tryptophan einen direkten Schutzeffekt auf die Magenschleimhaut haben, zum anderen kann der Schutz dadurch erfolgen, dass durch Melatonin und Tryptophan vermehrt Gastrin freigesetzt wird.

Referenz:
Konturek PC et al: Role of melatonin in mucosal gastroprotection against aspirin-induced gastric lesions in humans; J Pineas Res. 2010 May; 48(4): 318-23

Juni 2010, Nr. 44

Eisenmangel erhöht HbA1c-Spiegel

Amerikanische Wissenschaftler untersuchten bei Teilnehmern von NHANES 1999 den Zusammenhang zwischen der Eisenkonzentration im Blutserum und der Konzentration von HbA1c. Von den untersuchten Frauen litten 13,7 Prozent an einem Eisenmangel und 4 Prozent an einer Eisenmangelanämie. Der Eisenmangel war mit einem erhöhten Risiko für einen HbA1c-Wert größer als 5,5 Prozent assoziiert. Jetzt sind weitere Studien erforderlich, um den Grund dieses Zusammenhangs herauszufinden.

 

Referenz:
Catherine Kim, M.D.M.P.H et al: Association between iron deficiency and HbA1c levels among adults without diabetes in the National Health and Nutrition Examination Survey; 1999 – 2006; American Diabetes Association, January 6, 2010

Juni 2010, Nr. 43

Eisen beeinflusst psychomotorische Entwicklung bei Kindern

Polnische Forscher aus Warschau werteten die verfügbaren Doppelblindstudien über die Effekte einer Eisensupplementierung bei schwangeren Frauen, Säuglingen und Kleinkindern hinsichtlich der mentalen und psychomotorischen Entwicklung aus. Drei der fünf Doppelblindstudien zeigten einen günstigen Effekt einer Eisensupplementierung auf die psychomotorische Entwicklung der Kleinkinder, was durch eine entsprechende Metaanalyse bestätigt wurde. Eine Eisensupplementierung bei Säuglingen hat also wahrscheinlich einen positiven Einfluss auf die psychomotorische Entwicklung der Kinder, die mentale Entwicklung scheint dadurch aber nicht beeinflusst zu werden.

Referenz:
Hania Szajewska et al: Effects of iron supplementation in nonanemic pregnant women, infants, and young children on the mental performance and psychomotor development of children: a systematic review of randomized controlled trials; Am J Clin Nutr, April 21, 2010

Juni 2010, Nr. 42

Zink als protektiver Faktor gegen Atherosklerose

Oxidativer Stress und chronische Entzündung gelten als Risikofaktoren für die Atherosklerose. Da Zink antientzündliche und antioxidative Eigenschaften besitzt, liegt die Vermutung nahe, dass es auch gegen die Arterienverkalkung schützen kann. Dies wurde von Wissenschaftlern der Wayne State University Detroit untersucht. Sie führten an 40 gesunden älteren Menschen im Alter zwischen 56 bis 83 Jahren eine randomisierte Doppelblindstudie durch. Eine Gruppe erhielt 55 mg Zink täglich über einen Zeitraum von 6 Monaten, die andere Gruppe ein entsprechendes Placebopräparat. Nach diesen 6 Monaten zeigten sich in der zinkbehandelten Gruppe erhebliche Veränderungen verschiedener Laborparameter: Anstieg der Zinkkonzentration und Verminderung der Konzentration von HsCRP, Interleukin-6, MCP-1, VCAM-1, Malondialdehyd und anderer Parameter. Statistisch ergab sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Plasma-Zinkkonzentration und der Konzentration der genannten Laborparameter. In Zellkulturstudien konnten die Forscher nachweisen, dass Zink die Bildung von TNF-Alpha und IL-1-Beta sowie die Aktivierung von NF-Kappa-B vermindert, die Bildung antiinflammatorischer Proteine dagegen erhöht. Die Ergebnisse dieser Studie legen also nahe, dass Zink aufgrund seiner antiinflammatorischen und antioxidativen Eigenschaften einen Schutzeffekt gegen Atherosklerose ausübt.

Referenz:
Bao B et al: Zinc decreases C-reactive protein, lipid peroxidation,and inflammatory cytokines in elderly subjects: a potential implication of zinc as an atheroprotective agent.

Juni 2010, Nr. 41

Nervenschutz durch Vitamin E bei Cisplatintherapie

Italienische Wissenschaftler untersuchten in einer Doppelblindstudie die Wirksamkeit von Vitamin E gegen die Neurotoxizität von Cisplatin. 108 Patienten, bei denen eine Cisplatin-Chemotherapie durchgeführt wurde erhielten entweder 400 mg Vitamin E oder ein Placebopräparat. Die Therapie wurde vor der Chemotherapie begonnen und über einen Zeitraum von drei Monaten nach der Cisplatingabe fortgesetzt. Der Schweregrad der Neurotoxizität wurde durch Neurotoxizitäts-Scores erfasst. Die Patienten, die Vitamin E erhielten, hatten signifikant niedrigere Scores als die Patienten mit Placebo. Durch die Studie konnte also nachgewiesen werden, dass eine Vitamin-E-Supplementierung signifikant das Risiko von Nervenschäden durch Cisplatin vermindert. Deshalb sollte eine Vitamin-E-Supplementierung routinemäßig bei einer Cisplatin-Therapie durchgeführt werden.

Referenz:
Pace A et al: Vitamin E neuroprotection for cisplatin neuropathy: a randomized, placebo-controlled trial; Neurology. 2010 Mar 2; 74(9): 762-6

Mai 2010, Nr. 40

Niedrige Vitamin-D-Spiegel und Depressionen

Bei älteren Menschen ist eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung häufig anzutreffen, was mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche, Gebrechlichkeit und einer ganzen Anzahl chronischer Erkrankungen verbunden ist. In einer Studie des National Institute on Aging in Baltimore wurde nun ein möglicher Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen und Depressionen bei älteren Menschen untersucht. An der Studie nahmen 531 Frauen und 423 Männer im Alter von 65 und älter teil. Diese Personengruppe wurde über einen Zeitraum von 6 Jahren beobachtet. Am Ende der Studie wurde festgestellt, dass 42 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer während der Zeit eine Depression entwickelten. Drei Viertel der Frauen und die Hälfte der Männer hatten eine Vitamin-D-Konzentration unter 20 ng/ ml.

Frauen mit niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen, die zu Beginn der Studie keine Depression aufwiesen, erkrankten während der sechs Jahre doppelt so häufig an Depressionen als Frauen mit einem ausreichenden Vitamin-D-Spiegel. Frauen mit einem Vitamin-D-Mangel zeigten nach drei bzw. nach sechs Jahren eine Verschlechterung der Stimmungslage, was sich auch in den Scores eines entsprechenden Testbogens niederschlug.

Auch bei Männern führte eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung im beobachteten Zeitraum zu einer Stimmungsverschlechterung, allerdings war dieser Zusammenhang nicht signifikant. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Hypovitaminose-D ein Risikofaktor für die Entwicklung depressiver Symptome bei älteren Personen darstellt, wobei bei Frauen die Assoziation stärker ist.

Die Studie beweist aber nicht, dass niedrige Vitamin-D-Konzentrationen Depressionen verursachen, weil die Studienteilnehmer mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel auch andere Prädispositionsfaktoren für Depressionen haben könnten.

Referenz:
Milanesch Y et al: Serum 25-Hydroxyvitamin D an d depressive symptoms in older women and men; J clin Endocrinol Metab. 2010 May 5

Mai 2010, Nr. 39

Arginin verbessert Leistungsfähigkeit bei älteren Radfahrern

Amerikanische Wissenschaftler untersuchten den Effekt eines Supplements, bestehend aus Arginin und Antioxidantien, auf die körperliche Leistungsfähigkeit bei älteren Radfahrern. Die Untersuchung wurde als Doppelblindstudie über einen Zeitraum von drei Wochen durchgeführt. Nach der ersten und dritten Woche absolvierten die Patienten verschiedene Leistungstests auf dem Ergometer. Die anaerobe Schwelle war in der Verumgruppe signifikant höher als in der Placebogruppe, sowohl nach der ersten als auch nach der dritten Woche.
Bild: Rainer Sturm, Pixelio.de

Die Sauerstoffaufnahme war bei beiden Gruppen unverändert. Das Ergebnis der Studie zeigt also die Wirksamkeit einer Arginin- und Antioxidantiensupplementierung hinsichtlich einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei älteren Menschen.

Referenz:
Steve Chen et al: Arginine and antioxidant supplement on performance in elderly male cyslists: a randomized controlled trial; J Int Soc Sports Ntur. 2010; 7: 13

Mai 2010, Nr. 38

Arginin verändert antioxidative Kapazität bei KHK

In einer indischen Studie erhielten Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung über sieben Tage drei Gramm Arginin. Außerdem wurden verschiedene Parameter bestimmt wie die Aktiviät der Superoxiddismutase (SOD), die Konzentration des Malondialdehyds (MDA), die Konzentration der Thiole, die Vitamin-C-Konzentration etc. Die Arginin-Supplementierung bewirkte einen Anstieg der SOD-Aktiviät, der Thiol- und Vitamin-C-Konzentrationen sowie eine Verminderung der Aktivität der Xantin-Oxidase, der MDA-Spiegel und anderes. Offensichtlich verbessert Arginin deutlich die antioxidative Kapazität des Stoffwechsels.

Referenz:
Tripathi P et al: Therapeutic role of L-arginine on free radical savenging system in ischemic heart diseases; Indian J Biochem Biophys. 2009 Dec; 46(6): 498-502
 

Mai 2010, Nr. 37

Arginin verbessert körperliche Leistungsfähigkeit

Amerikanische Wissenschaftler untersuchten den Einfluss von Arginin-Suppelementen auf die körperliche Leistungsfähigkeit an der Müdigkeitsschwelle. 50 männliche College-Studenten erhielten entweder 1,5 g Arginin oder 3 g Arginin oder 1 Placebopräparat über einen Zeitraum von vier Wochen. Zusätzlich zu Arginin wurden 300 mg Grapefruitkernextrakt verabreicht. Alle Studienteilnehmer führten auf dem Fahrradergometer Belastungstests bis zur Müdigkeitsschwelle durch. Bei den Probanden mit 1,5 und 3 g Arginin wurde eine deutliche Steigerung der muskulären Belastbarkeit nachgewiesen.
Bild: Hans-Peter Bolliger, pixelio.de

Referenz:
Camic CL et al: Effects of arginine-based supplements on the physical working capacity at the fatigue threshold; J Strength 2010 Apr. 9

Mai 2010, Nr. 36

Aminosäuren bei chronischen Lebererkrankungen

Japanische Wissenschaftler untersuchten die Aminosäurenkonzentrationen bei Patienten mit chronischer Hepatitis und bei Patienten mit Leberzirrhose. In Abhängigkeit vom Schweregrad der Leberschädigung stieg die Tyrosinkonzentration an, während die Konzentrationen der verzweigtkettigen Aminosäuren im fortgeschrittenen Stadium einer Leberzirrhose abnahmen. Die Tyrosinkonzentration ist bereits in einem frühen Stadium einer chronischen Lebererkrankung typischerweise verändert.

Referenz:
Michitaka K et al: Amino acid imbalane in patients with chronic liver diseases; Hepatol Res. 2010 Apr 1; 40(4): 393-8

Mai 2010, Nr. 35

Eisenmangel kann Hirnleistungsfähigkeit beeinträchtigen

Dazu drei Studien:

1. Eisenmangel und kognitive Fähigkeiten

Eisen ist ein zweischneidiges Schwert für das Gehirn. Ein Eisenmangel kann zu einer Beeinträchtigung von Kognition und Lernprozessen führen, was mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Veränderung der Dopaminrezeptoren-Empfindlichkeit zurückzuführen ist.
Der genaue Mechanismus, wie die Dopaminrezeptoren durch den Eisenmangel beeinflusst werden, ist noch nicht ausreichend verstanden, möglicherweise kommt es zu Interaktionen mit den endogenen Opiaten, Enkephalinen und Dynorphinen, die vor allem den Hippocampus und das Striatum betreffen.

Unbestritten spielt jedoch andererseits eine Akkumulation von Eisen eine wichtige Rolle bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen. Inzwischen konnten z.B. auch die biochemischen Details der Eisenanhäufung bei der Parkinsonerkrankung näher geklärt werden. Ungeklärt ist noch die Frage, warum der Prozess der Neurodegeneration zu einer Eisenanhäufung führt.

Referenz:
Moussa B.H. et al: Iron Deficiency and Express in the Brain: Implications for Cognitive Impairment and Neurodegeneration; 10. März 2010

 

2. Eisenmangel in jungen Jahren

Ein Eisenmangel in der Kindheit hat einen
negativen Einfluss auf die Entwicklung des Nervensystems und kann zu persistierenden Veränderungen des zentralen Nervensystems führen. Amerikanische Wissenschaftler untersuchten junge Erwachsene mit 19 Jahren, die als Kind einen schweren Eisenmangel hatten. Bei diesen Personen zeigten sich Veränderungen verschiedener Exekutivfunktionen sowie eine Beeinträchtigung bei bestimmten Gedächtnistests.

Die Wissenschaftler vermuten, dass ein Eisenmangel in der Kindheit den Hippocampus und das dopaminerge System dauerhaft schädigt.

Referenz:
Lukowski et al: Iron deficiency in infancy and neurocognitive functioning at 19 years: evidence of long-term deficits in executive function and recognition memory; Nutritional Neuroscience, Volume 13, Number 2, April 2010, pp. 54-70(17)

 

3. Metaanalyse über Eisensupplementierung

Britische Wissenschaftler führten eine Metaanalyse zur Klärung der Frage durch, ob eine Eisensupplementierung kognitive Fähigkeiten verbessern kann, z.B. Konzentration, Intelligenz, Gedächtnis, psychomotorische und schulische Fertigkeiten. Man vermutet, dass 25 Prozent der Weltbevölkerung an einer Anämie leiden und dass davon 50 Prozent auf einen Eisenmangel zurückzuführen sind. Es ist bekannt, dass niedrige Konzentrationen von Hämoglobin zu einer Reihe von Symptomen führen, z.B. Schwäche, allgemeine Müdigkeit, verminderte Immunkompetenz etc.

Bild: Designritter, pixelio.de
 

Im Alter von 6 – 12 Monaten besteht ein erhöhtes Anämierisiko, dann wieder während der Pupertät, besonders bei Mädchen, außerdem bei Frauen im gebärfähigen Alter und bei älteren Menschen. Es besteht auch ein erhöhtes Anämierisiko im Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen, die ja bekanntlich bei älteren Menschen auftreten. Man vermutet, dass 47 Prozent der Vorschulkinder weltweit unter Anämie leiden. Langzeitstudien zeigten, dass ein Eisenmangel in der Frühkindheit zu einer schlechteren Hirnleistungsfähigkeit führt. Ältere Kinder und Erwachsene weisen ein geringeres Risiko für eine Anämie auf, trotzdem dürften doch 25 Prozent der Kinder weltweit an einer Anämie leiden, 30 Prozent der nichtschwangeren Frauen, 42 Prozent der schwangeren Frauen und 17 Prozent der älteren Menschen.

In die Metaanalyse wurden 14 randomisierte Doppelblindstudien einbezogen, die bei Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Frauen durchgeführt wurden. Mit einiger Evidenz kann gesagt werden, dass eine Eisensupplementierung die Aufmerksamkeit, die Konzentration und den IQ verbessert, was aber noch in Langzeitstudien verifiziert werden muss.

Die Verbesserung der Hirnleistungsfähigkeit nach einer Eisensupplementierung zeigte sich unabhängig vom Ausgangswert der Eisenkonzentration.

Referenz:
Martin Falkingham et al: The effect of oral iron supplementation on cognition in older children and adults: a systematic review and meta-analysis; Nutrition Journal 2010; 9:4

April 2010, Nr. 32, 33, 34

Chrom vermag Hirnleistung bei älteren Menschen zu verbessern


Eine Insulinresistenz ist an den pathophysiologischen Veränderungen der „mild cognitive impairment“ (MCI) und der frühen Alzheimererkrankung beteiligt. Bekanntlich kann eine Chromsupplementierung den Zuckerstoffwechsel bei Patienten mit Insulinresistenz und Diabetes verbessern. Wissenschaftler der University of Cincinnati untersuchten, ob eine Chromsupplementierung Gedächtnisleistungen und andere Leistungen bei alten Menschen mit kognitivem Abbau verbessern kann. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie erhielten 26 ältere Menschen entweder Chrompicolinat oder ein Placebopräparat über einen Zeitraum von 12 Monaten.

Bei der Chromgruppe konnte eine gewisse Verbesserung bei verschiedenen Hirnleistungstests nachgewiesen werden. Im Kernspintomogramm fand sich eine Aktivierung verschiedener Regionen im Vergleich zur Placebogruppe. Die Ergebnisse der Studien zeigten Folgendes: Bei Menschen mit beginnenden neurodegenerativen Erkrankungen ist eine Chromsupplementierung zur Verbesserung der cerebralen Funktionen nützlich.

Referenz:
Krikorian Robert et al: Improved cognitive-cerebral function in older adults with chromium supplementation; Nutritional Neuroscience, Volume 13, Number 3, June 2010, pp. 116-122 (7)

April 2010, Nr. 31

Häufiger Vitamin B12-Mangel bei älteren Menschen

In einer chilenischen Studie bei 1000 älteren Menschen im Alter zwischen 65 und 87 Jahren wurde u.a. die Vitamin-B12-Konzentration bestimmt. Als Vitamin-B12-Mangel definierten die Wissenschaftler eine Konzentration kleiner als 148 pmol/ l, als grenzwertiger Mangel eine Konzentration kleiner als 221 pmol/ l. Bei immerhin 12 Prozent der Studienteilnehmer wurde ein ausgeprägter Vitamin-B12-Mangel nachgewiesen und bei 25,4 Prozent ein grenzwertiger Mangel. Es besteht also eine hohe Prävalenz für einen Vitamin-B12-Mangel bei älteren Menschen.

Referenz:
Sánchez H et al: Prevalence of vitamin B-12 deficiency in older adults; Rev Med Chil. 2010 Jan; 138(1): 44-52

April 2010, Nr. 30

Folsäure vermindert Hitzewallungen

Wissenschaftler aus Ägypten untersuchten den Effekt von Folsäure bezüglich dem Auftreten von Hitzewallungen bei postmenopausalen Frauen. Außerdem wurde die Konzentration von MHPG, einem Hauptabbauprodukt von Noradrenalin, bestimmt. An der Studie nahmen 46 Frauen teil. Die Hälfte davon erhielt täglich 5 mg Folsäure über einen Zeitraum von vier Wochen. Die andere Hälfte ein entsprechendes Placebopräparat. In der Folsäuregruppe kam es zu einer signifikanten Verminderung der Plasmaspiegel von MHPG, außerdem berichteten wesentlich mehr Frauen über eine Besserung der Hitzewallungen. Zwischen der MHPG-Konzentration und der Verbesserung der Hitzewallungen wurde eine signifikante negative Korrelation festgestellt.
Eine Folsäuresupplementierung kann also durch eine Verminderung der zentralen noradrinergen Aktivität Hitzewallungen bessern.

Referenz:
Gaweesh SS et al: Folic acid supplementation may cure hot flushes in postmenopausal women: a prospective cohort study; Gynecol Endocrinol. 2010 Mar 16

April 2010, Nr. 29

Schlechter Folsäurestatus bei Dänen

Bei 6784 Personen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren aus Dänemark wurden die Konzentrationen von Folsäure und Vitamin-B12 im Serum bestimmt. Niedrige Folsäurekonzentrationen wurden bei 31,4 Prozent der Untersuchten nachgewiesen, wobei Männer häufiger eine schlechte Folsäureversorgung hatten. Ein Vitamin-B12-Mangel (148 pmol/ l) stellten die Wissenschaftler bei 4,7 Prozent der Probanden fest.

Referenz:
Betina H. Thuesen et al: Lifestyle and genetic determinants of folate and vitamin B12 levels in a general adult population; British Journal of Nutrition 2010; 103: 1195-1204

April 2010, Nr. 28

Vitamin D und rheumatoide Arthritis

In den nordöstlichen Bundesstaaten der USA tritt die rheumatoide Arthritis bei Frauen häufiger auf als in den anderen Bundesstaaten. Forscher der Bosten University School of Public Health sehen hierbei einen Zusammenhang mit einem Vitamin-D-Mangel. Bekanntlich spielt ein Vitamin-D-Mangel bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen eine Rolle, so dass dies auch für die rheumatoide Arthritis angenommen werden kann, obwohl die Ursache für diese Erkrankung noch nicht abschließend geklärt ist. Interessanterweise zeigte sich in den nordöstlichen Bundesstaaten der USA auch eine vermehrte Krankheitshäufung bei Multipler Sklerose und Morbus Crohn. MS und M. Crohn sind eindeutig Autoimmunerkrankungen, die mit einem Vitamin-D-Mangel in Verbindung stehen.

Referenz
Medical News Today, 09 Apr 2010: Rheumatoid Arthritis linked to vitamin D deficiency

April 2010, Nr. 27

Vitamin E schützt gegen Cisplatin-Neuropathie

Bei der Cisplatin-Chemotherapie treten sehr oft schwere Neuropathien auf, die die klinische Anwendung dieses Wirkstoffs beschränken. Italienische Wissenschaftler untersuchten den Nutzen einer Vitamin-E-Supplementierung gegen das Auftreten dieser Komplikation. 108 Patienten, die mit Cisplatin-Chemotherapie behandelt wurden, erhielten entweder 400 mg Vitamin E täglich oder ein Placebopräparat. Die Behandlung wurde vor der Chemotherapie begonnen und noch drei Monate nach Beendigung der Chemotherapie weitergeführt.
Bild: Schnappschuss; Pixelio.de

Das Auftreten von Neurotoxizität war in der Vitamin-E-Gruppe signifikant niedriger als in der Placebogruppe. Auch der Schweregrad der neurotoxischen Symptome war in der Vitamin-E-Gruppe signifikant niedriger. Diese Phase III-Studie bekräftigt die neuroprotektive Rolle des Vitamin E gegen die neurotoxischen Effekte des Displatin. Bei Patienten, die sich einer entsprechenden Chemotherapie unterziehen müssen, sollte eine Vitamin-E-Supplementierung unbedingt miteinbezogen werden.

Referenz:
A. Pace te al: Vitamin E neuroprotection for cisplatin neuropathy; Neurology 2010; 74: 762-766

März 2010, Nr. 26

Metformin kann Polyneuropathie verursachen

Eine langfristige Metformin-Einnahme führt bei 30 Prozent der Patienten zu einem Vitamin-B12-Mangel. Bekanntlich wird Metformin sehr häufig Typ-2-Diabetikern verordnet. Ein Vitamin-B12-Mangel, der sich durchaus ohne Anämie aber als Polyneuropathie zeigen kann, wird oft als diabetische Polyneuropathie fehldiagnostiziert. Dies ist umso schlimmer, da ein unerkannter Vitamin-B12-Mangel zu einem Fortschreiten der Nervenschädigung führt, die mit einer Vitamin-B12-Therapie aufgehalten, aber nicht rückgängig gemacht werden könnte.

Referenz:
Bell, David S.H. MD: Metformin-induced vitamin B12 deficiency presenting as al peripheral neuropathy; Southern Medical Mounal; March 2010 – Volume 103 – Issue 3 pp 265-267

März 2010, Nr. 25

Zink- und Ferritinspiegel bei ADS/ ADHS

Erstmals wurde jetzt der Zusammenhang zwischen Zink- und auch Ferritinspiegeln mit ADS/ ADHS-Symptomen in einer Studiengruppe überprüft. In die Studie wurden 118 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 14 Jahren einbezogen. Die Untersuchung ergab, dass die Studienteilnehmer mit einem niedrigen Zinkspiegel höhere bei den folgenden Tests höhere Scores: Conners Parent Rating Scale (CPRS), Conners Teacher Rating Scale (CTRS) und Verhaltens- und Ängstlichkeits-Scores. Dieses Ergebnis zeigt eine schwere Problematik an.
Bild: Erysipel, Pixelio.de

Die Überaktiviät im CPRS war sowohl mit niedrigen Zink- als auch niedrigen Ferritinspiegeln assoziiert. Die Conners Teacher Rating Scale war weder signifikant mit dem Zink- noch mit dem Ferrtin-Spiegel verbunden.

Aus der Studie können folgende Schlüsse gezogen werden: Sowohl niedrige Zink- als auch niedrige Ferritinkonzentrationen sind mit einer erhöhten Hyperaktivität verbunden. Der Zinkspiegel war auch mit Ängstlichkeits- und Verhaltensproblemen assoziiert. Wahrscheinlich führt eine Kombination aus niedrigen Zink- und Eisenspiegeln zu einer signifikanteren Störung des Dopaminstoffwechsels bei ADS/ ADHS.

Referenz:
Oner O et al: Effects of zinc and ferritin levels on parent and teacher reported symptom scores in attention deficit hyperactivity disorder; Child Psychiatry Hum Dev. 2010 Mar 18

März 2010, Nr. 24

Selenkonzentration und Blutzuckerwert

Die Rolle von Selen in Bezug auf Diabetes mellitus ist etwas widersprüchlich, da zum einen eine insulinähnliche Aktivität von Selen beschrieben wurde, andererseits eine hohe Selenkonzentration auch das Typ-2-Diabetes-Risiko erhöhen könnte. In einer französischen Studie wurde nun untersucht, ob die Selenkonzentration einen Einfluss auf pathologische Blutzuckerwerte oder gar Typ-2-Diabetes bei älteren Menschen hat. An der Studie nahmen 1389 Menschen im Alter von 59 bis 71 Jahren teil, die über einen Zeitraum von 9 Jahren beobachtet wurden. 

Bild: Knirpseline, Pixelio.de

Mehrfach wurden die Selenkonzentrationen und Blutzuckerkonzentrationen bestimmt. Das Risiko für pathologische Glukosewerte war bei Männern mit Selenkonzentrationen im höchsten Tertil im Vergleich zu denen im niedrigsten Drittel signifikant niedriger. Bei Frauen wurde kein signifikanter Zusammenhang beobachtet. Selen scheint also einen geschlechtspezifischen protektiven Effekt auf das Auftreten einer Dysglykämie zu haben.  

Referenz:
Akbaraly TN et al: Plasma Selenium and risk of dysglycemia in an elderly french population: Results from the prospective epidemiology of vascular ageing study; Nutr Metab (Lond). 2010 Mar 18;7(1): 21

März 2010, Nr. 23

Eisenstatus und Atherosklerose

Schon länger wird vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen Ferritinkonzentrationen und dem Frühstadium kardiovaskulärer Erkrankungen gibt. Wissenschaftler der Universität Toulouse untersuchten jetzt in einer Fall-Kontrollstudie, inwieweit die Ferritinkonzentration mit der Zahl atherosklerotischer Plaques in den Carotiden zusammenhängt. Außerdem wurden die Entzündungsmarker hsCRP und AGP bestimmt. Es zeigte sich, dass auch ohne eine entstehende Entzündung das Atheroskleroserisiko mit einem Anstieg der Serum-Ferritin-Konzentration zusammenhängt. Bei jedem 10 µg/ l-Anstieg erhöhte sich das Risiko für Atherosklerose um drei Prozent.

Referenz:
Namanjeet Ahluwalia et al: Iron status is associated with carotid atherosclerotic plaques in middle-aged adults; J. Nutr. First published February 24, 2010

März 2010, Nr. 22

Zink und Osteoporose

Ein Fachartikel der Emory University beschäftigt sich mit der Rolle der Zinkversorgung für die Prävention der Osteoporose. Schon länger ist bekannt, dass die Zinkkonzentration der Knochen mit zunehmendem Alter abnimmt, so dass es nahe liegt, dass Zink eine Rolle bei Störungen des Knochensystems spielt. Zink hat einen stimulatorischen Effekt auf die Knochenbildung durch Osteoblasten und auf die Mineralisation. Außerdem kann Zink die Knochenresorption durch Osteoklasten verhindern, indem es reife Osteoklasten in die Apoptose treibt. Zink hat auch einen suppressiven Effekt auf die Aktivierung von NF-Kappa-B und der damit verbundenen Bildung von Osteoklasten. Die Einnahme von Zink kann eine Zunahme der Knochenmasse bewirken. Derzeit werden verschiedene Zinkverbindungen entwickelt und erprobt und auf ihre Wirksamkeit auf den Knochenstoffwechsel untersucht, so dass zukünftig hochwirksame Zinkverbindungen als neuer Therapieansatz zur Prävention und Therapie der Osteoporose zur Verfügung stehen könnten.

Referenz:
Yamaguchi M: Role of nutritional zinc in the prevention of osteoporosis; Mol Cell Biochem. 2009 Dec 25

März 2010, Nr. 21

Glutaminsäure in Nahrungsmitteln

Wissenschaftler aus Deutschland und den Niederlanden haben den Gehalt an Glutaminsäure in Nahrungsmitteln untersucht. Bekanntlich steht Glutamat (Salz der Glutaminsäure) schon länger im Verdacht, das Essverhalten im Sinne einer zu hohen Kalorienzufuhr zu beeinflussen. Bekannt ist auch, dass Natriumglutamat als Geschmacksverstärker zahlreichen Nahrungsmitteln und Fertiggerichten zugesetzt ist.

Bild: Uli Kutting, Lebensmittelfotos.com
Die Wissenschaftler untersuchten die Aminosäuremuster von 17 häufig gekauften Fertigprodukten. Dabei stellten sie fest, dass der Gehalt an Glutaminsäure häufig deutlich höher lag, als von den Herstellern angegeben, so dass also die Annahme berechtigt ist, dass den Gerichten möglicherweise Glutaminsäure zugegeben wurde. Die Cysteinkonzentrationen waren durchweg sehr niedrig, was auf die thermale Zerstörung dieser Aminosäure durch den Zubereitungsprozess erklärt werden kann. Teilweise wurden auch hohe GABA-Konzentrationen nachgewiesen, die signifikant zum Geschmacksempfinden beitragen.

Referenz:
M. Hermannussen et al: Patterns of free amino acids in German convenience food products: marked mismatch between label information and composition; European Journal of Clinical Nutrition 2010, 64, 88-98
 
März 2010, Nr. 20  

Vitamin D – Schlüsselmolekül des Immunsystems

Wissenschaftler der Universität Kopenhagen haben herausgefunden, dass Vitamin D für das Immunsystem unverzichtbar ist. Nur wenn Vitamin D in ausreichender Menge vorhanden ist, werden die Killerzellen des Immunsystems – die T-Zellen – in einem solchen Maß mobilisiert, dass eindringende Viren oder Bakterien bekämpfen werden können. Es wurde nachgewiesen, dass eine T-Zelle, wenn sie mit einem Krankheitserreger konfrontiert wird, einen Rezeptor ausfährt, mit dem sie nach dem Vitamin sucht. Wenn der Rezeptor feststellt, dass Vitamin D verfügbar ist, läuft eine ganze Reaktionskaskade ab. Die T-Zellen vervielfältigen sich und bilden so hunderte identische Zellen, die alle auf den Krankheitserreger fokusiert sind. Wenn Vitamin D fehlt, kann diese Mobilisierung der T-Zellen nicht stattfinden.
 
Bild: Joujou, Pixelio.de
 
 

Referenzen:
Focus online, 08.03.2010: Schlüsselhormon des Immunsystems;
Wissenschaft.de, 08.03.2010: Vitamin D macht das Immunsystem scharf

März 2010, Nr. 19  

Vitamin D und Muskelstoffwechsel

Ein Vitamin-D-Mangel erhöht das Sturzrisiko bei Senioren. Italienische Wissenschaftler untersuchten jetzt, wie sich der Vitamin-D-Status auf den Muskelstoffwechsel auswirkt. Bei 20 Patienten im Durchschnittsalter von 77,6 Jahren wurde die Oberschenkelmuskulatur kernspintomographisch untersucht. Dabei zeigte sich, dass bei niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen eine fettige Degeneration des Muskelgewebes vorlag. Bei 11 Patienten mit Vitamin-D-Mangel wurde sogar eine komplette Atrophie von wenigstens einem der Oberschenkelmuskeln nachgewiesen.
 
Bild: Jürgen Reitböck, Pixelio.de

Von der University of Southern California wurde die Auswirkung eines Vitamin-D-Mangels auf den Muskelfettgehalt bei jungen Frauen untersucht. Bereits früher konnte gezeigt werden, dass niedrige Vitamin-D-Konzentrationen mit einem erhöhten Körperfettanteil assoziiert sind. Bei der Untersuchung zeigte sich, dass niedrige Vitamin-D-Konzentrationen zu einer Zunahme von Fett im Muskelgewebe führten. Ein höherer Fettanteil im Muskelgewebe ist ein Faktor, der die Muskelkraft beeinträchtigt. Erstaunlich bei dieser Untersuchung war, dass immerhin ein Viertel der jungen Frauen, die an der Studie teilnahmen, schwere Vitamin-D-Mängel (kleiner als 20 ng/ ml) aufwiesen, obwohl sie im Sonnenstaat Kaliforniern lebten.


Referenzen

  • Tagliafico AS et al: Relationship between fatty degeneration of thigh muscles and vitamin D status in the elderly: a preliminary MRI study; AJR Am J Roentgenol. 2010 Mar; 194(3): 728-34
  • Medical News Today, 08.03.2010: Low levels of vitamin D linked to muscle fat, decreases strength in young people
März 2010, Nr. 17. 18

Oxidativer Stress bei Depressionen

Depressive Episoden sind durch einen verminderten Antioxidantienstatus charakterisiert. Belgische Wissenschaftler untersuchten bei depressiven Personen zwei Marker des oxidativen Stresses: Plasmaperoxide und Ox-LDL-Antikörper. Im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen wiesen die depressiven Patienten signifikant höhere Konzentrationen von Plasmaperoxiden und Ox-LDL-Antikörpern auf. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen erneut, dass depressive Episoden mit einem erhöhten oxidativen Stress einhergehen. Die gemessenen Parameter Plasmaperoxide und Ox-LDL-Antikörper haben auch eine Aussagekraft über das Risiko von KHK und neurodegenerativen Erkrankungen.
Bild: Knipseline, Pixelio.de

Referenz:
Journal of Affective Disorder: Increased plasma peroxides and serum oxidized low density lipoprotein antibodies in major depression: Markers that further explain the higher incidence of neurodegeneration and coronary artery disease.

Februar 2010, Nr. 16

Zink verbessert psychische Befindlichkeit bei jungen Frauen

In einer Studie wurde der Einfluss einer Zinksupplementierung auf psychologische Parameter bei jungen Frauen untersucht. 30 Frauen erhielten entweder eine Multivitaminkapsel ohne Zink oder eine Multivitaminkapsel mit 7 mg Zink täglich über einen Zeitraum von 10 Wochen. Bei den Studienteilnehmerinnen, die Zink eingenommen hatten, kam es zu einer deutlichen Reduzierung der Ärger-Feindseligkeits-Scores und der Depression-Niedergeschlagenheit-Scores. Bei den Frauen, die nur Multivitamine eingenommen hatten, konnten diese Veränderungen nicht beobachtet werden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen also, dass eine Zinksupplementierung offensichtlich effektiv Ärger und Depressivität vermindern können.
Bild: Paradizer, Pixelio.de

Referenz:
T Sawada & K Yokoi: Effect of zinc supplementation on mood states in young women: a piplot study: European Journal of Clinical Nutrition (20 January 2010)

Februar 2010, Nr. 15

Folsäure, Homocystein und depressive Symptome

Bei 530 städtischen Angestellten in Japan wurden sowohl depressive Symptome wie auch die Konzentrationen von Homocystein und Folsäure bestimmt. Immerhin wiesen nach den Kriterien der „Center-of-Epidemiologie-Studies“ anhand einer „Depression scale“
36,1 Prozent der Männer und 36,4 Prozent der Frauen depressive Symptome auf . Bei den Männern wurde ein positiver Zusammenhang zwischen der Homocysteinkonzentration und depressiven Symptomen festgestellt. Höhere Folsäurekonzentrationen waren mit einer verminderten Prävalenz depressiver Symptome assoziiert. Dies wurde allerdings nur für die männlichen Studienteilnehmer nachgewiesen, bei den Frauen zeigten sich diese Zusammenhänge nicht.
Bild: Joujou, Pixelio.de
 

Referenz:
A Nanri et al: Serum folate and homocysteine and depressive symptoms among Japanese men and women; European Journal of Clinical Nutrition (20 January 2010)

Februar 2010, Nr. 14

Endotheliale Dysfunktion bedingt Hitzewallungen

Griechische Wissenschaftler untersuchten, inwieweit zu Beginn der Menopause vaskuläre Parameter beeinträchtigt werden. Dazu wurden 120 Frauen mit beginnender Menopause mit einer Kontrollgruppe von 24 prämenopausalen Frauen verglichen. Es gab keinen Unterschied bezüglich der Carotis-Intima-Dicke zwischen beiden Gruppen.

Die flussbedingte Vasodilatation (FMD) war bei den Frauen in der Menopausegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant niedriger. Frauen mit Hitzewallungen hatten im Vergleich zu den Kontrollpersonen in Abhängigkeit der Intensität deutlich größere Störungen der FMD.
 
Bild: Rainer Sturm, Pixelio

Referenz:
Aris Bechlioulis et al: Endothelial Function, but not carotid intima-media thickness, is affected early in menopause and is associated with severity of hot flushes; Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, January 15, 2010

Kommentar:
Eine endotheliale Dysfunktion gehört zu den Störungen, die sich mit einer Mikronährstofftherapie häufig günstig beeinflussen lassen. Beispiele: Vitamine C, E und Folsäure, Arginin, Cystein, u.v.m.

Februar 2010, Nr. 13

Eisen und Blutdruck

Französische Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Eisen - Hämeisen und Nicht-Hämeisen - und dem Blutdruck. Dazu wurden 2895 Teilnehmer der Sumivax-Studie über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtet. Eine niedrige Aufnahme von Nicht-Hämeisen war mit einem größeren Anstieg des systolischen Blutdrucks in dieser Zeit assoziiert. Die Studienteilnehmer mit der höchsten Aufnahme an Nicht-Hämeisen hatten ein um 37 Prozent geringeres Risiko für arterielle Hypertonie im Vergleich zu den Probanden mit der niedrigsten Eisenzufuhr. Die Aufnahme von Hämeisen war nicht mit Veränderungen des Blutdrucks assoziiert, allerdings zeigte sich, dass der Verzehr von Fleisch mit einem Anstieg des systolischen Blutdrucks
verbunden war. Die Daten dieser Studie veranschaulichen, dass zur Vermeidung einer arteriellen Hypertonie auch die Aufnahme an Nicht-Hämeisen beachtet werden muss.

Referenz:
Pilar Galan et al: Low total and nonheme iron intakes are associated with a greater risk of hypertension; J. Nutr. First published November 18, 2009

Januar 2010, Nr. 12

Einfluss von Folsäure auf Blutdruck

Italienische Wissenschaftler aus Modena führten eine kleine Studie mit gesunden postmenopausalen Frauen durch, um zu überprüfen, welcher Effekt eine dreiwöchige Therapie mit Folsäure auf den Blutdruck, auf die Homocysteinkonzentration und auf den Insulinstoffwechsel ausübt. In der Kontrollgruppe wurde keine Veränderung eines Messparameters festgestellt, hingegen kam es in der Verumgruppe bei einer täglichen Aufnahme von 15 mg Folsäure zu einer signifikanten Senkung des nächtlichen systolischen und diastolischen Blutdrucks. Die Folsäuretherapie senkte auch die Homocysteinkonzentration sowie die Insulinresistenz, die mit HOMA-IR evaluiert wurde.

Referenz:
Cagnacci A et al: High-dose short-term folate administration modifies ambulatory blood pressure in postmenopausal women. A placebo-controlled study; Eur J Clin Nutr. 2009 Oct; 63(10): 1266-8

Januar 2010, Nr. 11

Folsäuretherapie senkt Blutdruck bei Kindern

In einer Studie aus Griechenland wurde der Effekt einer Folsäuretherapie hinsichtlich Homocysteinkonzentration und Blutdruck bei Kindern untersucht. Dabei wurde in der Interventionsgruppe im Vergleich zu der Kontrollgruppe der systolische und diastolische Blutdruck signifikant gesenkt. Eine Folsäuretherapie ist deshalb eine sichere und effektive Möglichkeit, den Homocysteinspiegel und wahrscheinlich auch den Blutdruck zu senken, was bei Kindern die Bildung kardiovaskulärer Erkrankungen verhindern könnte.

Referenz:
Papandreou D et al: Homocysteine lowering with folic acid supplements in children: effects on blood pressure; Int J Food Sci Nutr. 2010 Feb; 61(1): 11-7

Januar 2010, Nr. 10

Vitamin-D-Status und arterielle Hypertonie

In einer Übersichtsarbeit der Universität Graz wurde der Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Blutdruck dargestellt. Viele Daten sprechen dafür, dass Vitamin D an der Pathogenese der arteriellen Hypertonie beteiligt ist. Die antihypertensiven Eigenschaften von Vitamin D lassen sich wie folgt darstellen: Schutz der Nieren, Unterdrückung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, Beeinflussung der Gefäßzellen, Vermeidung eines sekundären Hyperparathyreodismus. Ganz überwiegend veranschaulichen die Resultate klinischer Studien, dass Vitamin D den arteriellen Blutdruck senken kann. Die antihypertensiven Effekte waren besonders ausgeprägt bei den Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel. Eine Vitamin-D-Supplementierung könnte deshalb ein sicherer und preiswerter Weg sein, um eine arterielle Hypertonie bei Patienten mit Vitamin-D-Mangel zu vermeiden.

Referenz:
Pilz S et al: Vitamin D status and arterial hypertension: a systematic review; Nat Rev Cardiol. 2009 Oct; 6(10): 621-30

Januar 2010, Nr. 9

Vitamin-C-Mangel bei jungen Kanadiern

Von 2004 – 2008 wurde von der Universität von Toronto eine Studie zur Bestimmung der Prävalenz eines Vitamin-C-Mangels bei jungen kanadischen Erwachsenen durchgeführt. Außerdem wurde die Assoziation der Vitamin-C-Konzentration mit Markern chronischer Erkrankungen bestimmt. An der Studie nahmen 979 Frauen und Männer zwischen 20 und 29 Jahren teil.

Die Ergebnisse der Studie waren, dass 53 Prozent der Studienteilnehmer ausreichende Vitamin-C-Konzentrationen hatten, 33 Prozent suboptimale Vitamin-C-Spiegel und 14 Prozent einen Vitamin-C-Mangel.

Bild: segovax, Pixelio.de

Letztere wiesen erhöhte Konzentrationen von CRP, einen höheren Body-Mass-Index sowie höhere Blutdruckwerte im Vergleich zu den Studienteilnehmern mit normalen Vitamin-C-Konzentrationen auf.

Referenz:
Cahil L et al: Vitamin C deficiency in a population of young Canadian adults; Am J Epidemiol. 2009 Aug 15; 170(4): 464-71

Januar 2010, Nr. 8

Folsäure ist Marker für Hyperhomocysteinämie

In einer Studie, die Wissenschaftler aus Taiwan durchführten, erwies sich die niedrige Folsäurekonzentration im Blutserum als zuverlässigster Indikator erhöhter Homocysteinkonzentrationen bei jungen Erwachsenen. In der Studie wurden unterschiedlich hohe Homocysteinkonzentrationen mit der Serumkonzentration von Folsäure, dem Erythrozytenfolsäurespiegel, der Vitamin-B12-Konzentration und der Vitamin-B6-Konzentration in Beziehung gesetzt. Es zeigte sich, dass ausschließlich die Folsäurekonzentration im Serum einen Einfluss auf die Homocysteinkonzentration hatte.
Bild: Roger-Uwe Eichler, Pixelio.de

Referenz:
Cheng CH et al: Serum folate is a reliable indicator of hyperhomocysteinemia and borderline hyperhomocysteinemia in young adults; Nutr. Res. 2009; Oct, 29(10): 743-9

Januar 2010, Nr. 7

Carnitin hilft bei nichtalkoholischer Steatohepatitis

Italienische Wissenschaftler untersuchten den Effekt einer Carnitinsupplementierung bei Patienten mit nichtalkoholischer Steatohepatitis. Ein Teil der Patienten erhielt zusätzlich zu einer Diät 2 x 1 g L-Carnitin nach dem Frühstück und nach dem Mittagessen. Die andere Studiengruppe wurde nur mit der Diät behandelt. Bei der Carnitin-Gruppe zeigten sich signifikante Verbesserungen bei zahlreichen Stoffwechselparametern, insbesondere hinsichtlich TNF-Alpha und CRP. Eine Carnitintherapie ist also eine nützliche Maßnahme bei der Behandlung einer nichtalkoholischen Steatohepatitis.
Bild: Archiv

Referenz:
Malaguarnera M et al: L-Carnitine supplementation to diet: A new tool in treatment of nonalcoholic steatohepatitis – a randomized and controlled clinical trial; Am J Gastroenterol. 2010 Jan 12

Januar 2010, Nr. 6

Coenzym Q10 und Depressionen

In einer belgischen Studie wurden die Plasmakonzentrationen von Coenzym Q10 bei 35 depressiven Patienten und 22 gesunden Kontrollpersonen bestimmt. Die Schwere der Erkrankung wurde durch die Hamilton depression rating scale und durch die Präsenz eines chronischen Müdigkeitssyndroms bestimmt.
Die Coenzym-Q10-Konzentrationen bei den depressiven Patienten waren signifikant niedriger im Vergleich zur Kontrollgruppe. Über 50 Prozent der depressiven Patienten hatten Q10-Konzentrationen, die niedriger lagen als der niedrigste Q10-Wert bei den Kontrollpersonen. Die Q10-Konzentrationen waren bei Patienten mit einer therapieresistenten Depression und bei Patienten mit CFS im Vergleich zu anderen depressiven Patienten signifikant niedriger.
Bild: Oldskoolmann.de
 

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass niedrige Q10-Konzentrationen eine Rolle bei der Pathophysiologie der Depression spielen könnten. Deshalb ist die Vermutung begründet, dass depressive Patienten von einer Q10-Supplementierung zu profitieren vermögen. Wichtig ist auch die Tatsache, dass niedrige Q10-Konzentrationen als Risikofaktor für KHK und Herzinsuffizienz anzusehen sind und bei Depressionen auch zu dem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen beitragen könnten.

Referenz:
Maes M et al: Lower plasma coenzyme Q10 in depression: a marker for treatment resistance and chronic fatique in depression and a risk factor to cardiovascular disorder in that illness; Neuro Endocrinol lett. 2009, 30(40): 462- 9

Januar 2010, Nr. 5

Selenstatus bei Alzheimerpatienten

Brasilianische Wissenschaftler konnten in einer Fall-Kontrollstudie zeigen, dass Patienten mit M. Alzheimer im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant niedrigere Selenspiegel im Plasma, in den Erythrozyten und den Fingernägeln aufwiesen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass M. Alzheimer in einem bedeutenden Zusammenhang mit einem Selenmangel steht.

Referenz:
Cardoso BR et al: Nutritional status of selenium in alzheimer´s disease patients; Br J Nutr. 2009 Dec 1:1-4
Bild: Karin Jung, Pixelio.de

Januar 2010, Nr. 4

Zink und ADS/ ADHS

In verschiedenen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen niedrigen Zinkkonzentrationen und dem Schweregrad einer ADS/ ADHS-Symptomatik nachgewiesen. In einem Fachartikel von Kinder- und Jugendpsychiatern aus Kroatien wurden mögliche Wirkmechanismen des Zinks bei ADS/ ADHS diskutiert. Dopamin ist einer der bedeutendsten Faktoren in der Pathophysiologie der Hyperaktivitätsstörung. Das Hormon Melatonin hat eine bedeutende Funktion für die Regulierung von Dopamin. Zink wiederum ist für den Stoffwechsel von Melatonin erforderlich.

Bild: Jutta Rotter, Pixelio.de

Zink ist ein Coenzym des Enzyms Delta-6 Desaturase, das für den Aufbau ungesättigter langer Fettsäuren benötigt wird, die wiederum am Zusammenbau der Nervenzellmembranen mitwirken.

Im Rahmen einer Zinktherapie bei ADHS wurden 15 mg Zink verabreicht. Die Autoren des Artikels empfehlen die Durchführung zusätzlicher Studien, um die richtige und effiziente Dosis von Zink zu ermitteln.

Referenz:
Dodig-Curkovic K et al: The role of zinc in the treatment of hyperactivity disoerder in children; Acta Med Croatica. 2009 Oct; 63(4): 307-13

Januar 2010, Nr. 3

Vitamin K und Arthrose

Japanische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass eine niedrige Vitamin-K-Aufnahme einen Risikofaktor für eine Arthrose des Kniegelenks darstellt. Bei 719 Patienten wurde der Schweregrad einer Kniegelenks-Arthrose radiologisch bestimmt. Parallel wurde die Nährstoffaufnahme über den Zeitraum eines Monats erfasst. Unter den Ernährungsfaktoren war ausschließlich die Vitamin-K-Aufnahme mit der Prävalenz der Osteoarthrose assoziiert.

Referenz:
Oka H et al: Association on low diatary vitamin K intake with radiographic knee osteoarthritis in the Japanese elderly population: dietary survey in a population-based cohort of the ROAD study; J. Orthop Sci; 2009 Nov; 14(6):687-92
Bild: Rainer Sturm, Pixelio.de
Januar 2010, Nr. 2

Selenkonzentration und Prognose für kardiovaskuläre Erkrankungen

Wissenschaftler der Universität Mainz und der Harvard Medical School Boston untersuchten den Einfluss der Selenkonzentration auf die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei der stabilen Angina pectoris wurde kein Zusammenhang zwischen der Selenkonzentration und der späteren Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt. Ganz anders war es bei den Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom. In dieser Patientengruppe wiesen die Studienteilnehmer mit den höchsten Selenkonzentrationen die geringste Zahl an Todesfällen auf.

Referenz:
Lubos E et al: Serum selenium and prognosis in cardiovascular disease: results from the AtjerpGene study; Atherosclerosis. 2009 Sep 12

Bild: Hans Snoek, Pixelio.de
Januar 2010, Nr. 1