Studien + Facts

 

Bei größerem Vitamin-B12-Mangel keine Folsäure verabreichen!

Vor wenigen Tagen erschien ein hochinteressanter Artikel in ´PNAS`, einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Fachzeitungen. US-Wissenschaftler der Tufts University untersuchten den Einfluss der Folsäure- und B12-Konzentration auf funktionelle Indikatoren des B12-Status, nämlich Homocystein und Methylmalonsäure. Dabei wurden aus dem Pool der Untersuchungen NHANES III und NHANES 1999 – 2002 über 10.000 Studienteilnehmer erfasst.

Bei Versuchspersonen mit einer Vitamin-B12-Konzentration von kleiner als 200 ng/ l führte eine Folsäurekonzentration von über 8,8 µg/ l zu einem deutlichen Anstieg von Homocystein und Methylmalonsäure. Aus den Ergebnissen der Studie kann man
schließen, dass eine Folsäuresupplementierung die Enzymfunktionen des Vitamin B12 deutlich verschlechtert, wenn die Personen bereits einen Vitamin-B12-Mangel haben.

Kommentar:
Es ist nicht selten, dass Patienten Vitamin-B12-Konzentrationen von unter 200 ng/ l aufweisen. Bei diesen Patienten sollte zunächst die B12-Konzentration verbessert werden, bevor man mit einer eventuell erforderlichen Folsäuretherapie beginnt, ansonsten kann eine Folsäure-Supplementierung sogar schädlich sein.

Referenz:
Jacob Selhub et al.: In vitamin B12 deficiency, higher serum folate is associated with increased total homocysteine and methylmalonic acid concentrations; PNAS, Dec. 11, 2007

 
Dezember 2007/ Nr. 57


Antientzündlicher Effekt des Vitamin K


Von der TUFT University Bosten wurde im November 2007 eine Untersuchung publiziert, in der der Einfluss der Vitamin-K- und Vitamin-D-Konzentrationen auf Entzündungsmarker untersucht wurde. Die Studienteilnehmer kamen aus der Framingham Offspring Study. Interessanterweise zeigte sich, dass die Vitamin-K-Konzentration mit CRP assoziiert war, während beim Vitamin D dieser Zusammenhang nicht nachgewiesen wurde. Allerdings korrelierte die Vitamin-D3-Konzentration invers mit der Urinausscheidung von Isoprostanen; letztere gelten als sehr gute Indikatoren für den oxidativen Stress.

Referenz:
Shea MK et al.: Vitamin K and Vitamin D Status: Associations with Inflammatory Markers in the Framingham Offspring Study; Am J Epidemiol. 2007 Nov 15

 
Deczember 2007/ Nr. 56

Cystein und Knochendichte

Von der Universität Liverpool erschien eine Studie, die den Beitrag von Thiolverbindungen für die Entwicklung einer Osteoporose untersuchte. Dabei zeigte sich, dass die Versuchspersonen mit einer niedrigen Knochendichte signifikant niedrigere Cystein-Plasmakonzentrationsspiegel aufwiesen. Unter verschiedenen Parametern erwies sich die Cysteinkonzentration als die signifikanteste Messgröße für die Knochendichte. Die Autoren der Studie vermuteten, dass eine niedrige Cysteinkonzentration zu einer verminderten Kollagensynthese führen könnte und eine erhöhte Aktivität der Osteoklasten zu einem verstärkten Cysteinverbrauch.
 

Referenz:

Baines M et al.: The Association between cysteine, bone turnover, an low bone mass; Calcif Tissu Int. 2007

 
Dezember 2007/ Nr. 55

Niedrige Vitamin-C-Konzentrationen häufiger als vermutet

In einer Studie der Universität Bratislava wurden die Vitamin-C-Plasmakonzentrationen bei Mischköstlern und Vegetariern untersucht. Interessanterweise zeigte sich, dass die Hälfte der Probanden entweder zu niedrige Vitamin-C-Konzentrationen (kleiner als 23 µmol/ l) oder suboptimale Konzentrationen (23 – 50 µmol/ l) aufwiesen. Suboptimal heißt, dass die Plasmakonzentration von Vitamin C nicht für eine Reduzierung oxidativ veränderter Moleküle ausreicht. Erst ab einer Konzentration von 50 µmol/ l wurde eine signifikante Reduktion von Peroxidationsprodukten festgestellt. Ein Ergebnis der Studie war auch, dass immerhin 88 Prozent der Vegetarier und nur 46 Prozent der Mischköstler über Plasmakonzentrationen von über 50 µmol/ l verfügten.

Referenz:
Krajcovicova-Kudlackova M et al.: Vitamin C protective plasma value; Bratisl Lek Listy. 2007; 108(6):265-8

November 2007/ Nr. 54

Vitamin-B1-Mangel häufig bei Diabetikern

In einer britischen Studie wurden die Vitamin-B1-Konzentrationen bei 26 Typ-1-Diabetikern, 48 Typ-2-Diabetikern und 20 gesunden Kontrollpersonen bestimmt. Dabei zeigte sich, dass die Diabetespatienten um 75 Prozent niedrigere Plasmathiaminkonzentrationen aufwiesen als die Kontrollpersonen. Bisher wurde dies übersehen, weil man normalerweise zur Beurteilung des Vitamin-B1-Status die Aktivität der Transketolase bestimmt.
Bereits in früheren Studien wurde festgestellt, dass Vitamin B1 Gefäße und Nerven vor überhöhten Glukosekonzentrationen schützt.

Referenz:
Thornalley PJ et al.: High prevalence of low plasma thiamine concentration in diabetes linked to a marker of vascular disease; Diabetologia. 2007 Oct; 50 (10): 2164 – 70. Epub 2007 Aug 4

November 2007/ Nr. 53

Taurin schützt vor endothelialer Dysfunktion

Die endotheliale Dysfunktion gilt als ein Frühstadium in der Entwicklung von Atherosklerose und diabetischer Angiopathie. Von der Universität Bonn wurde eine Zellstudie durchgeführt, bei der Endothelzellen unterschiedlichen Konzentrationen von OX-LDL und Glukose ausgesetzt waren. Außerdem wurde untersucht, inwieweit die Zufuhr von Taurin einen protektiven Effekt ausübt. Die durch die Hyperglykämie ausgelöste Apoptose und Expression von Adhäsionsmolekülen wie ICAM und VCAM wurde durch Taurin komplett rückgängig gemacht.
Auch eine Noxe-Kombination bestehend aus OX-LDL und Hyperglykämie konnte mit Hilfe von Taurin neutralisiert werden. Dazu waren allerdings pharmakologische Konzentrationen von Taurin erforderlich.

Referenz:
Gudrun Ulrich-Merzenich et al.: Protective effects of taurine on endothelial cells impaired by high glucose and oxidized low density lipoproteins; European Journal of Nutrition; 26. Oktober 2007

November 2007/ Nr. 52

Niedriger Vitamin-B-Status beeinträchtigt Hirnleistungsfähigkeit bei älteren Erwachsenen

Es ist schon länger bekannt, dass eine erhöhte Homocysteinkonzentration zu kognitiven Störungen führen kann. Bisher war aber nicht klar, ob ein niedriger Vitamin-B12- oder Folsäure-Status für diese Entwicklung verantwortlich ist. Eine Studie an 1648 Teilnehmern der Universität Oxford hat jetzt ergeben, dass ein niedriger Vitamin-B12-Status signifikant mit einem schnelleren kognitiven Abbau korrelierte. Die Autoren dieser Untersuchung empfehlen randomisierte Studien über den Nutzen einer Vitamin-B12-Supplementierung zur Prävention von Demenzerkrankungen.

Referenz:
Robert Clarke et al.: Low vitamin B12-status and risk of cognitive decline in older adults; American Journal of Clinical Nutrition; Vol. 86; No. 5, 1384-1391, November 2007

November 2007/ Nr. 51


Zink schützt die Lunge

Eine Studie von Forschern der Tufts-University zeigte, dass eine ausreichende Zinkversorgung bei Senioren von großer Bedeutung zur Vermeidung einer Pneumonie ist. Bei 33 Studienteilnehmern wurde festgestellt, dass normale Serum-Zink-Konzentrationen mit einer verminderten Inzidenz und Dauer von Pneumonien assoziiert waren. Außerdem führte eine ausreichende Zinkversorgung dazu, dass weniger Antibiotika benötigt wurden.

Referenz:
Simin N Meydani et al.: Serum zinc and pneumonia in nursing home elderly; American Journal of Clinical Nutrition; Vol. 86, No. 4, 1167-1173, October 2007
November 2007/ Nr. 50

Vitamin-E-Studien weitgehend wertlos

  Zur Senkung anerkannter Biomarker der Lipidperoxidation sind 1.600 bis 3.200 i.U. Vitamin E erforderlich, also 4 bis 8-mal so viel wie in klinischen Studien üblich. Dies wurde von der Oregon State University in der Zeitschrift Free Radical Biology and Medicine publiziert. In klinischen Studien wurden meist Vitaminsupplemente in einer Dosierung von 100 bis 400 i.U. verwendet, in der Annahme, dass diese Menge ausreichend sei, um oxidativen Stress zu reduzieren. In den bisherigen klinischen Studien wurde immer die Hypothese überprüft, ob eine Reduzierung von oxidativem Stress das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindert. Was jetzt deutlich wird, ist, dass in diesen Studien der oxidative Stress niemals gemessen wurde und deswegen auch gar nicht bekannt sein kann, ob er
tatsächlich vermindert wurde oder nicht. Die Hypothese wurde also nie wirklich überprüft.

Aus diesem Grund müssen neue klinischen Studien durchgeführt werden, an denen Patienten teilnehmen, die tatsächlich einen hohen messbaren oxidativen Stress haben.

Quelle:
Science Daily, Sept 27, 2007: Vitamin E trials „fatally flawed“
 
November 2007, Nr. 49

Unzureichende Vitamin-D-Versorgung verstärkt Schmerzen

Ungefähr jeder vierte Patient, der unter chronischen Schmerzen leidet, hat auch unzureichende Vitamin-D-Blutspiegel. Dies wurde von der Mayo Comprehensive Pin Rehabilitation Center, Rochester, Minnesota in einer Studie an 267 Erwachsenen festgestellt. Unter diesen Patienten war die erforderliche Morphindosis zur Schmerzsenkung fast doppelt so hoch wie bei den Patienten mit ausreichenden Vitamin-D-Spiegeln. Außerdem war eine wesentlich längere Morphintherapie notwendig. Zudem berichteten die Patienten mit Vitamin-D-Mangel auch vermehrt über eine schlechte körperliche Befindlichkeit.

Referenz:
LifeExtension, 05.10.07: Vitamin D inadequacy may exacerbate chronic pain

November 2007, Nr. 48  

Glycin möglicherweise nützlicher Mikronährstoff bei Tumorerkrankungen

Es gibt zunehmend Hinweise, dass Glycin eine Aminosäure mit immunmodulierenden Eigenschaften ist. Inzwischen liegen auch erste Hinweise vor, dass Glycin das Tumorwachstum vermindern kann. Der „Vascular endothelial growth factor“ (VEGF) spielt eine kritische Rolle bei der Tumorentwicklung, weil er die Bildung neuer Blutgefäße fördert. Glycin kann die biochemischen Effekte von VEGF herabsetzen; außerdem verhindert Glycin signifikant die Proliferation und Wanderung von Endothelzellen. Die vorhandenen Daten weisen darauf hin, dass dieser Effekt durch eine Aktivierung von Chloridkanälen zustande kommt. Durch diese wird die Zellmembran hyperpolarisiert und dadurch der Calciumeinstrom blockiert. Aus diesem Grund könnte Glycin nicht nur sinnvoll zur Behandlung von Entzündungen sein, sondern auch hilfreich bei der Behandlung von Tumoren.

Referenz:
Yamashina S et al.: Glycine as a potent anti-angiogenic nutrient for tumor growth; J. Gastroenterol Hepatol. 2007 Jun; 22 Suppl 1: S62-4

November 2007, Nr. 47

Erhöhtes Homocystein sowie ein Mangel der Vitamine B2 und B6 erhöhen das Risiko für Schenkelhalsfrakturen

Bei 5300 Personen im Rahmen der Rotterdam Study wurde der Einfluss der Nahrungsaufnahme mit der Knochendichte im Schenkelhalsbereich verglichen. Außerdem wurde über einen Zeitraum von sieben Jahren das Auftreten von Frakturen beobachtet. Interessanterweise zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Knochendichte und der Aufnahme von Vitamin B6 und Vitamin B2.
Je höher die Vitamin-B6-Aufnahme war, desto weniger Frakturen traten auf.

Kommentar:
In letzter Zeit wird immer mehr deutlich, dass Vitamin B2 bei vielen Menschen eine erhebliche Rolle im Homocysteinmetabolismus spielt, was inzwischen auch in der neueren Fachliteratur so dargestellt wird.

Referenz:
Yazdanpanah N et al.: Effect of dietary B vitamins on BMD and risk of fracture in elderly men and women: The Rotterman Study; Bone. 2007 Aug 17

November 2007, Nr. 46

NAC-Gabe hilfreich bei Spielsucht!

In der Septemberausgabe des Journal Biological Psychiatry wurde eine interessante Studie der Universität von Minesota publiziert. Darin erfolgte der Nachweis, dass die Einnahme von N-Acetylcystein bei Spielsüchtigen das Suchtverhalten reduzierte. Bei 13 spielsüchtigen Patienten wurde eine Doppelblindstudie durchgeführt, in der die eine Gruppen N-Acetylcystein erhielt und die andere Gruppe ein Placebopräparat. 83 Prozent der Patienten, die NAC erhielten, reagierten vorteilhaft im Vergleich zu 28,6 Prozent der Patienten, denen ein Placebopräparat verabreicht wurde. Wahrscheinlich dürfte der NAC-Effekt auf den Glutamatstoffwechsel zurückzuführen sein. Der Neurotransmitter Glutamat ist häufig mit Belohnungsverhalten assoziiert.

Referenz:
Life Extension, 17.09.2007: Don`t gamble with NAC
 
Oktober 2007, Nr. 45

Selen und Anämie

In einer Untersuchung der Johns Hopkins Medical School konnte festgestellt werden, dass niedrige Selenkonzentrationen mit einer Anämie bei älteren Männern und Frauen assoziiert waren. Dazu wurden Daten von NHANES III (einer US-amerikanische Ernährungserhebung) ausgewertet.

Kommentar:
Bei Patienten mit Anämie empfiehlt sich deshalb auch eine Bestimmung der Selenkonzentration und ggf. eine Selentherapie.

Referenz:
Semba RD et al.: Low serum selenium is associated with anemia among older adults in the United States; Eur J Clin Nutr. 2007
 
Oktober 20007, Nr. 44

Taurin vermindert Leberschäden bei chronischer Hepatitis

Bei 24 Patienten mit chronischer Hepatitis wurde der Effekt einer Taurin-Therapie (3 x 2 g) über drei Monate getestet. Die Studie führten Mitarbeiter des Taoyuan Veteran Hospitals in Taiwan durch.

Im Gegensatz zu einer Placebogruppe reagierten die Hepatitis-Patienten auf die Taurin-Therapie mit einer deutlichen Reduzierung der GOT- und GPT-Spiegel; auch die Konzentrationen von Cholesterin und Triglyceriden hatten sich vermindert; die antioxidative Kapazität des Blutplasmas wurde verbessert.


Referenz:

Hu YH et al.: Dietary amino acid taurine ameliorates liver injury in chronic hepatitis patients; Amino Acids, 2007 Aug 10
 
September 2007, Nr.43

Vitamin E und NF-Kappa-B

In einer Übersichtsarbeit der Universität von Kentucky wurde der Effekt von Vitamin E auf den Transkriptionsfaktor NF-Kappa-B untersucht. In vielen in-vivo- und in-vitro-Studien zeigte sich, dass Vitamin E die Freisetzung von NF-Kappa-B hemmen kann. Der diesbezügliche Wirkmechanismus ist noch nicht geklärt. Möglich ist, dass Vitamin E durch eine Verminderung des oxidativen Stresses wirksam ist oder durch eine seiner nicht antioxidativen Funktionen. Außerdem ist auch die Frage noch nicht geklärt, ob die Hemmung von NF-Kappa-B für die Effekte von Vitamin E auf die Genexpression notwendig ist.


Kommentar:
Wegen seiner hemmenden Wirkung auf NF-Kappa-B ist Vitamin E ein wichtiger antiinflammatorischer Wirkstoff und kann deshalb bei vielen entzündungsbedingten Erkrankungen mit Erfolg eingesetzt werden.

Referenz:
Glauert HP: Vitamin E and NF-Kappa-B activation: a review; Vitamin Horm. 2007; 76: 135-53
 
September 2007, Nr. 42  


Niedrige Vitamin-B1- und Magnesium-Konzentrationen verstärken die Neurotoxizität von Blei

Von der Universität von Ibadan in Nigeria wurden bei 47 Bleiarbeitern und 25 Kontrollpersonen verschiedene Laborparameter bestimmt, z.B. die Vollblutbleikonzentration und Serumspiegel von Vitamin B1, Magnesium und Calcium. Die Bleikonzentrationen waren bei den Bleiarbeitern nicht signifikant erhöht, dafür lagen signifikant verminderte Konzentrationen von Magnesium und Vitamin B1 vor. Es wurde auch eine signifikant negative Korrelation zwischen der Vitamin-B1-Konzentration und dem Bleispiegel festgestellt. In der Studie konnte auch gezeigt werden, dass bereits niedrige Bleispiegel zu einer verstärkten Bleiabsorption führen und dass verminderte B1- und Magnesium-Konzentrationen die Neurotoxizität von Blei erheblich verstärken.

Kommentar:
Diese Ergebnisse sind besonders auch für Kinder und Jugendliche sehr bedeutsam, da in diesem Lebensalter bereits eine geringe Bleibelastung zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Hirnleistungsfähigkeit und psychischen Entwicklung führen kann. Bei einem Verdacht auf Bleibelastung ist deshalb die Bestimmung von Vitamin B1 und Magnesium empfehlenswert.

Referenz:
Anetor JI et al.: Decreased thiamine and magnesium levels in the potentiation of the neurotoxicity of leas in occupation leas exposure; Biol Trace Elem Res. 2007 Apr; 116(1): 43-52


Referenz:
Thornalley PJ et al.: High prevalence of low plasma thiamine concentration in diabetes linked to a marker of vascular disease; Diabetologia 2007 Aug 4

 
August 2007, Nr.41

Niedrige Vitamin-B-Konzentrationen stimulieren Osteoklasten

In einer Studie der Universität des Saarlandes wurden bei 10 gesunden Versuchspersonen Osteoklasten in einer Zellkultur angereichert und der Einfluss von B-Vitamin-Konzentrationen auf die biologische Aktivität dieser Zellen untersucht. Die kombinierte Reduktion der Konzentrationen von Folsäure, Vitamin B12 und B6 führten zu einer drastischen Steigerung der gemessenen Abbauleistung der Osteoklasten. Daraus kann geschlossen werden, dass ein Mangel der erwähnten Vitamine einen erheblichen Risikofaktor für einen beschleunigten Knochenabbau darstellt - oder andersherum: Eine gute Versorgung mit diesen Vitaminen hat einen protektiven Effekt gegen Osteoporose.
Brüchige Knochen?
Achten Sie auch auf Ihren Vitamin-B-Spiegel.
 

Referenz:
Herrmann M et al.: Stimulation of osteoclast activity by low B-vitamin concentrations, Bone 2007 Jun 21

August 2007, Nr.40

Vitamin-B1-Mangel fördert diabetische Folgeschäden

In einer Studie der Universität von Essex wurden die Vitamin-B1-Konzentrationen bei Diabetes-Patienten bestimmt. Insgesamt nahmen an der Studie 26 Typ-1-Diabetiker, 48 Typ-2-Diabetiker und 20 gesunde Kontrollpersonen teil.

Bei rund drei Viertel der Diabetespatienten waren die Plasmathiamin-Spiegel vermindert. Dieser Mangel wurde bisher offensichtlich übersehen, weil er mit der üblichen Nachweismethode eines Vitamin-B1-Mangels, dem so genannten Transketolase-Test, nicht nachweisbar war. 

Bei den Diabetespatienten stellte man auch eine erhöhte B1-Ausscheidung fest. Bereits in früheren Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass Vitamin B1 die Bildung von AGES in Gefäßen und Nerven vermindert. Aus dieser Studie kann geschlossen werden, dass bei Diabetespatienten unbedingt die Vitamin-B1-Plasmakonzentration bestimmt werden sollte, um durch eine geeignete Therapie das Risiko für diabetische Folgeschäden zu vermindern.

Hafer ist eine hervorragende
Vitamin-B1-Quelle

Referenz:
Thornalley PJ et al.: High prevalence of low plasma thiamine concentration in diabetes linked to a marker of vascular disease; Diabetologia 2007 Aug 4

August 2007, Nr.39

Citrullin erhöht effektiv den Argininspiegel und verbessert NO-Signalwege

Von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf wurde der Einfluss einer Citrullinsupplementierung auf die Parameter des Argininstoffwechsels untersucht. Citrullin hat gegenüber Arginin den Vorteil, dass durch eine Therapie keine Stimulierung abbauender Enzyme erfolgt. In der Studie konnte gezeigt werden, dass Citrullin dosisabhängig die Argininkonzentrationen erhöht. Außerdem verbesserte eine Citrullintherapie (2 x 1 g tgl.) deutlich das Arginin/ ADMA-Verhältnis, wodurch es auch zu einer Förderung der Durchblutung kam.

Referenz:
Schwedhelm E et al.: Pharmacokinetic and pharmacodynamic properties of oral L-citrulline and L-arginine: impact on nitric oxide metabolism; BrJ Clin Pharmacol, 2007 Jul

August 2007, Nr.38


Bei Polyneuropathie besteht häufig ein B12-Mangel

In einer retrospektiven Kohorten-Studie des Beth Israel Deaconess Medical Center wurden 581 Patienten mit einer Polyneuropathie auf mögliche Vitamin-B12-Mängel untersucht. Vier Patienten hatten ein Vitamin-B12-Defizit, das als Konzentration kleiner als 240 pg/ ml definiert wurde. Außerdem wurden die Spiegel der Methylmalonsäure (MMA) bestimmt, die bekanntlich als Marker eines Vitamin-B12-Mangels gilt. Bei 32 Prozent der Polyneuropathie-Patienten waren die Konzentrationen der MMA-Spiegel erhöht. Eine Therapie mit Vitamin B12 führte zu einer subjektiven Verbesserung bei 67 Prozent der Patienten mit nachgewiesenen niedrigen B12-Spiegeln und bei 43 Prozent der Patienten mit einem erhöhten MMA-Spiegel. Eine unzureichende Vitamin-B12-Versorgung scheint also bei Patienten mit Polyneuropathie häufig vorzugliegen. Eine Therapie mit Vitamin B12 kann in vielen Fälllen eine Verbesserung der Symptomatik bewirken.

Referenz:
Nardin RA et al.: Vitamin B12 and methylmalonic acid levels in patients presenting with polyneuropathy; Muscle Nerve 2007 Jul 10

August 2007, Nr.37
 

 
Unsere Link-Tipps
DCMS-Neuro-Check
Fachartikel: Polyneuropathie, Okt. 2009
Fachartikel: Polyneuropahie, Nov. 2008
Patienteininfo: Polyneuropathie
 

Lysin und Arginin vermindern Ängstlichkeit

Schon länger ist bekannt, dass eine Lysin-Supplementierung chronische Ängstlichkeit bei Personen mit einer niedrigen alimentären Lysinzufuhr bessert. In einer Studie erhielten 180 gesunde Japaner täglich eine Aminosäuren-Kombination bestehend aus Arginin und Lysin (jeweils 2,64 g pro Tag), um herauszufinden, in wieweit die Aminosäurenmischung Stressparameter beeinflussen kann. Diese Studie wurde als placebokontrollierte Doppelblindstudie durchgeführt. Es zeigte sich, dass sich durch die Aminosäurenbehandlung sowohl bei Männern als auch bei Frauen Ängstlichkeitsparameter in psychologischen Testverfahren besserten. Außerdem verminderte die Aminosäurenmischung die basalen Spiegel des Speichel-Cortisols und von Chromagranin-A. Letzteres ist ein Marker für das sympatho-adrenale System. Das Resumee der Studie ist, dass die Supplementierung einer Kombination aus Lysin und Arginin eine nützliche Maßnahme zur Verminderung von mentalem Stress und Ängstlichkeit ist.

Referenz:
Miro Smriga et al.: Oral treatment with L-lysine and L-arginine reduces anxiety and basal cortisol levels in healthy humans; Biomedical Research, Vol. 28 (2007), No. 2. April pp. 85-90

August 2007, Nr.36

Glycin beeinflusst akustisch evozierte Potentiale

Die Bestimmung akustisch evozierter Potentiale ist seit einigen Jahren eine interessante und aussagekräftige Messmethode zur Beurteilung des Neurotransmitterstoffwechsels. Dazu werden die Hirnstromveränderungen bei verschiedenen Lautstärken gemessen. Bei einer Unterfunktion des Botenstoffs Serotonin kommt es mit Erhöhung der Lautstärke zu einer besonders deutlichen Zunahme der Reizantwort. 

In einer Doppelblindstudie wurde jetzt bei 14 gesunden Versuchspersonen dieses Phänomen untersucht, wobei ein Teil der Probanden hochdosiert Glycin erhielt, der andere Teil ein Placebopräparat.  Durch die Einnahme von Glycin kam es zu einer signifikanten Verminderung der Lautstärkeabhängigkeit.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass Glycin einen inhibitorischen Effekt in der Hirnrinde hervorruft, z.B. durch Aktivierung von GABA-Interneuronen oder durch Aktivierung von Glycin-Rezeptoren.  Offensichtlich können akustisch evozierte Potentiale durch verschiedene Neurotransmittersysteme beeinflusst werden.

Referenz:
O´Neill BV et al.: High-dose glycine inhibits the loudness dependence of the auditory evoked potential (LDAEP) in healthy humans; Psychopharmacology (Berl), 2007 Jul 24

August 2007, Nr.35


Weitere neue interessante Erkenntnisse zum Thema Aminosäuen

  • Die Prolinkonzentration könnte ein aussagekräftiger Marker für den Schweregrad von Hirnschäden sein.

    Referenz:
    Louin G et al.: Plasma concentrations of arginine and related amino acids following traumatic brain injury: Proline as a promising biomarker of brain damage severity; Nitric Oxide 2007 Jun 7


     

  • Eine Supplementierung von verzweigtkettigen Aminosäuren während eines Langstreckenlaufs reduzierte deutlich die Freisetzung von LDH. Dies kann als eine Verminderung der anstrengungsbedingten Muskelschäden gedeutet werden.

    Referenz:
    Koba T et al.: Branched-chain amino acids supplementation attenuates the accumulation of blood lactate dehydrogenase during distance running; J Sports med Phys Fitness. 2007 Sep; 47(3): 316-22


     

  • Während einer Sepsis besteht im Vergleich zu anderen essentiellen Aminosäuren ein deutlich erhöhter Threoninbedarf, hauptsächlich für die Synthese von Proteinen der Darmwand und von Plasmaproteinen.

    Referenz:
    Magali Faure et al.: Threonine utilization for synthesis of acute phase proteins, intestinal proteins, and mucins is increased during sepsis in rats; 2007 American Society for Nutrition J. Nutr. 137: 1802-1807, July 2007

August 2007, Nr.34

Tropenbrände setzen große Mengen an Quecksilber frei.

  Quecksilber ist ein hochgiftiges Schwermetall, dass sich in der Nahrungskette anreichert. Zunehmend zeigt sich auch eine mitunter erhebliche Quecksilberbelastung bei Fischen. Weltweit gehen etwa drei Viertel des Quecksilbers, das in die Atmosphäre gelangt, auf menschliche Tätigkeiten zurück. Deutsche Forscher haben nun eine wichtige, bislang wenig erforschte Quecksilberquelle identifiziert. Das Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie konnte nachweisen, dass Waldbrände auf der Südhalbkugel dort zeitweilig mehr Quecksilber freisetzten als Kohlekraftwerke und die Müllverbrennung. Die Biomasseverbrennung führt zu einem Quecksilberausstoß von 210 bis 750 Tonnen pro Jahr.

Quelle:
Spiegel Online, 2. Juli 2007-07-09

Kommentar:
Quecksilber kann eine Vielzahl von gesundheitlichen Störungen hervorrufen, insbesondere sollte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhter Infektanfälligkeit sowie bei neuropsychiatrischen Störungen die Quecksilberkonzentration überprüft werden.

Juli 2007, Nr.33

Selenkonzentrationen beeinträchtigen die Stärke des Händedrucks

In einer amerikanischen Studie wurde bei 676 weiblichen Altenheimbewohnern die Kraft beim Händedruck mit der Selen-Serumkonzentration verglichen. Dabei zeigte sich, dass der Händedruck bei niedrigen Selenkonzentrationen auch am schwächsten war. Daraus kann geschlossen werden, dass die Selenkonzentration wichtig ist für die Muskelstärke älterer Frauen.

Referenz:

Beck J et al.: Low serum selenium concentrations are associated with poor grip strength among older women living in the community; Biofactors 2007; 29 (1): 37-44

Juli 2007, Nr.3
2

Citrullin – wichtigster Biomarker für Dünndarmfunktion

Es ist schon länger bekannt, dass Citrullin sozusagen das Endprodukt des Glutamin- und Prolinstoffwechsels der intestinalen Enterozyten darstellt. In einer kürzlich erschienen Arbeit im World Journal of Gastroenterology wird betont, dass die Plasma- oder Serumkonzentration von Citrullin der beste Biomarker ist zur Beurteilung der funktionellen Epithelzellmasse des Dünndarms.

Durch die Bestimmung von Citrullin können auch sehr gut Bestrahlungsschäden im Dünndarmbereich nachgewiesen werden.

Referenz:
Ludy Lutgens, Philippe Lambin: Biomarkers for radiation-induced small bowel epithelial damage: an emerging role for plasma citrulline; World Gastroentrol 2007, June 14

Juli 2007, Nr.31

ACTH verstärkt die Vitamin-Freisetzung aus den Nebennieren

In einer Studie in den USA wurde bei 26 Patienten mit Hyperaldosteronismus ACTH intravenös verabreicht und anschließend die Vitamin-C-Konzentration und Cortisolkonzentration in der Nebennieren-Vene und den peripheren Venen gemessen. Durch die ACTH-Gabe kam es zu einem deutlichen Anstieg der Vitamin-C-Konzentration in der Nebennieren-Vene, die einem Cortisolanstieg vorausging. In den peripheren Venen wurde kein Anstieg der Vitamin-C-Konzentration nachgewiesen. Damit ist erstmals der Nachweis gelungen, dass eine Vitamin-C-Freisetzung aus der Nebenniere Teil der Stressantwort darstellt. Zu vermuten ist, dass lokal erhöhte Vitamin-C-Konzentrationen eine parakrine Funktion haben könnten.

Referenz:
Sebastian J Padayatty et al.: Human adrenal glands secrete vitamin C in response to adrenocorticotropic hormone; American Journal of Clinical Nutrition, Vo. 86, No. 1, 145-149, Juli 2007-07-0
9

Kommentar:
Vitamin C ist eines der wichtigsten Mikronährstoffe bei Stress wegen seiner Beteiligung am Katecholamin- und Cortisolstoffwechsels. Da psychischer Stress auch mit einem vaskulären oxidativen Stress assoziiert ist, ist eine ausreichende Vitamin-C-Verfügbarkeit auch sehr wichtig zum Schutz des Gefäßendothels.

Juli 2007, Nr.30

Schlechter Vitamin-D-Status der Deutschen

Trotz regelmäßigem Aufenthalt
im Freien leiden viele Deutsche
an Vitamin-D-Mangel
- und der ist nicht zu
unterschätzen!

In der Mai-Ausgabe des European Journal of Clinical Nutrition wurde eine Studie des Robert-Koch-Instituts publiziert, die sich mit der Vitamin-D-Versorgung der Deutschen beschäftigt. An dieser Studie nahmen 1763 Männer und 2267 Frauen teil. 57 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen hatten Vitamin-D-Spiegel unter 20 ng/ ml. Bei den 65- bis 79-jährigen Frauen erhöhte sich dieser Anteil auf 75 Prozent. Bei Frauen mit arterieller Hypertonie, kardiovaskulären Erkrankungen und Typ-2-Diabetes wurden signifikant geringere Vitamin-D-Konzentrationen festgestellt als bei gesunden Probanden. Bei Männern bestand ein enger Zusammenhang zwischen insulinabhängigem Diabetes und der Vitamin-D-Konzentration. Die Schlussfolgerung lautet sinngemäß: Der Vitamin-D-Mangel ist in Deutschland ein gesundheitliches Problem von öffentlichem Interesse.

Referenz:
Hintzpeter B et al.: Vitamin D status and health correlates among German adults; Eur J Clin Nutr. 2007 May 30

Juni 2007, Nr. 29
 

Höhere Vitamin-D-Spiegel schützen vor kardiovaskulärem Risiko

Kalifornische Forscher haben Blutproben von 7186 Männern und 7902 Frauen hinsichtlich Vitamin-D-Konzentration, Cholesterin, Triglyceride, Glukosekonzentration und anderer Faktoren ausgewertet. Außerdem wurden der Body-Mass-Index und der Blutdruck in die Auswertung miteinbezogen. Die Daten stammten von der großen US-amerikanischen Untersuchung NHANES III. Das Forscherteam fand einen signifikanten Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und der Präsenz kardiovaskulärer Risikofaktoren. Die Studienteilnehmer mit den niedrigsten Vitamin-D-Konzentrationen hatten deutlich erhöhte Krankheitsrisiken: 30 Prozent für arterielle Hypertonie und 98 Prozent für Diabetes mellitus; es zeigte sich außerdem ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Übergewicht. Die Autoren kamen zu der Schlussfolgerung, dass vermehrt prospektive Studien über den Vorteil einer Vitamin-D-Supplementierung bei kardiovaskulären Erkrankungen durchgeführt werden sollten.

Referenz:
David Martins et al.: Prevalence of cardiovascular risk factors and the serum levels of 25-hydroxyvitamin D in the United States; Arch Intern Med. 2007; 167: 1159-1165
 
Juni 2007, Nr. 28
 


Übergewicht schützt nicht vor Nährstoffmängeln

In Welt Online erschien am 8. Juni 2007 ein Fachartikel, der sich mit der Ernährungssituation in England beschäftigt. Es leiden zwar Millionen Briten an Übergewicht, dennoch gehen Fachleute davon aus, dass bis zu vier Millionen, also rund sechs Prozent der britischen Bevölkerung, unterernährt sind. Der Professor für klinische Ernährung und Metabolismus an der Universität Southampton Marinos Elia erklärte: „Die Leute essen vielleicht zu viel, aber nicht genügend Obst und Gemüse.“ In den vergangen Jahren stieg die Zahl der Krankenhauspatienten, bei denen Mangelernährung festgestellt wurde, um mehr als vierzig Prozent. Nach Meinung von Fachleuten war die Versorgung mit nahrhaftem Essen selbst zur Zeit der Lebensmittelrationierung

während des zweiten Weltkriegs besser als heute. Fertiggerichte und Fastfood enthalten häufig nicht ausreichend Vitamine und Spurenelemente. Der Vorsitzende der britischen Aktionsgruppe für Mangelernährung Alastair McKinlay bezeichnete es als einen weitverbreiteten Irrglauben, dass dicke Menschen nicht unterernährt sein können.

Referenz:
Welt Online, 8. Juni 2007

Juni 2007, Nr. 27

Homocystein und Feindseligkeit

In einer Studie aus Südkorea wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen Feindseligkeit und der Homocysteinkonzentration im Serum untersucht.

Eine feindselige Grundhaltung gilt als psychosozialer Risikofaktor für die Entstehung der koronaren Herzerkrankung; erhöhte Homocysteinkonzentrationen erweisen sich zunehmend als biochemischer Risikofaktor für diese Erkrankung.

In der genannten Studie nahmen 84 Patienten mit koronarer Herzerkrankung teil, bei denen die Feindseligkeit durch ein entsprechendes Punktesystem erfasst und die

Homocysteinkonzentrationen wie üblich bestimmt wurden. Interessanterweise zeigte sich, dass die Serum-Homocysteinkonzentrationen mit dem Grad der Feindseligkeit anstiegen. Daraus kann man schließen, dass ein hoher Level an Feindseligkeit das kardiovaskuläre Risiko durch einen Anstieg der Homocysteinkonzentration erhöht.


Kommentar:

Es ist schon länger bekannt, dass die Homocysteinkonzentration mit der psychischen Befindlichkeit korreliert und dass eine Normalisierung erhöhter Homocysteinwerte häufig auch zu einer besseren Stimmungslage führt.
 

Referenz:
Son YJ: Hostility and serum homocysteine as cardiovascular risk factors in Korean patients with coronary artery disease; J Clin Nurs. 2007 Apr; 16(4): 672-8
 

Juni 2007, Nr. 26

Citrullin ist beteiligt an der Proteinbilanz

Citrullin ist bekanntlich eine Aminosäure, die zwar nicht an der Proteinsynthese beteiligt ist, aber einen starken Bezug zum Arginin-Stoffwechsel hat. Außerdem ist die Serum-Citrullin-Konzentration ein guter Marker für die Dünndarm-Funktion. Neuere Daten zeigen, dass Citrullin in Situationen, in denen die Verdauungsleistung beeinträchtigt ist, eine essentielle Aminosäure sein könnte.

Durch eine Citrullinsupplementierung kann nämlich die Stickstoffbilanz wiederhergestellt werden. Es erhöht sich die Argininmenge, außerdem kann eine Zunahme der Muskelproteinmasse und der Muskelsynthese beobachtet werden. Insofern dürfte sich Citrullin besonders für Patienten mit einer eingeschränkten Verdauungsleistung zu einer wichtigen therapeutischen Substanz entwickeln.

Referenz:
Christoph Moinard and Luc Cynober: Citrulline: A new player in the control of nitrogen homeostasis; J. Nutr. 137: 1621S-1625S

Juni 2007, Nr. 25

Eine Antioxidantien-Supplementierung beeinträchtigt nicht die Wirksamkeit der Chemotherapie

  In einer systematischen Übersicht wurde der Einfluss einer Antioxidantien-Supplementierung auf die Wirksamkeit von Chemotherapien untersucht. Dazu wurden 19 hochwertige Studien ausgewertet. Die Antioxidantien, die untersucht wurden, waren: Glutathion, Melatonin, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E und N-Acetylcystein.

In keiner dieser Studien wurde über eine Verminderung der Wirksamkeit der Chemotherapeutika berichtet. Vielmehr ergab sich der Hinweis, dass eine Antioxidantien-Supplementierung

zu erhöhten Überlebenszeiten führte, zu einer besseren Ansprechbarkeit des Tumors auf die Chemotherapie und zu weniger toxischen Effekten.


Referenz:

Block KI et al.: Impact of antioxidant supplementation on Chemotherapeutic efficacy: A systematic review of the evidence from randomised controlled trials; Cancer Treat Rev. 2007 Mar 14
 

Juni 2007, Nr. 24

Vermehrter Tryptophanabbau bei Übergewicht

Von der Universität Innsbruck wurde im April 2007 eine Arbeit publiziert, die sich mit dem Thema Übergewicht und Tryptophankonzentration beschäftigte. Bekanntlich sind bei erheblichem Übergewicht die Plasma-Tryptophankonzentrationen vermindert. Es konnte jetzt nachgewiesen werden, dass bei stark Übergewichtigen ein vermehrter Tryptophanabbau stattfindet, der durch das Enzym IDO (Indoleamin-2,3-dioxygenase) bewerkstelligt wird. IDO wird hauptsächlich durch das Cytokin Interferon gamma aktiviert.

Daraus ergibt sich ein enger Zusammenhang zwischen der erhöhten entzündlichen Aktivität bei Übergewichtigen und einer niedrigen Tryptophankonzentration. Letzteres führt wiederum zu einer verminderten Bildung von Serotonin und kann Stimmungsschwankungen, Depressionen und ein gestörtes Appetitverhalten hervorrufen. Bekanntlich können niedrige Serotoninkonzentrationen zu Heißhungerattacken und zu einer vermehrten Kalorienaufnahme führen.

Kommentar:
Anscheinend besteht hier ein gewisser Teufelskreis, der auch verständlich macht, warum sich viele Menschen beim Abnehmen so schwer tun.

Referenz:
Brandacher G et al.: Chronic immune activation unterlies morbid obesity: Is IDO a key player?; Curr Drug Metab. 2007 Apr; 8(3): 289-95

Mai 2007, Nr. 23

Tryptophangehalt des Frühstücks beeinflusst die Schlafqualität und die Stimmung bei Kindern

Bei mehr als 2000 Vorschulkindern, Grundschülern und Gymnasiasten wurde der Einfluss der Tryptophanaufnahme beim Frühstück auf die Schlafqualität und auf die psychische Befindlichkeit untersucht. Dabei zeigte sich, dass Schüler mit der höchsten Tryptophanaufnahme beim Frühstück am seltensten Einschlafprobleme und über den Tag auch eine bessere Stimmung hatten. Die Kinder und Jugendlichen mit der geringsten Tryptophanzufuhr am Morgen hatten häufiger Einschlafprobleme oder Schwierigkeiten beim Aufstehen; außerdem ärgerten sie sich mehr und waren öfter depressiv.

Referenz:
Harada T et al.: Correlation between breakfast tryptophan content and morningness-eveningness in japanese infants and students aged 0 – 15 yrs.

Mai 2007, Nr. 22

Schlechte Vitamin-D-Versorgung trotz Sonne

Ein Mangel an Sonnenexposition wird normalerweise weltweit als der Hauptgrund für einen niedrigen Vitamin-D-Status angesehen. Wie jetzt eine Studie aus Hawaii gezeigt hat, ist die Länge der Sonnenbestrahlung keine Garantie für eine gute Vitamin-D-Versorgung. Von 93 Erwachsenen hatten immerhin 51 Prozent Vitamin-D-Konzentrationen unter 30 ng/ ml, obwohl sie sich durchschnittlich fast dreißig Stunden in der Woche in der Sonne aufhielten. Interessant ist auch, dass die höchste Vitamin-D-Konzentration, hervorgerufen durch Sonnenexposition, bei etwa 60 ng/ ml lag. Dieser Wert dürfte sich auch als sinnvolle Obergrenze bei einer Vitamin-D-Supplementierung eignen.

Die Fähigkeit Vitamin D zu bilden, ist wahrscheinlich individuell sehr verschieden – jedenfalls ist ein längerer Aufenthalt in der Sonne keine Garantie für ausreichend hohe Vitamin-D-Spiegel.

 

Referenz:
Binkley N et al.: Low vitamin D status despite abundant sun exposure; J Clin Endocrinol Metab. 2007 Apr 10

Mai 2007, Nr. 21


Glycinrezeptoren im Gehirn sind weitverbreitet

Erstmals wurde mit Hilfe immunhistochemischer Verfahren von der University of Auckland eine präzise Kartierung der Glycinrezeptoren im menschlichen Gehirn vorgenommen. Glycinrezeptoren wurden in allen Basalganglien nachgewiesen, am häufigsten in der Substantia nigra. Die Autoren der Studie schließen aus den Ergebnissen ihrer Untersuchung, dass die Glycinrezeptoren eine bedeutende komplementäre Rolle zu anderen inhibitorischen Rezeptoren einnehmen. Sie modulieren cholinerge, dopaminerge und GABAerge Signalwege in den Basalganglien.

Kommentar:
Meist liest man in der Fachliteratur, dass die Glycinrezeptoren vorwiegend im Rückenmark vorkommen und für die Regulierung der Willkürmotorik eine wichtige Rolle spielen. In der Praxis zeigt sich, dass eine Glycinsupplementierung oftmals einen günstigen Effekt auf Nervosität und Übererregbarkeit hat.
Glycin ist ja bekanntlich auch Cotransmitter an NMDA-Rezeptoren und hat in mehreren Studien einen positiven Einfluss auf Negativ-Symptome bei schizophrenen Psychosen gezeigt.

Referenz:
Waldvogel HJ et al.: Glycine receptors in the striatum, globus pallidus, and substantia nigra of the human brain: An immunohistochemical study; J Comp Neurol. 2007 Apr 19; 502 (6): 1012-1029

Mai 2007, Nr. 20

 

Aminosäuren verbessern Krankheitsverlauf bei Depressionen
 

In der Aprilausgabe der Fachzeitschrift „European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience“ wurde eine Studie des Ludwig Boltzmann Instituts für experimentelle Endokrinologie in Wien über den Effekt einer Aminosäurensupplementierung bei depressiven Patienten publiziert.
Versuchsteilnehmer waren 40 stationäre Patienten, die mit dem Psychopharmakon Mirtazapin behandelt wurden. In einer vierwöchigen randomisierten plazebokontrollierten Doppelblindstudie
wurde überprüft, welchen Einfluss eine individuelle Aminosäurenmischung als adjuvante Therapie zum Antidepressivum auf den Krankheitsverlauf hatte. Die Aminosäurenmischung wurde aufgrund eines Aminogramms zusammengestellt und bestand aus essentiellen Aminosäuren plus Vitaminen und Spurenelementen.
Gut gelaunt - für viele keine Selbsterständlichkeit, weil sie unter Depressionen leiden.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Patienten mit der Aminosäurenmischung einen signifikant besseren Krankheitsverlauf hatten als die Patienten der Plazebogruppe.

Referenz:
Ille R et al.: „Add-On“-therapy with an individualized preparation consisting of free amino acids for patients with a major depression; Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci, 2007 Apr

Kommentar:
Dies ist eine sehr interessante Studie, die unsere langjährige Erfahrung mit einer individuellen Aminosäurensupplementierung bestätigt.
Wir konnten und können immer wieder feststellen, dass eine gezielte Gabe von defizitären Aminosäuren bessere therapeutische Ergebnisse bringt als eine ungezielte Supplementierung.

April 2007/ Nr. 19

Glutamin als Quelle für Arginin

Im „Journal of Physiology“ ist vor kurzem ein Artikel der Universität Maastricht erschienen, der sich mit den Stoffwechselwegen von Glutamin beschäftigte. An acht Patienten, die sich einem gastrointestinalen Eingriff unterziehen mussten, wurden der intestinale und der hepatische Stoffwechsel von Glutamin und Citrullin untersucht. Es wurde nachgewiesen, dass die Darmzellen das Glutamin in Abhängigkeit vom Angebot aufnehmen. Ungefähr 13 Prozent des aufgenommenen Glutamins wird zu Citrullin verstoffwechselt. Glutamin ist quantitativ die einzig wichtige Ausgangssubstanz für die intestinale Citrullinfreisetzung. Das Plasmaglutamin ist zu 80 Prozent Ausgangssubstanz für Plasmacitrullin; und dieses wiederum wird zu 10 Prozent in Arginin umgewandelt.

Daraus kann man schließen, dass Glutamin nach intestinaler Umwandlung zu Citrullin eine wichtige Ausgangssubstanz für die Bildung von Arginin ist.

Referenz:
Marcel CG van de Poll et al.: Intestinal and hepatic metabolism of glutamine and citrulline in humans ; The Journal of Physiology, March 8, 2007

April 2007/ Nr. 18


Der Verzehr von Wassermelonen erhöht Plasma-Arginin bei Erwachsenen
 

In der Märzausgabe des „Journal of Nutrition“ wurde eine US-amerikanische Studie aus Oklahoma publiziert. Während drei Wochen erhielt ein Teil der Probanden 780, der andere Teil 1560 Gramm Wassermelonensaft täglich. Bekanntlich ist die Wassermelone eine Frucht mit hohem Citrullingehalt. Die aufgenommene Saftmenge entsprach einer Citrullinzufuhr von einem bzw. zwei Gramm täglich. Nach drei Wochen konnte bei den Probanden mit der kleineren Saftdosis eine Zunahme der Argininkonzentration um 12 Prozent festgestellt werden, bei den Probanden mit der größeren Saftmenge um 22 Prozent.
Interessanterweise blieben die Citrullinkonzentrationen während der gesamten Studie konstant.

Die Argininkonzentration lässt sich also effektiv durch eine vermehrte Zufuhr eines citrullinreichen Nahrungsmittels anheben, weil das Citrullin sehr effektiv zu Arginin umgewandelt wird.

Referenz:
Collins JK et al.: Watermelon consumption increases plasma arginine concentrations in adults; Nutrition 2007 Mar, 23 (3): 261-6

April 2007/ Nr. 17


Serotoninmangel im Gehirn verändert neurale Reaktionen auf  verschiedene Gesichtsausdrück
 
 

Schon länger ist bekannt, dass durch ein tryptophanfreies Aminosäurengetränk die Serotoninkonzentration im Gehirn effektiv gesenkt werden kann. In einer Untersuchung wurde bei 10 Probanden durch ein solches Getränk eine Veränderung der Plasmakonzentration von Tryptophan um 80 Prozent gemessen.

Die Gehirnaktivität dieser Probanden wurde dann mit Hilfe der funktionellen Kernspintomographie untersucht, während sie verschiedene Gesichter betrachteten.

Es zeigte sich, dass die Aktivität verschiedener Hirnregionen auf die Präsentation von Gesichtern signifikant durch Tryptophan/ Serononin beeinflusst werden kann.

Kommentar:
Unbestritten spielt Serotonin eine zentrale Rolle für die psychische Befindlichkeit des Menschen Offensichtlich beeinflusst Serotonin auch signifikant unsere Wahrnehmung und Verarbeitung emotionaler Reize.

Niedrige Tryptophan- und Serotoninkonzentrationen im Blutserum sind relativ häufig und fast immer mit einer schlechteren psychischen Befindlichkeit im weitesten Sinne assoziiert.

Referenz:
Fusar-Poli P: Modulation of neural response to happy  and sad faces by acute tryptophan depletion; Psychopharmacology (Berl). 2007 Mar 21

April 2007/ Nr. 16


Zwei aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Zink
 

  1. In der Märzausgabe von „Diabetes Care“ kann man nachlesen, dass niedrige Zinkkonzentrationen bei Diabetikern einen unabhängigen Risikofaktor für die koronare Herzerkrankung darstellt.
     
  1. Eine Zinksupplementierung vermindert das Auftreten von Infektionen bei älteren Menschen. Eine einjährige Zinksupplementierung reduzierte in einer Studie signifikant das Auftreten von Erkältungen und verschiedene Entzündungsmediatoren und Marker des oxidativen Stresses im Blutserum.

Quelle:
American Journal of Clinical Nutrition, März 2007

April 2007/ Nr. 15



Vitamin C fördert das Wachstum von Gefäßendothel-Zellen

Eine Studie der Universität Bonn hat gezeigt, dass durch Zugabe von Vitamin C zu entsprechenden Zellkulturen die Proliferation von Gefäßendothel-Zellen beschleunigt werden kann.

Vitamin C aktiviert mitogen-aktivierte Protein-Kinasen (MAPK) und fördert dadurch eine schnellere Reifung der Endothelzellen. Damit konnte nachgewiesen werden, dass Vitamin C die Blutgefäße nicht nur durch seine antioxidativen Mechanismen schützt, sondern auch die Regeneration von Endothelzellen fördert.

Referenz:
G. Ulrich-Merzernich et al.: Vitamin C promotes human endothelial cell growth via the ERK-signaling pathway; European Journal of Nutrition, March, 2007-03-05

März 2007/ Nr. 14


Tyrosin ist essentiell für Kinder

 

Eine kanadische Studie ergab, dass bei Schulkindern der Bedarf an aromatischen Aminosäuren nicht allein durch Phenylalanin gedeckt werden kann. Prinzipiell kann Tyrosin aus Phenylalanin gebildet werden, was offensichtlich bei Schulkindern nicht in vollem Umfang möglich ist, da bei ihnen die Phenylalanin-Hydroxilierung in geringerem Umfang stattfindet als bei Erwachsenen.

 

Kommentar:
Bisher war bekannt, dass Tyrosin für Frühgeborene und Kleinkinder essentiell ist. Offensichtlich besteht die Essentialität auch noch im Schulalter.

 

Referenz:
Hsu JW et al.: Evidence that phenylalanine may not provide the full needs for aromatic amino acids in children; Pediatr Res. 2007 Mar; 61;(3): 361-365
 

März 2007/ Nr. 13


 

Taurin ist hilfreich bei endothelialer Dysfunktion

In einer chinesischen Studie wurde nachgewiesen, dass Taurin eine endotheliale Dysfunktion verhindern kann, die durch natives LDL in vivo oder durch Ox-LDL in Endothelzellkulturen hervorgerufen wurde. Der Schutzmechanismus von Taurin ist durch eine Verminderung der ADMA-Kozentrationen erklärbar. ADMA ist das asymmetrische Dimethylarginin, das die NO-Synthase unterdrückt und somit auch die Bildung von Stickoxid.

Referenz:
Tan B et al.: Taurine protects against low-density lipoprotein-induced endothelial dysfunction by the DDAH/ ADMA pathway; Vascul Pharmacol. 2007 Jan 19

März 2007/ Nr. 12



Vitamin E und Vitamin/Mineralstoffkombination senken CRP bei Frauen

Im Rahmen der MONICA/KORA Augsburg study, in die 2045 Frauen und 2172 Männer zwischen 25 und 74 Jahren einbezogen waren, zeigte sich, dass eine Supplementierung von Vitamin E erhöhte CRP-Konzentrationen bei Frauen senkte. Das gleiche galt für eine Vitamin B-/ Vitamin E-/ Selen-Kombination. Bei Männern konnte dieser Effekt nicht nachgewiesen werden. Man kann davon ausgehen, dass oben erwähnte Mikronährstoffe den Entzündungsprozess günstig beeinflussen, der für die Entwicklung der Atherosklerose eine wesentliche Rolle spielt.

Referenz:
Scheurig AC et al.: Association between the intake of vitamins and trace elements from supplements and C-reaktive protein: results of the MONICA/ KORA Augsburg study; Euro J Clin Nutr. 2007 Feb 21

März 2007/ Nr. 11


Folsäure und Vitamin B12 beeinflussen Hirnleistungsfähigkeit bei Senioren

In einer neuen epidemiologischen Studie der Tuffs University konnte nachgewiesen werden, dass die Vitamin-B12-Konzentration einen erheblichen Einfluss auf die Hirnleistungsfähigkeit bei Senioren hat. Eine gute Folsäurekonzentration hat nur dann einen günstigen Einfluss auf die Gehirnfunktionen, wenn die Vitamin B12-Konzentration zumindest normal ist. Als schlechteste Kombination erwiesen sich erniedrigte Vitamin-B12-Konzentrationen und hohe Folsäurekonzentrationen. Bei dieser Konstellation kam es fünfmal häufiger zu kognitiven Störungen als bei normalen Folsäure- und B12-Konzentrationen. Daraus folgt, dass bei Senioren unbedingt auf eine ausreichende B12-Versorgung geachtet werden sollte, weil sie nur dann auch von einer höheren Folsäurezufuhr profitieren.

Referenz:
Science Daily: Folate and B12 may influence cognition in seniors; February 12, 2007

Februar 2007/ Nr. 10


Vitamin D schützt vor Darmkrebs und vor Brustkrebs

Zwei Metaanalysen konnten nachweisen, dass eine optimale Vitamin-D-Versorgung ein erhebliches tumorpräventives Potential hat. Eine Studie der University of California konnte zeigen, dass das Risiko für Brustkrebs um 50 Prozent sinkt, wenn 2000 IE Vitamin D täglich eingenommen werden - bei gleichzeitigem 10 bis 15-minütigem Aufenthalt in der Sonne.

Die zweite Studie wurde im American Journal of Preventive Medicine publiziert. Die Metaanalyse ergab, dass bei einer Vitamin-D3-Konzentration von 34 ng/ ml das Risiko für das colorektale Karzinom um die Hälfte sinkt. Die Autoren der Studie prognostizierten eine Zwei-Drittel-Reduktion des Tumorrisikos bei Serumkonzentrationen von 46 ng/ ml., was einer täglichen Einnahme von 2000 IE Vitamin D3 entspricht.

Referenz:
Science Daily: Vitamin D backed for cancer prevention in two new studies; February 8, 2007

Februar 2007/ Nr. 9  


Umweltgifte beeinträchtigen Stammzellen im zentralen Nervensystem

Umweltgifte wie Blei oder Quecksilber können schon in geringen Mengen Entwicklung und Funktion von Gehirn und Rückenmark beeinträchtigen. Der molekulare Mechanismus wurde nun von amerikanischen Forschern nachgewiesen. Die Anwesenheit von Schwermetallen zerstört Signaleiweiße, die für die Zellteilung und für das Überleben der Zellen zuständig sind. Dies geschieht hauptsächlich über eine Störung des Redoxgleichgewichts der Zelle. Besonders problematisch sind Schwermetallbelastungen für Ungeborene und für kleine Kinder, denn bei ihnen sind funktionierende Vorläuferzellen essentiell für die Entwicklung von Gehirn und Rückenmark.

Referenz:
Wissenschaft.de: Warum Schwermetalle und Co schlecht fürs Gehirn sind; 06.02.2007

Februar 2007/ Nr. 8



Endokrinum und Stickoxid

Bekanntlich ist Stickoxid ein Molekül mit sehr vielfältigen biologischen Wirkungen, und eine Beeinträchtigung des NO-Metabolismus stört auch die anderen bekannten Regulationssysteme, z.B. das Endokrinum. NO spielt eine homöostatische Rolle gegenüber den blutdruckerhöhenden Effekten der Mineralkortikoide, Schilddrüsenhormone und Insulin. Ein NO-Mangel betrifft nicht nur den Blutdruck, sondern auch die Glukose- und Lipidhomöostase im Sinne eines metabolischen Syndroms. Es spricht einiges dafür, dass ein Stickoxidmangel ein Bindeglied zwischen Stoffwechselerkrankungen und kardiovaskulären Erkrankungen ist.

Referenz:
Vargas F et al.: The endocrine system in chronic nitrix oxide deficiency; Euro J. Endocrinol. 2007 Jan; 156(1): 1-12

Februar 2007/ Nr. 7


Mentale Anstrengung vermindert die Plasmaspiegel verschiedener Aminosäuren

In einer Studie der Universität Osaka wurde untersucht, welchen Einfluss ein mentaler Ermüdungszustand auf die Aminosäurenkonzentrationen im Blutplasma hat. Zu diesem Zweck wurden bei neun gesunden Probanden acht Stunden lang verschiedene Tests durchgeführt, die zu einer mentalen Ermüdung führten. Unmittelbar danach erfolgte eine Blutabnahme für die Bestimmung der Aminosäuren. Bei den gleichen Testpersonen wurde die Blutabnahme nach einer achtstündigen Erholungsphase wiederholt. Es zeigte sich, dass bei einem mentalen Ermüdungszustand die Spiegel der verzweigtkettigen Aminosäuren, Tyrosin, Cystein, Methionin, Lysin und Arginin deutlich niedriger waren als nach der Erholungsphase. Andere Blutparameter einschließlich Gesamtprotein, Albumin, Glukose und Cholesterin waren nicht verändert. Daraus kann geschlossen werden, dass die mentale Müdigkeit einen Abfall der oben erwähnten Plasmakonzentration bewirkt.

Referenz:
Mizuno K et al.: Mental fatique-induced decrease in levels of several plasma amino acids; J Neuroal Transm. 2006 Dec 11
 

Februar 2007/ Nr. 6


Citrullin als Therapeutikum bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bekanntlich erhöht eine Argininsupplementierung die NO-Verfügbarkeit und ist therapeutisch wirksam bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die auf einer endothelialen Dysfunktion beruhen, wie z.B. Atherosklerose, arterielle Hypertonie, Herzinsuffizienz, diabetische Gefäßerkrankungen etc. Die Effektivität einer langfristigen Arginintherapie wird allerdings dadurch vermindert, dass Arginin die Expression und Aktivität der Arginase erhöht. Die Arginase katalysiert die Umwandlung von Arginin zu Ornithin. Auch im Darm und in der Leber unterliegt Arginin einer erheblichen Abbaurate. Eine erfolgsversprechende Alternative zu Arginin könnte Citrullin darstellen, da dieses von den Darmzellen nicht verstoffwechselt wird und auch nicht die Expression der Argninase stimuliert. Citrullin kann von der Niere und von dem Gefäßendothel schnell zu Arginin umgewandelt werden und erhöht dann effektiv die Serumspiegel von Arginin.

Referenz:
Romero MJ et al.: Therapeutic use of citrulline in cardiovascular disease; Cardiovasc Drug Rev. 2006 Fall-Winter; 24 (3-4): 275-90
 

Februar 2007/ Nr. 5


Eine Supplemtierung mit Calcium und Vitamin D verbessert den günstigen Effekt einer Gewichtsreduktion auf die Blutfettwerte

63 Frauen erhielten während eines 15-wöchigen Diätprogramms entweder 1200 mg Calcium und 400 I.E. Vitamin D oder ein Placebopräparat pro Tag. Nach der 15-wöchigen Intervention wurde in der Verumgruppe eine signifikant ausgeprägtere Verminderung des LDL-Cholesterins nachgewiesen. Auch das LDL-/ HDL-Verhältnis war deutlich besser als in der Placebogruppe. Die Unterschiede bei den Blutfettwerten waren ergaben sich unabhängig von Veränderungen der Körperfettmasse und des Taillienumfangs

Referenz:
Geneviéve C Major et al.: Supplementation with calcium and vitamin D enhances the beneficial effect of weight loss on plasma lipid and lipoprotein concentrations; American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 85, No. 1, 54-59, January 2007

Januar 2007/ Nr.4



Höhere Folsäurekonzentrationen könnten das Risiko für Alzheimer reduzieren

In einer Studie der Columbia-University New York wurden in einer Follow-up-Studie 965 Personen etwa sechs Jahre lang bezüglich des Auftretens der Alzheimererkrankung untersucht.

Dabei zeigte sich, dass das Risiko für die Alzheimererkrankung in der Studiengruppe mit der höchsten Folsäurezufuhr am geringsten war. Es wurde festgestellt, dass ausschließlich die Kombination von Supplementierung und hoher alimentärer Zufuhr von Folsäure diesen protektiven Effekt aufwies. Eine höhere Folsäurezufuhr korrelierte auch mit einer niedrigeren Homocysteinkonzentration. Die Autoren vermuten, dass letztlich die geringere Homocysteinkonzentration für das verminderte Alzheimerrisiko verantwortlich ist.

Referenz:
Jama and Arcieves Journals: Higher folate levels linked to reduced risk for Alzheimer´s disease; JAMA and Archives Journal, January 9, 2007

Januar 2007/ Nr.3



Folsäure und Risiko für Brustkrebs

In einer Metaanalyse des Karolinska Instituts in Stockholm wurde untersucht, inwieweit eine höhere Folsäurezufuhr das Auftreten von Brustkrebs verhindern kann. Insgesamt ist die Datenlage noch nicht eindeutig. Nachgewiesen wurde aber, dass eine ausreichende Folsäurezufuhr ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen mit moderatem Alkoholkonsum vermindern kann.

Referenz:
Larsson SC et al.: Folate and risk of breast cancer: a meta-analysis; J. Natl Cancer Inst. 2007 Jan 3; 99(1): 64-76
 

Januar 2007/ Nr.2



Folsäure vermindert Hörverlust beim Älterwerden

728 ältere Männer und Frauen mit einer Homocysteinkonzentration von mindestens 13 µmol/ l erhielten in einer randomisierten Doppelblindstudie Folsäure in einer Dosierung von 800 µg oder ein Placebopräparat über einen Zeitraum von drei Jahren. Bei der Verumgruppe zeigte sich beim Gehörtest eine geringerer Verlust des Hörvermögens im Bereich der Sprachfrequenzen

Referenz:
J. Durga et al.: Effects of folic acid supplementation on hearing in older adults; Annals of Internal Medicine
 

Januar 2007/ Nr.1