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Die physischen gesundheitlichen Folgen sind schwerwiegender, als man
vermutet. Mediziner der Universität Leipzig haben im August 2010 eine
Studie mit 156 Kindern veröffentlicht, bei der die Schädigung der
Blutgefäße im Zusammenhang mit Übergewicht überprüft wurde. Untersucht
wurden 86 adipöse oder übergewichtige Kinder mit einem
Durchschnittsalter von 12,2 Jahren und einem durchschnittlichen BMI
von 28,7 sowie 70 Kinder mit Normalgewicht.
Das Ergebnis war ernüchternd: Übergewicht und Fettleibigkeit führen
bereits im frühen Kindesalter zu ausgeprägten
Stoffwechselveränderungen und generalisierten Gefäßschäden als
Frühform einer Atherosklerose, berichtet Sandra Erbs (Klinik für
Innere Medizin/ Kardiologie, Universität Leipzig – Herzzentrum GmbH).
Die Gefäßschäden der adipösen Kinder zeigten sich durch eine so
genannte Endothel-Dysfunktion, also durch krankhafte Veränderung der
Innenwände der Blutgefäße und/ oder einer zu dicken Wand der
Halsschlagader. Außerdem waren die Vorläuferzellen für das Gefäßendothel reduziert. Weitere Risikofaktoren
zeigten sich u.a. in einem gestörten
Glukosestoffwechsel als Vorstufe für Diabetes mellitus und einem
erhöhten systolischen Blutdruck.
Übergewicht ist also nicht nur ein ästhetisches Problem – auch für
Kinder
–,
sondern mit enormen Gesundheitssrisiken verbunden.
Interessanterweise zeigen sich bei übergewichtigen Kindern sehr häufig erhebliche
Mikronährstoffmängel. Überernährung bedeutet also nicht, dass man
optimal ernährt ist, vielmehr sind diese Kinder in erheblichem Umfang
fehlernährt. Was bedeutet ein Mikronährstoffmangel? Bei Übergewicht
hat der Stoffwechsel einen erhöhten Mikronährstoffbedarf, weil er
gegen verschiedene Stressfaktoren ankämpfen muss.
Wenn für die
Regeneration der Blutgefäße wichtige Antioxidantien wie Vitamin C, E,
Coenzym Q10 oder Selen fehlen, kann es rascher zu einer Entstehung
einer Atherosklerose kommen. Andere Mikronährstoffe wie Vitamin B1,
B6, Magnesium oder Chrom sind für einen ausgewogenen
Glukosestoffwechsel
erforderlich.
Ein Mikronährstoffmangel beeinträchtigt eine angestrebte
Gewichtsreduktion. Fehlt z.B. die Aminosäure Arginin, kann die Bildung
des
Wachstumshormons gestört sein, das für den Fettabbau benötigt wird.
Bei einem Carnitinmangel gelangen die Fettmoleküle gar nicht erst in
die Brennkammern der Zelle, sondern lagern sich im Gewebe ab, usw.
Referenz
derStandard.at, 30.08.2010
Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS
GmbH,
September 2010 |