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Schwermetallbelastungen - ein weltweites Problem
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Bild: Dieter Schütz, pixelio.de |
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Weltweit
sind täglich 100 Millionen Menschen einer toxischen Belastung mit
Schwermetallen ausgesetzt; betroffen sind hauptsächlich Menschen in
den Entwicklungsländern. Eine der jüngsten Schwermetallkatastrophen
fand Anfang des Jahres in Nigeria statt: Aufgrund der Gewinnung von
Gold war bleihaltiger Staub freigesetzt worden, an dem mindestens 160
Menschen starben und hunderte weitere Menschen erkrankten. |
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Die zwei Umweltorganisationen Blacksmith Insitute aus den USA und
Green Cross aus der Schweiz haben Anfang November eine Liste der sechs
gefährlichsten Umweltgifte des Jahres bekanntgegeben. Die Staffelung
basiert auf der Anzahl der Menschen, die durch das entsprechende
Umweltgift gefährdet sind:
1. Blei (18 bis 22 Mio. Menschen weltweit betroffen)
2. Quecksilber (15 bis 19 Mio. Menschen weltweit betroffen)
3. Chrom (13 bis 17 Mio. Menschen weltweit betroffen)
4. Arsen (5 bis 9 Mio. Menschen weltweit betroffen)
5. Pestizide (5 bis 8 Mio. Menschen weltweit betroffen)
6. Radionuklide (5 bis 8 Mio. Menschen weltweit betroffen)
Grundlage der Daten sind 1.000 Risikoanalysen von über 600
verschmutzten Orten in mehr als 40 Ländern. In dem Risikobericht werden
die entsprechenden Quellen der einzelnen Giftstoffe jeweils
beschrieben.
Blei, das auf Rang 1 als eines der gefährlichsten Umweltgifte
eingestuft wird, ist ein hochtoxisches Schwermetall, das bei
Schmelzprozessen und beim Bergbau als Abfallprodukt entsteht. Es kann
über die Luft eingeatmet und über das Wasser, über den Boden
oder über die Nahrung aufgenommen werden. Blei ist auch in
Autobatterien enthalten. Das unprofessionelle Recyclen von
bleihaltigen Batterien ist in vielen Entwicklungsländern üblich. Um
ein bisschen Geld zu verdienen, schmelzen dort arme Menschen das Blei aus Batterien und atmen
das hochgiftige freigesetzte Blei ein.
An zweiter Stelle der Rangliste steht Quecksilber. Dieses Schwermetall
wird für die Herstellung von Chlorgas und für elektrische Schalter
verwendet. In vielen Entwicklungsländern dient Quecksilber der
Gewinnung von Gold: Es wird eingesetzt, um den feinen
Goldstaub zu lösen, wodurch Goldamalgam entsteht. Durch Erhitzen
gelangt hier sehr viel Quecksilber in die Umwelt.
Die dritte und vierte Stelle der Rangliste nehmen Chrom und Arsen ein.
Chromsalze kommen bei der Ledergewinnung zum Einsatz und beim
Schweißen von Stahl. In verschiedenen Staaten Süd- und Südostasiens
finden sich sehr hohe Konzentrationen von Arsen im Grundwasser.
Eine Vergiftung mit Schwermetallen kann u.a. nervenschädigend, leber-
und nierenschädigend sein, einen Risikofaktor für Krebserkrankungen
darstellen und, in Abhängigkeit vom Ausmaß, sogar tödlich wirken.
In den Industriestaaten nimmt eine Belastung mit Schwermetallen zwar
nicht die Ausmaße wie in den Entwicklungsländern an, dennoch befinden wir
uns nicht auf einer schwermetallfreien Zone.
Je nach Wohngebiet kann eine Schwermetallbelastung aufgrund von Industrien,
wie z.B. im Ruhrgebiet, vermehrt festgestellt werden. Auch über die
Nahrung, hauptsächlich über Fisch und Meeresfrüchte, können
Schwermetalle wie Quecksilber aber auch Arsen in hohen Mengen in
den menschlichen Organismus gelangen. Wer mit Schusswaffen zu tun hat,
z.B. in der Waffenindustrie arbeitet, kann erheblich mit Blei belastet
sein. Eine vermehrte Bleibelastung wurde auch bei Jägern festgestellt,
wie unlängst in der Schweizer Presse berichtet wurde. Weitere Quellen
für Schwermetalle können Bleirohre und Zigarettenrauch sein, und auch in
der Küche sind wir nicht dagegen gefeit: Vorsicht hier vor einer hohen
Aluminiumaufnahme z.B. über Schmelzkäse (Fertigpizza),
Alukochgeschirr, Aluminiumbleche oder Essen, das mit abgedeckter
Alufolie erhitzt bzw. aufbewahrt wurde.
Anmerkung:
Natürlich muss eine Belastung mit Schwermetallen nicht immer sogleich
zu schweren neurologischen Ausfällen etc. führen, aber bereits aufgrund einer
geringen Belastung mit z.B. Blei oder Zinn kann es durchaus zu
Konzentrationsstörungen, Lernstörungen, psychischen
Befindlichkeitsstörungen, Gereiztheit, Hyperaktivität, Allergien,
Infektanfälligkeiten etc. kommen.
Referenzen:
tagesanzeiger.ch, 03.11.2010: Blei ist überall – im Wasser, im Boden,
in der Nahrung
bernerzeitung.ch, 27.10.2010: Schützen droht Bleiverbot
Schwermetallanalyse:
Eine Analyse der Schwermetalle kann, je nach Belastung, im Urin, im
Speichel oder im Blut durchgeführt werden. Weiter Infos geben wir
Ihnen gerne telefonisch
unter
0049/ (0)9394/ 9703-0.
© Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS
GmbH, Juli 2010
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