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Ein Architekt benötigt zum
Hausbau einen detaillierten Plan und weiß genau, welche Baustoffe im
Einzelnen gebraucht werden. Beim Heranwachsen eines Kindes im
Mutterleib gibt die DNA des Kindes den Bauplan vor. Die Baustoffe dazu
liefert sozusagen die Mutter. Sie ist es, die in den 9 Monaten das
Kind mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt.
In Deutschland ist die Versorgung mit Mikronährstoffen jedoch
unzureichend. Das ist das eindeutige Ergebnis der Nationalen
Verzehrstudie II. Da in der Schwangerschaft der Bedarf an bestimmten
Vitaminen und Mineralstoffen erhöht ist, ist eine Deckung des
Tagesbedarfes nicht immer gegeben. Es empfiehlt sich in diesem Fall,
die fehlenden Mikronährstoffe in Form von Nahrungsergänzungsmitteln
einzunehmen. Eine Mikronährstoffanalyse des Blutes gibt Aufschluss
über den aktuellen Mikronährstoffstatus, so dass eine gezielte
Therapie möglich ist.
Eisen
Die Deutsche Nationale Verzehrstudie 2008 stellte fest, dass die
empfohlene Tagesmenge an Eisen (15 mg/ Tag) von mehr als 75 % der
Frauen nicht erreicht wird. In der Schwangerschaft verdoppelt sich der
Bedarf an Eisen und lässt sich allein durch die Ernährung nicht
decken.
Vitamin D Ein guter Vitamin-D-Spiegel ist wichtig, damit Calcium in die Knochen eingelagert werden kann. Eine finnische Studie ergab, dass der Vitamin-D-Status der Mutter sich auf die Knochendichte des Kindes auswirkt und somit wichtig für die Skelettentwicklung des Kindes ist.
Vitamin A
Vitamin A ist für die Lungenentwicklung und Lungenausreifung und für
die Infektabwehr erforderlich und ist an der Bildung von Knochen,
Zähnen, Haut, Haaren, Augen etc. beteiligt.
Folsäure
Folsäure ist für die Hirnentwicklung und Ausbildung des Nervensystems
unabdingbar. In einer Studie wurde der Zusammenhang zwischen dem
Folsäurestatus der Mutter und den kognitiven Fähigkeiten der
Nachkommen im Kindesalter untersucht. Ein guter Folsäurestatus der
Mutter während der Schwangerschaft kann mit besseren kognitiven
Fähigkeiten der Kinder assoziiert sein.
Zink
Der Zinkbedarf ist in der Schwangerschaft stark erhöht. Eine
unzureichende Versorgung mit Zink wirkt sich negativ auf die
Hirnentwicklung und das Nervensystem des ungeborenen Kindes aus.
Calcium
Calcium ist für die Knochenbildung notwendig, da Calcium ein
Hauptbestandteil von Knochen und Zähnen ist und diesen Festigkeit
verleiht. In der Schwangerschaft steigt die Resorptionsrate für
Calcium an (von ca. 33 Prozent auf ca. 54 Prozent). Trotzdem werden
die empfohlenen 1000 mg Calcium pro Tag häufig nicht abgedeckt.
Magnesium Ein Magnesiummangel in der Schwangerschaft führt bei 5 – 30 % der Schwangeren zu nächtlichen Wadenkrämpfen. Auch Verstopfungen, die gerne in der Schwangerschaft auftreten, können ein Hinweis auf einen Magnesiummangel sein. Außerdem kann ein Mangel Wehen auslösen und zu Früh- und Fehlgeburten führen. Magnesium spielt auch im Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle.
Vitamin C Vitamin C stärkt das Immunsystem und wirkt antioxidativ. Vitamin C ist für die Bildung verschiedener Hormone und Neuropeptide mitverantwortlich.
Fettsäuren
Eine Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft ist zu
empfehlen. Eine besondere Bedeutung kommt der Docosahexaensäure (DHA)
zu. DHA kann das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns und des
Nervensystems positiv beeinflussen. Man sollte jedoch vom Verzehr von
Fisch Abstand nehmen, da Fisch oft schwermetallbelastet ist und so der
Mutter und dem Kind mehr schadet als nützt. Omega-3-reiche
Nahrungsmittel sind z.B. Rapsöl, Leinöl, Walnussöl.
Juli 2010, © DCMS GmbH
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