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Risikofaktor
Homocystein
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Viele Menschen sind einem
erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt, ohne dass es ihnen bewusst
wäre: einem erhöhten Homocysteinspiegel.
Homocystein entsteht zwangsläufig im Stoffwechsel der Aminosäure
Methionin. Es muss vom Organismus schnell wieder abgebaut werden, da
Homocystein verschiedene zellschädigende Effekte auslöst. Homocystein
kann prinzipiell über zwei Stoffwechselwege entgiftet werden, nämlich
über die Remethylierung, bei der wieder Methionin entsteht, oder über die
Transsulfurierung, bei der die Aminosäure Cystein gebildet wird.
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Ein hoher Kaffeekonsum kann
ebenfalls den Homocysteinspiegel anheben. Bild: Rainer Sturm,
pixelio.de |
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Für den Homocysteinstoffwechsel
sind verschiedene Mikronährstoffe erforderlich, insbesondere die
Vitamine B6, B12 und Folsäure; auch ein Mangel an Vitamin B2 und
Magnesium kann den Homocysteinstoffwechsel stören. Bei älteren
Menschen sind die Homocysteinkonzentrationen häufig erhöht, was
sehr häufig mit Problemen der Vitamin-B12-Versorgung
zusammenghängt.
Homocystein kann sowohl eine Arteriosklerose initiieren als
auch ihren Verlauf beschleunigen. Erhöhte Homocysteinkonzentrationen werden mit
bestimmten Erkrankungen
in Verbindung gebracht. Es gibt z.B. Hinweise, dass erhöhte Homocysteinspiegel bei Patienten
mit Herzinfarkt eine
nachfolgende Herzinsuffizienz fördern. Homocystein könnte auch bei der
Auslösung von Migräneanfällen eine Rolle spielen und ist ein
Risikofaktor für die Entstehung der Makuladegeneration. Außerdem
gibt es Daten aus Studien, dass erhöhte Homocysteinkonzentrationen
mit Hörverlusten in Verbindung stehen.
Britische Wissenschaftler untersuchten in einer Studie, ob die
Homocysteinkonzentration bei Alzheimerpatienten mit dem kognitiven
Abbau zusammenhängt. Es zeigte sich eindeudig, dass bei
hochnormalen Homocysteinkonzentrationen, z.B. 14 µmol/ l, der
kognitive Abbau bei Alzheimerpatienten signifikant schneller
abläuft als bei Patienten mit Homocysteinkonzentrationen
von nur 10 µmol/ l.
Österreichische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass ein
Anstieg der Homocysteinkonzentration bei Sepsispatienten ein
schlechtes prognostisches Zeichen ist. Die
Homocysteinkonzentration bei Sepsispatienten korrelierte mit dem
Überlebensstatus dieser Patienten.
Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität in München
untersuchten die Konzentrationen von Homocystein, Vitamin B12 und
Folsäure im Serum sowie die Methylmalonsäurespiegel im Urin bei
Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen und verglichen die
Ergebnisse
mit jenen der entsprechenden Kontrollpersonen. Bei allen Patienten
mit neurodegenerativen Erkrankungen fand man signifikant erhöhte
Konzentrationen von Homocystein und Methylmalonsäure. Möglicherweise
werden Homocystein und Methylmalonsäure im Rahmen der
Neurodegeneration vermehrt freigesetzt. Alternativ könnten
Homocystein und Methylmalonsäure auch an der Pathogenese direkt
beteiligt sein. Erhöhte Spiegel von Homocystein und
Methylmalonsäure wirken neurotoxisch, deshalb sollte dringend die
Wirksamkeit einer Therapie mit B-Vitaminen bei neurodegenerativen
Erkrankungen näher erforscht werden.
Kommentar:
Nach unserer Erfahrung kommen erhöhte Homocysteinkonzentrationen
relativ häufig vor. Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und
bei neurologischen bzw. psychiatrischen Krankheitsbildern sollte
eine regelmäßige Kontrolle der Homocysteinkonzentration erfolgen.
Es gibt wohl wenige Risikofaktoren, die sich auf so einfache Art
und Weise senken lassen wie Homocystein.
Referenzen:
LifeExtension Homocystein Reduction, 2010
Johannes Levin et al.: Elevated levels of methylmalonate and
homocysteine in parkinson´s disease, progressive supranuclear
palsy and amyotrophic lateral sclerosis; Dementia and Geriatric
Cognitive Disorder; Vol. 29, No. 6, 2010
Oulhaj A et al.: Homocyssteine as a predictor of cognitive decline
in Alzheimer´s disease; Int J Geriatr Psychiatry. 2010 Jan; 25(1):
82-
© Diagnostisches Centrum für
Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH, Februar 2010
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