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Fit bleiben im Alter

Bild: falkjohann, fotolia.de
  Der Lebensabschnitt des Alters beginnt mit dem 65. Lebensjahr. Eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit in diesem Lebensabschnitt ist neben vielen anderen Faktoren auch in einer gesunden Ernährung begründet. Dabei ist zu beachten, dass bei einem generell abnehmenden Energiebedarf der Bedarf an Mikronährstoffen unverändert anhält oder sogar zunimmt. Da im Alter häufig eine atrophische Gastritis auftritt, kann die Bioverfügbarkeit verschiedener Mikronährstoffe wie Vitamin B12, Calcium und Eisen vermindert sein.


Wie aus den Daten der nationalen Verzehrstudie II ersichtlich, ist die Mikronährstoffversorgung bei Senioren alles andere als befriedigend. Dazu muss man wissen, dass die D-A-CH-Referenzwerte für die Bedarfsdeckung für gesunde Personen konzipiert sind. Die Nährstoffempfehlungen berücksichtigen nicht den Bedarf kranker Menschen, die z.B. eine Einschränkung der Verdauungsleistung aufweisen. Bei Frauen zwischen 65 und 80 Jahren liegen folgende Mikronährstoffe unterhalb des Referenzwertes: Bei 90,8 Prozent der Frauen die Folsäure, bei 31,8 Prozent das Vitamin B2, bei 97,4 Prozent das Vitamin D, bei 40,4 Prozent das Vitamin B1,  bei 64,5 Prozent das Calcium, bei 34,2 Prozent das Magnesium, bei 27,2 Prozent das Zink. Bei den Männern zwischen 65 und 80 Jahren sind interessanterweise Mikronährstoffmängel weniger ausgeprägt. Besonders auffällig ist, dass 44,2 Prozent der Männer eine zu geringe Zinkaufnahme aufweisen, 61,1 Prozent eine zu geringe Calciumaufnahme, 94,2 Prozent eine zu geringe Vitamin-D-Aufnahme und 89,5 Prozent eine zu geringe Folsäure-Aufnahme.

Bei einer Therapie mit Mikronährstoffen geht es zunächst um die Sicherstellung des täglichen Grundbedarfs an Mikronährstoffen, der allzu häufig durch die Ernährung nicht ausreichend gedeckt wird (siehe Ergebnisse NVS II). Mikronährstoffe sind aber auch bei vielen altersassoziierten Erkrankungen von Nutzen. Dazu finden Sie im Folgenden verschiedene Beispiele und Studienergebnisse aus den  vergangenen Jahren:

 

Vitamin D

In den letzten Jahren wurde eindrucksvoll deutlich, dass dem Vitamin D über seine Bedeutung für den Knochenstoffwechsel hinaus vielfältige Funktionen im Stoffwechsel zukommen. Bei Senioren ist die Vitamin-D-Versorgung häufig sehr schlecht. US-amerikanische und niederländische Daten zeigen, dass etwa die Hälfte der Senioren einen Vitamin-D-Mangel aufweist.

Bei Menschen im Alter ab 70 Jahren ist, im Vergleich zu jüngeren Menschen, die körpereigene Vitamin-D-Synthese um etwa 50 – 70 Prozent vermindert. Eine gute Vitamin-D-Versorgung schützt die Senioren nicht nur vor Osteoporose, sondern vermindert auch das Risiko für Stürze. Vitamin D ist zur Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig und wirkt gegen das metabolische Syndrom. Neuere Studien belegen auch, dass Vitamin D eine bedeutende Rolle für den Erhalt der kognitiven Fähigkeiten im Alter spielt. Auch das Risiko für Depressionen verringerte sich bei Senioren mit einem guten Vitamin-D-Status.

 

Folsäure

Die Aufnahme von Folsäure ist in allen Altersgruppen unzureichend. Gerade ältere Menschen benötigen dringend Folsäure. Wie Wissenschaftler von der niederländischen Universität Vageningen in einer dreijährigen Studie eindeutig nachgewiesen haben, kann die regelmäßige Einnahme von Folsäure bei älteren Menschen die Hirnleistung verbessern.

 

Vitamin B12

Mit zunehmendem Lebensalter kommt es immer häufiger zu Störungen der Vitamin-B12-Aufnahme. Bei älteren Menschen lässt die Magensäurebildung nach, außerdem ist die Bildung des Intrinsic-Faktors (IF) vermindert. Dazu kommt noch, dass immer mehr Menschen das Diabetes-Medikament Metformin einnehmen, das ebenfalls zu Störungen der Vitamin-B12-Versorgung führt. Wenn der Körper über längere Zeit einen schlechten Vitamin-B12-Status hat, nimmt die Gehirnmasse, und somit die Gedächtnisleistung, zunehmend ab.

 

Homocystein

Das Stoffwechselprodukt Homocystein wird mit Hilfe der Vitamine B6, B12 und Folsäure abgebaut. Erhöhte Homocysteinkonzentrationen sind nicht nur ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern begünstigen auch die Entstehung einer Osteoporose.

 

Vitamin E

Forscher der Yale School of Medicine konnten nachweisen, dass bei älteren Menschen eine zu niedrige Konzentration von Vitamin E mit einem Abbau der körperlichen Funktionen assoziiert ist. Die Wahrscheinlichkeit eines körperlichen Abbaus war bei den Menschen mit einem niedrigen Vitamin-E-Spiegel um das 1,6fache erhöht.

 

Zink

Bei älteren Menschen nimmt auch die Immunkompetenz ab, da auch das Immunsystem einem Alterungsprozess unterliegt. Es konnte nachgewiesen werden, dass bei älteren Menschen das Auftreten von Infektionen durch die Einnahme von Zink deutlich gesenkt werden kann.

 

Aminosäuren 

Mit zunehmendem Lebensalter kann es zu einem vermehrten Muskelproteinabbau kommen, den man als Sarkopenie bezeichnet. Dieser Muskelproteinabbau kann durch die Einnahme von verzweigtkettigen Aminosäuren zumindest stark gemildert werden. Es gibt erste Hinweise aus Studien, dass eine Supplementierung von Leucin, Isoleucin und Valin für den Erhalt der Muskelkraft bei älteren Menschen hilfreich ist.

Für das Altern spielen auch Schäden durch freie Radikale eine wichtige Rolle. Man kann beobachten, dass mit steigendem Alter die Plasmakonzentration von Cystein abnimmt. Cystein ist eine wichtige Anti-Aging-Aminosäure, da Cystein Vorstufe von Glutathion ist, dem bedeutendsten Redoxmolekül in der Zelle. Durch eine gute Cysteinversorgung kann die Entzündungsaktivität im Stoffwechsel reduziert werden, das Immunsystem wird verbessert, der Muskelproteinabbau abgeschwächt. Eine Supplementierung von Cystein kann also bei vielen altersassoziierten Beschwerden von Vorteil sein. 

Die Reihe von Beispielen über den Nutzen von Mikronährstoffen im Alter ließe sich sicherlich noch fortsetzen. Tatsache ist, dass eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen für den Erhalt der Organfunktionen und für eine Minimierung altersbedingter Beschwerden  unabdingbar ist. Gerade im älteren Lebensjahr ist das Risiko für Mikronährstoffmängel deutlich erhöht – siehe NVS-II.

Zum Erhalt der Gesundheit und der Lebensqualität empfehlen wir deshalb anhand einer Blutanalyse zu prüfen, ob die Mikronährstoffversorgung ausreichend ist.

Das DCMS-Profil „Stoffwechsel“ ist eine aussagekräftige Mikronährstoffanalyse, die vom Diagnostischen Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH angeboten wird. Anhand dieser Laboranalyse wird ein ärztlicher Befundbericht mit einer genauen Therapieempfehlung erstellt.

Referenzen:

  • Kalyani RR et al.: Vitamin D treatment for the prevention of falls in older adults: Systematic review and meta-analysis; J. Am Geriatr. Soc. 2010 Jun 23

  • Ärztezeitung.de, 18.05.2010: Vitamin D oral für alle über 60 Jahre

  • Medicalnewstoday.com, 28 Jun 2010: Link between Viatmin D and mental agility in elders

  • Spiegel.de, 19.01.2010: Folsärue hilft Gehirn auf die Sprünge

  • Quelle: Bartali B, Frongillo EA, Guralnik JM, Stipanuk MH, Allore HG, Cherubini A, Bandinelli S, Ferrucci L, Gill TM (2008): "Serum micronutrient concentrations and decline in physical function among older persons", Journal of the American Medical Association. 2008 Jan 23;299(3):308-15, PMID: 18212315

  • Ananda S Prasad et al.: Zinc supplementation decreases incidence of infections in the elderly: effect of zinc on generation of cytokines and oxidative stress; American Journal of clinical Nutrition, Vol. 85, No. 3, 837-844, March 2007

  • Bucciarelli P et al.: The relationship between plasma homocysteine levels and bone mineral density in post-menopausal women; Eur J Intern Med. 2010 Aug; 21(4): 301-305

  • Wulf Drüge: Oxidative stress and ageing: is ageing a cysteine deficiency syndrom? Division of Redox Physiology and Aging Research, Deutsches Krebsforschungszentrum; Phil. Trans R. Soc. B (2005) 360, 2355-2372

  • Gregory C et al.: Potential application of essential amino acid supplementation to treat sarcopenia in elderly people; The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Vol. 94, No. 5 1524-1526

© Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH, Juli 2010