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Wie aus den Daten der nationalen
Verzehrstudie II ersichtlich, ist die Mikronährstoffversorgung bei
Senioren alles andere als befriedigend. Dazu muss man wissen, dass die
D-A-CH-Referenzwerte für die Bedarfsdeckung für gesunde
Personen konzipiert sind. Die Nährstoffempfehlungen berücksichtigen
nicht den Bedarf kranker Menschen, die z.B. eine Einschränkung der
Verdauungsleistung aufweisen. Bei Frauen zwischen 65 und 80 Jahren
liegen folgende Mikronährstoffe unterhalb des Referenzwertes: Bei 90,8
Prozent der Frauen die Folsäure, bei 31,8 Prozent das Vitamin B2, bei
97,4 Prozent das Vitamin D, bei 40,4 Prozent das Vitamin B1, bei 64,5
Prozent das Calcium, bei 34,2 Prozent das Magnesium, bei 27,2 Prozent
das Zink. Bei den Männern zwischen 65 und 80 Jahren sind
interessanterweise Mikronährstoffmängel weniger ausgeprägt. Besonders
auffällig ist, dass 44,2 Prozent der Männer eine zu geringe
Zinkaufnahme aufweisen, 61,1 Prozent eine zu geringe Calciumaufnahme,
94,2 Prozent eine zu geringe Vitamin-D-Aufnahme und 89,5 Prozent eine
zu geringe Folsäure-Aufnahme.
Bei einer
Therapie mit Mikronährstoffen geht es zunächst um die Sicherstellung
des täglichen Grundbedarfs an Mikronährstoffen, der allzu häufig durch
die Ernährung nicht ausreichend gedeckt wird (siehe Ergebnisse NVS
II). Mikronährstoffe sind aber auch bei vielen altersassoziierten
Erkrankungen von Nutzen. Dazu finden Sie im Folgenden verschiedene
Beispiele und Studienergebnisse aus den vergangenen Jahren:
Vitamin D
In den letzten
Jahren wurde eindrucksvoll deutlich, dass dem Vitamin D über seine
Bedeutung für den Knochenstoffwechsel hinaus vielfältige Funktionen im
Stoffwechsel zukommen. Bei Senioren ist die Vitamin-D-Versorgung
häufig sehr schlecht. US-amerikanische und niederländische Daten
zeigen, dass etwa die Hälfte der Senioren einen Vitamin-D-Mangel
aufweist.
Bei Menschen im
Alter ab 70 Jahren ist, im Vergleich zu jüngeren Menschen, die
körpereigene Vitamin-D-Synthese um etwa 50 – 70 Prozent vermindert.
Eine gute Vitamin-D-Versorgung schützt die Senioren nicht nur vor
Osteoporose, sondern vermindert auch das Risiko für Stürze. Vitamin D
ist zur Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig und wirkt
gegen das metabolische Syndrom. Neuere Studien belegen auch, dass
Vitamin D eine bedeutende Rolle für den Erhalt der kognitiven
Fähigkeiten im Alter spielt. Auch das Risiko für Depressionen
verringerte sich bei Senioren mit einem guten Vitamin-D-Status.
Folsäure
Die Aufnahme
von Folsäure ist in allen Altersgruppen unzureichend. Gerade ältere
Menschen benötigen dringend Folsäure. Wie Wissenschaftler von der
niederländischen Universität Vageningen in einer dreijährigen Studie
eindeutig nachgewiesen haben, kann die regelmäßige Einnahme von
Folsäure bei älteren Menschen die Hirnleistung verbessern.
Vitamin B12
Mit zunehmendem
Lebensalter kommt es immer häufiger zu Störungen der
Vitamin-B12-Aufnahme. Bei älteren Menschen lässt die Magensäurebildung
nach, außerdem ist die Bildung des Intrinsic-Faktors (IF) vermindert.
Dazu kommt noch, dass immer mehr Menschen das Diabetes-Medikament
Metformin einnehmen, das ebenfalls zu Störungen der
Vitamin-B12-Versorgung führt. Wenn der Körper über längere Zeit einen
schlechten Vitamin-B12-Status hat, nimmt die Gehirnmasse, und somit
die Gedächtnisleistung, zunehmend ab.
Homocystein
Das
Stoffwechselprodukt Homocystein wird mit Hilfe der Vitamine B6, B12
und Folsäure abgebaut. Erhöhte Homocysteinkonzentrationen sind nicht
nur ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern
begünstigen auch die Entstehung einer Osteoporose.
Vitamin E
Forscher der
Yale School of Medicine konnten nachweisen, dass bei älteren Menschen
eine zu niedrige Konzentration von Vitamin E mit einem Abbau der
körperlichen Funktionen assoziiert ist. Die Wahrscheinlichkeit eines
körperlichen Abbaus war bei den Menschen mit einem niedrigen
Vitamin-E-Spiegel um das 1,6fache erhöht.
Zink
Bei älteren
Menschen nimmt auch die Immunkompetenz ab, da auch das Immunsystem
einem Alterungsprozess unterliegt. Es konnte nachgewiesen werden, dass
bei älteren Menschen das Auftreten von Infektionen durch die Einnahme
von Zink deutlich gesenkt werden kann.
Aminosäuren
Mit zunehmendem
Lebensalter kann es zu einem vermehrten Muskelproteinabbau kommen, den
man als Sarkopenie bezeichnet. Dieser Muskelproteinabbau kann durch
die Einnahme von verzweigtkettigen Aminosäuren zumindest stark
gemildert werden. Es gibt erste Hinweise aus Studien, dass eine
Supplementierung von Leucin, Isoleucin und Valin für den Erhalt der
Muskelkraft bei älteren Menschen hilfreich ist.
Für das Altern
spielen auch Schäden durch freie Radikale eine wichtige Rolle. Man
kann beobachten, dass mit steigendem Alter die Plasmakonzentration von
Cystein abnimmt. Cystein ist eine wichtige Anti-Aging-Aminosäure, da
Cystein Vorstufe von Glutathion ist, dem bedeutendsten Redoxmolekül in
der Zelle. Durch eine gute Cysteinversorgung kann die
Entzündungsaktivität im Stoffwechsel reduziert werden, das Immunsystem
wird verbessert, der Muskelproteinabbau abgeschwächt. Eine
Supplementierung von Cystein kann also bei vielen altersassoziierten
Beschwerden von Vorteil sein.
Die Reihe von
Beispielen über den Nutzen von Mikronährstoffen im Alter ließe sich
sicherlich noch fortsetzen. Tatsache ist, dass eine gute Versorgung
mit Mikronährstoffen für den Erhalt der Organfunktionen und für eine
Minimierung altersbedingter Beschwerden unabdingbar ist. Gerade im
älteren Lebensjahr ist das Risiko für Mikronährstoffmängel deutlich
erhöht – siehe NVS-II.
Zum Erhalt der
Gesundheit und der Lebensqualität empfehlen wir deshalb anhand einer
Blutanalyse zu prüfen, ob die Mikronährstoffversorgung ausreichend
ist.
Das
DCMS-Profil „Stoffwechsel“ ist eine aussagekräftige
Mikronährstoffanalyse, die vom Diagnostischen Centrum für
Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH angeboten wird. Anhand
dieser Laboranalyse wird ein ärztlicher Befundbericht mit einer
genauen Therapieempfehlung erstellt.
Referenzen:
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Quelle: Bartali B, Frongillo EA, Guralnik JM, Stipanuk MH, Allore
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GmbH, Juli 2010 |