Depressionen als
Risikofaktor für Osteoporose
Mikronährstoffmedizin bei Osteoporose und Depressionen
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Vitamin D - das Sonnenvitamin - ist nicht nur sehr wichtig für die
Knochen, sondern auch für das Nervensystem.
Bild: aboutpixel.de,
Frank Faasen © |
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Frauen, die zu
Depressionen neigen, sind auch einem erhöhten Osteoporoserisiko
ausgesetzt. Auf entsprechende Zusammenhänge hatte der Dachverband der
deutschsprachigen Osteoporose-Selbsthilfeverbände e.V. (DOP) im Mai
2009 hingewiesen. Dabei bezog er sich u.a. auf eine Studie, die
bereits im November 2007 im medizinischen Fachblatt „Archives of
Internal Medicine“ von einer Delegation, bestehend aus Psychiatern,
Hormonexperten und Orthopäden, veröffentlicht wurde:
Gemessen wurde die Knochendichte bei fast 150 Frauen im Alter zwischen
21 und 45 Jahren. Etwa zwei Drittel der Frauen litten an einer milden
Depression, die anderen Probandinnen waren psychisch gesund. Das
Ergebnis der Messungen war, dass die Frauen ohne Depressionsneigung
wesentlich bessere Werte der Knochendichte aufwiesen: Im Bereich des
Oberschenkelhalses waren bei 17 Prozent der Frauengruppe mit
Depressionen ein Schwund der Knochenmasse feststellbar, die
Vergleichsgruppe verzeichnete nur zwei Prozent. Die Knochenmessungen
in der Lendenwirbelsäule ergab ebenfalls, dass die psychisch
stabileren Versuchsteilnehmerinnen besser abschnitten als diejenigen,
die zu Depressionen neigten. Die Knochendichte war im Bereich der
Lendenwirbelsäule bei 9 Prozent der gesunden Probandinnen verringert
und bei 20 Prozent der depressiv anfälligen Frauen.
Man vermutet, dass die Ursachen für diese Zusammenhänge darin liegen,
dass bei einer Depression vermehrt körpereigene Stoffe ausgeschüttet
werden, die einen negativen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel
haben. Das bei einer Depression vermehrt freigesetzte Stresshormon
Cortisol bewirkt eine Hemmung der knochenaufbauenden Zellen, der
Osteoblasten, und damit eine Instabilität der Knochenmasse. Eine
erhöhte Konzentration von Adrenalin bei Stress und Depressionen
verstärkt die Bildung entzündungsfördernder Stoffe wie Interleukin-6.
Dieser Entzündungsstoff regt wiederum Prozesse an, die den
Knochenabbau beschleunigen.
Ein weiterer Zusammenhang zwischen einem erhöhten Osteoporoserisiko
und Depressionen könnte darin zu finden sein, dass zu Depressionen
geneigte Personen sich eher zurückziehen, sich weniger bewegen und
sich schlechter ernähren. Letzteres hat natürlich einen großen
Einfluss auf den Mikronährstoffhaushalt und damit auch auf den
Knochenstoffwechsel. Depressiv anfällige Personen haben ohnehin einen
größeren Bedarf an Mikronährstoffen.
Im Focus steht immer wieder das Calcium, wenn es um die
Knochengesundheit geht. Calcium wird für den Aufbau der
Knochensubstanz benötigt; bei einem Calciummangel kann die
Knochenstruktur brüchig werden. An dieser Stelle sei einmal erwähnt,
dass die Empfehlung, viel Milchprodukte zu verzehren, um der
Osteoporose entgegenzuwirken, problematisch ist. Milchprodukte
enthalten zwar viel Calcium, aber ein übermäßiger Konsum tierischer
Proteine, wie in den Industriestaaten üblich, kann zu einer
Übersäuerung des Organismus führen. Calcium wird zur Neutralisation
der Säuren benötigt und aus dem Knochengewebe mobilisiert.
Besser ist es, auf calciumhaltige Gemüsearten, auf Obst und
Getreidesorten oder Samen zurückzugreifen. Eine weitere Möglichkeit
zur Optimierung der Calciumversorgung sind calciumreiche
Mineralwässer, die 150 –500 mg Calcium pro Liter enthalten. Die
Bioverfügbarkeit von Calcium aus diesen Wässern ist gleich wie die aus
Milch bzw. höher.
Neben Calcium werden für einen stabilen Knochen weitere
Mikronährstoffe benötigt wie Magnesium, Zink, Kupfer, Mangan, Silicium,
Vitamin D, K, C, B6, B12 Folsäure und bestimmte Aminosäuren.
Die Vitamine C und B6 sind zur Unterstützung der Kollagenbiosynthese
und zur Förderung der Quervernetzung und Stabilität der
Kollagenfibrillen erforderlich. Vitamin K ist notwendig, um
Osteocalcin zu bilden, ein Protein der Knochenmatrix. Eine vermehrte
Synthese von Osteocalcin geht mit einer gesteigerten Einlagerung von
Calciumsalzen im Knochen einher.
Eine erhöhte Magnesiumzufuhr wurde 2005 in einer Studie des University
of Tennessee Health Science Center mit einer signifikant höheren
Knochendichte assoziiert im Vergleich zu den Personen mit der
geringsten Magnesiumaufnahme.
Vitamin D3 wird zur Regulation der Calcium-Resorption aus dem Darm
benötigt. Zum Vitamin D gibt es noch eine interessante Studie, die
Ende Dezember 2008 publiziert wurde: Sie zeigt auf, dass der
Vitamin-D-Status eine wesentlich größere Rolle für die Knochendichte
spielt als die Calciumaufnahme. Bei knapp 10.000 Teilnehmern der US
NHANES III Studie wurden 20 Jahre später Knochendichte,
Calciumaufnahme und der Vitamin-D-Status untersucht. Dabei erwies
sich, dass nur bei Frauen mit einer Vitamin-D-Konzentration unter 20
ng/ ml eine höhere Calciumaufnahme auch mit einer höheren
Knochendichte verbunden war. Bei einer Vitamin-D-Konzentration über 20
ng/ ml hatte die Höhe der Calciumzufuhr keinen wesentlichen Einfluss
auf die Knochendichte.
Besteht ein Mangel an Mikronährstoffen, ist das nicht ohne weiteres
ersichtlich. Dazu ist schon eine genaue Blutuntersuchung notwendig.
Das Diagnostische Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS
GmbH, einem langjährigen Labor mit viel Erfahrung in der
Mikronährstoffmedizin führt entsprechende Mikronährstoffanalysen
durch. Untersucht werden u.a. Mikronährstoffe, die für den
Knochenstoffwechsel erforderlich sind oder die regulierend auf das
Nervensystem wirken, um z.B. Depressionen entgegenzuwirken.
Der Patient und Arzt erhält einen umfassenden Analysenbericht mit
einer genauen Therapieempfehlung. Dadurch ist eine gezielte Therapie
mit den entsprechend fehlenden Vitaminen, Mineralstoffen,
Spurenelementen und Aminosäuren möglich, was der Knochengesundheit und
dem Nervensystem zugute kommt.
DCMS GmbH ©
Referenz:
www.journalmed.de, 27.05.2009
www.aerztlichepraxis.de, 22.12.2005
www.sueddeutsche.de, 27.11.2007
H. Kaspar: Ernährungsmedizin und Diätetik, 11. Auflage,
Elsevier
August 2009 |
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