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Auch wenn die klassischen Vitamin-Mangel-Krankheiten in Europa kaum
noch auftreten, so gibt es doch verschiedene Bevölkerungsgruppen, die
häufig unzureichend mit Mikronährstoffen versorgt sind. Dazu zählen
Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen wenig essen, z.B. aufgrund
von Diäten. Eine Untervorsorgung ist häufig auch bei Rauchern zu
beobachten und bei Menschen mit hohem Alkoholkonsum oder solchen, die
Umweltgiften ausgesetzt sind.
Teenager, Schwangere und stillende Frauen und vor allem ältere
Menschen sind besonders hinsichtlich eines Mikronährstoffmangels
gefährdet.
Es kommt noch hinzu, dass der natürliche Alterungsprozess mit einer
Abnahme der Leistungsfähigkeit verbunden ist. Bereits die suboptimale
Zufuhr eines Vitamins oder eines Mineralstoffs kann die Immunantwort
beeinträchtigen. Der Substratbedarf des Immunsystems ist im Vergleich
zu anderen Geweben sehr hoch, da die einzelnen Komponenten des
Immunsystems einem ständigen Auf- und Abbau unterliegen. Zur
Bekämpfung von Erregern in der Zelle, z.B. Viren, benötigt der
Organismus eine spezielle Art der Immunantwort, die durch so genannte
TH1-Lymphozyten gefördert wird. Diese Art der Ausrichtung des
Immunsystems ist durch eine vermehrte Bildung entzündungsfördernder
Botenstoffe gekennzeichnet. TH2-Lymphozyten begünstigen die Bildung
von Antikörpern im Blut. Eine übertrieben starke TH2-Ausrichtung des
Immunsystems liegt z.B. bei den Allergien vor, bei denen zu viel IGE
gebildet wird.
Wie schon oben erwähnt, benötigt das Immunsystem eine TH1-Ausrichtung
für eine Bekämpfung von Viren. Dazu ist eine ausreichende Zufuhr der
Vitamine B6, B12, Folsäure, C und E und der Spurenelemente Selen,
Zink, Kupfer und Eisen notwendig. Jeder der erwähnten Mikronährstoffe
ist unbedingt für ein normal funktionierendes Immunsystem notwendig.
Vitamin A und D sind ebenfalls für die Funktionsfähigkeit des
Immunsystems erforderlich, fördern aber eher die Bildung
entzündungshemmender Zytokine. Inzwischen hat sich herausgestellt,
dass die Vitamin-D-Konzentration eine erhebliche Bedeutung für die
Immunkompetenz hat. Wie US-Forscher der Universität von Colorado
herausgefunden haben, erhöht sich das Auftreten einer
Erkältungskrankheit erheblich, wenn nur geringe Konzentrationen von
Vitamin D im Blut vorhanden sind. Wahrscheinlich besteht zwischen den
Vitamin-D-Werten und der Leistungsfähigkeit des Immunsystems ein enger
Zusammenhang.
Von den Aminosäuren haben insbesondere Arginin, Glutamin sowie das
Tripeptid Glutathion eine erhebliche Bedeutung für die Immunkompetenz.
Für eine ausreichende Glutathionsynthese spielt wiederum die
Aminosäure Cystein eine herausragende Rolle. Glutamin ist eine
wichtige Energiequelle für die Zellen des Immunsystems. Eine gute
Glutaminversorgung verbessert die Bildung der Lymphozyten. Arginin ist
die Ausgangssubstanz für die Bildung des gasförmigen Botenstoffs NO,
der auch für die Bekämpfung intrazellulärer Erreger benötigt wird.
Insgesamt verfügt Arginin über zahlreiche immunstimulierende
Eigenschaften. Generell ist eine gute Versorgung mit allen Aminosäuren
für die Immunfunktionen wichtig, da, wie bereits erwähnt, das
Immunsystem einer hohen Auf- und Abbaurate unterliegt.
Durch eine gezielte Nahrungsergänzung mit Vitaminen, Spurenelementen
und Aminosäuren auf der Basis einer vorangehenden Blutanalyse kann
eine Verbesserung der Immunkompetenz erreicht werden, was insbesondere
in Zeiten erhöhter Infektionsgefahren, z.B. durch Schweinegrippe,
berücksichtigt werden sollte. Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler;
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November 2009
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