Borreliose und Orthomolekulare Medzin
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Die Borreliose ist inzwischen zu
einer häufigen Infektionserkrankung herangewachsen, und die
Epidemiologen rechnen mit etwa 80.000 – 100.000 Neuinfektionen pro
Jahr. Genaue Zahlen kennt man leider nicht, da die Borreliose in den
östlichen
Ländern keiner Meldepflicht unterliegt. Die Überträger der
Lyme-Borreliose sind ganz überwiegend Zecken, die mit Borrelien
infiziert sind. In Deutschland gibt es ein Süd-Nordgefälle bei der
Durchseuchung der Zecken mit Borrelien, d.h. in südlichen
Bundesländern ist die Infektionsgefahr größer als im Norden. Eine
Borrelieninfektion durch Zecken ist aber in ganz Deutschland und sogar
in Städten möglich. |
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Bild:
Stefan Scheinjek, Fotalia.de |
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Laut Aussagen des Max-von-Pettenkofer-Instituts für Hygiene in München
ist sogar der direkte Kontakt mit Büschen in Gärten ein bisher
unterschätztes Risiko für einen Zeckenbiss. Der Biss einer Zecke
bedeutet nicht zwangsläufig, dass man an Borreliose erkranken muss.
Nach einer an der Universität Heidelberg durchgeführten Studie geht
das Landesgesundheitsamt Stuttgart davon aus, dass in den
Borrelien-Hochendemiegebieten etwa jeder zehnte Zeckenstich zu einer
Infektion führt.
Bei der Borreliose werden typischerweise drei Stadien unterschieden:
Im Stadium eins entwickeln bis zu 90 Prozent der Infizierten eine
schmerzlose lokale Hautrötung, das so genannte Erythema migrans. Sie
breitet sich von der Einstichstelle allmählich ringförmig oder homogen
aus. Bei 10 bis 15 Prozent der Patienten kommt es etwa drei bis sechs
Wochen später zu Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit,
Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen. Es kann auch in diesem Stadium
bereits zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Rückenmarks und der
Nervenwurzeln kommen. Es können dann starke Schmerzen und
Bewegungsstörungen bis hin zu Lähmungen auftreten. Das Stadium drei
der Erkrankung, die so genannte Spätmanifestation, wird nur selten
angetroffen. Es können u.a. Gelenkentzündungen, Polyneuropathien sowie
eine Schädigung des Gehirns mit Hirnleistungsstörungen auftreten.
Nach erfolgter Antibiotikatherapie kann dann ein Beschwerdekomplex
weiter bestehen, den man als „Post-Lyme-Disease-Syndrom“ bezeichnet.
Darunter versteht man unspezifische Beschwerden wie chronische
Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Fibromyalgie-ähnliche
Beschwerden bei positiver Borrelien-Serologie.
Dieses Krankheitsbild ist allerdings sehr umstritten und wird häufig
als psychosomatisch eingestuft.
Die Borreliose ist eine „schwierige“ Infektionserkrankung. Häufig
werden gerade in der Frühphase viele Borreliosefälle übersehen, da
innerhalb der ersten Wochen noch keine erfassbaren Antikörperspiegel
gegen Borrelien-Antigene gebildet werden. Das Erythema migrans, das
ein eindeutiges Symptom für eine Borrelieninfektion ist, tritt nur in
50 Prozent der Fälle einer Neuerkrankung auf. Ein größeres Problem ist
die laborchemische Unterscheidung zwischen einer abgeheilten
Borreliose (sog. Seronarbe) und einer noch aktiven therapiebedürftigen
Borreliose, denn die Serologie kann noch Jahre nach einer ausgeheilten
Borreliose positiv sein. Eine Vielzahl von Symptomen kann die
Borreliose hervorbringen, die denen anderer Erkrankungen ähnlich sind,
was die Abgrenzung mitunter recht schwierig macht. Bei der Borreliose
sind neuropsychiatrischen Beschwerden häufig ähnlich wie beim
chronischen Erschöpfungssyndrom.
Neben einer sachgerechten Antibiotikatherapie kommen für die
Behandlung der Borreliose auch verschiedene Verfahren der
Komplementärmedizin, z.B. auch eine Mikronährstofftherapie, in Frage.
Diesbezüglich gibt es verschiedene Hinweise in mehreren Fachzeitungen.
In der Mai-Juni-Ausgabe 1999 des International Journal of Integrative
Medicine empfiehlt der Autor Steven J. Bock eine Calcium-/
Magnesiumsupplementierung bei Muskelschmerzen und Krämpfen. Wenn
fibromyalgieähnliche Symptome im Vordergrund stehen, wird darüber
hinaus eine zusätzliche Magnesiumeinnahme empfohlen. Coenzym Q10 und
andere mitochondriale Wirkstoffe wie Carnitin und Alpha-Liponsäure
steigern die Energiebildung. Zur Verbesserung der Immunfunktion wird
die intravenöse Gabe von Vitamin C und B-Vitaminen empfohlen.
2007 erschien ein großer Übersichtsartikel mit dem Titel „Novel
diagnosis of lyme disease: potential for CAM intervention“. In diesem
Artikel geht es neben der Vorstellung neuer Diagnoseverfahren auch um
die Möglichkeiten einer Beeinflussung der Borrelieninfektion durch
Mikronährstoffe und verschiedene pflanzliche Wirkstoffe. Generell
haben diese Substanzen verschiedene therapeutische Ansatzpunkte:
Verbesserung der Aktivität der natürlichen Killerzellen und
Makrophagen, Verhinderung der Bildung entzündungsfördernder Zytokine,
Reparatur der Blut-Hirn-Schranke etc.
NAC, Glutathion, Vitamin D und Alpha-Liponsäure sind wichtig für die
Aufrechterhaltung und Stabilisierung der Blut-Hirn-Schranke.
Antioxidantien verbessern die Killerzellaktivität sowie die
Phagozytoseleistung von Immunzellen.
Viele Hinweise zur Mikronährstofftherapie finden sich in dem Artikel
„Fortschritte im Verständnis der Lyme-Krankheit“ von Dr. med. Joseph
J. Burrascano Jun. Er empfiehlt u.a. die Anwendung von Coenzym Q10 bei
einer Beeinträchtigung der Funktion des Herzens, bei Erkrankungen des
Zahnfleisches und bei einer verminderten Immunkompetenz.
Alpha-Liponsäure erleichtert den Eintritt von Coenzym Q10 in die
Mitochondrien. Bei Borrelieninfektionen ist auch eine Substituierung
von B-Vitaminen sinnvoll, weil sich neurologische Symptome dadurch
schneller bessern können. Magnesium ist hilfreich bei Muskelzuckungen,
–krämpfen oder
-schmerzen, bei Herz-Rhythmusstörungen oder allgemeiner Schwäche. Er
empfiehlt auch die Einnahme von Acetyl-Carnitin mit
S-Adenosylmethionen (SAM). Nach seinen Aussagen kann diese Kombination
zu bemerkenswerten Verbesserungen des Kurzzeitgedächtnisses, der
Stimmung und der Hirnleistungsfähigkeiten führen. Vitamin C ist
vonnöten, um das Bindegewebe gesund zu erhalten. Bei Lyme-Patienten
kann ein niedriger Vitamin-D-Spiegel diffuse Schmerzen und Krämpfe
verursachen, die nicht auf zusätzliche Magnesium- oder Calciumgaben
ansprechen.
Dies sind nur einige Beispiele aus dem umfangreichen Fachartikel des
oben erwähnten Autors. Zum Schluss noch eine Studie, die 2005 von
polnischen Wissenschaftlern publiziert wurde: Bei 117 Waldarbeitern
wurden Antikörper gegen Borrelien sowie die Vitamine A, E und C
bestimmt. Die niedrigsten Konzentrationen der Vitamine A und E wurden
bei den Versuchsteilnehmern festgestellt, die auch IgM- und
IgG-Antikörper gegen Borrelien im Blut aufwiesen.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Orthomolekulare Medizin
eine sinnvolle komplementäre Therapieform bei der Borreliose ist, da
sie in mehrfacher Hinsicht einer krankhaften Veränderung
entgegenwirkt.
Voraussetzung für eine optimal eingestellte Mikronährstofftherapie ist
eine exakte Blutanalyse wie der
DCMS-Neuro-Check. Nur so können Mikronährstoffmängel genau
ermittelt und die Mikronährstoffe ggf. auch in hochdosierter Form
verabreicht werden. Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler; © DCMS GmbH
Dezember 2009
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