Wie
Mikronährstoffe auf das Immunsystem wirken
Vorbeugen
statt Husten, Schnupfen und Fieber einzufangen
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Bild: Fotolia
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Die Herbst- und Wintermonate sind für viele auch „Erkältungsmonate“.
Um drohenden Infekten vorzubeugen, ist es sinnvoll, die
Voraussetzungen für ein intaktes Immunsystems ein bisschen zu
verstehen.
Die Aufgabe des Immunsystems besteht darin, den Organismus vor
schädlichen äußeren Einflüssen wie z.B. Viren, Bakterien und Pilzen zu
schützen. Auch körpereigene Zellen können so geschädigt sein, dass sie
vom Immunsystem erkannt und beseitigt werden müssen. Das Immunsystem
sollte angemessen reagieren, d.h. eine
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Unterfunktion mit einer ggf. daraus resultierenden
Infektanfälligkeit oder eine Überfunktion, wie sie bei
Autoimmunerkrankungen oder chronischen Entzündungen vorkommen, sind
nicht erwünscht.
Viele verschiedene Faktoren können zu einer Dysregulation und
verminderten Funktionsfähigkeit des Immunsystems führen. Dazu zählen
z.B. Ernährungsfaktoren wie Unterernährung, Überernährung und
Mikronährstoffmängel durch Fehlernährung. Auch die psychische
Befindlichkeit des Menschen hat einen großen Einfluss auf die
Aktivität des Immunsystems. Es ist z.B. vielfach nachgewiesen, dass
chronischer psychischer Stress oder auch Depressionen und
Angstzustände die Freisetzung von Entzündungsmediatoren fördern und
die Aktivität von Immunzellen wie Lymphozyten und Makrophagen
beeinträchtigen. Mit zunehmendem Lebensalter kommt es zu einem
Nachlassen der Immunfunktion, weshalb Senioren leichter
Infektionskrankheiten erleiden. Das Immunsystem ist gerade in der
heutigen Zeit einer Vielzahl von belastenden Faktoren ausgesetzt; zu
erwähnen sind Umweltschadstoffe wie Schwermetalle, Pestizide und
Holzschutzmittel, ferner Genussmittel, Lebensmittelzusatzstoffe,
Medikamenteneinnahmen, z.B. Antibiotika, sowie viele andere
Lebensstilfaktoren.
Zur Erfüllung seiner vielfältigen Funktionen ist das Immunsystems
stets auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Vitaminen,
Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren angewiesen. Wenn nur
einer der benötigten Mikronährstoffe fehlt, kann sich dies bereits
in einer gestörten Immunantwort bemerkbar machen. Es ist auch
bekannt, dass eine optimale Zufuhr verschiedener Mikronährstoffe
einen positiven und regulierenden Effekt auf das Immunsystem hat.
Eine andauernd hohe Aktivität des Immunsystems, wie sie z.B. bei
chronischen Entzündungen auftritt, führt zu einer vermehrten Bildung
von freien Radikalen, die wiederum einen Mehrbedarf an
Antioxidantien nach sich zieht. Im Folgenden wird die Bedeutung
einiger Mikronährstoffe für das Immunsystem kurz angerissen:
Vitamine
Vitamin C ist das wichtigste wasserlösliche Antioxidans und hat
vielfältige Funktionen im Immunsystem. Es stimuliert die zelluläre
und humorale Immunantwort und verlängert die Funktionsdauer der
Immunzellen. Vitamin C beschleunigt auch den Histaminabbau im Blut;
Histamin ist ein Molekül, das wesentlich am Zustandekommen der
Erkältungssymptome teilhat.
Vitamin E verbessert die Immunkompetenz bei älteren Menschen. Es
vermindert die Bildung und Freisetzung entzündungsfördernder
Botenstoffe des Immunsystems und schützt dessen Zellmembranen vor
freien Radikalen.
Ein Vitamin-A-Mangel kann die Infektanfälligkeit der Atemwege
erhöhen. Vitamin A ist wichtig für die richtige Entwicklung und für
den Schutz von Haut und Schleimhäuten, die die erste Abwehrbarriere
für Bakterien darstellen. Außerdem wird Vitamin A für die Aktivität
verschiedener Immunzellen benötigt.
Vitamin D ist ein Immunmodulator, der vor allem ein Überreagieren
des Immunsystems verhindern kann; außerdem wird Vitamin D für die
richtige Entwicklung der Immunzellen benötigt. Eine unzureichende
Vitamin-D-Versorgung kommt sehr häufig vor. Vitamin B6 ist für die
Bildung der Antikörper und für die zelluläre Immunität erforderlich.
Auch ein Folsäuremangel kann zu einer Immunschwäche führen, z.B.
aufgrund einer Reduzierung der Antikörpersynthese oder einer
unzureichenden Bildung neuer Immunzellen.
Zink
Zink ist für das Abwehrsystem von zentraler Bedeutung. Bei einem
Zinkmangel kommt es zu einer deutlichen Verminderung der zellulären
Immunität und der Antikörperproduktion. Auch die Fähigkeit der
Fresszellen (Makrophagen) zur Aufnahme von Krankheitserregern ist
erheblich beeinträchtigt. Es entsteht eine erhöhte Anfälligkeit für
Virusinfekte und für allergische Erkrankungen.
Selen
Selen ist ein Bestandteil der Glutathionperoxidase, einem wichtigen
Enzym zur Bekämpfung freier Radikale. Es wird für die
Antikörperproduktion benötigt und stimuliert die Aktivität der
NK-Zellen sowie die Bildung von Botenstoffen des Immunsystems (Cytokine).
Ein Selenmangel erhöht die Infektanfälligkeit gegenüber Viren und
steigert die Komplikationsrate bei Infektionen.
Kupfer:
Ein Kupfermangel bewirkt eine Verminderung der Anzahl der weißen
Blutkörperchen.
Arginin:
Arginin ist die Ausgangssubstanz für den gasförmigen Signalstoff
Stickoxid (NO). Die Makrophagen produzieren dieses Gas in großen
Mengen zur Bekämpfung der Erreger in den Zellen. Arginin verbessert
zum einen die Immunkompetenz als Lieferant von NO, zum anderen trägt
es zur Stimulierung der Aktivität und Neubildung der Lymphozyten
bei.
Cystein:
Cystein spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem, da die
Glutathionsynthese wesentlich vom Cysteinangebot abhängt. Glutathion
ist eines der wichtigsten Moleküle für die Immunregulation.
Bei einem Cystein-/ Glutathionmangel kommt es zu einer erhöhten
Infektanfälligkeit. Umgekehrt führen schwere und langandauernde
Infektionskrankheiten auch sehr häufig zu einem Cystein-/
Glutathionmangel.
Glycin:
In den letzten Jahren mehren sich die Hinweise, dass Glycin ein
wichtiger immunmodulierender Nährstoff mit der Fähigkeit ist,
entzündliche Prozesse zu vermindern. Glycin ist also vor allem für
die Abschwächung überschießender Immunreaktionen hilfreich.
Glutamin:
Glutamin ist ein Hauptenergiesubstrat des Immunsystems und auch der
Zellen des Darmtrakts. Ein Glutaminmangel beeinträchtigt deshalb die
Funktionsfähigkeit des Dünndarms und die Aktivität des Immunsystems.
Es kommt zu einer verminderten Bildung von Botenstoffen des
Immunsystems und vor allem auch zu einer reduzierten Neubildung der
Immunzellen.
Glutamin gehört neben Arginin zur so genannten Immunonutrition,
einer immununterstützenden Therapie, die heute auch oftmals in der
Intensivmedizin angewandt wird.
Taurin:
Taurin ist ein Aminosäurederivat mit sehr vielfältigen
Eigenschaften; dazu gehört ein antientzündlicher Effekt, der
notwendig ist, um ein Überschießen von Immunreaktionen bei
bakteriellen Infektionen zu verhindern. Ein Taurinmangel begünstigt
Lungenentzündungen bei Kindern und Erwachsenen.
So weit eine Auswahl an Mikronährstoffen, die für das Immunsystem
bedeutsam sind.
Wer jetzt allerdings glaubt, die willkürliche Einnahme möglichst
vieler Mikronährstoffe würde besonders gut helfen, kann sich auch
irren, denn: Ein gut funktionierendes Immunsystem ist von einer
ausgewogen abgestimmten Mikronährstoffversorgung abhängig. Besonders
die eigenmächtige Zufuhr von Aminosäuren kann sich nachteilig auf
die Gesundheit auswirken.
Wer gezielt sein Immunsystem unterstützen möchte, sollte deshalb
sein Blut einer genauen Mikronährstoffanalyse unterziehen. Aufgrund
der Ergebnisse dieser Laboruntersuchung kann beurteilt werden,
welche Mikronährstoffe als Nahrungsergänzung sinnvollerweise
zugeführt werden sollten und in welchem Umfang.
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